Akupunktur

Es grüßt der Eis-Mond…

…denn schon wieder haben wir Vollmond- diesmal der Eis- oder Wolfs-Mond.

Nein 😉 – der Name kommt nicht daher, dass die Wolfe den Mond anheulen… was übrigens eine Mär ist; der Name kommt daher, dass in früheren Zeiten die Wolfsrudel auf Grund von Kälte und Hunger im Januar viel dichter an die menschliche Siedlungen gekommen sind. Eis und Schnee oder zumindest eine beachtliche Kälte bestimmten den Januar; der Mensch ging nur vor die Tür, um das Vieh zu versorgen oder zu jagen und … alle Menschen rückten näher zusammen. Eine andere Überlieferung spricht vom „Hart-Mond“ oder „Hartung“- diese Bezeichnung bezieht sich auf die harten Witterungen im Januar und dementsprechend auch die harten Zeiten.

Da der Winter zum tiefen Yin gehört und dieser Zyklus im Leben dem Alter und der letzten Lebensphase zugeordnet wird heißt der Januar-Mond auch „alter Mond“.

Dies sind die Themen des Vollmond’s im Januar: Kommunikation Einfallsreichtum – Zusammenarbeit … wie oben bereits beschrieben, haben unsere Vorfahren diese drei wichtigen Aspekte sehr zelebriert. Aber auch Sehnsucht nach Wärme, Geborgenheit, Stabilität und Sicherheit waren bestimmend.

Was benötigen wir für diesen energetisch noch stark vom Dezember-Vollmond beeinflussten Januar-Vollmond:

  • Es herrschen immer noch starke Emotionen, eine Leidenschaft, die unter Umständen Leiden schafft 😉 … vielleicht besitzt Du den/ einen Granat oder Onyx (Geburtssteine im Januar; neben dem Onyx)- beide können Dir hilfreich zur Seite stehen, um die Emotionen für Dich zu nutzen.
  • Praktiziere Pranayama ; Atemlenkung; die Arbei mit dem Atem sorgt ebenfalls dafür, dass Du Deine Emotionen in eine gute Richtung bringst und ggf. alles Belastende abgeben kannst- schließlich nähern wir uns tatsächlich auch schon wieder der DOJO-Zeit- der ersten Zwischenzeit dieses Jahres; dem Übergang zum asiatischen Frühjahr und auch noch dem chinesischen Neujahr. Frage Dich, was Dich aufhält loszulassen, neu und focusiert zu beginnen!
  • Räucherwerk für Deine Räucher-Praxis: alles was reinigend, emotional stabilisierend und immunstabilisierend wirkt ist wunderbar für die Räucherung zum Eis-Mond; Astragalus als Adaptogen und Immunstimulie; aber auch Bernstein, Salbei, Schafgarbe und bspw. Cistrose sind prima geeignet.
  • In der Akupunktur nützt Dir heute der Punkt Niere 1- sprudelnde Quelle, um das Yang an die Quelle zurückzubringen und der Punkt Leber 5- „Kanal des Holzwurms“… da er Deine „Drama“Emotionen mildert und Dein Qi reguliert; prima wäre auch das große Drachen-Moxa direkt auf der Wirbelsäule- natürlich mit Ingwer, um Kälte aus den Leitbahnen zuvertreiben 🙂
Eis-Zeit- passend zum Eismond

Deine Affirmation: Ich lasse mir meine Ruhe nicht nehmen- ich bleibe im Focus und nutze die Kraft der Emotionen für meine Ziele oder meine Neuorientierung.

Viel Freude und „Happy Full-Moon“- alles Liebe

Kira

Meine Gedanken zum Januar:

Oh Januar- so still, so klar; Dein Wind bringt Kälte, der Himmel oft grau- egal… denn Du bist es, in dem Frühling schon sanft schlummert

Der Puls als Möglichkeit der Diagnostik in der Chinesischen Medizin

Der eine oder andere von Ihnen/ von Euch wird sich bestimmt gewundert haben, warum in der Anamnese in einer Praxis für chinesische Medizin an beiden Handgelenken die Pulse ertastet werden und dieses „Tasten“ länger dauert als eine Minute 😉 …und auch mehr als nur das Zählen nach dem Sekundenzeiger erfolgt.

Es gibt 28 verschiedene Grund-Pulse, die an drei Stellen und in drei Tiefen (oberflächlich, mittlere Tiefe, Tiefe) an den beiden Handgelenken getastet werden können:

An der rechten Hand:

  • Cun: Lunge- direkt am Handgelenksspalt, dem Punkt Lunge 9
  • Guan: Milz
  • Chi: Nieren-Yang

An der linken Hand:

  • Cun: Herz- ebenfalls direkt am Handgelenksspalt, dem Punkt Lunge 9
  • Guan: Leber
  • Chi: Nieren-Yin

Die Pulse geben einen Aufschluss über einen Mangel, einen Überschuß, zu Hitze oder Kälte; zu Feuchtigkeit, Trockenheit oder Schleim…

Du kannst für Dich selbst den Puls nehmen- registriere:

  1. …die Tiefe des Pulses- je tiefer tastbar bspw. liegt ggf. Feuchtigkeit/Schleim vor
  2. … je schneller- es liegt ggf. Hitze vor
  3. …sehr langsam- es liegt ggf. ein Mangel vor u.s.w.

Ich als Therapeutin muss meine Diagnose mit deutlich differenzierteren Pulsqualitäten untermauern… da gibt es:

  • den gespannten Puls- wie eine Saite einer Gitarre gespannt- deutet auf Anspannung und Qi-Stase hin;
  • ein hüpfender Puls deutet auf inneren Wind und Unruhe hin…

… es gibt weit über 100 Pulsqualitäten… einem chinesicher Meister wird folgende Aussage zugesprochen „… praktiziere eine halbe Ewigkeit – die Pulsqualitäten übst Du jedoch Dein Leben lang und wirst immer wieder überrascht…“- nun ja- es ist tatsächlich wie ein Miracel 😉

Die Pulsqualitäten werden dann mit der Zungendiagnose in den Vergleich gesetzt und mit dem Anamnesebogen(Frage-Antwort),der Ernährungsanalyse, der Hautuntersuchung, der Befragung und dem Tastbefund wird die Diagnose gestellt.

Unterstützung zum entspannten Ablegen der Hände bieten Kissen; es gibt richtige Pulskissen… oft aus Samt und angenehm unter den Händen:

Pulskissen- mit freundlicher Genehmigung von DMC Natur

Diese Diagnostik erfordert Zeit; ist aber sehr genau und führt zum Syndrombild- den Wurzeln der Erkrankung- das macht die Behandlung mit der chinesischen Medizin oder auch der westlichen Naturheilkunde aber auch sehr erfolgreich in der Behandlung chronischer und auch akuter Erkrankungen… von der Wurzel zum Zweig und auch umgekehrt 🙂

Für den Betroffenen/ die Betroffene ist es wichtig, dass der Körper und die Seele im Gesamten erfasst werden- die Therapie muss auch ganzheitlich ausgerichtet sein… ansonsten kann keine Gesundung auf Dauer erfolgen.

Da sich nach der ersten Behandlung- egal ob mit Akupunktur oder Kräutermedizin, QiGong oder Ernährung…- die Qualitäten der Zunge und Pulse ändern, müssen diese Parameter immer neu erhoben werden- nur so lässt sich der Fortschritt der Genesung tatsächlich vernünftig dokumentieren.

Der Puls/die Pulse- mehr als nur das Zählen in 60 Sekunden und ein wichtiges Befund-Mittel- prüfe diese ruhig öfter selbst und lerne sie zu verstehen- für Deine Gesundheit… alles Liebe und einen guten Start in die neue Woche wünscht Dir

Kira

Mondenergie für den weiblichen Zyklus…

In der chinesischen Medizin spielt die Mond-Energie bei Akupunktur, TuiNa und anderen Behandlungsmethoden eine wesentliche Rolle; wir wollen sie heute zusätzlich in ihrer Bedeutung für den weiblichen Zyklus betrachten.

In alten Schriften finden wir den Hinweis, dass der weibliche Zyklus dem Mondzyklus angeglichen ist- Vollmond beschreibt den Eisprung; Neumond die Blutung. Da aber jede Frau ihre ganz persönliche Energie hat, gibt es auch im Zyklus logischerweise Unterschiede- allerdings kann FRAU die Mondphasen in IHREM ganz persönlichen Ablauf sehr gut nutzen.

Ich bin zwar schon eine Weile nicht mehr mit dem „Himmlischen Wasser“ gesegnet, allerdings ist der ehemals vorhandene Zyklus noch gut zu spüren- und so dürfen alle Frauen auch jenseits der Meno-Pause ruhig noch in der Kraft der Mondphasen bleiben- spüre einfach in Dich hinein.

Wie sieht es denn nun aus mit Vollmond, Neumond…:

  • Vorab- nichts ist in Stein gemeißelt; jede Frau ist mit ihrem Zyklus wunderbar individuell und genau richtig was die Mondphasen betrifft; für Beschwerden während des Zyklus finden sich dann auch entsprechende Behandlungsmöglichkeiten.
  • Durch die stetige Wirkung des Mondes auf uns darf FRAU sich auch immer über seine unterstützenden Qualitäten freuen- es liegt lediglich daran, diese für sich zu erkennen und zu nutzen.
  • Die Menstruation bei zunehmendem Mond bringt eine aktivierende Energie zum Aufladen, da Du Dich gerade innerlich befreist und reinigst- diese Yang-Energie unterstützt Dich im Wachstumsprozess; bei neuen Ideen und Projekten- Du bist in der Lage eine produktive und ehrliche „Innenschau“ zu halten 🙂
Zunehmender Mond- das Mond-Yang gewinnt an Kraft
  • Der Vollmond und seine kraftvolle Yang-Energie während Deiner Mens bringt „Licht in das Dunkle“- Du bist im Yin und absolvierst gerade Deine Prozesse in der Tiefe und im Inneren-der Mond im Yang nährt und spendet Kraft; diese sorgt dafür, dass Abläufe oder Dinge, die gesehen werden sollen und wollen, an die Oberfläche kommen können. Während der Vollmond-Zeit erlebst Du also beides- Yin und Yang- Ruhe/Stille/Reinigung/Tiefe im Verhältnis zu den Vollmond-Yang-Impulsen wie Tatkraft/Fülle/Bewegung- lerne diese für Dich zu nutzen und sinnvoll auszurichten.
„Der Schein des Mondes auf dem Wasser“- meine Buchempfehlung für alle Frauen 🙂
  • Der abnehmende Mond steht auch für das abnehmende Yang-dem Feuer- alle Energien ziehen sich zurück; alles wird eher passiv und geht in das Yin über. Lausche, gehe mehr nach innen- hast Du in dieser Phase Deine Mens oder stehst kurz davor, wirst Du merken, dass alles in Dir und um Dich herum eher beruhigend, still und nach innen gerichtet ist- Du ziehst Dich zurück, bist vielleicht in Dich gekehrt und nicht so extrovertiert.
Abnehmender Mond- Du gehst 🙂 in das stärkere Yin 🙂
  • Der Neumond– so wie gerade gestern- lädt Dich zur Reflektion, zum Auf- und Ausatmen, zur absoluten Innenschau ein. Kehre Dich in Dein Inneres- lass das Außen auch außen; werde still und lass diese Ruhe, Tiefe und Stille zu. Die Themen des Neumondes und damit auch Deiner Mens sind Abschied, Loslassen, Tiefe- aus diesen Qualitäten kannst Du Kraft und Focus schöpfen, um sich dann gestärkt den Herausforderungen des Lebens zu stellen und DEINEM Rhythmus zu folgen.
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  • Sei nicht traurig, wenn Du ab dem 49. Lebensjahr keine oder nur noch sporadische Blutung hast- der Rhythmus bleibt DIR erhalten- Du darfst ihn neu für Dich entdecken- die Kraft des Mondes begleitet Dich bis in den Eintritt in das absolute Yin.

Spüre dem Einfluss des Mondes nach- erlebe ihn und seine Energien als etwas Bereicherndes! Lass Dich von seinen Qualitäten beschenken und nimm ihn als Freund, als treuen Begleiter durch das Yang und Yin des Lebens wahr!

Mit den Worten von Alexander Humboldt wünsche ich Dir eine wunderbare Woche “ Die Natur muss man spüren“… alles Liebe

Kira

Spüren- weniger Denken

Herzlich Willkommen in der ersten Advent-Woche und damit geht es weiter in der absoluten Yin-Zeit des Jahres

Die Frage, die mir in der jetzigen Zeit immer wieder gestellt wird:“ Wie kann ich mein Yin aufbauen und nähren?“

Der Winter ist dazu gedacht das Yin aufzufüllen. Dunkelheit und Kälte laden , der Natur entsprechend, dazu ein, sich zurückzuziehen, viel zu schlafen und im Warmen zu sitzen. So füllen sich die Yin-Reserven von selbst wieder auf.

Unser modernes Leben sieht, besonders in der Adventzeit, meist anders aus.

Wenn ein Übermaß an Aktivität zur Gewohnheit wird, wird mehr Lebens-Energie verbraucht als wieder hergestellt. Das Yin wird schwächer.

So hat es nicht mehr die Kraft, aus sich selbst heraus, ausreichend Ruhe und damit Regeneration zu verursachen. Ein ausreichend starkes Yin fordert , die Ruhe und den Schlaf zu bekommen, welche zur Regeneration nötig sind. Bei Kindern und jungen Tieren sieht man noch gut dieses Einfordern; sie schlafen in allen Lebenslagen.

Auffüllung der Yin Reserven

Da Stress ein Lebensenergieräuber ersten Ranges ist, steht an erster Stelle, Stress abzubauen. Zum Beispiel durch Meditation, sanfte Sportarten, Yoga oder Genusswanderungen. Manchmal müssen auch unliebsame Lebensentscheidungen getroffen werden. Meditation bzw. das Erlernen der Meditation ist besonders sinnvoll, denn Meditation fühlt die Yin-Reserven und erweitert das Bewusstsein; Schweigezeiten sind ebenfalls dafür bestens geeignet- gut ist, die Dinge langsam und bewusst zu tun.

Tuina mit warmem Öl- AntiStress und Yin-nährend

Auch gut zu wissen: Das Yin füllt sich langsam wieder auf. Es kann Wochen oder Monate dauern. Wirksam ist eine Kombination aus Meditation, Ernährung, Akupunktur und Kräutern; Kräuter für das Yin sind bspw. Hopfen, Odemenning, Ockergelber Hohlzahn, Vogelmiere, Ackerschachtelhalm, Melisse… 🙂

Ernährung

Das Yin stärken: Suppen, Brühen, leichte Speisen, Gedünstetes, Muscheln, Sushi, Trauben und Beerenfrüchte, Nüsse und schwarzer Sesam, sowie Wurzeln verschiedenster Art. Alle Yang-stimulierende Speisen, besonders am Abend, sind auf jeden Fall zu meiden- die da sind: scharfe Gerichte, rotes Fleisch, Ingwer, Rotwein, Alkohol, Chili. Kaffee, sowie Tee (Schwarz und Grün) ab nachmittags meiden (ausprobieren); Abends wenig essen und relativ früh- eben im Lauf des Tageslichtes- möglichst zwischen 16:30 und 17:30 Uhr.

Feigen für das Yin

Auch Yang-Aktivitäten am Abend sollten nicht durchgeführt werden: Krimis gucken, im Internet surfen, lange Telefonate führen, Arbeiten, sich Sorgen machen, yang-lastiger Sport am Abend… Dafür sorge für ausreichende Yin-Aktivitäten am Abend: Meditieren, Yoga, in die Dunkelheit schauen, Kerzenlicht statt Festbeleuchtung, Wanderung unter Sternen…

Yin-Yoga 🙂

Vielleicht helfen Dir diese Hinweise weiter; bei Fragen für DEIN Yin vereinbare gerne einen Termin in der Praxis.

Mit der folgenden fernöstliche Weisheit wünsche ich Dir eine schöne Woche mit Zeit für Besinnlichkeit und Ruhe:

„In allen, was du tust, lass einen Rest. Gelingt dir etwas, treib es nicht zu weit“- Dschu Hsi

Alles Liebe- Kira

Herzlich Willkommen in der neuen Woche und zur Frage… Wie werden Muskelschmerzen/ Fibromyalgie in der Chinesischen Medizin diskutiert?

In der Chinesischen Medizin/ den Klassikern gibt es keine exakte Beschreibung der Fibromyalgie. Muskelschmerzen und/ oder Fibromyalgie zeigen jedoch viele gleiche oder ähnliche Symptome wie das so genannte Bi-Syndrom in der CM- „Bi“ bedeutet soviel wie Blockade und Stauung, aber auch Blockaden-Wechsel. Das Syndrom hat einen engen Bezug zum Yin, zum Blut und zu den Körperflüssigkeiten- daher sind diese Elemente betroffen.

Das Syndrombild bezeichnet Schmerzen in und an Muskeln, Sehnen und Sehnenansätzen sowie diverse Begleitsymptome wie Müdigkeit, Steifigkeitsgefühl und Übersensibilität. Oft besteht am ganzen Körper eine erhöhte Druckempfindlichkeit. Labor- und MRT- und Röntgenuntersuchungen sind dabei häufig unauffällig; der Verlauf der Erkrankung ist oft verchronifiziert. Betroffen sind in erster Linie Frauen im mittleren Lebensalter- beginnend oft schon ab dem 35.- 42. Lebensjahr- der Zeitpunkt, in dem laut CM bereits der Wechsel eintritt. Sicher ist, dass hormonelle Schwankungen eine Rolle spielen, denn bei vielen Betroffenen verstärkt sich das Symptombild im Rahmen des weiblichen Zyklus. Auch bei den betroffenen Männern sind Hormonschwankungen nachweisbar; hier tritt das Beschwerdebild häufig in den „männlichen Wechseljahren“ auf (zwischen dem 48. und 56. Lebensjahr und später…).

Kriterien:

Müdigkeit und Schmerz bei Fibromyalgie
  • Schmerzen oder Steifheitsgefühl in drei oder mehreren anatomischen Regionen seit mindestens 3 Monaten- obligatorisch
  • Fehlen sekundärer Ursachen (z.B: Trauma, rheumatische Erkrankungen, infektiöse Athropathien oder pathologische Laborwerte- obligatorisch
  • Hauptkriterien: fünf oder mehr charakteristische Schmerzpunkte.
  • Nebenkriterien: Veränderung der Beschwerden durch Bewegung; Verstärkung der Symptome durch Angst und Stress; Schlafstörungen; allgemeine Müdigkeit; Angstgefühle; chronische Kopfschmerzen; funktionelle Bauchbeschwerden; subjektive Gelenkschwellungen, kribbelnde Missempfindungen, die sich keinem Nerven oder Dermatom zuordnen lassen.

Für die Diagnosestellung müssen beide obligate Kriterien positiv sein, verbunden mit einem Haupt- und drei Nebenkriterien oder fünf Nebenkriterien- dann kann sicher davon ausgegangen werden, dass ein Bi-Syndrom im Weichteilbereich vorliegt.

Sicht der Chinesischen Medizin auf das Thema:

Die Krankheitsauslösenden Faktoren eines Bi-Syndroms sind innerer (Stress) oder äußerer „Wind“, „Kälte“ und „Nässe“. Durch diese Faktoren ausgelöst, gehören Blockade von Qi und Blut Xue und auch „Schleims“dazu. Die Symptome der Patienten sind davon abhängig, welcher Faktor primär ist:

  • Ändert die Schmerzstelle sich oft, spielt der „Wind“ die Hauptrolle – das ist die sog. „Xing-Bi“ – die bewegliche „Blockade“.
  • „Tong-Bi“ äußert sich in besonders starken und stechenden Schmerzen und werden hauptsächlich durch „Kälte“ verursacht.
  • Die „Nässe“ verursacht Schmerzen mit Schwergefühl; dabei ist „Zhong- Bi“ eine schwere „Blockade“..

Die Faktoren ändern sich im Verlauf der Erkrankung. Die Patienten haben dann unterschiedliche und wechselnde Beschwerden. Daher sind die Symptome bei Bi-Syndromen häufig sehr kompliziert, vielfältig und schwer zuzuordnen.

Kräuterbad bei Kälte-Bi

Wirken die Pathogene im Herbst auf den Körper ein, spüren etwa 80% der Patienten zuerst ein Taubheitsgefühl und Schmerzen wie bei Reizungen. Bei wiederholtem Einwirken dieser krankmachenden Einflüsse dringt die Störung in die Tiefe des Funktionskreises Lunge ein, es entstehen unter Umständen dann Symptome wie Druck in der Brust, Unruhe, Asthma und Husten…

Im Sommer erkranken eher die Gefäße, wenn „Wind“, „Kälte“ oder „Nässe“ auf den Körper einwirken. Das Blut fließt langsamer; es ändert sich die Hautfarbe der Betroffenen. Bei einem wiederholten Einwirken der Auslöserr entsteht eine Störung des Funktionskreises Herz und auch der Niere als kleines Herz; möglich sind dann Symptome wie Unruhe, Herzklopfen, Seufzen, Angst oder unbestimmte Ängste…

Im Spätsommer wird eher die Muskulatur das Opfer. Sie verhärtet und verliert ihre Koordinationsfähigkeit bei Bewegungen. Mit einem wiederholten Einwirken dieser Pathogene wird der Funktionskreis Milz geschädigt. Es stellen sich Symptome ein wie Übelkeit oder Erbrechen mit Schleim, Verhärtungen und Druck im Oberbauch, Kraftlosigkeit in den Extremitäten, Müdigkeit, Schwere…und auch Dauergrübeln.

Bewegungstherpie zur Schulung der Achtsamkeit

Im Frühjahr- dem Holzelement- sind eher die Sehnen betroffen. Die Sehnen verkrampfen sich, Gelenkschmerzen treten auf und die Beweglichkeit der Gelenke ist eingeschränkt. Bei wiederholtem Einwirken dieser Krankheitsauslöser dringen die schädigenden Faktoren in die Tiefe des Funktionskreises Leber ein. Die Patienten spüren dadurch Symptome wie vermehrten Durst, häufiges Wasserlassen, Unruhe in der Nacht mit unruhigem Schlaf, Aufwachen in der Zeit von 1-3 Uhr, Druck im Leberbereich…

Heiße Steine vor der TuiNa direkt auf dem DuMai(Wirbelsäule)- löst Blockaden 🙂

Wenn „Wind“, „Kälte“ und „Nässe“ im Winter auf den Körper einwirken, betrifft es die tiefste Schicht, die Knochen; diese fühlen sich sehr schwer an und schmerzen. Die Beweglichkeit der Gelenke ist eingeschränkt. Die Krankheit dringt bis in den Funktionskreis der Nieren/Blase ein. Dadurch treten Beschwerden und Symptome wie Druck in den Nieren, eine Verkrümmung der Wirbelsäule und dadurch des ganzen Körpers. Die Sehnen, besonders in den Füssen und Knien sind verkrampft und lassen sich nicht strecken. Dadurch entsteht eine gekrümmte, verkrampfte Körperhaltung mit Verlagerung des Körperschwerpunkts und eine Haltungsveränderung- starke rheumatische Schmerzen können dann die Folge sein.

Schnee und Kälte als Auslöser

In der ersten Erkrankungsphase haben die Patienten meistens Symptome wie bei einer Erkältung mit Störungen in den Funktionskreisen Dickdarm, Blase und Lunge. Zusätzlich können sich Beschwerden wie Schwergefühl im ganzen Körper und das Gefühl als seien die Gelenke geschwollen durch den Nässe-Stau; kalte Füße und Durchblutungsstörungen bei Kälte-Stau sowie wechselnde Symptome und ein verringertes Selbstwertgefühl bei Wind-Stau einstellen.

Die mittleren Erkrankungs-Phase ist gekennzeichnet durch manifeste Störungen relativ in den Sinnorganen, im Weichteilgewebe und den inneren Organen. Viele Patienten haben einen Energie-Stau in der Leber (Qi-Stau) und einen Schleim-Stau. Durch die Stagnation von Qi folgert ist oft ein Hitze-Stau, denn Kälte kann sich im Körper zu Hitze und umgekehrt wandeln.

Störungen von Shen(Geist) finden wir auch schon zu Beginn der Erkrankung eine Rolle spielen können, erscheinen aber extremauffällig in der späten Phase des Bi-Syndroms.

Akupunktur an YinTang zur BEruhigung des Shen auch bei Rheuma/Fibromyalgie

Die seelische Belastung durch den lang dauernden, wechselhaften und „unheilbaren“ Verlauf der Erkrankung löst einen Energiestau im Funktionskreis Leber aus. Die inneren Organen und deren Funktionen sind in dieser Phase dann bereits stark gestört.

Die chinesische Medizin hat einen ganzheitlichen Ansatz; die Symptome werden nicht losgelöst voneinander betrachtet und so bietet der Behandlungsansatz berechtigte Hoffnung:

  • Pathogene werden durch Akupunktur und Kräutermedizin eliminiert
  • Qi und Blut werden durch Akupunktur, QiGong und Kräutermedizin bewegt
  • Ernährungstherapie sorgt für einen Aufbau von Qi und Blut; dient aber auch dazu bspw. Kälte zu eliminieren
  • Shen wird gezielt durch Atemlenkung und Meditation reguliert; aber auch hier werden Kräuter und Akupunktur eingesetzt.

Wichtig- wie bei allen Krankheitsbildern- ist die Handlungsfähigkeit in eigener Regie- Betroffene erhalten in meiner Praxis i m m e r ein Übungskonzept, Ernährungspläne und Moxa für die Behandlung zu Hause.

Einreibungen mit wärmenden Kräuterölen bei Kälte-Bi

Rheuma, Bi-Syndrom, Weichteil-Rheuma, Fibromyalgie… Hilfe zur Selbsthilfe ist auch hier die Maxime… es gibt Lösungen, die gut umsetzbar sind.

Bleibt gesund- schützt Euch besonders jetzt vor Wind und Kälte, denn die beiden sind die Speerspitze aller Erkrankungen!

Alles Liebe wünscht Euch

Kira

Herzlich Willkommen zur neuen Woche und neuen Frage- Wie werden Hautkrankheiten in der Chinesischen Medizin diskutiert?

Wie passend zu dieser Jahreszeit ist die Frage nach der Haut/ den Schleimhäuten…

Der Ansatz der CM ist hier die Behandlung von Lunge, Leber und Dickdarm- diese Funktionskreise stehen im besonderen Zusammenhang mit der Haut.

Hautpflege über die Haut aber auch über die Atmung 🙂 zum Bsp. mit ätherischen Ölen

Lunge und Dickdarm sind dem Metallelement zugeordnet- wir können beide in etwa mit der Funktion einer Autokarosserie vergleichen. Beide bieten unserem Körper Schutz gegen äußere Einflüsse und Pathogene. Diese Schutzmechanismen werden in der CM Wei-Qi (Abwehr-Qi) genannt.

Die Lunge als Organ versorgt das Wei-Qi mit Energie; der Dickdarm sorgt dafür, dass Pathogene aus dem Inneren nicht den Körper überschwemmen.

Die Leber ist ganz in ihrer Aufgabe das Blut Xue zu speichern, verwurzelt und damit stark beschäftigt.

Das Blut Xue hat die Aufgabe des Befeuchtens und Nährens- mangelt es an Xue dann wird die Haut schlechter versorgt und neigt zu Trockenheit aus dieser sich dann Risse und Schrunden bilden können.

Da die Haut „Spiegel der Seele“ ist haben die Emotionen einen großen Einfluss auf die Gesundheit unserer „Karosserie“ 😊

Wut, Stress, Trauer und auch Grübeln schaden der Haut- sind unsere Emotionen nicht in Balance zeigt sich das über Rötungen, Schuppungen, starke rötliche Flecken- wir fahren tatsächlich aus der Haut.

Bei den nachfolgen Erkrankungen der Haut hat die CM gute Möglichkeiten:

Akne– Hitze in Lunge, Leber, Magen und Dickdarm oder pathologische Hitze im Blut

Neurodermitis- Hitze oder Blutmangel, immer auch Wind

Herpes simplex und Herpes allgemein– Wind-Hitze und schwaches Wei-Qi

Psoriasis– Hitze, Blut-Mangel, Blut-Hitze

Trockene Haut- Trockenheit, Hitze, Blut-Mangel, Blut-Stase

Schlechtes Hautbild durch Störungen des Hormonhaushaltes- Hitze oder Blut-Mangel

Störungen der Schweißbildung- Kommunikation zwischen Lunge und Niere gestört, Hitze oder Mangel

Schuppen– Blutmangel, Trockenheit, Hitze

Haarausfall– Blutmangel, Qi-Mangel, Hitze, Qi-Stase-

Probleme der Nägel– Blut-Mangel und Qi-Stase, ggf. Hitze

Warzen– Blut-Mangel und- stase, Qi-Stase, Innere Pathogene, Milz-Schwäche

Es gibt natürlich noch mehr Ursachen …

Bsp. Warzen

Die östliche Medizin sieht in der Entstehung von Warzen die mangelhafte Zirkulation von Blut Xue und Qi als Hauptursache. Beides gelangt nicht mehr in die Peripherie und dies führt zur Ansammlung von Pathogenen- vorwiegend an Füßen und Händen. Pathogene sind all das, was „krank“ macht- einen anderen Begriff gab es dafür vor 5000 Jahren noch nicht. Pathogene sind natürlich auch Viren und andere Erreger… Die Pathogene gelangen nicht mehr aus dem Körper heraus und somit entstehen diese ungeliebten Warzen- ob trocken oder feucht.

Die Therapie in der CM:

  • Förderung und Belebung des Qi- und Blut-Flusses
  • Aufbau von Blut
  • Ausleitung der Pathogene

Dabei werden eingesetzt:

  • Akupunktur zur Unterstützung
  • Kräutermedizin für die innerliche und äußerliche Anwendung (Kompressen, Bäder…)

Empfohlene Kräuter sind:

  • Bai Bu- Rx.stemonum flavescentis; antiparasitäre und antimikrobielle Wirkung bspw. gegen Streptokokken, Staphylokokken und auch gegen Neisseria-Meningitis
  • Huang Lian- Rhiz. Coptidis- antimikrob., antimykotisch, entzündungshemmend
  • Chai Hu- Rx. Buplueri-beseitigt Leber-Stagnationen
  • Bai Shao- Rx. Paeoniae lactiflorae- Blut-Tonic und befreit die Leber
  • DangGui- Rx. Angeleicae Sinensis- Blut-Tonic und Regulierung des Xue(Blut)
  • BaiZhu- Rhiz.atractylodis macrocephalae- Vardauungs-Tonic, tonisiert die Verwertung der Lebensmittel- dadurch Blut-Tonic
  • BoHe- Hb. Menthae haplocalysis- beruhigt das stürmende Leber-Qi und generell stürmische Emotionen
  • FuLing- Scl. Poriae cocos- verbessert die Verdauung, transformiert Schleim und reguliert Feuchtigkeit, leitet über die Tonisierung der Harnwege Feuchtigkeit aus
  • GanCao(Zhi)- Rx. Glycerrhizae uralsensis- Süßholzwurzel- tonisiert die Mitte
  • ShengJiang- Rhiz. Zingiberis officinalis- frischer Ingwer- mit GanCao zusammen Kräftigung der Verdauung, tonisiert und verbessert die Fkt. der Lunge; damit auch die Sauerstoffbindung- verbessert Xue
  • ZhiZi- Fr. gardeniae jasminodis- reinigt und eliminiert Hitze der Leber und Gallenblase
  • Mu Dan Pi- Cx. Moutan radicis- reinigt von Hitze, kühlt Xue und löst/ verhindert Xue-Stase

Kräutermischungen sind dann sowohl für die innere als auch äußere Behandlung sehr wirkungsvoll.

Auch Moxa dient der Behandlung- ist besonders förderlich als direktes Moxa in Form von Reiskorn-Moxa rund um die betroffenen Stellen.

… ach ja – für die Haut ist es von Vorteil, wenn wir uns in Gelassenheit üben und nicht ständig „Aus der Haut fahren“ 😉 … alles Liebe wünscht Euch

Kira

Herzlich Willkommen in der neuen Woche und zur Frage, wie die chinesische Medizin und auch Kräuter das Immunsystem stärken kann.

Das Immunsystem(Wei-Qi) in der chinesischen Medizin ist viel weiter gefasst als im Verständnis der modernen Medizin- es umfasst nicht nur die Organe, sondern auch den Zustand von Geist und Seele 🙂

Zwei wichtige Faktoren zur Stärkung des Wei-Qi sind die Akupunktur und Kräutermedizin:

  • Akupunktur kann präventiv zu Beginn ab Ende August für 2x 8 Sitzungen einmal/ Woche durchgeführt werden- es werden Punkte verwendet, die entsprechend der Zungendiagnose pathogene Hitze ausleiten, das Qi aufbauen und die Nieren-Energie ausbalancieren- diese Form der Akupunktur wirkt sich positiv auf das gesamte Immunsystem, besonders aber auf Allergien aus.
  • Präventiv kommt ebenfalls die Konstitutions-Akupunktur zum Einsatz, die einmal im Monat durchgeführt wird; zusätzlich wird Moxa als Hausaufgabe an immunstimulierenden Punkten empfohlen.
  • Für den Fachmann/ die Fachfrau: Moxa unter anderem an ZuSanLi und GaoHuangShu; LieQue und YangChi in den Sitzungen mit einbeziehen; gerade wenn Kälte oder Qi/Yang-Mangel vorhanden ist.
Moxa an SanJiao 4

Zur Kräutermedizin:

  • Es gibt sowohl westliche als auch chinesische Kräuter, die eine besonders gute Wirkung auf das WeiQi haben.
  • Die Kräutermedizin wird individuell zusammen gestellt; Einzelkräuter sind nicht zu empfehlen, da sie keine ganzheitliche Wirkung besitzen und unter Umständen sogar eine Gewöhnung provozieren und dann nicht mehr helfen.
JiaoGuLan als Pflanze im Garten- die frischen Blätter als Tee verwenden 🙂
  • Kräuter sind bspw. Echinacea, Brennnessel, Veilchen, Ingwer, Galgant, YiYiRen, Gingseng, Cordyzeps, WuWeiZhi, GoJiZhi, aber auch Pilze wie ReiShi, Igelstachelbart oder das Kraut JiaoGulan …
Echinacea

Eine einfache Rezeptur, die allgemein bei Erschöpfung für jeden hilfreich ist:

Senfsaat
  • 15 Gramm Senfsamen, 20 Gramm Weißdornfrüchte, 3 Scheiben frischer Ingwer und ein Teelöffel brauner Zucker werden nach der Reinigung mit 1,5 Liter Wasser etwa 40 Minuten leicht siedend zu einem Dekokt verarbeitet; dann abseihen und in eine Thermoskanne geben und den Sud über den Tag trinken- die Kur sollte für 5 Tage erfolgen.
Weißornfrüchte
  • Die Wirkung zeigt sich besonders im WeiQi, im Bereich des Darms… sie ist auch hilfreich bei schlechter Nahrungsverwertung, fettigem Stuhl oder Durchfall durch Kälte und Stress.

Wei-Qi-Zeit ist das ganze Jahr; tun wir etwas dafür!

Gute Gesundheit und einen guten Wochenstart wünscht Euch/Ihnen

Kira

Eine neue Woche- eine neue Frage- Wie wird Bronchitis in der Chinesischen Medizin diskutiert?

Wir wandern bereits durch den Frühherbst und damit regiert das Metallelement mit Lunge und Dickdarm … und was passiert bei drastischem Wetter- bzw. Jahreszeiten-Wechsel? Ja- es zeigen sich Prozesse in den jeweiligen Meridianen und Organen. Im Herbst wird „getrennt“- wir trennen uns von der Hitze des Sommers, Altes wird abgelegt oder aussortiert, auch alte Empfindlichkeiten tauchen wieder auf und ein Thema ist jetzt unter anderem die Bronchitis:

  • …akut- ist eine Entzündung der Schleimhaut in den Bronchien. Sie wird meist durch Viren ausgelöst und heilt innerhalb weniger Tage von selbst aus; auch Bakterien können eine Rolle spielen; die Hauptsymptome sind Husten(trocken und später produktiv), eine leichte Heiserkeit, Gliederschmerzen, Muskelschmerzen, aber auch Kopfschmerzen und eventuell Fieber; typisch ist zu Beginn- siehe oben- ein trockener Reizhusten und erst später eine produktive Schleimabsonderung(Auswurf)… zu 99 % heilt eine Bronchitis bei Ruhe, Schonung, viel Flüssigkeit und Inhalation, ggf. leichter Medikation von alleine ab- soweit die Schilderung aus Sicht der konventionellen Medizin.
  • Gemäß der chinesischen Medizin stehen mehrere Faktoren zur Diskussion- erst einmal kann die Lunge ihrer transformierenden und absteigenden Funktion nicht mehr nachkommen; das Lungen-Qi ist nicht mehr in der Lage abzusteigen und frei zu fleißen;
  • Eine wesentliche Rolle als Pathogene spielen erst einmal „kalter Wind“, der tatsächlich entweder Kälte(Viren) oder Hitze(Bakterielle Bronchitis- sehr selten) im Schlepptau hat- diese Kombination verbindet sich dann mit dem bereits vorhandenen Schleim im Lungenfunktionskreis und führt zu Atembeschwerden, Erkältungsgefühl, Husten und den oben genannten Symptomen… auch wenn das Krankheitsgefühl nicht unbedingt stark sein muss, sollten die Symptome auf jeden Fall mit Kräutermedizin, Schröpfen und Akupunktur behandelt werden. Auch die Ernährungstherapie bietet gute Möglichkeiten… zum Bsp. eine Lauchsuppe mit Kandis oder ein Tee aus Zwiebeln.
  • Das Therapiekonzept besteht aus dem Öffnen der Oberfläche zum Ausleiten und Eliminieren der Pathogene, lösen der Qi-Blockade und transformieren von Schleim; anschließend sollte das Lungen-Qi gestärkt werden und auch das Lungen-Yin regelmäßig aufgebaut werden.
  • Die berühmte Hühnersuppe darf n i e in der akuten Phase getrunken/gegessen werden, erst nachdem der Husten abgeklungen ist.

Nun ist es ja so, dass viele Betroffene sagen, dass sie immer im Spätsommer/Herbst eine Bronchitis bekommen. Damit ist klar, das ein Restpathogen im Körper verweilt und immer durch Trigger aktiviert wird…

Die Lunge steht aus Sicht der CM in engem Zusammenhang mit unserer energetischen „Mitte“. Ist unser Verdauungssystem geschwächt, ist auch unser Lungen- und Abwehr(Wei)- Qi schwach. Ein schwaches Immunsystem, Infektanfälligkeit sowie Erkältungshäufigkeit sind immer die direkte Konsequenz davon.

Energiemangel der Lunge (Lungen Qi Mangel) zeigt sich allgemein an einem Erschöpfungszustand, Immunitätsschwäche und Erkältungsanfälligkeit. Oft sind davon Personen betroffen, die berufsbedingt sehr viel sprechen müssen wie z.B. LehrerInnen, ErzieherInnen… Äußerlich sind Betroffene meist blass, kurzatmig oder kommen schnell außer Atem ; erkennbar ist auch ein Hang zu Traurigkeit oder Melancholie. Die vorherrschende Emotion des Metall-Elements, dem die Lunge zugeordnet wird, ist Traurigkeit. So kann eine geschwächte Lunge zu einem traurigen Gemütszustand führen, umgekehrt kannn auch nicht bewältigte Trauer Lungenproblematiken begünstigen.

Durch ein Übermaß an „verschleimenden“ Lebensmitteln wie Zucker und Süssigkeiten, Südfrüchten und gezuckerten Fruchtsäfte, Milchprodukten (vor allem in Kombination mit weißem Zucker bzw. Joghurt) kann auch Schleim- Kälte die Lungenfunktion blockieren. Vorherrschende Symptome sind hier Husten mit leicht lösbarem, klebrigen Schleim, Atemnot, ein Völlegefühl in der Brust bis hin zu Erbrechen und Übelkeit. In weiterer Folge könnten Polypen, aber auch entzündete Neben- oder Stirnhöhlen die Folge sein und eben auch ein „Hang“ zur Bronchitis.

Ananas ist lecker und bei Hitze eine willkommene Abkühlung; allerdings schwächt sie in Massen gegessen das Lungen-Qi

Auf jeden Fall empfehle ich bei Bronchitis, die gehäuft auftritt, i m m e r die Untersuchung des Darm’s mittels einer Stuhlprobe. Zustzlich zu den Möglichkeiten der chinesischen Diagnostik lässt sich damit ganz gezielt die Darmfunktion einordnen und ggf. auftretende Fehlfunktionen mit den entsprechenden Möglichkeiten behandeln- Heilerde, Darmsanierung, Kräutermedizin zur Funktionsnormalisierung des Darms und der Lunge 🙂

Allgemein:

  • Bei akutem, frischen Geschehen werden Kräuter eingesetzt, die die Oberfläche öffnen und das Schwitzen fördern- die Pathogene sind noch „oberflächlich“ und können über die Atmung und Haut abgeleitet werden.
Ingwer, Lavendel, Thymian… sind gute Kräuter bei Bronchitis
  • Bei Hitze-Symptomen und chronischen bzw. wiederkehrenden Erkrankungen müssen „härtere“ Kräuter genommen werden; die, die die Pathogene aus dem Inneren über Stuhl und Urin ableiten… das kann dann auch mal Durchfall und häufiges Urinieren heißen- mit entprechender Kontrolle gibt man ein- drei mal täglich die passenden Kräutermischungen.
  • Sehr gerne verordne ich eine Inhalationsmischung- deren Zusammensetzung auf die Symptome abgestimmt ist. Inhalationen transformieren Schleim, öffnen die Oberfläche und lindern sofort die Symptome 🙂

Soweit in aller Kürze- ich hoffe doch, dass dieser kleine Überblick die Frage beantwortet hat!

Übrigens- in meiner Praxis können Sie, könnt Ihr auch Stunden zur reinen Atemtherapie buchen!

Gute Gesundheit, einen guten Start in die Woche und alles Liebe wünscht

Kira

Herzlich Willkommen zur Fragerunde in der neuen Woche…Wie werden Tremor (Zittern…), Schwindel und M.Parkinson in der Chinesischen Medizin diskutiert?

In den letzten Wochen wurde ich vermehrt mit diesen Symptomen und auch Fragen dazu konfrontiert; und das nicht nur von lebenserfahrenen PatientInnen.

In den meisten Fällen bei den Frauen kam es durch

  • Mangel an Blut Xue
Qi- und Blut-Mangel- Erschöpfung, inneres oder sichtbares Zittern

zu einer

  • Stagnation von Qi und Blut – in dessen Folge dann zum unkontrolliert aufsteigenden Leber- und/oder Gallenblasen-Yang und innerem Wind.

Dieser innere Wind ist es, der die Symptome wie Schwindel und Zittern (Tremor) hervorruft… so wie der Wind im Außen unstetig, wechselnd, mal stark mal sanft ist, manifestiert sich auch innerer Wind. Nur dieser ist absolut ungewollt; er muss beruhigt werden; Blut und Qi bewegt und Blut Xue aufgebaut werden. Ansonsten kann er sich zusätzlich manifestieren und bspw. zur Erkrankung M.Parkinson führen. Dieses Phänomen des inneren Windes nennen die Chinesen „Ping Gan Xi Feng“.

Wind… einer der Pathogene; im Äußeren die Speerspitze aller Erkrankungen, im Inneren die Ursache für Tremor und Schwindel

Möglichkeiten sind:

  • Akupunktur bspw. an allen Punkten mit „FENG“ im Namen oder den JING- Point’s- diese eignen sich besonders gut zum Beruhigen und Ausleiten; aber auch bspw. Yin Tang oder Sonderpunkte wären geeignet.
  • Tuina und/oder Shiatsu– Interessant ist, dass bei dieser Symptomatik mit TuiNa/Shiatsu und der damit einher gehenden Manipulation sehr effektiv reflektorisch die Erweiterung und Konstriktion der Kapillaren beeinflusst werden. Die Blutkapillaren erweitern sich, der periphere Widerstand wird gesenkt, der Krampf der Arteriolen erschlafft. Damit verteilen sich Qi und Blut Xue – auf chinesisch Shū Tōng Qi Xue. Es erfolgt eine Harmonisierung und ein Ausgleich von Yang und Yin- die kaiserliche Harmonie wird hergestellt- chinesisch Tiao he Yin Yang; das Blut im Kopf wird beruhigt und verankert sich im Unteren.
TuiNa an den Rückenpunkten zur beruhigung des Geistes
  • Nachfolgende Manipulationen an bestimmten Bereichen/Arealen klären das Gehirn, wirken schmerzlindernd, erleichtern den Brustkorb und damit die Atmung , beruhigen Shen und somit die behandelte Person.
  • Behandelte Bereiche/Areale/Punkte sind bspw. YinTang, BaiHui, FengChi, aber auch MeiChong, TouWei oder ShuaiJiao… aber auch Punkte des Meridians „Herz als Meister“ oder Rückenpunkte spielen eine wesentliche Rolle.
Shiatsu- die japanische Form von Massage und manueller Therapie als eine der Möglichkeiten
  • Kräutermedizin– verwendet werden beruhigende, ausleitende, aber auch aufbauende Kräuter im richtigen Verhältnis…aus der westlichen Naturheilkunde kennen wir Melisse, Minze, Passionsblume, Hafer und Johanniskraut…, die- in der richtigen Zusammensetzung und Dosierung- den Zweck hier erfüllen.
  • QiGong– bspw. die Klopfübungen nach Liu Ya Fei sind zu empfehlen- sie sind dem Nei Yang Gong (innen nährendes Qigong) zugeordnet- sie stammen aus dem Buch Innen Nährendes Qigong – Neiyanggong Qigong, Liu Ya Fei, Uban&Fischer, München 2008.

Folgende Kraftmeditation ist ebenfalls eine Hilfe, wenn nach der Beruhigung die Energie und Kraft fehlen:

  • Ausgangsposition ist der Stand an frischer Luft oder am offenen Fenster, nur bei großr Schwäche sollte der Sitz gewählt werden- hüftschmal, die Arme locker seitlich am Körper…
  • …in der Einatmung werden die Arme locker vor dem Körper bis in Brusthöhe gehoben(Handinnenflächen nach oben zeigend)- Atemverharren…
  • … dann die Arme langsam in der verlängerten Ausatmung wieder senken- die Handinnenflächen nach unten drehen… Frauen7x/Männer 8x…
  • …danach die Arme bei der Ausatmung im Halbkreis über die Seite nach unten führen- wieder jeweils 7x/8x…
  • …danach die Hände unterhalb des Bauchnabel auf den Bauch legen und noch 7x/8x ruhig bis zu den Händen (unteres Energiezentrum) ein- und ausatmen.
  • Die Übung morgens nach dem Aufstehen oder auch nach der Behandlung ausführen; ggf. Rücksprache mit dem/der TherapeuIn halten.

Bei Männern zeigt sich häufig das Muster

  • Leber-Qi-Stagnation mit Hitze, aufsteigendes Leber-Yang mit innerem Wind…
  • Hier steht das Bewegen des Qi und das Ausleiten von Hitze und Wind im Vordergrund; die Methoden sind analog- allerdings steht zusätzlich noch die Ernährungstherapie an vorderer Front- denn exessiver Konsum von Kaffee & Co., FastFood und hastiges Nebenbei-Essen führen zu diesen ernsten Symptomen.

Die Ernährungstherapie kann und sollte bei beiden Varianten eine Rolle spielen; ggf. sollte auf jeden Fall ein Blutbild bzgl. der Vitamine- und Spurenelemente zu Rate gezogen werden… denn auch der Mangen bspw. an Vitamin B12 oder E führen zu Zitterattacken oder Schlimmeren.

Gemüse- und Obst- Basis des Ernährung..

…und dazu dann

…auch gerne maßvoll Ei und wertvolles Fleisch für gesundes Blut

Das Thema ist ein „weites Feld“- dieser kleine Überblick hilft vielleicht schon, einen Ansatz zu finden- und auch hier gilt:“Schulmedizin und Naturheilkunde gemeinsam zum Wohle des Betroffenen/ der Betroffenen“

Einen guten Wochenstart … ich verabschiede mich in den Sommerurlaub bis zum 22.8.2021- aber es wird wie gewohnt die „Montag-News“ geben-

Bleibt gesund und in Harmonie- dies wünscht Euch

Kira

Neue Woche, neue Frage- wie wird Orthorexia nervosa in der chinesischen Medizin diskutiert?

Viele werden sich jetzt fragen, was das wohl ist… es ist keine Magersucht, sondern das z w a n g ha f te und v e r s t ä r k t e Beschäftigen mit ausschließlich „gesunden“ Lebensmitteln und dessen Konsum.

Krankhafte Gesundesser weisen ein sehr strenges Essverhalten auf. Hierzu zählen neben der Fixierung auf das ausschließlich gesunde Essen und dem Vermeiden von ungesunden Lebensmitteln eine ständige (gedankliche) Auseinandersetzung mit gesunder Ernährung sowie das Aufstellen von Ernährungsregeln und deren strikte Einhaltung von Zeit, Lebensmitteln, Getränken…. Die Qualität der Lebensmittel ist dabei das entscheidende Auswahlkriterium. Hierbei ist nicht das „Bio-Siegel“ gemeint, sondern bspw. ausschließlich Rohkost, ausschließlich pflanzlich basierte Nahrung…

„Krankhaftes Gesundessen“ widmet sich weniger dem Zählen der Kalorien, dem Abnehmen und dem Körpergewicht, wie es bei anderen Essstörungen zu beobachten ist. Die Gedanken kreisen vielmehr ständig und auch in jeder Lebenslage um den Gesundheitszustand und den Verzehr nur vermeintlich „gesunder“, natürlicher und unveränderter Lebensmittel (ernährungsphysiologischer Wert). Genuss oder ehemalige persönliche Vorlieben, z.B. Lieblingsspeisen, bleiben dabei auf der Strecke. Das Essverhalten verändert sich über einen längeren Zeitraum. Nach und nach werden die Betroffenen immer unflexibler und orientieren sich nur noch zwanghaft an gesunden Nahrungsmitteln- die oft fatale Folge sind soziale Isolation und auch gesundheitliche Schäden- eine Mangelsituation ist dadurch oft vorprogrammiert; oft werden die unter Umständen notwendigen Substitutionen von Vitaminen und Spurenelementen – da nicht unbedingt natürlich- abgelehnt.

Bitte nicht falsch verstehen- es geht nicht darum, sich sinnvoll mit der eigenen Ernährung auseinanderzusetzen und ggf. kritisch das eigene Essverhalten zu überprüfen, besonders wenn Krankheiten oder Symptome bestehen(Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gicht, Rheuma…)- schließlich wissen wir aus der Naturheilkunde, dass typgerechtes Essen tatsächlich Medizin ein kann 🙂

Symptome, die auf eine Orthorexia nervosa hinweisen können :

  • Die Gedanken drehen sich ständig um – aus der eigenen Sicht- gesundes Essen und Ernährung;
  • Die eigene Ernährungsweise wird als die einzig richtige gesehen- die Betroffenen fühlen sich anderen moralisch überlegen und „belehren“ ständig;
  • Steigerung des Selbstwertgefühls durch gesunde Ernährung- „Ich tue alles, um gesund zu bleiben…“;
  • Gefühl der Reinheit und Kontrolle, wenn alle Regeln eingehalten werden- „Ich bestimme, was mir gut tut und habe alles im Griff“;
  • Versagens- oder Schuldgefühle, wenn die Ernährungsregeln gebrochen werden- „Schon wieder schaffe ich es nicht, etwas wirklich einzuhalten“;
  • Belehrendes und missionarisches Bevormunden gegenüber Familie, Freunden, Bekannten und teilweise Ignoranz und Arroganz gegenüber anderen;
  • Viele Nahrungsmittel werden als tabu eingeschätzt, weil sie möglicherweise als „ungesund“ bewertet werden bzw. wurden(Magazine, Social Media…) und nicht der eigenen Vorstellung von „gesund“ entsprechen;
  • Die Liste „verbotener“ Nahrungsmittel wird ständig größer, selbst tatsächlich gesunde Lebensmittel- in Maßen konsumiert- werden verteufelt;
Flammkuchen mit viel Gemüse; aber der Käse wird als „ungesund“ eingestuft
  • Strafen, „Bestrafen“ (Fasten oder bspw. reine Rohkosttage) werden als sinnvoll angesehen, um vermeintliche Fehler auszumerzen;
  • Genuss und Vorlieben werden immer mehr vermieden,alles was zählt ist „gesunde Nahrung“
  • Soziale Vereinsamung bis hin zur Isolation, z.B. keine gemeinsamen Essen, Ablehnen von Einladungen, das Vermeiden von Essen bei Feierlichkeiten oder auch hier die zwanghafte Kontrolle beim Essen
Einsamkeit- gefangen im Gedankenkarussell

Die chinesische Medizin sieht dies folgerdermaßen:

  • Emotionen werden kompensiert; es besteht häufig eine langanhaltende Leber-Qi-Stase, die sich aus Unzufriedenheit oder Traurigkeit/ Ärger… ergeben hat;
  • Das Herz als Sitz des Geistes wird häufig nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt(Mangelernährung); immer dann wenn bspw. der Anteil an Kohlenhydraten in der täglichen Nahrung zu niedrig ist- Herz-Blut-Mangel entsteht;
  • Das Leber-Yang kann unkontrolliert aufsteigen- die Folge sind bspw. öfter auftretende Kopfschmerzen; Schlafstörungen…
  • Es erfolgt oft ein massiver Gewichtsverlust- viel zu schnell und zu stark; dadurch entstehen Müdigkeit, Mangel an Muskulatur und Kraft/Energie- auch dies eine Folge von Blut-Mangel und Schwäche im Milz- Qi

Behandlungsmöglichkeiten:

Den Geist beruhigen- Akupunktur an YinTang
  • Akupunktur- hier besonders mit SHEN- Akupunktur; aber auch mit Punkten, die dem Blutaufbau und der Auflösung der Qi-Stase dienen;
  • Kräutermedizin, um den Geist zu beruhigen und das Blut auszubauen
Kräutermdizin zum Blutaufbau
  • sinnvolle Gesprächs- und Verhaltenstherapie…
  • Meditation
  • Qi Gong- und Yogatherapie
  • …….

Eine sinnvolle und typgerechte Ernährungstherapie darf nicht fehlen, da im Rahmen der Behandlungen ein gesundes Verhältnis zur Ernährung entsteht und Genuss und Freude wieder in den Vordergrund rücken- vom Betroffenen/ der Betroffenen wird erkannt, dass bsp. ein ayurvedisches oder asiatisches Ernährungsprinzip nicht auf generellen Verboten, sondern auf einer typgerechten Ernährung mit sehr gut geeigneten Lebensmitteln bzw. Lebensmitteln, die nur sehr maßvoll auf Grund der eigenen Energetik konsumiert werden sollten, besteht…

Ein geschätzter Kollege von mir hat es mal ganz treffend formuliert:“ Lieber eine Bratwurst aus guten Zutaten mit Genuss und Ruhe verzehrt, als ein Rohkost-Salat in Hektik und mit Widerwillen.“

….und dem ist nichts weiter hinzuzufügen- warum aber nicht beides miteinander verbinden 😉 – denn es geht beides!!!

Habt Freude und Genuss beim Essen! Achtet auf ein gutes Maß an regionalen und saisonalen biologischen Lebensmitteln und genießt auch maßvoll Süßes oder Herzhaftes!

Alles Liebe und einen guten Wochenstart wünscht Euch

Kira

Herzlich Willkommen zur neuen Woche und der kleinen Fragerunde… Wie wird eine posttraumatische Belastungsstörung in der chinesischen Medizin diskutiert?

Was für ein schweres Thema- Betroffene erwischt es oft nach sehr starken, mentalen Belastungen. Sie können nicht mehr fühlen, ihre Empfindungen sind wie eingefroren, da sind Flash-Back’s, sie fühlen sich erschöpft und trotzdem unruhig- da sind Bilder im Kopf, die sie ängstigen, die sie nicht schlafen lassen; sie fühlen sich gereizt und wissen nicht warum; alles was mal Freude gemacht hat verliert sich in Gleichgültigkeit- Familie, Freunde, ParterIn, Arbeit…Situationen werden gemieden; Tätigkeiten werden nicht mehr ausgeführt- alles, was an das Ereignis erinnert, möglichst vermieden.

Wo ist die Helligkeit/ Leichtigkeit des SEIN’s?

Diese SHEN-Störung- Shen- der Geist- tritt häufig nach Auslandseinsätzen in Kriegsregionen, nach schweren Erkrankungen, Unfällen, nach der Konfrontation mit dem Tod, nach starken mentalen Belastungen, Straftaten… auf- die Diagnose ist nicht immer leicht zu stellen- und wenn sie dann feststeht- was dann?

In der chinesischen Medizin werden die Symptome mit dem „Wind“ verglichen- eher ein Sturm, der den Körper heimsucht und aus dem Gleichgewicht bringt. Stellen Sie/ stellt Ihr Euch vor, dass sich aus heiterem Himmel eine Gewitterzelle und ein Sturm plötzlich direkt über Euch entlädt- Ihr könnt nirgendwo hin, seit dem schutzlos ausgeliefert- der Körper pumpt sich mit Adrenalin voll und trotzdem fühlt Ihr Euch machtlos, hilflos, voller Angst- und Ihr müsst da trotzdem durch… und da es kein HERAUS aus der Situation gibt, kommt es in der Endkonsequenz zu einer massiven Stagnation des Qi- die Lebensenergie kann nicht mehr frei fließen… dies ist neben innerem, aufsteigenden Wind und Yang das dritte Hauptsymptom.

Alle Emotionen werden mehr oder weniger unterdrückt bzw. gewinnen die Oberhand und irgendwann- oft sehr schleichend- stellt sich ein körperliches und mentales Ungleichgewicht ein- es sind vor allem die Emotionen Angst- Niere-Wasser; Freude-Herz-Feuer; Traurigkeit/Trauer-Lunge-Metall und Wurt/Zorn-Leber- Holz, die diesem Ungleichgewicht das Gesicht geben.

In der ganzheitlichen Medizin und hier der asiatischen Heilkunde/ chinesischen Medizin wissen wir, dass die konstitutionelle Prägung der Persönlichkeit eine wesentliche Rolle spielt. Beobachtungen und auch Studien haben ergeben, dass manche Menschen so etwas wie einen „Notfall-Besteck“ für das Verarbeiten traumatischer Erlebnisse bei sich tragen. Die Instrumente dieses wurden vordem, meist unbewusst, „parat gelegt“. Hierzu zählen: Meditation, Atemtechniken, Glaubensbekenntnisse und Gebet, Sinnfindung, mentale Stabilität durch Sicherheit in der Ausbildung, der Familie.

„Innerer Wind“ führt häufig zum unkontrollierten Aufsteigen von Leber-Yang oder Gallenblasen-Yang- es treten Schlafstörungen auf (Zeit 1-3 Uhr in der Nacht), Herzrasen; Magenschmerzen- Leber greift den Magen an/ Qi-Stagnation, unspezifische Ängste, unspezifische Schmerzen- Qi-Stagnation- im oberen Körper… und Vieles mehr.

Nicht-Aushalten

Die Trauma-Therapie in der asiatischen Heilkunde und chinesischen Medizin basiert auf einem Grundsatz von Albert Einstein: „Ein Problem kann nicht auf der Ebene gelöst werden, auf der es entstanden ist“- ergo… wir müssen zwingend die Wurzel mitbehandeln.

Ich arbeite mit den Betroffenen, indem ich mit dem „Herzen höre“, mit Methoden aus der Akupunktur – hier der speziellen SHEN-Akupunktur, mit individueller Kräutermedizin, dem Heilatmen, der Meditation, dem speziellen Yoga und/oder QiGong und … dank meiner Ausbildung in der Forensik und psychologischen Beratung auch mit Gesprächstherapie.

Kräutermedizin bei PTBS- individuell, Hilfe zur Selbstregulation

In der Akupunktur wähle ich bewußt die Ein-Nadel-Technik auf den Ebenen: Himmel- Mensch-Erde;

…ganz besonders werden Akupunkturpunkte genutzt, die einen direkten Bezug zur Seele, dem Herzen, dem Tor zum MENSCHEN haben:

Herz 3 – ShaoHai- lebe Dein Leben und genieße Freude
  • lässt die echte Emotion des Herzens – die Freude und Liebe – wieder erblühen. ShaoHai ist der Wasserpunkt des Herzens, aktiviert den Kontrollzyklus vom Wasser zum Herzen (Feuer), er wird nicht umsonst die „Vitalachse des Lebens“ genannt. Das Feuer wird somit auf eine gesunde „Flamme“ eingestellt, die lodernd genug ist, um mit Freude und Energie zu leben, aber keine „Hochschlgen“ durch Öl oder Benzin und damit Ängste und Schmerzen verursacht.
Gallenblase 15 – TouLinQi- Tränen-Treppe oder der Abstieg der Tränen
  • aktiviert sowohl den notwendigen Tränenfluss, aber stoppt auch den unaufhörlichen sichtbaren oder inneren Fluss der Tränen; wie immer in der Chinesischen Medizin geht es um ein gesundes Gleichgewicht, d. h. jedes Extrem (zu viel oder zu wenig Tränen) kann behandelt werden. Emotionen sollen gefühlt werden, dies ist beim Wegdrücken (keine Tränen) genauso wenig möglich, wie beim unaufhörlichen Weinen.
Lunge 10 -ShaoShang– Raum des SEINS/ WESENS
  • ergibt das (WIEDER)-Herstellen der eigenen Identität, das Finden seines authentischen Platzes, lässt den Betroffenen seinen Raum aus- und erfüllen.
RenMai 8 -ShenQue– das goldene Tor zum Palast des SEINS
  • ist unser emotionalster Punkt- der Bauchnabel; der aber nicht mit Nadeln behandelt wird, sondern mit Moxa oder Kräuterkompressen. Die Behandlung lässt häufig emotionale Ausbrüche entstehen, die eine reinigende und somit heilende Wirkung haben; es wird hier mit Salz-Moxa gearbeitet, um die überbordende Emotion Feuer durch die Stärkung der Nierenenergie in ein normales Maß zu bringen.
DuMai 11-ShenDao – Göttlicher Weg, Sinn, Richtung
  • liegend unter dem 5. Brustwirbelkörper; hat über die austretenden Nerven einen direkten Bezug zum Zwerchfell und dem Herzraum; hilft dabei, den eigenen Sinn des persönlichen Lebensweges zu erkennen; gibt dem Betroffenen/ der Betroffenen die Hoffnung und das Bewusstsein, dass alles seinen Sinn hat und macht.
Magen 36 -ZuSanLi– Gleichmut, Kretives des Göttlichen und der Weiler des Menschen

. ist der wahrscheinlich am häufigsten benutzte Punkt für das seelische Gleichgewicht; er gibt Entspannung und Gleichmütigkeit, besitzt dennoch viel Kraft als Oase des Qi; er aktiviert und bringt uns in unsere Mitte, zentriert und erdet- vor allem, wenn der Boden unter den Füßen weggerissen wurde.

Dazu werden die Shen-Punkte auf dem Blasen-Meridian am Rücken genadelt, gemoxt oder mit GuaShaFa behandelt; es sind Bereiche, die speziell unsere Seele ansprechen.

Alle Akupunktur-Punkte, die den „inneren Wind“ beruhigen, Ängste lösen, Unruhe abbauen ergänzen und vervollständigen die Rezepturen in der Behandlung.

…bei innerer Unruhe und Angst

Das Symptom-Bild der posttraumatischen Belastungsstörung ist sehr umfangreich- wichtig ist hier keine standardtisierte, sondern eine individuelle Behandlung- mit dem Ziel- Raus aus dem Teufelskreis...

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es bei der emotionalen Behandlung von Trauma-Patienten so wichtig ist, die Selbstliebe zu (re)-aktivieren. Dieses Recht ist für viele der Betroffenen nicht selbstverständlich. Der freie Fluss des Qi und eine Ruhe im Herzen sind dafür unabdingbar!

Auch die Wahrnehmung von Grenzen – sowohl auf körperlicher als auch emotionaler Ebene – ist wichtig. Nur wer die Grenzen wahrnehmen und akzeptieren lernt, kann sie auch beachten, seinen eigenen Raum ausfüllen und sich davor schützen, dass jemand anderes oder ein Ereignis in den eigenen Raum eindringt.

Erst wenn dieser Aspekt wieder vorhanden ist, wird es wieder einfacher und möglich, die Lebensfreude zu erlangen und zu steigern.

Begleiten- Auffangen und gemeinsam den Weg gehen, um bspw. an einem Kreuzweg wieder die richtige Richtung zu bekommen.

PTBS- ein ernstes Thema in dieser Zeit!

Bleibt gesund und alles Liebe wünscht Euch

Kira

Willkommen zur neuen Woche und dieser kleinen Fragerunde… Männergesundheit…

…wie sieht die chinesische Medizin den Mann im Wandel der Jahre, die männlichen Wechseljahre und was kann m a n (n) tun, um gesund und vital zu bleiben?

In der Praxis treffe ich in der Mehrzahl auf Männer um die 45+, die sich mit unterschiedlichen Beschwerden an mich wenden- männerspezifisch sind da die Gesundheit rund um die Prostata,Krebserkrankungen, aber auch Fragen zu Vitalität, Kraft und Sexualität.

Erst einmal Grundsätzliches:

  • …während Frauen im 7-er Rhythmus schwingen, geschieht dies bei den Männern im 8-er Rhythmus- alle 8 Jahre ändern sich im Leben eines Mannes mehr oder weniger wichtige Dinge… mit 16 bringt „Mann“ seine Pubertät zum Ende, zwischen 24 und 32 wird vielleicht das erste Kind gezeugt; bis zum 48. Lebensjahr lebt mAN(N) im Überfluss des YANG.
  • Ab dem 48. Lebensjahr schwindet die Yang-Kraft; d.h. dass die Männer eher „kälter“ werden; die Frauen wechseln eher in das innere Yang- werden „heißer“… die „kühle“ Schönheit wandelt sich in eine hitzige 😉
  • Die Yang-Kraft wird durch viele Einflüsse begründet- Ernährung, Bewegung, Arbeit, körperliche Belastung, geistige Forderungen, Sexualität und Veranlagung… während Mann sich bis zum 48./56. Lebensjahr eher zurückhaltend bzw. maßvoll von yangigen Lebensmitteln ernähren sollte, ist dies ab dem „Wechsel“ umgekehrt. Nun dürfen Yang-Tonics öfter auf dem Speise- oder Genuss-Plan stehen.
  • Wenn Mann nicht will, dass er vom kraftvollen „Tiger“ zum handzahmen „Kater“ motiert, dann darf eine ausgewogene, gut zubereitete Nahrung nicht fehlen; maßvoll in der Arbeit sein, nicht mit dem Sport übertreiben- alles mit Maß und Ziel.
  • Kräutermedizin ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, um die Gesundheit und Vitalität zu erhalten- hier kommen maßvoll Yang-tonisierende Kräuter zum Einsatz.
  • Ein gezieltes Ausdauer- und Krafttraining, Yoga oder QiGong oder auch moderates Kampfsporttraining bauen die Muskulatur auf und/oder sorgen für ein gesundes Herz-Kreislauf-System; außerdem wirkt sich Sport positiv auf die Funktionalität der Prostata und der männlichen Geschlechtsorgane aus- durch eine erhöhte Sauerstoffbindung im Blut ist Vitalität in und mit allen Facetten garantiert.
  • Empfehlung zu den Nahrungsmittel: schwarzer Sesam, dunkle Hülsenfrüchte wie schwarze und rote Bohnen, Kerne und Nüsse, mild gegartes Gemüse(grünes) und Wurzelgemüse, maßvoll- d.h. ein- bis zweimal/Woche- Wildfleisch und Fisch, ab und an eine Kraftsuppe, Ei, wärmende Getränke und gerne auch mal ein Rotwein oder ein milder Whiskey 😉 – Alkohol in Maßen oder beim Kochen verwendet bewegt Qi und wirkt tonisierend.
Schwarze Bohnen, Pistazien und Sesam für das Yang
  • Genußmittel zum Tonisieren: Rotwein, Sake, milder, reiner Whiskey oder ein guter Gin- maßvoll und nur in geringen Mengen tonisiert ein Genussmittel das Yang… oder es wird ein guter Sherry zum Kochen verwendet- siehe Rezept unten; Zigaretten gehören nicht dazu- im Gegenteil, sie wirken wie Öl im Feuer und lassen den Körper „austrocknen“.
Sauberer, reiner Rotwein ist ein gutes Yang-Tonic
  • Kräuter zum Tonisieren: sollten nur nach Rücksprache mit einem Therapeuten/ einer Therapeutin eingesetzt werden- eine wichtige Rezeptur ist bspw. Jin Gui Shen Qi Wan, auch Pille der Nieren aus dem goldenen Kabinett genannt; Einzelkräuter sind u.a. ShengDiHuang, ShanZuYu, ShanYao, GuiZhi aber auch Fu Ling und Fu Zi… bei den westlichen Kräutern sind es bsp. Fenchel, Rosmarin, Kardamom, Galgant, Zimt, Paprikapulver…

Rezept für ein Yang-Tonicum:

  • Es werden Mandeln, Sesam, schwarze Bohnen und eine Handvoll gewürfeltes Hirschfleisch in Ghee angebraten, mit etwas Sherry und Gemüsefond abgelöscht und dann mit kleiner, gleichmäßiger Hitze gegart- würze mit einem guten Salz, geröstetem Paprika und etwas Rosmarin…. mhhh wärmend und tonisierend, besonders, wenn Du Dich schwach und müde fühlst.

Wie äußert sich ein Mangel an Yang: unter anderem in…

  • Schmerzen im unteren Rückenbereich
  • Schwäche in den unteren Extremitäten
  • Kältegefühl im Unterkörper, Schwäche in der Muskulatur,
  • gespanntes Abdomen
  • erleichterte Atmung im Liegen
  • Miktionsstörungen, heller Urin
  • übermäßige Miktion
  • Inkontinenz, Libidoverlust, Erektionsstörungen,
  • Ödeme
  • Zunge- Zungenkörper:  blass, geschwollen, Zungenbelag:  dünn, weiß, Zunge kann nicht weit ohne Anstrengung herausgestreckt werden,
  • Pulse: tief,leer, zart, langsam

Was kann MAN(N) noch tun:

  • regelmäßige Akupunktur zum Tonisieren und Ausgleichen- wichtige Akupunkturpunkte sind dabei bspw. Niere 7- „Wiederkehr des Flusses“; RenMai 4- „Tor des Yuan-Qi“- dabei kann die Akupunktur mit Moxa kombiniert werden;
  • Qi Gong zur Stärkung des Ursprungs-Qi und Yang
  • Yoga bzw. Stretching für flexible Muskulatur
  • Meditation zur Stärkung und „Kraft in der Ruhe“ finden 🙂
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen inklusive Blutbild- und Stuhluntersuchungen; Belastungs-EKG

… und MAN(N) darf gerne erkennen, dass er sich Ruhe, Gelassenheit und eine gehörige Portion Selbstbewusstsein gegen Perfektionismus leisten darf!

Dieses Thema ließe sich noch beliebig fortführen… und sicher wird es in absehbarer Zeit einen Workshop „Was MAN(N) für seine Gesundheit tun kann“ geben 🙂

Bleiben Sie gesund und einen guten Start in die neue Woche!

Kira

„Man kann nicht immer ein Held sein, aber man kann immer ein Mann sein“– J.W.v.Goethe

Herzlich Willkommen zur neuen Woche und der kleinen Fragerunde zur Chinesischen Medizin…

Puhh- was für eine Hitze in den letzten Tagen; und dabei gehen wir gerade mal auf die Midsommar- Zeit zu- unsere Sommersonnenwende am 21.6. läutet ja den Hochsommer erst ein. Die Frage nach der Hitze und wie diese diskutiert wird finde ich sehr spannend:

  • Hitze entspricht dem Feuerelement in seiner stärksten Form- so weit so gut. Sie stellt das höchste Yang dar, was wir uns vorstellen können… wie ein Lagerfeuer, das hochauflodert und starke Wärme- manchmal sogar starke Hitze bringt.
  • Es sind die Meridiane Herz, Dünndarm, SanJiao und Herz als Meister(Pericard), die das Feuerelement in unserem Körper darstellen; ebenso wie die Blutbahnen(Gefäße); das Tasten als Sinn klassifiziert das Feuerlement; Freude oder Freudlosigkeit stellen die Emotionen dar.
  • Das Bewußtsein, glücklich zu sein und erfüllt hat ebenso den Bezug zum Feuerelement- und da darf es gerne ein wenig mehr an Wärme sein 😉 – wie gelegentliches Herzklopfen und ein unter Umständen empfundener bitterer Geschmack.
  • Nimmt die Hitze überhand- so, als wenn wir Öl in’s Feuer gießen- dann können sich Verbitterung, Liebeskummer, Schlafstörungen, sogar Hass und Selbsthass, Freudlosigkeit, mangelnde Dankbarkeit, „Rededurchfall“, fehlendes Zeitmanagment(Zeitdruck, ständig in Hast sein) einstellen.
  • Symptome wie Tinnitus, Zungengeschwüre, Palpitationen, Engegefühl im Brustraum, Herzprobleme sind ebenfalls ein Zeichen dafür, dass Hitze im Körper nicht reguliert werden kann
  • Das Feuer; die Hitze werden durch das Wasserelement kontrolliert; das Holzelement nährt das Feuer/die Hitze; die Erde als Element behindert ein zu stark aufloderndes Feuer/ behindert es und das Metallelement steht mit dem Feuer auf Kriegsfuß/“verachtet“ das Feuer. Somit lässt sich ein Übermaß oder auch ein Mangel erklären; wenn eins der Elemente nicht im Ausgleich ist, dann bewirkt es immer eine Schwäche oder ein Auflodern im anderen.
  • Hitze entspricht einem wütenden Kaiser/ Fürsten- denn das Feuerelement ist der Fürst unter den Elementen, der eine Koordinationsfunktion im Körper auf körperlicher und seelischer/ mentaler Ebene einnimmt…
  • … daher hat das Feuerlement zwei mächtige Helfer- den SanJiao und das Herz als Meister/ Pericard; beide regulieren oder schützen den Fürsten; haben aber nicht nur Regulierungs- und Schutzfunktionen, sondern wirken auch eigenständig.

Es gibt spezielle Herzkräuter; Kräuter die gegen Hitze wirken; das Feuerlement regulieren:

blühender Rosmarin
  • Weißdorn ist die Meisterin für das Herz-Yin; stärkt das Blut und wirkt schützend;
Weissdorn in voller Blüte
  • Baldrian als Meister des Shen/ Hirns und für das Herz-Yang, ist der, der Dir die Augen öffnet und Shen beruhigt;
  • Tausendgüldenkraut ist Dein Meister für das Selbstwertgefühl und das Yin des Dünndarm’s; der, der das Unreine vom Reinen trennt;
  • die Meisterin des Vertrauens und für das Dünndarm-Yang ist die Kamille; sie entspannt „Mutter und Kind“;
  • das allerheiligste Kraut für das Pericard/ das Herz als Meister und „Mutter der Allheilung“ ist die Mistel;
  • Rosmarin als Meister der Leichtigkeit wirkt auf den oberen Jiao und das Yang- er löst Liebeskummer im engeren und weiteren Sinn;
  • Fenchel erneuert und verjüngt, ist der Meister des „Bauchgefühls/des Vegetativums“ und für den mittleren Jiao(Yang)…
  • … und für den unteren Jiao im Yang nutzen wir den Meister des freien Energie-Flusses, den Beifuss- dieser ist auch das Kraut für den magischen Sonnengürtel.

Wenn Du Dich fragst „WANN“ „Wann kommt das Glück; wann darf ich glücklich sein“, dann antwortet Dir das ausgeglichene Feuer „JETZT“ und Du bist tatsächlich glücklich- bei zuviel Hitze bist Du im Zweifel- hast Deine Kommunikation mit Dir selbst verloren.

J.W. Goethe: „Der Augenblick ist der Repräsentant der Ewigkeit“

Was kannst Du gegen Hitze und für ein ausgeglichenes Feuer tun?

  • Meditation und eine geführte Ping-Shen-Übung erleichtern Dir die Ruhe für Shen und Herz.
Meditatives Gehen mit Klopfmassage auf DuMai20
  • Akupunktur leitet Hitze aus und beruhigt Shen- zum Bsp. an den Akupunkturpunkten YinTang und ShenMen; DaLing, DuMai24-ShenTing als Hof des Geistes- sind auch sehr gut geeignet.
  • Yoga und Qi Gong als Bewegungsformen leiten Hitze aus, wirken beruhigend auf Shen und halten das Feuer im Zaum; besonders die Yogische Atmung der Kühlung aus dem PranaYama ist hierbei hilfreich.
Herzöffner 🙂

Ein wichtiger Aspekt zur Kontrolle von Feuer/Hitze ist die Kräutermedizin:

  • Das Grundrezept für ein ausgeglichenes Feuerelement besteht aus Mistel– muss immer kalt angesetzt werden; dieser Kaltauszug wird nach 24 Stunden dann zum Dekokt gegeben…
Das Wesen zwischen Erde und Himmel- die Mistel
  • …Baldrian, Tausendgüldenkraut, Weißdorn, Rosmarin, Fenchel, Kamille und Beifuß…
Kamille
  • … sie wirkt öffnend auf das Bewußtsein, aktiviert und beruhigt gleichzeitig Shen und das Gehirn, das Rückenmark und die Peripherie, entspannt Gallenblase und Schilddrüse,stärkt und reguliert das Herz als Fürst, wärmt, entspannt, entkrampft und schaft Raum im Körper. Aus Gründen der Sicherheit darf ich das Rezept hier nicht komplett veröffentlichen- Du bekommst es in der Sprechstunde verordnet.

Du bist nicht sicher, ob Dein Feuerelement zu schwach oder überbordend ist- nach einem Gespräch und der umfassenden Anamnese kann ich Dir sagen, ob diese Kräuter im Zusammenhang oder nur einige Kräuter für Dich geeignet sind.

Eine weitere Möglichkeit gegen Hitze und für ein ausgeglichenes Feuerelement ist die angepasste, individuelle Ernährung:

  • Vermeide alles, was zu bitter und zu hitzig ist: Kaffee, Chili, getrocknete und hitzige Kräuter, Lamm- und Wild-Fleisch; zuviel an Genussmitteln, stark Gebratenes, Gegrilltes oder Geräuchertes…
  • Nimm mehr von Frischem, Obst, Gemüse, frischen Kräuteren, grünem Tee, Wasser- alles lauwarm/ nicht zu heiß und nicht zu kalt;
  • Vermeide Eisgekühltes- es erfrischt zwar im Moment, sorgt aber dafür, dass die Hitze im Inneren stärker wird… einfache Physik- der Magen entwickelt Hitze, um das Eiskalte zu erwärmen.

Ich danke DIR, dass DU diesen Beitrag gelesen hast, hier bist und Dich interessierst- bleib in Deinem Herzen, lass Dich von der Hitze nicht aus der Ruhe bringen und… wenn Du meinst, dass Du für Dich entwas tun möchtest, dann melde Dich gerne bei mir… die Bandbreite der chinesischen Medizin und Yoga/Meditation sind für DICH da.

Solltest Du Lust bekommen haben, mehr über die Kräuter zu lernen; diese für Dich zu nutzen, verweise ich auf die im November in meiner Praxis beginnende Ausbildung „Die magistralen Kräuter unserer Heimat für Deine Gesundheit“.

Alles Liebe und einen guten Start in die neue Woche wünscht Dir

Kira

„Das Geheimnis? Es gibt kein Geheimnis- es gibt nur Liebe“

Meine Artikel enthalten keine Heilversprechen; dienen lediglich der Information und Aufklärung.

Die kleine Fragerunde… Wie wird Neurodermitis in der CM diskutiert?

Neurodermitis ist ein weites Feld- wie alles, was im Bereich Hauterkrankungen diskutiert wird. Quälend sind oft die Symptome für die Betroffenen:

Allgemein:

Als Erkrankungen des atopischen Formenkreises haben Neurodermitis wie auch Nahrungsmittelallergien, Heuschnupfen und allergisches Asthma einen engen Bezug zueinander.  Atopische Erkrankungen sind anlagebedingte allergische Erkrankungen, bei denen das Immunsystem überempfindlich gegen ursprünglich harmlose Substanzen wie zum Beispiel Pollen, Tierhaare, Kot von Hausstaubmilben oder bestimmte Nahrungsmittel reagiert.

  • Neurodermitis gehört gemäß neuesten Erkenntnissen und der westlichen Naturheilkunde zu den Autoaggressionserkrankungen- Auslöser können Nahrungsmittel, Chemikalien, Medikamente, Kosmetika, Bekleidung, genetische Dispositionen… sein.
  • In der Chinesischen Medizin unterscheiden wir innere und äußere Ursachen sowie solche, die weder innen noch außen sind.Innere Faktoren sind Emotionen wie Zorn, Angst, Grübeln/Sorgen, Freude und Trauer- alles was uns auf die eine oder andere Weise unter Stress setzt. Die äußeren Ursachen beziehen sich auf klimatische Faktoren wie Wind, Kälte, Feuchtigkeit, Hitze und Trockenheit. Diese Beschreibungen werden auch verwendet, um Zustände im Körper zu bezeichnen. Weder zu den inneren noch zu den äußeren Faktoren sind bspw. Insektenstiche oder auch Impfinjektionen zu zählen, aber auch Lebensmittel. Außerdem spielt- wie auch in der modernen Betrachtungsweise- die angeborene Konstitution eine Rolle.

Die drei Hauptursachen in der CM werden wie folgt benannt:

  • Milz-Qi-Schwäche- primär besteht eine angeborene oder erworbene Schwäche von Milz und Magen, die zu einer Entstehung von feuchter Hitze führt. Ein schwaches Milz-Qi bedeutet nichts anderes als eine mangelhafte Kraft zu Umwandlung von körperfremden in körpereigene Stoffe…der Stoffwechsel funktioniert nicht optimal. Kommt dann noch eine unpassende Ernährungs hinzu, entwickeln sich die typischen Symptome.
  • Äußere Faktoren- diese führen zu einer Akkumulation von feuchter Hitze unter der Haut, die potenziert dann zusätzlich die innere Hitze. Der äußere Wind kann den inneren Wind, der durch extreme Leere von Körpersäften entsteht, verstärken(Juckreiz, Unruhe)- Leere entsteht immer, wenn durch eine lang andauernde Ansammlung von feuchter Hitze im Körper die Umwandlungsfunktion von Milz und Lunge im energetischen Sinn so sehr behindert wird, dass zu wenig Säfte/Blut aus der Nahrung gewonnen werden könnn. Desweiteren „verkocht“ starke Hitze die Säfte – die Folge- die Haut dann zu wenig genährt wird, es entsteht Trockenheit – ein typisches Zeichen einer chronischen Neurodermitis.
  • Haben wir die Symptome besonders in der Beuge der Arme, dann sind der SanJio und Herz und Leber an dem typischen Neurodermitis-Kreislauf beteiligt. Die Leber als General des Körpers ist gleichzeitig der Blut-Speicher; dieser erscheint leider beim Betroffenen nicht so kräftig und rein, wie es sein sollte, um den Körper und die Haut zu nähren. Kratzen entspricht hier zwar dem „Sedieren“ und ist eine natürliche Reaktion des Körpers, aber ist natürlich nicht der Weisheit letzter Schluss und schädigt zusätzlich. Das Herz wiederum ist für einen ruhigen Schlaf und Geist zuständig, welcher durch den Juckreiz und die Unruhe häufig gestört ist. Durch die fehlende Regeneration wird das Blut hitzig, es kommt zu toxischer Bluthitze, die bei chronischem Zustand zu Blutstagnation führt (fleckige Haut).
Kräuter- und Basenbäder sind hilfreich bei Neurodermitis
  • Befinden sich die Symptome eher im Bereich der Kniekehle, dann haben wir Blase und Leber beteiligt; ebenfalls wie oben beschrieben, finden wir toxische Hitze in den Meridianen.
  • Die Funktionen von Lunge und Dickdarm sind ebenfalls zu diskutieren- hier geht es in erster Linie um die Ausscheidung und die Funktion des Wei-Qi… angesiedelt in der Lunge.
  • Die Stadien der Neurodermitis sind Blut-Hitze mit Rötungen und Entzündungen- der Juckreiz ist stark ausgeprägt, die Haut sehr trocken; feuchte Hitze– mit nässenden Ausschlägen und mit gelblichem, zähflüssigem Sekret; die Haut zeigt keine starken Entzündungen und der Juckreiz ist mäßig stark ausgeprägt; Blut-Mangel– vor allem bei der chronischen Form; die Haut ist weniger rot als bei Blut-Hitze und feuchter Hitze und eher trocken; durch das lange Bestehen der Krankheit kommt es zu Verdickung der Haut, sie wird grob(Elefantenhaut); der Juckreiz tritt verstärkt am Nachmittag und Abend auf- ist sehr quälend.

Was nun tun?

Die Therapie mit den Methoden der chinesischen Medizin zielt auf die Behandlung der Ursachen – im Vordergrund steht dabei insbesondere die chinesische Arzneimitteltherapie– Magisterrezepturen oder individuelle Rezepte, die oft nur wenige Tage eingesetzt werden bzw. abwechselnd gegeben werden. Die begleitende Akupunktur ist bei der Neurodermitis vor allem zur Linderung des Juckreizes und Ausleitung der Hitze sehr hilfreich.

Ähnlich wie beim Heuschnupfen und Allergien sind auch bei der Neurodermitis Empfehlungen zur Ernährung/ Diätetik ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes für eine nachhaltige Therapie. So führt das Meiden zum Beispiel von Milchprodukten, Weizenmehl und Zucker oftmals zu einer sichtbaren Verbesserung der Hautveränderungen; heiße Gewürze, Lauchgewächse und Kaffee sollten ebenfalls gemieden werden.

kühlende Tee’s anstelle Kaffee

Hinzu kommt die Veränderung in einigen Lebensbereichen, die unabdingbar sind- Stressreduktionen, Reduktion der emotionealen Belastung über geeignete Entspannungsverfahren und Medikation.

Neurodermitis ist eine Geißel- wer sie loswerden möchte muss sich zwingend umorientieren; es ist ein Marathon und kein Sprint, der vor den Betroffenen liegt.

Einen guten Start in die Woche und gute Gesundheit für alle!

Kira

Herzlich Willkommen zur Fragerunde… wie werden Emotionen in der Chinesischen Medizin diskutiert…

…spannende Frage- danke dafür; Emotionen haben einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden, auf unsere Gesundheit, auf unser Leben:

  • Emotionen wie Lebensfreude, maßvoller Genuss, Liebe und Frohsinn beeinflussen unser WeiQi- das Immunsystem- und unsere innere Balance positiv- wir fühlen uns wohl, sind leistungsfähig und in der Lage, dem Leben aufmerksam, aufgeschlossen und positiv zu begegnen.

Was uns krank werden lässt, sind die negativen Emotionen, die im Übermaß auftreten können und die so genannten Geistesgifte sind:

Angst lähmt
  • Angst ist den Nieren zugeordnet und führt im Übermaß zur Auflösung des Nieren Qi; das MingMen-Feuer wird geschwächt- Yang und Yin werden instabil; das unkontrollierte, nicht mehr verankerte Yang steigt nach oben und führt zu muskulärer Anspannung und Stauung; und das schwache Yin kann das Qi nicht halten- es kommt zu einer Schwäche bspw. im Yang-Organ Blase und dies führt zu Blasenschwäche oder Inkontinenz. Das zu starke Yang im oberen Jiao führt zu einem pathologischen Herz-Feuer… der Mund wird trocken, es stellt sich ggf. ein bitterer Mundgeschmack ein und es kann zu Störungen in der Sprache kommen- Angst, eine Symptomatik, die mir im letzten Jahr in zahlreichen Facetten sehr oft in der Praxis begegnet.
  • Zorn führt zu einem aufsteigenden Yang der Leber/ Gallenblase und führt zu innerem Wind und Qi-Stase bspw. zu Migräne und Neuralgien…
  • Trauer führt zu einem „Zusammenbruch“ des Lungen-Qi; die Zukunft wird in Frage gestellt; Haut, Funktionen des Dickdarm’s, der Lunge und Lebensfreude verändern sich bzw. schwinden-Astma, Luftnot, Husten stellen sich ein; Akne, Neurodermitis u.a. mehr verstärken sich…
  • Nachdenklichkeit und Grübeln stören die Energie von Magen, Milz und Bauchspeicheldrüse; deren Energie staut sich, kann nicht mehr absteigen und es stellen sich verschiedenste Beschwerden ein die sich im Bereich von Akne bis Zysten bewegen können; chronische Gastritis bspw. ist typisch für den „Dauergrübler“ ohne Resultat…
  • Begierde und „Dauerfreude“ zerstreuen das Herz-Qi; es stellen sich Unruhe, Schlafstörungen, Sprachstörungen und Herzschwäche im engeren und weiteren Sinn ein…

…und die schlimmsten der Emotionen sind…

Agression kann mit Neid/Eifersucht einher gehen
  • Eifersucht und Neid/ böser Tratsch– es ist hier dieses obzessive Verhalten gemeint; das Verhaften in der Vergangenheit ohne die Gegenwart oder Zukunft zu focussieren; es ist eine vorherrschende Dysbalance zwischen dem Wasser- und Holzelement, welche zu einer zentralen Störung im Körper führen kann…
  • …zum einen kann diese Emotion zur Aggression mit aufsteigendem Leber-Yang und stauendem Qi führen(häufig bei Männern)- am Ende der Kette stehen dann nachtragenden Vorwürfe, Verlustangst und Depressionen; zum anderen steht zuerst die Verlustangst(Frauen), die ggf. in Agressivität, Hass, Grübeln und dem verhaftet sein in der Vergangenheit mündet;
  • … beides- sowohl die Qi-Stase, als auch die Angst im Rahmen von Eifersucht/Neid/Tratsch führen zu feuchter Hitze, die das Ansammeln von Toxinen im Körper als Substanz und dem Blut begünstigen.

Diese feuchte Hitze, die Toxine, die Blut-Hitze macht den Betroffenen angreifbar für alle äußeren Einflüsse, die Meridiane sind dann bereits komplett gestört und die Organe(ZhangFu) werden geschädigt… es treten solche Symptome wie Ausfluss, Leberprobleme, Entzündungen, Asthma, verstärkte Akne im Bereich des Rückens, der Genitalien aber auch Uterus- oder Prostata-Entzündungen auf…

Migräne als Zustand einer unverarbeiteten Emotion

Diese feuchte Hitze-Symptome sind so vielfältig und müssen vom Therapeuten/ der Therapeutin sorgfältig eroiert werden; die Behandlung ist sehr langwierig- neben der Akupunktur kommen als notwendige und unabdingbare Behandlungsmethoden Meditation, Ernährungstherapie und Kräutermedizin zum Einsatz.

Die Assoziationen zwischen Emotionen und Krankheiten sind in allen ganzheitlichen Medizinrichtungen bekannt- in der Chinesischen Medizin, der Medizin aus Tibet, dem Ayurveda und der Klostermedizin in Europa(Hildegard von Bingen)- so ganzheitlich ist dann auch der Behandlungsansatz.

Aderlass nach Hildegard von Bingen

Emotionen und Krankheiten- ja, der Zusammenhang ist erkennbar- unsere Aufgabe in der Therapie… wir müssen unvoreingenommen und genau hinschauen und mit dem Herzen zuhören- dann erkennen wir “ des Pudels Kern“

Welche Möglichkeiten gibt es bei mir in der Praxisarbeit:

  • Yogatherapie
  • Kräutermedizin
  • Meditation
  • Ernährungstherapie
  • Akupunktur, TuiNa, Aderlass nach Hildegard von Bingen
Meditation

Emotionen spiegeln unseren Zustand, unsere Seele- wichtig ist, dass wie uns von ihnen nicht beherrschen lassen, sondern wir sie für uns und unser Wohlbefinden nutzen.

Alles Liebe und einen guten Start in die neue Woche wünscht Euch

Kira

Herzlich Willkommen zur Fragerunde… wie wird Hörsturz in der Chinesischen Medizin diskutiert…

Vorab: Vielen Dank für Eure Zuschriften und Anfragen- ich bin überrascht, wie groß das Interesse ist!

Ein Hörsturz erwischt Dich kalt- aus dem Nichts heraus- so ist die Situation aus der Empfindung der Betroffenen. Während in der modernen Medizin mittlerweile auch Stress und Durchblutungsstörungen als Ursache anerkannt sind, wissen wir in der Chinesischen Medizin, dass es für den Hörsturz und allgemein „Ohren-Symptome“ wesentliche auslösende Faktoren gibt, die extrem vielfältig sind:

  • Das Ohr wird von verschiedenen Funktionskreisen innerviert- verstehe das Ohr aus Sicht der Chinesischen Medizin und du verstehst den „Hörsturz“; es sind die Gallenblasen-, Dünndarm(Verstehen im engeren und weiteren Sinn)-, SanJiao(Stoffwechsel)- und Magen- Meridiane, dann eine spezielle Abzweigung des Dickdarms- der Dickdarm- Luo-Mai-, die das Ohr „versorgen“ und zusätzlich hat das Ohr über die Luo(kleine Verbindungsmeridiane) einen direkten Bezug zum Ren- und Du-Mai; über das Ohr öffnet sich der Funktionskreis der Nieren(Hören im eigentlichen Sinn mit Yin und Jing) und auch der Leber-Funktionskreis kann sich über das Ohr „äußern“(Leber-Feuer).
  • Alle diese Meridiansysteme wirken auch bei weiteren Erkrankungen mit; Hörsturz und „Ohren-Symptome“ sind oft Begleitphänome anderer Erkrankungen wie z.B. von chronischen Nebenhöhlenprozessen, Zahn- und Kieferproblemen, Bluthochdruck, Rückenproblemen aller Wirbelsäulenabschnitte, Panik und Ängsten, chronischen Entzündungen oder auch Fibromyalgie…
  • … andererseits werden „Ohren-Symptome“ und der Hörsturz selbst auch durch eine schwere- berufliche- Stressphase ausgelöst und kann sich nicht mehr zurückbilden, obwohl der Betroffene ansonsten vollkommen gesund erscheint. In den meisten Fällen ist der Organismus viele Jahre überfordert; konnte er in der Vergangenheit vielleicht noch eine gewisse Balance halten, so bringt jetzt ein akutes Ereignis- wie Stress, eine Erkältung oder ein emotionales Trauma- das „Baumhaus zum Einsturz“.
  • Als Ursachen nach den Kriterien der Chinesischen Medizin kommen sowohl biographisch erworbene Spannungsdysbalancen im ShaoYang, in der Skelettmuskulatur(Qi- und Blut-Stasis) in Frage, aber auch Verschlackungstendenzen(Feuchtigkeit und Schleim Tan), Kälte-Invasionen(Wind-Kälte) oder Bluthitze(Wind-Hitze, Yin-Mangel mit Schädigung der Essenz, aufsteigendes Feuer) dominieren; es herrscht in vielen Fällen eine Dysbalance zwischen Holz- und Wasserelement.
Meditation; Yoga mit MUDRA’S

Behandlungsmöglichkeiten- immer individuell:

  • Stressreduktion und lösen von Spannungsfeldern im Lebensalltag- YangShen(Lebenspflege) im Alltag;
  • Kräutermedizin mit westlichen und/oder chinesischen Kräutern;
  • Akupunktur- unentbehrlich, Schröpfen, Moxa-Therapie;
  • Aderlass;
  • Ernährungstherapie und/oder Fasten;
  • TuiNa; Shiatsu
  • QiGong und Yoga; Walking; Atemtherapie;
TuiNa oder Shiatsu

Mein Tipp:

  • Massiere täglich beide Ohrmuscheln; dies wirkt als Prävention, aber auch bei „Ohr-Symptomen“- beginne an der Ohrspitze, massiere das Ohr außen bis zu den Ohrläppchen, ebenfalls innen und auch den Übergang zum Gesicht- wiederhole die Massage drei- bis viermal oder auch öfter- einfach bis zur merklichen guten Durchlutung des Ohres.

Sehr wichtig ist, dass die/der Betroffene wieder richtig gut und erholsam den Schlaf erlernen und auch praktizieren.

Ernährungshinweise:

  • Bei Ohrproblemen verbieten sich Knoblauch, Zwiebeln und andere Lauchgewächse, Alkohol, Scharfes, keine Fertigprodukte, bei Schleim keine Milchprodukte und kein Brot

Noch eine Anmerkung: Hören und Verstehen sind zwei Paar Schuhe- allerdings lässt sich beides mit den oben genannten Möglichkeiten behandeln.

Die Behandlung von „Ohr-Symptomen“ ist langwierig; die Erkrankung baut sich oft über Jahre auf- daher benötigt es Monate bis zur Linderung oder Gesundung- und auch hier gilt:

Nur zusammen ist es zu schaffen- gemeinsam für Dich/Euch- nutze die Möglichkeiten… alles Liebe

Kira

QiGong und TaiJiChuan als Unterstützung

Die Fünf „Müdigkeiten“…

… beschreiben Faktoren, die gemäß der chinesischen und tibetanischen Medizin unser Körpergefühl, das Wohlbefinden und die Gesundheit negativ beeinflussen:

  • zu viel Sitzen– schwächt die Milz, damit die Bereitstellung und Transformation des Nahrungs-Qi und schädigt auf lange Sicht das Gewebe im Körper und dessen Funktionsweise; dabei sind das Bindegewebe, das Gewebe der Organe und auch die Funktionsweise der Organe gemeint;
  • zu viel Liegen– schwächt die Lunge und damit die Funktionsweisen von Haut und Schleimhäuten; daher sollten auch Kranke möglichst oft aufstehen oder zumindest zum Sitzen kommen( denken wir an Lungenentzündungen u.s.w….);
  • zu viel Stehen– schwächt und schädigt die Funktionsweise der Nieren und damit das gesamte Skelettsystem/ Zähne und Haarstruktur; die Nieren mit ihrem Nieren-Yang sind bspw. für einen schmerzfreien unteren Rücken zuständig- zu viel an Stehen schwächt dieses…;
  • zu viel Laufen– schwächt und schädigt die Funktionsweise der Leber und deren zugeordnete Strukturen wie Sehnen/Bänder/Muskeln und Faszien; Beispiel siehe unten;
  • zu viel an „Augenarbeit“/ Lesen/Denkarbeit- schädigt sowohl das Herz als Sitz des Geistes und Kaiser des Körpers, als auch die Augen und unser Gehirn auf lange Sicht; das Herz hat im Rahmen der Meridianstruktur eine direkte Verbindung zu den Augen, daher diese besondere Funktionskette;

Das Fazit dieser Empfehlungen- alles sollte im Gleichmaß und mit Maß und Ziel erfolgen- ein Beispiel:

  • Das Training eines Leistungssportlers… ohne Regeneration in Form eines guten und ausreichenden Schlaf’s und ohne Ausgleichtraining drohen Verletzungen und/oder die Leistung kann nicht punktgenau abgerufen werden

Ein weiteres Beispiel ist das Symptombild der Erschöpfung bzw. des BurnOut:

  • zu viel an Arbeit schädigt sowohl den Geist/ das Herz als auch das Blut…
  • zu wenig an Struktur und zu viel an „Verzetteln“; Perfektionismus… führen zur Erschöpfung- ein Automotor kann auch nicht 1000 km bis zum Anschlag gefahren werden…

Wir benötigen alles- Bewegung, Ruhe, geistige und körperliche Herausforderungen, gute Ziele und Meditation- dann bleiben Körper und Geist im Gleichgewicht und Gesundheit steht nicht’s im Weg.

Unterstützung in der Naturheilkunde geben bspw. :

  • Akupunktur, Tuina, Moxa, GuaShaFa, BaGuanFa,
  • Ernährungstherapie
  • Kräutermedizin
  • QiGong und Yoga
Tuina zur Stärkung der Nierenenergie
Meditatives Gehen aus dem QiGong- wirkt Geist beruhigend und bewegt Qi

Einen guten Start in die Woche und genießt den Frühling- alles Liebe

Kira

Die kleine Reihe zur Klassischen Chinesischen Medizin Teil VII…

stellt die TuiNa- die manuelle Therapie in der KCM- vor:

  • TuiNa- besteht aus mehreren Behandlungsbereichen… manueller Therapie, Chiropraktik und Massage; dazu kommt noch die Behandlungstechnik für die Kinder AnMo;
  • TuiNa heißt in etwa „Schieben und Greifen“; AnMo- „Drücken und Reiben“… beides gehört zu den Behandlungssäulen der Chinesischen Medizin- sowohl bei den Klassikern, als auch in der TCM sind es Standardbehandlungen.
  • …ist die älteste Therapieform in der Chinesischen Medizin; aus der reinen Massage hat sich im Verlauf mehrerer tausend Jahre eine umfassende manuelle Therapie entwickelt, die unter dem Begriff Tuina heute verschiedenste traditionelle Behandlungstechniken vereint. Gemeinsam ist diesen Techniken, dass „Hand anlegt“ wird – nicht nur, wenn es um Muskeln, Bänder, Sehnen, Gelenke und deren Zusammenspiel geht- der freie Fluss der Lebensenergie Qi lässt sich über die verschiedenen Techniken beeinflussen.
  • Tuina und AnMo können am bekleideten und unbekleideten Körper durchgeführt werden.
Tuina bei Rückenschmerzen

Tuina bei Gelenkbeschwerden

Was bewirkt Tuina:

  • Freilegen der Leitbahnen oder Auflösung der Blockade (gegen Schmerzen).
  • Freies Durchströmen des Qi und Aktivierung des Blutes (Verbesserung der Durchblutung und der körperlichen Dynamik).
  • Mobilisierung der Gelenke (Verbesserung der Bewegung)- die Diagnose wird nach Richtlinien der schulmedizinischen Orthopädie und Klassischen Chinesischen Medizin gestellt;
  • Regulation des Zustandes zwischen Yin und Yang bzw. Kälte und Hitze im ganzen Körper (Behandlung und prophylaktische Maßnahme zur besonders durch Stress bedingte Störungen)
  • Unterstützung der Energie im Funktionskreis Nieren (Stärkung der Knochen und Sehnen)
  • Unterstützung des Funktionskreises Milz (Verbesserung des allgemeinen Zustandes)
  • Verschönern und Pflegen der Haut (Kosmetische Anwendungen )
  • Harmonisierung des Gesundheitszustandes.

Anwendung im Detail bei:

  • Spannungszuständen
  • Schmerzen jeglicher Art
  • bei sehr sensiblen Patienten, die Akupunktur nicht tolerieren
  • Erschöpfung
  • in der Schwangerschaft
  • bei Kindern mit den verschiedensten Beschwerden…
AnMo bei Babys- besonders wirkungsvoll bei „Schreikindern“ z.B. beim KISS-Syndrom

Kontraindikationen:

  • offene Wunden
  • starke Krampfadern( in dem Bereich wird keine TuiNa durchgeführt)
  • Risikoschwangerschaften
  • akute Schübe von schweren geistigen Erkrankungen

Die Wirkung einer Tuina- Behandlung hängt von zwei wesentlichen Faktoren ab: zum einen die manuelle Technik die zur Anwendung kommt; zum anderen die zu behandelnde Stelle. Die manuelle Technik ist der wichtigste Faktor bei der Tuina Massage. Die Kraft, die der Behandelnde aufbringt sollte stetig, regelmäßig, kräftig- sanft sein. Dadurch kann die angestrebte Energetik in die Tiefe des Gewebes eindringen.
Stetig bedeutet, dass die Behandlungszeit bei Tuina ausreichend (nicht zu kurz; aber auch nicht zu lang) nach dem Zustand der Patienten sein soll, während „kräftig“ bedeutet, dass die manuelle Arbeit die richtig Kraft je nach energetischem Zustand und nach den Beschwerden geben soll.

Energetik:

  • schwache Konstitution mit Leere- leichte Kraft; eher auch mit Ölen und sehr oberflächliche energetische Arbeit(himmlische oder menschliche Ebene)
  • starke Konstitution mit Fülle- kräftige Arbeit bis hin zu starker Manipulation mit ausleitenden Techniken(Mensch- und Erdebene)

Reaktionen auf eine Behandlungen sind erwünscht und möglich; diese können sein:

  • „Wohlgefühl“ – Entspannung, Ruhe
  • „leichtes“ und „bewegliches“ Gefühl
  • verbesserte Durchblutung und Schmerzlinderung
  • Beschwerden verschieben sich von „tief“ zu „oberflächlich“- das ist ein Zeichen der Verbesserung;
  • Bei einer Schmerztherapie ist die Prognose optimal, wenn nach der Tuina Behandlung eine Art „Muskelkater“, eine Art „Schweregefühl“ oder sogar Schmerzen auftreten; auch kann es nach einer Behandlung der HWS bei Blockaden kurzzeitig zu einem „Nebelgefühl“ im Kopf oder auch zu Kopfschmerzen kommen(starke Durchblutung des Bereiches)- hier wird die TuiNa auf jeden Fall in meiner Praxis mit Akupunktur kombiniert, um diese „Nebenwirkungen“ zu mildern.
Behandlung an den Füßen z.B. bei Stress oder Migräne

Bei der TuiNa/AnMo wird Eure Gesundheit im wahrsten Sinn des Wortes in die Hand genommen 🙂 – eine Behandlung dauert 20 bis 60 Minuten(inklusive Nachruhen und Inhalation)- je nach dem energetischen Zustand…

TuiNa- eine Wohltat für den Körper mit MEHRWERT…

…alles Liebe und gute Gesundheit wünscht

Kira

Termine für die Tuina bitte langfristig vereinbaren; auch Gutscheine zum Osterfest sind möglich!

Die kleine Reihe zur Klassischen Chinesischen Medizin Teil VI…

… bringt Euch heute das Pathogen „Wind“ näher- und wie passend; bei uns im Norden an der Ostseeküste hat es nämlich heute in der Nacht schon ein ordentliches Frühjahrsstürmchen gegeben.

Wind als Pathogen äußert sich als innerer oder äußerer Wind.

Innerer Wind:

  • …kann sich aus einem Leber-Blut- sowie Leber- und Nieren-Yin-Mangel entwickeln; auch kann der äußere „pathogene Faktor“ Wind in den Körper eindringen und dort zu der Entwicklung eines inneren Windes beitragen; doch die Veranlagung dazu, ein Leber-Blut-,Leber- und Nieren-Yin-Mangel, muss vorhanden sein;
  • …äußert sich über Kopfschmerzen oder Migräne;
  • Vertigo(Schwindel),
  • Tinnitus;
  • und in schweren Fällen… Unruhezustände, Brechreiz, Palpitationen mit Angstzuständen; unkontrollierbare Muskelkrämpfe und auch Schlaganfall oder Epilepsie können auftreten.
  • Typisch für inneren Wind ist, dass die Beschwerden und die Lokalisation sich mehr oder weniger regelmäßig ändern- sowohl von der Stärke als auch von der Lokalisation.
Migräneattacken durch äußeren oder inneren Wind- auch beim Mann oft vertreten (:

Behandlung innerer Wind:

  • Kräutermedizin
  • Akupunktur
  • Moxa
  • Ernährungstherapie, um die Wurzel zu behandeln
  • Lebenshygiene YangShen- besonders Stressoren abbauen und den Umgang mit Stress ändern

Äußerer Wind:

  • …ist die Speerspitze aller Erkrankungen
  • … tritt häufig über die Bereiche von Akupunkturpunkten, die tatsächlich kleine Fenster darstellen, ein…bspw. Gallenblase 20/ FengChi heißt übersetzt Wind-Teich oder Wind-Fenster; oder auch SanJiao 17/ YiFeng- der übersetzt Wind-Schirmchen oder Wind-Schild heißt… alle Akupunkturpunkte, die die Bezeichnung FENG(Wind) im Namen haben, sind auch Bereiche, über die äußerer Wind „angreifen“ kann.
  • …äußert sich bspw. durch plötzliche Erkältungszeichen; schnelles Niesen in Abfolge, Unruhe, Nackensteifigkeit, eventuell Frösteln, Schüttelfrost, auch Kopfschmerzen oder Juckreiz in den Augen und auf der Haut…
Ungeschützt dem Wind ausgesetzt- der steife Nacken ist vorprogrammiert; auch Kopfschmerzen und Unruhe sind möglich (:

Behandlung bei Wind-Angriff durch äußeren Wind:

  • Kräutermedizin
  • Akupunktur
  • Schutz durch geeignete Kleidung
  • Wei-Qi stärken
  • Stress reduzieren

Die Pulse sind bei beiden Windarten beschleunigt und oft oberflächlich, die Zunge zittrig und oft sind die Ränder der Zunge ungesund gerötet.

Es gibt eine QiGong/ Yoga-Übung, die bei „Wind“ sehr gut hilft:

  • Nimm dir einen ruhigen Platz und setze oder lege dich bequem hin.
  • Schließe die Augen und nimm sieben bis acht Atemzüge tief in den Bauch- lass dabei den Atem fließen, erzwinge ihn nicht.
  • Bring deine Gedanken zum Kopf und stell dir vor, dass dein Kopf sich öffnet- nach oben, unten, rechts, links und stell dir vor, dass der „Wind“- diese „schlechte“ Energie über diese Öffnungen den Körper verlässt…
  • …gehe in der Atmung weiter nach unten in deinen oberen Brustkorb und a t m e dann weiter über deinen rechten Arm- Finger aus…
  • …dann weiter über das rechte Bein- die Zehen…
  • … dann zurück zum Oberkörper… und weiter über den linken Arm- die linken Finger… das linke Bein- die linken Zehen…
  • …dann lass deinen Atem und die Aufmerksamkeit zum Hinterkopf- Übergang zwischen Schädelbasis und Halswirbelsäule- wandern und atme deine Wirbelsäule hinab bis zum Bereich zwischen Anus und Geschlecht… dort bleib für einige Atemzüge, bis du merkst, dass du ruhiger wirst.
  • Sobald du innere Ruhe spürst, atme noch einmal sieben- bis achtmal tief in den Bauch…
  • …dann reibe deine Hände aneinander und „wasche“ dich vom Scheitel bis zu den Zehen trocken 🙂 – streiche dabei ganz bewusst deinen Körper aus.
  • Führe diese Übung ruhig täglich oder öfter in der Woche durch- das macht dich weniger anfällig für äußeren und inneren Wind.

Auch die Lunar- oder Löwenatmung kann „Wind“ besänftigen.

Löwenatmung im Yoga

Kräutermedizin für „windige“ Tage- im wahrsten Sinn des Wortes… also präventiv gegen äußeren Wind:

  • BoHe und FangFeng(je 30% von 100) werden mit YeJuHua und LianQiao(je 15% von 100) gemischt- trinke von dieser Mischung jeweils morgens und nach Bedarf noch einmal am Tag eine Tasse mit je einem Esslöffel bei den Rohdrogen und mit 2-4 Gramm beim Granulat.
Tee mit Minze und Mutterkrautblüten

Diese Mischung ist sehr harmonisch; aromatisch und auch für Kinder ab dem ersten Lebensjahr geeignet.

Wem das zu kompliziert ist:

  • je ein Teelöffel Minze und Mutterkrautblüten mischen und dann mit 250 ml heißem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen und bei Bedarf 2-5 Tassen täglich trinken.

Wind- bei uns an der Küste der tägliche Begleiter… daher sind gerade in Regionen, die ständig damit konfrontiert werden, entsprechende Symptome oft vertreten… lies gerne auch meinen Beitrag „Das Gewitter im Kopf“ – http://spiritandbalance.de/?s=gewitter+im+kopf

Ich mag den Wind- besonders, wenn er wild die Ostsee peitscht… aber ich kann ihn nicht gut vertragen, muss mich immer schützen; wenn DU weißt, was „Wind“ mit dir anstellt, dann kannst du reagieren und dich gut schützen 🙂

Bleibt gesund, habt einen guten Start in die neue Woche und seid lieb gegrüßt von

Kira

Ingo Baumgartner- Wie das Schilf im Wind

Lass dich nicht von Stürmen brechen,
sei so wie das Schilf im Wind!
Böen beugen ganze Flächen,
die nicht buckeln vor Gewalten,
nein, sich an das Wissen halten,
dass sie Teil des Ganzen sind.

Die kleine Reihe zur Klassischen Chinesischen Medizin Teil V…

…stellt euch heute das Pathogen Trockenheit vor. Trockene Haare, Haut, Augen… das alles können Symptome für Trockenheit sein; ja… auch parallel zu Feuchtigkeit und den anderen Pathogenen. Ganz häufig existieren mehrere Pathogene gleichzeitig im Körper; allerdings tritt Trockenheit oft erst in späteren Lebensjahren auf bzw. ist abhängig von den wärmeren Jahreszeiten und natürlich dem Typ Mensch:

  • An sich gehört die Trockenheit zu den Spätsommer- oder Herbst-Krankheiten; die entsprechenden Organe sind die Lungen, der Dickdarm, die Haut, Nase und die Oberfläche- unser modernes Leben lässt Trockenheit aber in jeder Jahreszeit auftreten 🙁
  • Die Lunge kontrolliert die Zerstreuung und das Absinken vom Qi; unser großes Atmungsorgan regiert das Qi und natürlich die Atmung. Externe Pathogene können die Lunge über Nase und Haut attackieren ; dies äußert sich bspw. durch Erkältungsanfälligkeit; Kehlkopfreizungen… allerdings entsteht innere Trockenheit bspw. durch Trauer/ Traurigkeit.
  • Trockenheit bewirkt, dass das Lungen-Qi „verschlammt“ und sich nicht ausbreiten kann. Die Absenkung des Qi ist gestört, daher bewegt sich das Lungen-Qi in umgekehrte Richtung nach oben. Entsprechende Krankheitssymptome wären Husten, Atemgeräusche oder Atemnot; Lungenkrankheiten beinhalten allerdings auch häufig eine chronische Schleimproblematik- Schleim wird in der Mitte von Milz und Magen produziert, aber leider in der Lunge gespeichert- daher kommt es irrtümlich zur Diagnose Schleim… ist aber in Wirklichkeit Trockenheit bzw. der Lösungsansatz sitzt im blockierten Qi.

Symptome:

  • Kurztmigkeit und Atemnot; schweres Atmen, Husten; gestörte Ausatmung wie beim Asthma… Schwäche im Lungen-Qi
  • äußere Trockenheit provoziert einen gereizten und trockenen Hals, trockene Schleimhäute, trockene Haut, trockenes Haar und mündet oft in…
  • …innere Trockenheit mit Juckreiz, Verstopfung, Lustlosigkeit, Erschöpfung mit einer unbestimmten Trauer
  • Unspezifischer wirken sich die täglichen Überforderungen,  stundenlange Bildschirmarbeit, Klimaanlagen, Heizungen und ungeeignetes Essen, Trinken, zuviel an Genussmitteln aus- all das  „trocknet“ uns aus…
  • … und führt zum Yin-Mangel- dem Fehlen oder Mangel an Säften, Blut und guter Feuchtigkeit- mit zunehmendem Alter, bei starker, körperlicher Beanspruchung(—Leistungs—Sport; Geburten…); mentaler Belastung; häufigem oder Dauergenuss von Genuss- und Suchtmitteln wie Kaffee, Nikotin, schwarzem Tee… tritt Trockenheit vermehrt auf.

Wie wird Trockenheit behandelt:

  • Akupunktur und Kräutermedizin behandeln sowohl die akuten Symptome als auch die Ursachen
  • Ernährungstherapie ist am wirkungsvollsten…
  • Lebenshygiene

Ernährung und Genuss- zu empfehlen:

  • ein warmes, gekochtes Frühstück, z.B: Congee oder warmer Gersten- oder Reisbrei
  • drei warme oder gegarte Mahlzeiten am Tag
  • Hühnerkraftsuppe, so lange es geht gekocht (sehr blutbildend), Hühnerfleisch hier generell bevorzugen, da es sehr gut für die Säftebildung ist;
  • regelmäßig dunkelgrünes Blattgemüse auf den Speiseplan setzen (Spinat, Endiviensalat, Petersilie), auch Maulbeeren, Datteln, rote Bete (gekocht als Salat), rote Obstsorten (und Säfte daraus) wie z.B.Himbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren…
  • saftige Kochmethoden bevorzugen (dünsten, blanchieren, mit Wasser kochen, klare Suppen, Eintöpfe, Currys, mit Deckel kochen)
  • Hochwertige Öle verwenden- wie Algenöle, Leinöl, Sesamöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl, Kürbiskernöl, Weizenkeimöl verwenden;
  • Kochen mit kleinen Saaten (Sesam, Sonnenblumen, Mohn etc.)
  • weich gekochtes Ei
  • Kokosmilch für Eintöpfe, cremige Suppen
  • Birnen, Weintrauben, Mandeln (Mandelmus, Marzipan) sind typische Lungen-Lebensmittel gegen Trockenheit
Biren-Reis mit Honig hilft gegen Trockenheit
  • Milch-Reis mit Birnen- oder Pflaumenkompott als Frühstücksvariante oder zum Mittag; genommen wird Mandeldrink und dann etwas Butter und/oder süße Sahne dazu gegeben

V e r m e i d e:

  • Süßigkeiten, Schokolade, Kuchen/Torte & Co
  • Rohkost (rohes Obst und Gemüse)
  • Trocknendes- wie Kaffee, schwarzer/grüner Tee, Nikotin; rotes Fleisch…
  • Knäckebrot, Brotmahlzeiten generell- da der entstehende Schleim das Lungen-Qi blockiert,
  • Rotbuschtee
  • Scharfes- getrocknete Gewürze wie Chili, Pfeffer, getrockneten Ingwer, Curry, Knoblauch, Lauch,
Maßvoll getrocknete Gewürze- eher meiden
  • hochprozentiger Alkohol
  • abendliches Fernsehen, Computerarbeit bis zum späten Abend und ohne Pausen, nächtliches Lernen
  • Nachtarbeit, spätes Schlafengehen
  • starkes Schwitzen (Sauna, Hitze)- dabei ist ein Durchgang in der Feuchtsauna(Biosauna) ggf. gut, um Schleim zu transformieren 😉
Kaffee maßvoll und selten…Bitteres trocknet aus

Fazit- Trockenheit und Feuchtigkeit können zusammen im Körper auftreten– irgendwann kann Feuchtigkeit zu Trockenheit führen bspw. bei Neurodermitis…:

  • Die Antwort ist, dass der Körper ein weites Feld ist; der eine Landschaft- Stelle dir vor, dass es verschiedene Bereiche in dieser Landschaft gibt…
  • …an einem Ort befindet sich ein Moor oder Sumpf (die pathogene Feuchtigkeit zum bsp. im Darm), an einem anderen Ort ein klarer, ruhig dahinfließendes Gewässer- Deine guten Körpersäfte und Blut bspw. in Deinen Augen, Mund oder Muskeln und an einem dritten Ort ist es zu trocken und der „Boden“ rissig und schrundig ( die Trockenheit) zum Bsp. Deine Haut oder die Haare
Ei und Grünes für Säfte und Blut 🙂

Achte gut auf Dich- Mäßigung im Genuss; ein gutes Maß an Belastung und Ruhe kann Trockenheit vermeiden- und wenn sie Dich doch erwischt, dann überprüfe als Erstes Deine Nahrung und stelle Deine Kost um; streiche Kaffee und andere Genussmittel… und wenn das nicht hilft, lass Dich beraten!

Gute Gesundheit und eine schöne Woche wünscht Dir

Kira

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