Das tiefe Yin des Jahres

Das Wasserelement regiert seit etwa 15.11. – etwas anders als in der westlichen Welt, beginnt der Winter bereits Mitte November. Das absteigende Yang und das kleine Yin des Jahres wird vom tiefsten Yin des Jahres mit den Meridianen Blase-Yang und Niere-Yin abgelöst.

Dem Wasserelement sind in der Lehre der Elemente die Angst, der Mut und die Willenskraft zugeordnet, aus der Nierenenergie entspringt die Kraft aller anderen Organe:

  • Wasser- sanft und zugleich stark nach unten fließend- es speichert Nährstoffe und Temperatur. Das sind Eigenschaften, die in der CM den Nieren zugeordnet werden- das Yin der Niere verkörpert die Ursprungsenergie, die von den Eltern vererbte Essenz Jing; das Yang der Niere bildet im Gegensatz dazu die Grundlage der Wärme und der Aktivität des ganzen Körpers.
  • Eine Besonderheit der Elemente-Lehre kennzeichnet, dass unsere Körperfunktionen in Bezug zu den Naturkreisläufen gesetzt werden. Wie in der Natur hat jedes Organ bestimmte Höhen mit größter Aktivität und Ruhephasen.
  • Der Winter- gemäß der Elementelehre im asiatischen Raum- vom 15.11. bis 27.01. ist die Phase des Wasserelements; es ist jetzt existenziell und  lebenswichtig, die Energie zu bewahren und damit zu haushalten, sich zu regenerieren.
  • Die Natur und Tiere haben im Herbst vorgesorgt, Vorräte angelegt oder mehr zu sich genommen, um Energie zu speichern; Menschen sollten, wie in alten Überlieferungen und Lehren, sich ein Beispiel an der Natur nehmen. Alles was im Sommer perfekt passte, führt im Winter dazu, dass wir uns schnell verausgaben und krank werden. Alle jenseits der 40 tun sich was Gutes, wenn mit dem Jing sparsam umgegangen wird, denn es ist ja bereits teilweise aufgebraucht.
  • Was die Nierenenergie besonders schwächt, ist zuviel Stress, wenig Schlaf und ein unregelmäßiger Lebensstil. Auch Lärm, zu leichte Kleidung, schlechte und unpassende Ernährung und zuviel an Genussmitteln oder „Drogen“ erschöpfen die Energie der Nieren oder führen zu Schmerzen entlag des Blasenmeridians.
  • Auch und vor allem bewusste oder unbewusste Ängste schwächen- neben äußeren Einflüssen- die Nieren- Menschen vom geschwächten „Nierentypus“ fehlt es an Urvertrauen – in alles, was uns ausmacht. Diese Personen haben Angst, nicht zu genügen- sie sind häufig verstrickt sich in eine Spirale aus Ansprüchen, Regeln und Verpflichtungen; und es sind nicht nur Managertypen, die es trifft.
  • Existenzangst- dem Leben nicht mehr genügen… solche Momente kennen wir sicherlich alle- alle mit schwacher Nierenenergie neigen dazu, diese tief verwurzelten Ängste mit Überaktivität und übertriebenem Ehrgeiz zu überspielen und sich dadurch noch mehr zu verausgaben- es drohen auf lange Sicht totalen Erschöpfung, Burnout und Depressionen.
Arbeit ohne Pause und in permanentem Stress erschöpft
  • Zeichen für Nierenschwäche mit Yang-Mangel: kalte Hände und Füße, zu häufiges Wasserlassen, Kälte und Schmerzen im unteren Rücken;
  • Zeichen für eine Nierenschwäche mit Yin-Mangel: körperliche und mentale Erschöpfung, extreme Müdigkeit, Schlaf- und Denkstörungen, Tinnitus, eventuell Libido- und Potenzstörungen, schlechte Zähne, unbelastbare und weiche Knochen, frühes Ergrauen und Haarausfall…
  • Beide Schwächen führen zur Erschöpfen im Yang/ der Blase– diese  hat die Aufgabe, die verbrauchten Flüssigkeiten des Körpers auszuscheiden und verwaltet die täglich benötigte Basisenergie- haben wir davon zu wenig, kann dies zu Rückenschmerzen führen, wir sind auch nicht mehr so anpassungsfähig und die Willenskraft lässt nach- im übertragenen Sinn stellt sich die Frage, ob wir für uns „gerade stehen“ ohne starr zu sein.
  • Selbsthilfe: regelmäßigen Tagesablauf mit ausgewogenen Aktivitäts- und Ruhephasen, ausreichender und vor allem erholsamer Schlaf, lange gekochte Suppen mit speziellen Kräutern und Gemüsesorten stärken, im Winter sind abendliche warme Fußbäder mit einer zerkleinerten Ingwerknolle, Meersalz und Beifuß(Moxawolle)- etwa 15 Minuten bei 40 Grad …ansteigend bis 50 Grad- zu empfehlen.
Bäder zur Stärkung
  • Salz- Moxa direkt auf dem Bauchnabel sorgt für eine gute Energie!
  • Kinder: Grundvertrauen und Geborgenheit vermitteln, inneren Kraft und Selbstvertrauen stärken – das führt zu einem starken Willen und lassen sich nicht von Herausforderungen abschrecken- sie übernehmen Verantwortung für sich und andere- ohne Überforderung und Perfektionismus!!!
Kinder früh stärken z.B. mit AnMo oder Shiatsu

In aller Kürze:

Farbe: Schwarz/Dunkelblau
Jahreszeit: Winter
Thermik: kalt (großes Yin)
Organe: Niere, Blase
Emotionen: Urvertrauen & Mut als Stärke und als Schwäche die Angst
Energiebewegung: nach innen, zusammenziehend
Geschmack: salzig

Ernährung:

„Yangige“ Ernährung, also wärmende Gewürze sowie thermisch warme Gemüsesorten wie etwa heimisches Wurzelgemüse, Kraut, Kohl und Rüben, eignen sich dafür besonders gut. Der Kräuterseitling wird auch als Weihnachts- oder Winterpilz bezeichnet, da er in der Natur selbst nach dem ersten Schneefall noch zu finden ist. Wertvolle Salze  als auch wärmende Gewürze sind jetzt angesagt, um bewusst einen Ausgleich zur kalten Jahreszeit zu schaffen. Es gilt wie immer: So gesund und lebenswichtig der salzige Geschmack auch ist, so schädigend kann sich ein Übermaß an salzigem Geschmack auf unsere Nieren auswirken. Denaturierte Nahrung, Fast Food und Fertigprodukte enthalten meist zu viel Salz, erzeugen somit Heißhunger und können den Körper auch zu stark austrocknen. Auch alles andere an Übermaß ist tabu. Stärke geben auch Hülsenfrüchte- je dunkler um so besser.

Bewegung:

– alles mit Ruhe; leichtes Ausdauertraining, moderates Krafttraining, QiGong und Yin-Yoga stärken die Nierenenergie

Meditation für die Kraft der Nieren 🙂

Stille, Selbstreflexion und ausreichend Schlaf sollten die kälteste Zeit des Jahres prägen.

Genießen wir den Winter- bewusst und aktiv- so können wir – egal ob Jung oder Alt- das Yin sehr gut nutzen- alles Liebe wünscht

Wärmendes für das Bewahren der Energie im Winter

Kira

 

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