Ernährung

Wärme oder Kälte… das ist die Frage ;)

Wir sind im Sommer angekommen- herzlich Willkommen in der warmen Jahreszeit und natürlich ein herzliches Hallo an Dich. Fragst Du Dich öfter mal, was Du aufbringen solltest, wenn bspw. der Rücken schmerzt oder die Fingerknöchel geschwollen sind? Bei akuten Traumen wissen wir- es geht um die PECH-Regel; Pause, Hochlegen, Eis und Kompression… aber das ist längst nicht alles. In der Naturheilkunde wissen wir, dass eine zu langanhaltende Kälteanwendung das Gewebe zusätzlich schädigt oder manche Beschwerden deutlich schlimmer werden lässt.

In der Klassichen Chinesischen Medizin existiert der Körper als Landschaft, eingebettet in die Natur der Welt und wir sehen es so…

Wärme und Kälte sind in der CM und im daoistischen Körperverständnis nicht “Gegensätze”, sondern zwei Qualitäten, die gezielt eingesetzt werden, um Fluss, Regeneration und Gleichgewicht zu unterstützen. Dieser Beitrag zeigt dir beides: wie du Anwendungen in die CM/Daozhen einordnest (Tian–Di–Ren–Ying) und wie die wichtigsten physiologischen Effekte aus der Wissenschaft dahinter funktionieren.

Wärme vs. Kälte – und das “Warum” dahinter

Warum Sonne sowohl gut tut als auch stressen kann

In der Praxis unterscheiden sich Wärme- und Kälteanwendungen vor allem in drei Dingen:

  • Durchblutung & Stoffwechsel
  • Nervenreizleitung & Schmerzempfinden
  • Entzündungs- und Schwellungsdynamik

Wärme wird häufig eingesetzt, um Spannung zu lösen, Durchblutung zu fördern und Heilungsprozesse in Gang zu bringen. Kälte wird häufig eingesetzt, um Schmerz zu dämpfen, Übererregung zu reduzieren und Schwellung/Entzündungsreaktionen nach Belastung zu begrenzen.

CM/Dao- Was bedeutet “Wärme” und “Kälte” im Körper?

In CM geht es nicht nur um die Temperatur, sondern um das Syndrom/Muster:

  • Kühle / Kälte-Konstitution (inneres Kalt-Sein, stagnierte Yang-Funktion): Neigung zu Steifheit, langsameren Verdauungsprozessen, “zähem” Qi-/Blutfluss…
  • Hitze / Übererregung (inneres Hitze-Muster, oft mit schnellerem Puls, trockenerem Gefühl, Reizbarkeit oder zu viel “Aktivierung”; aber auch Leere-Hitze): neigt eher zu Spannungsaufbau, Unruhe, Reduktion von/ in der Regeneration/ Erholung.

Daozhen (Tian–Di–Ren–Ying) hilft, die Ebenen zusammenzubringen:

  • Tian: Umwelt, Klima, Rhythmus (z. B. Frühlingswinde vs. Kälteeinbruch)
  • Di: Bodenwärme/Wärme von innen (Nahrung, Schlaf, Stabilität)
  • Ren: “Regulation” im Nervensystem (Atmung, Haltung, Spannung/Entspannung)
  • Ying: die Seele/Regenerationsebene (Tiefe, Sammlung, Abschalten statt nur “abschalten müssen”)

Das ist der Kern: Wärme und Kälte wirken nicht isoliert – sie werden als  Regulationswerkzeuge verstanden, die Ren und damit Ying unterstützen.

Bei trockener Kälte geht es Deinen Gelenken gut? Dann hast Du zuviel Hitze darin 😉

Der wissenschaftlicher Hintergrund- wie Wärme & Kälte wirken

Nervensystem & Schmerz

Kälte wirkt vor allem schnell über Rezeptoren und Leitungshemmung: Temperaturreize werden an Thermorezeptoren und Schmerzbahnen gekoppelt, wodurch das Schmerzempfinden temporär sinken kann. Dazu kommt, dass Kälte die Leitgeschwindigkeit in sensorischen Fasern beeinflusst.

Wärme senkt häufig ebenfalls Schmerz, indem sie die neuronale Aktivität in Schmerzwegen moduliert und Muskeltonus senken kann. Zudem kann Wärme die mechanische “Schutzspannung” reduzieren, die bei Schmerz oft reflexartig entsteht.

Praktischer Merksatz:

  • Kälte: eher “Dämpfen/Runterregeln”
  • Wärme: eher “Entkrampfen/Aufwärmen”

Durchblutung und Gewebereaktion

Akupunktur mit Moxa zur Entlastung bei Kälte

Wärme führt typischerweise zu Vasodilatation (mehr Durchblutung), was Sauerstoff- und Nährstofftransport sowie den Abtransport von Stoffwechselprodukten unterstützen kann. Kälte begünstigt umgekehrt eine Vasokonstriktion (weniger Durchblutung) – besonders relevant bei akuter Schwellung/ bei akutem Schmerz bspw. nach einem Supinations-Trauma(„Umknicken“)

Wichtig: Diese Effekte sind zeit- und dosisabhängig. Zu lange oder zu intensiv kann umschlagen (z. B. bei Wärme in Hitze-/Entzündungsprozessen).

Entzündung, Schwellung und Gewebereparatur

Ein kühlendes Fußbad mit Kräutern bei hitzigen Füßen

Bei Verletzungen nach Belastung (z. B. umknicken, stumpfes Trauma) kann Kälte helfen, eine frühe „Kaskade“ zu dämpfen, die zu Schwellung führt. Wärme wird eher genutzt, wenn du in Richtung Regeneration, Durchblutung und Beweglichkeit gehen willst, also nicht in der unmittelbaren Akutphase; sondern eher in der subakuten Phase.

Muskeltonus und Beweglichkeit

Wärme kann die Gewebeelastizität erhöhen und Muskelspindel-/Reflexmechanismen beeinflussen, was sich oft als “leichter bewegen” anfühlt. Kälte kann kurzfristig das Gegenteil erzeugen (mehr “steif/eng”), ist aber in manchen Schmerz- oder Überreizungszuständen trotzdem schmerzreduzierend- bspw. beim Hitze-Typ des Rheuma kann eine „Kältekammer“ langfristig Linderung schenken.

Wann welche Anwendung- CM-Muster und Timing…

Ein sehr praktikabler Ansatz ist die Kombination aus Timing (akut vs. regenerativ) und Körperqualität (kühl/verspannt vs. überhitzt/unruhig).

„Rückenspanner“- Bewegung erzeugt Wärme- daher kann eine sanfte Bewegung nach einem Auftragen einer wärmenden Salbe sehr gut sein

Wärme eignet sich bspw. bei…

  • Muskelverspannung, “Zug”-Gefühl, Steifheit
  • kalten Händen/Füßen, Gefühl von innerer Kälte
  • chronisch-reizenden Zuständen, wenn kein akuter Entzündungsschub dominiert
  • Verdauungsruhe, wenn das “Mitte”-System Unterstützung braucht (Magen/Darm mögen Wärme und Rhythmus)
Wasser- in unterschiedlichen Temperaturen bringt es Frische oder Wärme

Daozhen… Di wird gestärkt, damit Ren nachhaltig und leicht regulieren kann; Ying wieder Tiefe findet.

Kälte eignet sich bspw. bei…

  • frischen Traumen mit Schwellungsneigung
  • akuten, pochenden oder “heißen” Schmerzen- das trifft auch für den Nacken zu… Hitzegefühl=Minze; Kältegefühl=Rosmarin
  • Fällen, in denen du spürst: Übererregung, Hitze, “zu viel Aktivierung”- da hilft bspw. auch die Sitali-Atmung aus dem Yoga

Daozhen- Tian wird gedrosselt über ein klares Signal an Ren, damit Ying nicht ständig im „Alarm“ agiert.

Konkrete Anwendung: Wärme als Strategie…

Sanfte Wärmeanwendung (Mitte & Regeneration)

Wärme über Kräuter, die verräuchert werden- wohldosiert
  • Dauer: 10–20 Minuten
  • Temperatur: angenehm warm, nicht brennend
  • Fokus: Bauch/Mitte (bei Nervosystem/ Verdauungsruhe oft besonders wirksam)

Die Logik der Natur dahinter- Wärme unterstützt die Funktion von “Yang/Transformationskraft” in der Mitte und kann Qi-Fluss erleichtern.

Wärmende Suppe oder Brühe bei Kälte im Magen/Darm

Sicherheitsregeln

  • Nie direkt auf die nackte Haut, wenn es „heiß“ zugehen muss- bspw. Wärmflasche in ein Handtuch wickeln (Verbrennungsrisiko).
  • Bei Sensibilitätsstörungen: niedrig dosieren und/oder medizinisch abklären lassen!

Wärme als „Komfort“ für Muskel-/Sehnen

  • Dauer: 15–25 Minuten
  • Danach: sanfte Bewegungsroutine (leichte Mobilisation, Atmung)
  • Ziel: “Lösen und bewegen”, nicht “nur wärmen und aushalten“

Konkrete Anwendung- Kälte als Strategie…

Kälte bei akuter Verletzung/Schwellung

  • Dauer: meist 5–10 Minuten
  • Intervall: ggf. wiederholen, aber nicht in Daueranwendung überführen- super gut geeignet sind da Kälte-Rollon oder Kälte-Sticks
  • IMMER ein Tuch dazwischen!

Kälte kann “Hitze” und “Übermaß” beruhigen, besonders wenn das Gefühl eher heiß/pochen/aufgewühlt ist.

Kälte bei lokaler Schmerzübererregung

Akupunktur nach einer Verletzung beim Laufen und deutlicher Überwärmung des Sprunggelenkes

Kälte kann als “Signal” dienen, um das Nervensystem kurzfristig zu regulieren. Danach ist oft sinnvoll:

  • Schonende Lagerung
  • Leichte, sanfte aber konzentrierte Atmung
  • Beobachtung: Wird es besser oder wird es nur „steifer“; zu fest; unangenehm?

Kombinationsprinzip- Kontrast als Feinregulation im DaoZhen…

Viele Menschen profitieren von einem Wechselreiz – aber der sollte dosiert sein:

  • nach akuter Schwellung eher nicht “kontrastierend” ohne klare Indikation
  • bei chronischer Verspannung kann Kontrast angenehmer sein, wenn dein System darauf gut reagiert

Ren lernt wieder “schwingen”, statt dauerhaft in einem Modus festzuhängen.

Wissenschaftliche Einordnung- Warum Ergebnisse variieren…

Auch bei ähnlichen Diagnosen reagieren Menschen unterschiedlich, weil die Wirkung abhängig ist von:

  • Ausgangszustand (entzündlich vs. verspannungsdominiert)
  • Gewebetyp (Muskulatur vs. Sehne vs. Haut)
  • Dosis (Temperatur/Minute/Intervall)
  • Begleitfaktoren (Bewegung, Schlaf, Ernährung, Stresshormone)

Deshalb sind Wärme/Kälte in der Praxis keine festgelegten, ohne zu Hinterfragen aufgestellte Dogmen, sondern Werkzeuge im Gesamtrahmen.

Praktisch für DICH:

  1. Kurz „scannen“ (Ren): Ist es eher kühl/steif oder heiß/pochend? Eher Unruhe oder eher Druck?
  2. Entscheiden (Di & Tian):
    • kühl/steif → Wärme
    • heiß/akut/überreizt → Kälte
  3. Dosieren (Ren):  bspw. 10–20 Minuten Wärme, 5–10 Minuten Kälte (lokal), jeweils mit Ruhe bzw. leichter Bewegung…
  4. Integration (Ying): Danach 1–3 Minuten ruhiges Atmen, stilles “Ankommen” (ohne direkt weiter zu hetzen).

Sicherheit und klare Grenzen…

  • Bei akuten schweren Verletzungen, ungeklärten starken Schmerzen, Taubheit, deutlicher Bewegungseinschränkung oder anhaltender starker Schwellung: medizinische Abklärung.
  • Vorsicht bei Durchblutungsstörungen, Neuropathien, Thromboserisiko und bei sehr empfindlicher Haut- immer Rücksprache mit Deiner Kompetenzperson halten!
  • Schwangerschaft und bestimmte Erkrankungen erfordern individuelle Anpassung!

Und hier jetzt mal etwas Spirituelles in dem Kontext- das Kaiser- bzw. Kaiserinnen-Rituel 🙂

  • Hände wärmen / oder sanft kühlen(kurz, nur als Intro)
  • Einatmen: Tian kommt in mich (Regulation über Rhythmus)
  • Ausatmen: Di trägt mich oder Ying sammelt (je nach Bedarf an Wärme/Kälte)
  • 2–3 Atemzüge bleiben im Gefühl, nicht im Kopf 😉

Kurz gesagt… Wärme und Kälte als “Hilfe-Code”

Wärme und Kälte sind in der CM keine Gegenspieler in der „Macht“, sondern „Instrumente“ Wissenschaftlich passen ihre Effekte zu den typischen Beobachtungen: Kälte dämpft schneller, Wärme unterstützt Durchblutung und Entspannung. In deinem Körper wirken sie am besten, wenn du sie mit Zeit (Tian), Basis (Di), Nervensystem (Ren) und Regeneration/Tiefe (Ying) kombinierst.

Bleib gesund… und alles Liebe!

Kira

Die kleinen Moxakegel können auch mitgegeben werden zur häuslichen Anwendung nach Einweisung zur Wärmeanwendung

Ernährungstherapie in der Naturheilkunde

Guten Morgen an Dich und danke für’s Lesen hier… heute stelle ich Dir in einem kleinen Abriss die Ernährungstherapie in der Naturheilkunde vor.

Ohne Ernährungstherapie und langfristige Ernährungsumstellung ist keine Gesundung möglich- frei nach “ Gesundheit geht nicht über die Apotheke sondern durch und mit der Küche“ 🙂

Die Therapie mit Lebensmitteln hat eine tausende Jahre alte Tradition- egal ob unsere heimischen Lebensmittel mit Überlieferungen aus den Familien(jede familie hat DAS spezielle Suppenrezept 😉 ), die Ernährung gemäß der Klosterheilkunde; Ernährung im Ayurveda und der asiatischen Heilkunde- alles hat seine Daseinsberechtigung und individuellen Ansätze.

Ich gehe für DICH näher auf die klösterliche und asiatische Ernährungstherapie ein- denn damit arbeite ich täglich; Ernährungstherapie in diesem Kontext ist eine „Küchenstrategie“, die Symptome nicht „wegdiäten“ will, sondern das Muster im Körper beeinflusst: Verdauung (Mitte), Wärme/Kälte-Balance, Nässe/Schleim, Qi- und Blutfluss, ggf. auch Hitze/Entzündungsumfeld. Wenn diese Grundmechanik stabil ist, werden viele Beschwerden deutlich weniger oder „verschwinden“; auch dann, wenn die Diagnose komplett unterschiedlich ist.

Was Ernährungstherapie grundsätzlich anders macht…

  • Die Mitte stärken (Milz/Magen-Funktion): Wenn die Mitte schwach ist, entsteht leichter „Nässe/Schleim“ und alles wird schwerer: Antrieb, Verdauung, Immunsituation, Regeneration. Ernährungstherapie setzt daher bei warm, regelmäßig, gut verdaulich und nährend an.
  • Kälte/Hitze ausbalancieren: Viele chronische Muster reagieren auf „zu kalt“, „zu roh“, „zu lange unregelmäßig“ oder auf stark reizende Kost. Naturheilkundeliche Ernährungstherapie nutzt dafür besonders häufig warme und gegarte Mahlzeiten und natürlich gezielt eingesetzte Kräuter und Gewürze.
  • Nässe transformieren statt nur zu „entziehen“: Gemäß der CM aber auch bspw. bei Hildegard von Bingen ist Nässe nicht nur Flüssigkeit, sondern auch „Trübes/Schweres“ im System: Schwellung, Müdigkeit, Benommenheit, Brain Fog, zähe Verdauung, Schleimgefühl… Transformieren heißt: erwärmen, strukturieren, regelmäßig essen, weniger schwer/fettig/schleimfördernd; je nach Person und Muster.
  • Bewegung in den „Stau“ bringen (Qi- & Blutfluss): Wenn etwas „fest sitzt“ (Schmerzen, Verspannung, Zyklus-/Stoffwechselthemen, schlechte Durchblutungsempfinden), kombiniert Ernährungstherapie häufig eine „Küche“, die nicht noch mehr bremst, sondern sanft aktiviert: passende Gewürze, bessere Essensrhythmen, ausreichend Eiweiß und „bewegende“ Zutaten.
  • Entzündungsumfeld modulieren (ohne Superdiät): Je nach Muster (z. B. mit Hitzezeichen) wird die Küche leichter, weniger süß/stark verarbeitet, mehr sanft/mild gekocht, mit passenden Kräutern/ Gewürzen und einer sauberen „Süß“-Strategie.
Pastinaken-Möhrengemüse mit Pinienkernen

Die 5 entscheidenden Hebel im Alltag

HebelZielTypische TCM-Ausrichtung in der Praxis
Warm + gekochttransformieren & entlastenSuppen, Eintöpfe, gedünstetes Gemüse, Congee/Grütze
Regelmäßigkeitweniger Stau/Schwankungenfeste Essenszeiten, nicht „durchhungern“
Mitte/Verträglichkeitbessere Verdauungmilde, gut verdauliche Kombinationen; nicht zu schwer auf einmal
Sanfte „Wärmung“Kälte-Anteile ausgleichenIngwer/Fenchel/Kreuzkümmel (je nach Verträglichkeit), eher abends warm
Ein Muster statt Standardindividuell wirkenEssen richtet sich nach Symptommuster (z. B. schwer/schleimig vs. hitzig vs. kältegetriggert)

Wie du Ernährungstherapie konkret „richtig machst“ (nicht nur Lebensmittel wählen)…

  • Muster beobachten (1–2 Wochen): Nicht nur „was“ du isst zählt, sondern auch wannwie warmwie groß die Portionwie kombiniert und wie regelmäßig. Viele Veränderungen sieht man eher in Rhythmus und Verdauung als in einzelnen Superfoods.
  • Küchenstruktur“ vor Supplements: Für den Alltag ist die Basis meist: warm und gegart, gute Proteine, Gemüse in passender Garform, gesunde Fette moderat, Zucker/Industrieprodukte zurückfahren (besonders abends und in Schubphasen).
  • Kräuter gezielt statt wild mischen:Kräuter (auch Wildkräuter) sind „aktive“ Bausteine. In der Praxis kommen sie dosiert in die Suppe/den Tee, statt täglich große Mengen in roher/nicht definierter Form(Life-Style-Produkte…)
  • Verträglichkeit ist das Qualitätskriterium: Wenn etwas die Mitte belastet (Blähungen, Völlegefühl, „schwere Verdauung“), muss die „Küche“ angepasst werden; nicht durchhalten und aushalten… Veränderung- auch in KLEIN- bringt den Durchbruch!

Beispiele für „Küchenrichtungen“ nach typischen Dysbalancen…

  • Wenn es sich eher schwer/schleimig/feucht anfühlt: mehr warm und gekocht, weniger roh, weniger zu fettig/schwer, mehr klare, leichte Brühen & Gemüse-Struktur integrieren;
  • Wenn Kälte triggert (steife, kalte Gelenke, Durchfrieren): wärmende Zubereitung (Eintopf/Suppe), weniger Kaltes, Rohes, Eis/Kaltgetränke, maßvoll Gewürze;
  • Wenn es eher hitzig/aktiv entzündet wirkt: leichter, gut gegart, weniger süß und zu stark verarbeitet(zu heiße Zubereitung durch Backofen, Grill…), Zuckerlast und große Fettmengen reduzieren; passende Kräuter/ Gewürze eher mild halten einsetzen;
  • Wenn Stagnation/„Festhalten“ dominiert: „Küche“, die den Kreislauf/die Bewegung unterstützt: ausreichend Eiweiß, regelmäßig essen, Gewürze, die „bewegen“ und etwas mehr Bewegung im Alltag.

Ein einfacher Einstieg (ohne Overload)…

  • Jeden Tag eine warme Mahlzeit: Suppe, Eintopf, Congee oder ein warm gegartes Gemüsegericht.
  • Jede Mahlzeit mit Protein-Baustein: so unterstützt du Gewebe & Regeneration (auch bei vielen „chronischen“ Mustern ein Schlüssel).
  • Abends eher mild & warm: damit die Mitte nachts nicht überfordert ist und sich ein Hitze-Kessel bildet
  • 1–2 Gewürz-/Kräuter konstant integrieren: z. B. Ingwer/Fenchel oder Ingwer/Kreuzkümmel (verträglich dosiert), statt täglich alles zu wechseln

Allgemein ist Ernährungstherapie in der Naturheilkunde vor allem „Küchenarbeit an der Steuerzentrale“ 😉 : Verdauung, Wärmebalance, Nässe/Schleim-Umfeld und Energiefluss. Wenn du warm, regelmäßig und verträglich isst und die Mahlzeiten nach deinem Muster ausrichtest, verändert sich nicht nur die Symptomlast, sondern auch deine Energie, Schlafqualität und Regenerationsfähigkeit.

Ich selbst habe erblich bedingtes Rheuma und lebe sehr gut damit: ohne „moderne“ Medikamente, mit Kräutern, die zu meinem Rheuma-Typ passen, Bewegung, Ernährung… und so zeige ich Dir an meinem Beispiel, wie Ernährungstherapie die Gesundheit beeinflusst:

Rheuma aus Sicht von CM & Ernährungstherapie

In der CM werden „rheumatische“ Beschwerden nicht als eine einzelne Krankheit verstanden, sondern als Muster. Häufige Kombi-Mechanismen sind:

  • Wind-Kälte / Wind-Nässe: Beschwerden sind wechselhaft, ziehen/kribbeln, werden durch Kälte oder feuchte Witterung verstärkt.
  • Nässe- und Schleimbelastung: Schwellungen, „Schweregefühl“, steife Gelenke, träge Beweglichkeit.
  • Stagnation: Schmerzen, die „fest sitzen“ – Bewegung bringt oft Erleichterung, aber der Körper bleibt blockiert.
  • (Sekundär) Hitze: bei stärkerer Entzündungsneigung können Rötung/Überwärmung dazukommen.

Ernährungstherapie zielt daher in der Regel auf drei Dinge:
Wärme auf- bzw. abbauenNässe/Schleim reduzierenBewegung fördern und dabei den Körper konstitutionell unterstützen(damit Entzündung nicht ständig „nachgefüttert“ wird).

Ernährungstrategie anhand einer Suppe- was diese Suppe ernährungstherapeutisch bewirkt…

Diese Suppe ist als warmes, gekochtes Gericht angelegt (statt roh/„kalt“), weil warm und gegart aus Sicht der Naturheilkunde/CM hilft, Nässe zu transformieren und „Kälte-Faktoren“ abzupuffern.

  • Ackerhornkraut (Wildpflanze): wird in der CM als regulierendes Wildkraut eingesetzt, das Nässe/„Trübes“ nicht einfach nur „wegdrückt“, sondern das System wieder in Bewegung bringen kann.
  • Brennnessel: unterstützt aus Sicht der CM die Nässe-Ausleitung und kann das „Schwere“ aus dem System nehmen.
  • Löwenzahn: wird häufig genutzt, um die Funktion von Leber/Magen-Dynamik(Verdauung & Bewegung) zu fördern.
  • Gundermann: passt als Wildkräuter-Baustein gut in „leichter öffnende“ Ernährungssysteme.
  • Möhre/Pastinake/Lauch/Kartoffel: liefern „milde Basis“ für die Mitte und machen das Gericht verträglich und sättigend.
  • Ingwer + Knoblauch (frisch und sehr zurückhaltend dosiert): wirken wärmend und unterstützen „Gegenkälte“ und Bewegungsimpuls.
  • Kurkuma (optional): ergänzt die antientzündliche Küche, ohne die Suppe „zu schwer“ zu machen.

Rezept: Antientzündliche Rheuma-Suppe mit Ackerhornkraut:

Zutaten (ca. 4 Portionen)

  • 1 EL Olivenöl oder Ghee
  • 1 Zwiebel (klein gewürfelt)
  • 1–2 Stangen Lauch (in Ringe geschnitten)
  • 1 Stück Ingwer (ca. 1–2 cm), fein gerieben
  • 1 Knoblauchzehe (optional, fein gehackt)
  • 1 Möhre (gewürfelt)
  • 1 Pastinake (gewürfelt, optional)
  • 1 Kartoffel (würfeln, macht die Suppe „milder“)
  • 800–1000 ml Gemüsebrühe (oder Wasser + Algen/Salz nach Wahl)
  • 1–2 TL Kurkuma (optional)
  • 1/2 TL Kreuzkümmel oder Fenchel (hilft, Nässe leichter zu transformieren)
  • Salz & frisch gemahlener Pfeffer

Wildkräuter (frisch oder tiefgekühlt, Menge insgesamt ca. 250–350 g):

  • Ackerhornkraut (ca. 80–120 g)
  • Brennnessel (ca. 80–120 g, blanchiert)
  • Gundermann (ca. 30–60 g, fein gehackt)
  • Löwenzahn (ca. 30–60 g, kleingeschnitten; Blätter statt viel Blüten, je nach Geschmack)

Optional zum Abrunden:

  • 1–2 TL Zitronensaft am Ende (nicht mitkochen, wenn du sehr empfindlich reagierst)
  • 1–2 EL Apfelessig ganz am Schluss (nur wenn Du ihn gut verträgst)

Zubereitung

  1. Basis ansetzen: Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebel und Lauch 5–7 Minuten anschwitzen. Ingwer (und optional Knoblauch) 30–60 Sekunden mit anrösten.
  2. Gemüse & Gewürze: Möhre, Pastinake (optional) und Kartoffel zugeben. Kurkuma und Kreuzkümmel/Fenchel dazugeben und kurz mitrösten.
  3. Kochen: Mit Gemüsebrühe auffüllen und alles 20–25 Minuten sanft köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.
  4. Wildkräuter „zum richtigen Zeitpunkt“:
    • Brennnessel kurz blanchieren oder bereits blanchiert verwenden.
    • Ackerhornkraut, Gundermann und Löwenzahn erst in den letzten 5–7 Minuten einrühren, damit Aroma und Vitalität erhalten bleiben.
Ackerhornkraut- wächst da, wo anderes nicht bestehen kann
  1. Abschmecken & optional verfeinern: Mit Salz/Pfeffer abschmecken. Optional am Ende ganz wenig Zitronensaft oder Essig zugeben (nur wenn verträglich).
  2. Optional cremiger: Wenn du es mehr „wärmend und Mitte regulierend“ möchtest, kannst du einen Teil der Suppe pürieren und den Rest stückig lassen.

Anwendung:

  • 2–4x/Woche als warmes Gericht für einen Zeitraum von 1–2 Wochen testen, dabei beobachten: Werden Steifigkeit/Schweregefühl besser? Wird die Verdauung optimaler?

Konkrete Hinweise (kurz & praxisnah und für Deine Sicherheit)…

  • Wildkräuter nur sammeln, wenn die Art sicher identifiziert werden kann oder aus vertrauenswürdigen Quellen stammen.
  • Bei Medikamenten oder starken Entzündungs-/Schub-Symptomen dieses Muster ergänzend betrachten (Ernährung ersetzt keine ärztliche Behandlung).

Diese Suppe arbeitet nicht „gegen“ deinen Körper, sondern mit einer naturheilkundlichen Logik: warm, gekocht, kräuterreich, mit Wildpflanzen, die das System wieder in Bewegung bringen sollen.

UND nun? Schau genau hin- integriere die Ernährungshinweise, die Du bspw. von mir bekommst, langsam und ohne Stress in Deine Mahlzeiten- beginne mit der wichtigsten Mahlzeit- der ersten des Tages zwischen 6-11 Uhr 🙂

Nimm den „Druck“ und Deinen Perfektionismus aus der Umsetzung- erinnere Dich bspw. an die Ernährung von früher- oft reichen 3-5 Zutaten für eine nährende und „heilende“ Ernährung.

Du benötigst Hilfe- dann melde Dich für einen termin gerne über das Kontaktformular; diese Termine sind auch per Video-Call möglich.

Ich wünsche Dir eine gute Woche; bleib gesund… herzlichst

Kira

Wildkräuter- einwunderbarer Ersatz für zu starke Gewürze 🙂

Trinkkuren- gar nicht altbacken…

Guten Tag an Dich an diesem Pfingstmontag; Du hast hier zu meinem Blog gefunden- dann freue Dich auf zahlreiche Berichte von der Naturheilkunde, zu Heilverfahren, meiner Arbeit und natürlich ganz viel Wissen rund um Kräuter, Traditionelle Europäische Heilkunde, Klostermedizin und Klassische Chinesische Medizin. Heute habe ich Dir dies zusammen gestellt:

Alt bewährt- gar nicht eingestaubt und heute eine sehr einfache therapeutische Anwendung in der Naturheilkunde- eine „Trink-Kur“…

Trinkkuren gehören zu den ältesten Heilverfahren und sind – gerade in Europa- eng mit der Geschichte der Bäderorte verbunden. Sie stehen für eine Zeit, in der Wasser nicht nur als Nahrungs- und Reinigungsmedium verstanden wurde, sondern als Träger von Mineralien, Temperaturreizen und beliebte Heilpraxis. Gerade in den klassischen Kurorten entwickelte sich daraus eine Kultur der „Heilquellen“, in der das Trinken von Quellwasser, das „Baden“ und das Verweilen im Ort als zusammengehörige Therapie verstanden wurden.

Ein wenig Historie zur Trinkkur

Die Idee, Wasser gezielt zu trinken, ist sehr alt. Schon in der Antike wurden Quellen aufgesucht, denen eine besondere Wirkung zugeschrieben wurde. Im Mittelalter und besonders in der Neuzeit erlangten Mineral- und Heilquellen eine zentrale Stellung. Mit der Entwicklung der europäischen Bäderkultur im 17. bis 19. Jahrhundert- bspw. in Karlsbad oder Bad Lauterbach… wurde die Trinkkur zu einem festen Bestandteil der Kurmedizin.

In vielen Bäderorten entstand eine eigene Routine:

  • morgens frisches Quellwasser trinken
  • anschließend spazieren gehen
  • danach Ruhe, leichte Kost und wiederholte Anwendungen, wie Wassertreten oder Wickel

Dieses Zusammenspiel war nicht zufällig aufgestellt worden, sondern Teil einer frühen, ganzheitlichen Sicht auf Gesundheit. Die Quelle selbst galt als heilkräftig, aber ebenso der Ort, die Luft, die Bewegung, die leichte „Kurkost“ und der geregelte Tagesrhythmus.

Der Tollensesee bei uns in MV ist bspw. zum Teil ein Quellensee; sehr klares und kühles Wasser selbst im Sommer sind bezeichnend

Bäderorte als Heilräume

Bäderorte waren historisch nicht einfach „Orte mit Wasser“, sondern komplette Heilräume. Sie vereinten:

  • Heilquelle oder Mineralquelle
  • Badekultur
  • Trinkhalle
  • Promenaden und Kurwege
  • ärztliche Begleitung
  • gesellschaftliche Ordnung und Erholung

Die Trinkhalle war dabei ein zentrales architektonisches und kulturelles Element. Noch heute kannst Du bspw. in Karlsbad- dem tschechischen Karlovy Vary- diese Architektur bewundern. Dort wurde das Wasser nicht nebenbei konsumiert, sondern bewusst, in Etappen und oft nach ärztlicher Empfehlung zu sich genommen. Das Trinken wurde ritualisiert: langsam, in bestimmter Menge, zu bestimmten Zeiten und kombiniert mit Bewegung.

Was unter „Heilquellen“ verstanden wurde

Der Begriff Heilquelle beschreibt Wasserläufe, denen aufgrund ihrer natürlichen Zusammensetzung eine therapeutische Wirkung zugeschrieben wurde. Entscheidend waren vor allem:

  • Mineralgehalt
  • Temperatur
  • Kohlensäuregehalt
  • Sulfat-, Natrium-, Calcium- oder Magnesiumanteile
  • Geruch und Geschmack

Je nach Zusammensetzung wurden die Quellen unterschiedlich eingesetzt. Manche galten als anregend für die Verdauung, andere als unterstützend bei Stoffwechsel- oder Harnwegsproblemen. In der historischen Balneologie war das Wasser nicht neutral, sondern charaktervoll: Jede Quelle hatte ihren eigenen „Arztbrief“ aus der Natur.

Die kulturelle Bedeutung der „Trinkkur“

Die Trinkkur war nie nur medizinisch, sondern auch kulturell geprägt. Der Bäderort wurde zum Ort von:

  • Heilung
  • Beobachtung
  • sozialem Austausch
  • Spaziergang und Rhythmus
  • Disziplin und Selbstfürsorge

Der Tagesablauf im Kurort strukturierte den Körper neu. Das langsame Trinken am Morgen, das Gehen an der frischen Luft und die wiederkehrenden Anwendungen sollten den Organismus ordnen und stärken. In diesem Sinn war die Trinkkur auch eine frühe Form von Regeneration durch Rhythmus.

Verbindung zur Naturheilkunde heute

In der heutigen Naturheilkunde lässt sich diese Tradition neu „lesen“. Trinkkuren mit Kräutern greifen das alte Prinzip auf, Flüssigkeit nicht nur als Menge, sondern als Träger von Wirkung, Rhythmus und Qualitätzu verstehen. Während früher die Heilquelle selbst im Mittelpunkt stand, übernehmen heute oft Kräutermischungen diese Rolle: Sie verbinden Wasser mit pflanzlicher Information und einem klaren Kurkonzept.

Das macht die Trinkkur bis heute interessant:

  • als sanfte Unterstützung
  • als ritualisierte Gesundheitsroutine
  • als Brücke zwischen historischer Heiltradition und moderner Phytotherapie

Die Geschichte der Trinkkuren ist untrennbar mit den Bäderorten und ihren Heilquellen verbunden. Aus dem Trinken mineralischer Quellwässer entstand eine ausgeprägte Kurkultur, in der Wasser, Bewegung, Luft, Ruhe und ärztliche Ordnung zusammenwirkten. Diese historische Tradition prägt bis heute die naturheilkundliche Vorstellung von Trinkkuren: nicht als schnelle Maßnahme, sondern als rhythmische, mild wirkende Form der Unterstützung von Körper und Regeneration.

Trinkkuren sind daher in der modernen Naturheilkunde ein klassisches, alltagsnahes Verfahren, um den Flüssigkeitshaushalt zu unterstützen und bestimmte Stoffwechsel- und Ausscheidungsprozesse sanft zu begleiten. Wissenschaftlich betrachtet wirken sie nicht nicht nur als „Motor“ der Autophagie, sondern vor allem über ausreichende Hydrierung, die Zufuhr pflanzlicher Inhaltsstoffe und die gezielte Auswahl mild wirkender Drogen. Besonders interessant sind dabei bspw. LabkrautBrennnessel und Holunderblüten, weil sie zwar traditionell unterschiedlich eingesetzt werden und sich gut für eine kurartige Anwendung kombinieren lassen.

Trinkkur in der Naturheilkunde:

Eine Trinkkur bedeutet meist, über einen begrenzten Zeitraum regelmäßig Wasser, einen Kräutertee oder Auszug zu trinken. Dabei geht es um:

  • Unterstützung der Flüssigkeitszufuhr
  • Anregung der Diurese
  • Begleitung des Stoffwechsels
  • Sanfte Regulation bei innerer Hitze, Stauung; „Winter- oder Frühjahrs“müdigkeit
  • Ergänzung einer ernährungsmedizinisch sinnvollen Routine

Aus naturheilkundlicher Sicht ist entscheidend, dass eine Trinkkur mild, regelmäßig durchgeführt, aber auch zeitlich begrenzt bleibt. Kräuter mit stark harntreibender, stoffwechselaktiver oder pharmakologisch intensiver Wirkung gehören nicht unkritisch in den Alltag, sondern brauchen Indikationsbezug und Kontext.

1. Labkraut: sanfte Lymph- und Stoffwechselbegleitung

Echtes Labkraut (Galium verum) und in der Praxis oft auch verwandte Labkrautarten werden traditionell bei „Stockungen“, Lymphthemen und einem Gefühl von Schwere verwendet. Die Pflanze enthält unter anderem:

  • Gerbstoffe
  • Flavonoide
  • Iridoide
  • Saponine in geringerem Ausmaß

Aus naturheilkundlicher Perspektive wird Labkraut geschätzt, weil es mildgut integrierbar und langsam wirkend ist. In Trinkkuren passt es besonders dann, wenn nicht ein aggressiver Effekt, sondern eine sanfte Regulation gewünscht ist. Dabei sind Kaltauszüge ebenso wirksam wie Teezubereitungen.

Für die Praxis:

  • gut geeignet für kurmäßige Mischungen
  • eher als Begleitpflanze als als starkes Einzelmittel
  • traditionell bei „Verschleimung“, „Stauung“ und leichten Lymphbeschwerden verwendet

Wissenschaftlich lässt sich die Wirkung vor allem als milde pflanzliche Modulation einodnen, nicht als spektakulärer Einzelmechanismus.

Im Sommer lassen sich Trinkkuren auch mit Obst im Wasser durchführen- bspw. Wassermelone- reich an Mineralien 🙂

2. Brennnessel: mineralstoffreich und klassisch harntreibend

Die Brennnessel (Urtica dioica) ist eine der bekanntesten Trinkkurpflanzen. Sie enthält unter anderem:

  • Mineralstoffe
  • Flavonoide
  • Kieselsäure
  • Phenolcarbonsäuren
  • weitere sekundäre Pflanzenstoffe

Traditionell wird sie vor allem zur Durchspülung der Harnwege und als stoffwechselunterstützende Pflanzeeingesetzt. Im naturheilkundlichen Kontext wird sie oft verwendet bei:

  • leichtem Wasserstau
  • Frühjahrskuren
  • allgemeiner Rekonvaleszenz
  • begleitender Ausleitung über die Niere

Die Brennnessel ist dabei nicht nur „harntreibend“, sondern auch ein Nährkraut. Gerade das macht sie für Trinkkuren attraktiv: Sie verbindet Ausscheidungsunterstützung mit einer gewissen mineralischen Dichte.

Wichtig in der Praxis:

  • nicht als Daueranwendung ohne Anlass
  • bei eingeschränkter Nierenfunktion, Herzinsuffizienz oder relevanter Medikation zurückhaltend verwenden
  • auf ausreichendes Trinken achten, damit die Kur funktional bleibt

3. Holunderblüten: Schwitzen, Atemwege, sanfte Regulation

Holunderblüten (Sambucus nigra) gehören zu den klassischen Blüten der Hausapotheke. Sie enthalten unter anderem:

  • Flavonoide
  • Schleimstoffe
  • ätherisch wirksame Begleitstoffe

Traditionell werden sie eingesetzt, um:

  • Schweißbildung zu fördern– besonders, wenn dieser natürliche Mechanismus verloren gegangen ist
  • die Atemwege zu begleiten
  • bei frischem Kältegefühl oder beginnender Erkältung unterstützend zu wirken
  • das allgemeine „Lösen“ im Körper zu fördern

In Trinkkuren bringen Holunderblüten eine wärmend-sanfte, bewegende Komponente ein. Sie passen besonders dann, wenn neben Ausscheidung auch eine gewisse Oberflächenregulation und lymphatische Entlastung gewünscht wird.

Vergleich der drei Pflanzen auf einen Blick:

PflanzeTraditioneller SchwerpunktCharakterGeeignet für Trinkkuren
LabkrautLymphe, Stauung, sanfte Regulationmild, ausgleichendsehr gut
BrennnesselHarnwege, Stoffwechsel, Mineralstoffzufuhrklar, aktivierendsehr gut
HolunderblütenSchwitzen, Atemwege, Bewegung von außen nach innensanft wärmendgut

In einer ausgewogenen Trinkkur sind diese drei Pflanzen sinnvoll miteinander verbunden:

  • Brennnessel für die Ausscheidung und Mineralstoffbegleitung
  • Labkraut für die sanfte Regulation und das Gefühl von Leichtigkeit
  • Holunderblüten für die unterstützende Wärme- und Oberflächenwirkung

So entsteht eine Mischung, die nicht zu stark, aber dennoch spürbar ist. Gerade in der Naturheilkunde ist diese Balance entscheidend: Eine gute Trinkkur soll den Organismus nicht überfordern, sondern rhythmisierend und unterstützend wirken.

Praktische Anwendung:

Für eine alltagstaugliche Trinkkur werden verwendet:

  • 1–2 Teelöffel Kräutermischung pro Tasse
  • 2–3 Tassen täglich
  • über 5–14 Tage, je nach Zielsetzung
  • möglichst warm und frisch zubereitet

Ein Beispiel für eine milde Mischung wäre:

  • 40 % Brennnessel
  • 30 % Labkraut
  • 30 % Holunderblüten

Diese Mischung ist besonders geeignet, wenn eine Kur sanfthausapothekennah und alltagstauglich bleiben soll.

Grenzen und Vorsicht!!!

Trinkkuren sind nicht für jede Situation gleich passend. Daher sollten diese Kuren auch immer mit Deiner Kompetenzperson- HPin oder Badearzt/Badeärztin abgesprochen werden.

Vorsicht ist geboten bei:

  • Herz- oder Nierenerkrankungen
  • starker Ödembildung unklarer Ursache
  • akuter Infektion mit hohem Fieber
  • Schwangerschaft und Stillzeit, je nach Pflanze und Dosierung
  • gleichzeitiger Einnahme entwässernder Medikamente

Es gilt immer: Eine Trinkkur ist kein Ersatz für eine vernünftige Diagnostik und Behandlung, sondern eine begleitende naturheilkundliche Maßnahme.

JiaoGulan- sehr gut für eine Trinkkur über das frühjahr und den Herbst- eine Tasse täglich

Kurmischung für 7–14 Tage

Mischung:

  • 40 g Brennnesselblätter
  • 30 g Labkraut
  • 30 g Holunderblüten

Anwendung

  • 1 Esslöffel der Mischung mit 250 ml heißem Wasser übergießen
  • 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen
  • 2–3 Tassen täglich frisch zubereitet trinken
  • Ideal über 7–14 Tage
  • Diesen Trank tatsächlich pur zu sich nehmen, keinen Honig oder Zucker verwenden!!!

Naturheilkundliche Einordnung:

  • Brennnessel: unterstützt die Durchspülung und bringt mineralische Begleitung
  • Labkraut: wird traditionell bei Stauung und zur sanften Regulation eingesetzt
  • Holunderblüten: ergänzen die Mischung mit einer wärmend-lösenden Komponente

Geschmack und Charakter

Die Mischung ist:

  • mild herb
  • leicht blumig
  • angenehm alltagstauglich
  • gut geeignet für eine sanfte Trinkkur im Frühjahr oder bei allgemeinem „Schweregefühl“

Diese Mischung passt besonders gut, wenn die Kur nicht zu stark, sondern sanft und regulierend wirken soll. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen, unklaren Schwellungen oder relevanter Medikation sollte eine Trinkkur individuell abgestimmt werden.

Wasser-Lebenselixier für alles in der Natur; in Norwegen bspw. kannst Du problemlos aus den Gebirgsläufen trinken; das Wasser hat eine unglaubliche Kraft dort- vor allem mental ist es zu spüren

In der Chinesischen Medizin würde man diese Mischung vor allem als mild bewegend, ausleitend und leicht kühlend einordnen. Sie passt besonders dann, wenn sich Hitze, leichte Stagnation oder Feuchtigkeit zeigen, etwa bei:

  • Schweregefühl
  • innerer Unruhe
  • leichtem „Stau“ im Körper
  • Neigung zu Ödemen
  • Frühjahrsmüdigkeit mit Trägheit

Die Mischung unterstützt aus Sicht der CM vor allem:

  • Qi-Bewegung
  • Feuchtigkeitsausleitung
  • leichte Hitze-Reduktion
  • Sanftes Harmonisieren von Leber und Niere

Wirkprofil der Kräuter gemäß CM:

PflanzeCM-ZuordnungWirkung im CM-Verständnis
Brennnesselleicht kühlend, bewegendklärt leichte Hitze, fördert Ausleitung über Urin
Labkrautausleitend, regulierendunterstützt Stauungsabbau und Flüssigkeitsbewegung
Holunderblütenleicht kühlend bis neutrallöst, öffnet und unterstützt die Oberfläche

Wann sie aus dem Blickwinkel der CM gut passt

Diese Mischung ist besonders passend bei:

  • Qi-Stagnation mit Feuchtigkeit
  • leichter Hitze im oberen oder mittleren Erwärmer
  • Schweregefühl und „verklemmter“ Dynamik
  • milder Frühjahrskur

Wann NIE anwenden:

  • ausgeprägtem Yin-Mangel mit Trockenheit
  • deutlicher Kälte im Verdauungstrakt
  • starkem Erschöpfungszustand
  • Schwangerschaft – hier Einzelfall streng prüfen!!

Trinkkuren sind ein sehr brauchbares Instrument der Naturheilkunde, wenn sie gezielt, mild und zeitlich begrenzt eingesetzt werden. Als Beispiel hier: Labkraut steht für sanfte Regulation und Stauungsabbau, Brennnessel für Durchspülung und mineralische Unterstützung, Holunderblüten für die wärmende, schweißtreibende und ausgleichende Komponente. Zusammen ergeben sie eine gut verständliche und praktisch einsetzbare Phytotherapie für den Alltag.

Meine Empfehlung: Lass doch mal Deinen Mineralstoffhaushalt über das Blut bestimmen- eventuell ist eine Trinkkur auch für Dich sinnvoll- vor allem bei ständiger Müdigkeit, was auf eine Dysbalance im Leber- und Nieren-Stoffwechsel hinweist.

Trinkkuren gehören aber in die Hände des Fachpersonals- halte Rücksprache. Bei Interesse vereinbare gerne einen Termin in meiner Praxis; ggf. lässt sich der Termin auch telefonisch abhalten.

Trinktipp für den Alltag: Trinke alle Stunde ein kleines Glas Wasser und etwa eine Stunde vor den Mahlzeiten ein großes Glas- möglichst ohne Sprudel und lauwarm- dann arbeitet Dein Körper sinnvoll und „leidet“ nicht unter Trockenheit 😉

Hab eine angenehme Woche- liebe Grüße in Deinen Tag…

Kira

Trinkkur bei Migräne-Anfälligkeit bspw. u.a. mit Mutterkraut-Auszug

Das große Fest des Übergangs…

…wird in dieser Woche besonders kraftvoll- zum 30.04.2026 steht das Fest BELTAINE/ Walpurgisnacht an und in der Nacht zum 1.Mai bzw. am 1.Mai kommt auch noch der Vollmond dazu.

Wie kraftvoll wird dieser Übergang in den Frühsommer- um Dich zu unterstützen, lade ich Dich ein, Dir diesen Beitrag bei einer Tasse Tee oder Kaffee, so ganz gemütlich, zu lesen:

Schau Dir den geist des Baumes an 🙂

Beltaine markiert den Übergang in die sehr kraftvolle, feurige Jahreshälfte: Feuer, Blüte, Sinnlichkeit, Fruchtbarkeit und Lebenskraft treten in den Vordergrund. Im nordischen Schamanismus lässt sich dieses Fest als Schwellenritual verstehen — verwandt mit Walpurgisnacht, Maifeuer, Ahnenkontakt, Seiðr-Arbeit und der Verehrung von Erde, Wachstum und schöpferischer Kraft. Die Kräuter dieser Zeit tragen besonders viel junges Grün, ätherische Frische und aufsteigende, sich ausbreitende Pflanzenkraft in sich.

Beltaine im nordischen Schamanismus

Beltaine ist ursprünglich dem keltischen Jahreskreis zugeordnet und wurde/wirdrd traditionell um den 30. April bis 1. Mai/erstes Maiwochenende gefeier- der Mondlauf war hier der Zeitbringer. Im nordischen Kontext verbindet sich diese Schwellenzeit mit der Walpurgisnacht/ Nacht der heiligen Walburga, Maifeuern, Frühlingsopfern, Fruchtbarkeitsritualen und der Rückkehr der starken, vitalen Naturkräfte.

Während Samhain in die Tiefe, zu den Ahnen und in die Dunkelheit führt, öffnet Beltaine das Tor nach außen: in Blüte, Begegnung, Körperlichkeit, Wachstum und Lebenslust. Es ist ein Fest der lodernden Mitte — zwischen Erde und Himmel, zwischen Wurzel und Blüte, zwischen altem Winter-Atem und jungem Sommerlicht.

Im nordischen Schamanismus können zu Beltaine besondere, alte Kräfte/ kraftvolle Göttinnen und Götter angerufen werden:

Gottheit/WesenBedeutung zu Beltaine
FreyjaLiebe, Sinnlichkeit, weibliche Kraft, Seiðr, Magie, Schönheit, Selbstwert
FreyrFruchtbarkeit, Wachstum, Fülle, Sonnenkraft, Erdensegen
JördErde, nährender Boden, Verwurzelung, Schutz, Mutterkraft
SólLicht, Lebenskraft, Wärme, Erneuerung
Die Disenweibliche Ahnenkräfte, Schutz, intuitive Führung
Die LandvættirNaturgeister, Hüter von Land, Wald, Quellen und Feldern

Beltaine ist damit nicht nur ein Fest der äußeren Fruchtbarkeit, sondern auch der inneren: Welche Vision möchte wachsen? Welche Kraft darf zurückkehren? Welcher Wille/ Wunsch möchte wieder lebendig werden?

Die schamanische Bedeutung des Beltaine-Feuers

Das Feuer ist eines der zentralen Symbole dieser Zeit. Es reinigt, stärkt, schützt und entfacht. In alten Bräuchen wurden Feuer entzündet, um Vieh, Felder, Häuser und Menschen symbolisch zu segnen. Im schamanischen Erleben ist das Beltaine-Feuer ein Tor: Es verwandelt Schwere in Kraft, Müdigkeit in Bewegung und alte Bindungen- geprüft- in neue Lebendigkeit.

Ein einfaches Ritual kann so aussehen:

  • Entzünde am Abend eine Kerze oder ein kleines Feuer.
  • Lege frische Kräuter wie Gundermann, Birke, Giersch oder Schafgarbe bereit.
  • Sprich laut aus, was du in die helle Zeit tragen möchtest.
  • Übergib dem Feuer symbolisch einen alten Gedanken, eine Sorge oder eine Erschöpfung.
  • Berühre anschließend die Erde mit beiden Händen und bitte Jörd um Halt.
  • Lege ein Kraut als Dank an einen Baum, eine Quelle oder an den Rand deines Gartens.
  • Formuliere im Herzen oder in der Sprache: „Was in mir schlief, darf erwachen. Was in mir glimmt, darf lodern. Was in mir wurzelt, darf blühen.“

Kräuter zu Beltaine und ihre Wirkung

Knoblauch-Rauke

Die Kräuter um Beltaine sind geprägt von aufsteigender Pflanzenkraft. Viele sind gerade gekeimt und frisch-grün der Erde „entsprungen“, mineralstoffreich, aromatisch, oft bitter (Bezug zum Holzeelement in der CM). Sie unterstützen symbolisch und naturheilkundlich Reinigung, Leber, Stoffwechsel, Kreislauf, Verdauung, Lebenskraft und emotionale Öffnung.

KrautPflanzenkraft zu BeltaineVerwendung
GierschMineralstoffreiches Frühlingsgrün, Symbol für Erneuerung und FülleFür Suppen, Pesto, Oxymel, Kräutersalz
BrennnesselStarke Mars-Pflanze, aktiviert, reinigt, kräftigtFür Tee, Suppe, Spinat, Frühlingskur
GundermannSchutzkraut, Schwellenpflanze, traditionell für Haus- und HofmagieFür Kräuterbutter, Tee, Räucherung, Suppe
SchafgarbeFrauenkraut, Grenz- und Schutzpflanze, harmonisierendFür Tee, Räucherung, Bittertonic
BirkenblätterLicht, Neubeginn, Reinigung, junge FrühlingskraftFür Tee, Bad, Räucherung, Ritualkranz
LöwenzahnSonnenkraft, Leber-Galle-Unterstützung, Erdung und MutFür Salat, Tee, Sirup, Suppe
WaldmeisterDuft, Herzöffnung, Leichtigkeit, MaienmagieFür Maibowle, Sirup, Duftbündel
SpitzwegerichSchutz, Heilhaut, Atemwege, BodenständigkeitFür Tee, Sirup, Kräutersuppe
Sauerampfer/Wald-SauerkleeFrische, Waldkraft; Glück, feine Säure, LebendigkeitFür Limonade, Suppe, kleine Ritualgabe
FrauenmantelWeibliche Hülle, Schutz, Zyklus, Venus-KraftFür Tee, Ritualbad, Frauenkräutermischung
Holunderblätter und junge HolunderkraftSchwellenbaum, Ahnenkontakt, SchutzFür Rituale und Räucherwerk, Blüten später für Tee/Sirup

Besonders kraftvolle Beltaine-Kräuter

Löwenzahn, Brennnessel, Giersch

Giersch — die grüne Fülle

Giersch ist eines der stärksten Beltaine-Kräuter für den Alltag. Er wächst üppig, ausdauernd und fast unaufhaltsam. Schamanisch steht er für die Kraft, die sich nicht länger zurückhalten lässt. Naturheilkundlich wird er traditionell als mineralstoffreiches Wildgemüse geschätzt und gerne in Frühjahrskuren verwendet.

Brennnessel — das Feuer im Blut

Die Brennnessel trägt eine klare, durchsetzende Kraft. Sie brennt, weckt, bewegt und klärt. Zu Beltaine passt sie besonders, weil sie das innere Feuer anspricht: Kreislauf, Stoffwechsel, Mut und Handlungskraft. Als Tee oder Suppe ist sie ein klassisches Frühlingskraut.

Gundermann — der Hüter der Schwelle

Gundermann rankt am Boden entlang und verbindet Orte miteinander. Er gilt traditionell als Schutz- und Hauskraut. In der Beltaine-Zeit kann er für Rituale verwendet werden, die Übergänge begleiten: vom Rückzug zur Begegnung, von Müdigkeit zu Bewegung, von Schutz zu Öffnung.

Birke — die weiße Erneuerin

Die Birke ist im nordischen Raum ein Baum des Neubeginns. Ihr helles Wesen, ihre junge Blattkraft und ihre Verbindung zur Reinigung machen sie zu einer wunderbaren Beltaine-Pflanze. Birkenzweige können als Ritualschmuck, für einen kleinen Haussegen oder als Symbol für den Eintritt in die helle Zeit genutzt werden.

Waldmeister — der Duft des Mai

Waldmeister trägt die feine, fast elfenhafte Qualität des Maienwaldes. Sein Duft öffnet die Sinne und erinnert an Leichtigkeit, Tanz und Freude. Er sollte sparsam verwendet und vor der Verarbeitung kurz angewelkt werden, damit sich sein typisches Aroma entfaltet.

UND… natürlich darf der BÄRLAUCH nicht fehlen- alles in einem Kraut vereint mit der kraftvollsten Energie, um DIR „Bärenkräfte“ zu verleihen 😉

Schamanisches Beltaine-Ritual mit Kräutern

Birke mit jungem Grün 🙂

Dieses Ritual eignet sich für den Abend des 30. April oder den Morgen des 1. Mai.

Du brauchst:

ZutatBedeutung
Eine Kerze oder FeuerstelleLebenskraft, Reinigung, Schutz
Giersch oder BrennnesselWachstum und Aktivierung
GundermannSchutz und Schwellenkraft
BirkenzweigNeubeginn
Eine Schale WasserGefühl, Intuition, Fluss
Eine kleine Gabe wie Hafer, Honig oder BrotDank an Erde und Naturkräfte

Ablauf:

  • Setze dich an einen ruhigen Ort im Garten, am Waldrand oder an ein geöffnetes Fenster.
  • Entzünde die Kerze.
  • Lege die Kräuter vor dich.
  • Tauche die Fingerspitzen in das Wasser und berühre Stirn, Herz und Bauch.
  • Sprich: „Ich trete ein in die helle Zeit. Meine Wurzeln sind stark. Mein Feuer ist wach. Mein Herz darf blühen.“
  • Halte einen Birken- oder Haselzweig in den Händen und benenne eine Kraft, die du in den kommenden Wochen nähren möchtest.
  • Lege die Kräuter später in die Suppe, trockne sie für Tee oder gib einen kleinen Teil als Dank zurück an die Erde.

Beltaine-Suppe mit Wildkräutern

Diese Suppe ist wärmend, leicht, nährend und sie verkörpert die „grüne Kraft“- verbindet die Frische der jungen Wildkräuter mit der erdenden Kraft von Kartoffel, Lauch und Wurzelgemüse. Aus Sicht der CM stärkt sie sanft die Mitte, bewegt durch die grünen Kräuter das Qi und bringt frische Frühlingskraft in den Körper.

Rezept: Grüne Beltaine-Suppe mit Giersch, Brennnessel und Gundermann

Für 4 Portionen

ZutatMenge
Frischer Giersch2 Handvoll
Junge Brennnesselspitzen1 Handvoll
Gundermann1 kleine Handvoll
Junge Löwenzahnblätter4–6 Blätter
Kartoffeln3 mittelgroße
Lauch1 Stange
Möhre1 Stück
Zwiebel1 Stück
Knoblauch1 kleine Zehe
Gemüsebrühe900 ml
Hafer- oder Sahnealternative100 ml
Olivenöl oder Ghee1–2 EL
Zitronensaft1–2 TL
Muskat1 Prise
Fenchel- oder Kümmelsamen½ TL
Salz und Pfeffernach Geschmack
Optional: frischer Sauerampfer oder Sauerkleeeinige Blättchen als Topping
Optional: geröstete Haferflocken oder Kerne2 EL

Zubereitung:

  • Die Wildkräuter sorgfältig verlesen, kurz waschen und trocken schütteln.
  • Brennnesseln am besten mit Handschuhen sammeln und verarbeiten.
  • Kartoffeln, Möhre und Zwiebel schälen und würfeln.
  • Lauch waschen und in feine Ringe schneiden.
  • Öl oder Ghee in einem Topf erwärmen.
  • Zwiebel, Lauch, Möhre, Knoblauch und Fenchel- oder Kümmelsamen sanft anschwitzen.
  • Kartoffeln dazugeben und kurz mitdünsten.
  • Mit Gemüsebrühe aufgießen.
  • Die Suppe etwa 15–20 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.
  • Giersch, Brennnessel, Gundermann und Löwenzahn erst in den letzten 3–5 Minuten dazugeben.
  • Hafer- oder Sahnealternative einrühren.
  • Die Suppe fein pürieren.
  • Mit Salz, Pfeffer, Muskat und Zitronensaft/Abrieb einer Zitrone abschmecken.
  • Mit Sauerampfer, Sauerklee, gerösteten Haferflocken oder Kernen- fein gehackt oder gerebelt- servieren.
Beltaine-Suppen

Schamanische Betrachtung zu dieser einfachen Köstlichkeit:

Diese Suppe ist mehr als eine Mahlzeit. Sie ist ein kleines, erdendes Beltaine-Ritual.

BestandteilSymbolische Bedeutung
KartoffelErdung, Sättigung, Schutz
LauchReinigung, Durchlässigkeit, Bewegung
GierschFülle, Wachstum, grüne Lebenskraft
BrennnesselFeuer, Mut, Aktivierung
GundermannSchwelle, Schutz, Verbindung
LöwenzahnSonnenkraft, Leber-Qi, Aufrichtung
Zitrone/SauerampferFrische, Klarheit, Erwachen
HaferMilde, Mitte, Nährung

Vor dem Essen kann ein kurzer Segen gesprochen werden: „Grünes Feuer, junge Erde,Licht im Blatt und Kraft im Herd- Was mich nährt, darf in mir blühen. Was mich ruft, darf nun erglühen.“

Hinweise und achtsame Anwendung

Wildkräuter sollten nur gesammelt werden, wenn Du sie sicher bestimmen kannst. Besonders bei jungen Blättern kann es zu Verwechslungen kommen. Sammle an unbelasteten Orten, fern von stark befahrenen Straßen, gedüngten Feldern und Hundewiesen.

Achtsames Sammeln
KrautHinweis
BrennnesselBei Neigung zu Wassereinlagerungen durch Herz- oder Nierenerkrankungen nur fachkundig einsetzen
WaldmeisterSparsam verwenden; nicht in großen Mengen oder dauerhaft
Sauerampfer/Wald-SauerkleeEnthält Oxalsäure; bei Nierensteinen oder Oxalatproblematik nur sehr zurückhaltend
SchafgarbeBei Korbblütler-Allergie meiden
BirkenblätterBei Birkenpollenallergie vorsichtig testen
Wildkräuter allgemeinIn Schwangerschaft, Stillzeit, bei schweren Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme individuell prüfen

Beltaine als inneres Jahreskreisfest

Beltaine ist eine Erinnerung und Fest des Moment’s- Lebendigkeit muss nicht erzwungen werden- sie steigt auf, wenn Natur und Boden bereit sind. Als nordische Schamanin höre ich in dieser Zeit auf die Erde, auf die Bäume, auf die Ahnen und auf das leise Knistern und Flüstern des eigenen inneren Feuers, aber auch den 4 Himmelsrichtungen und den Winden.

Kraftvoll besonders im Mai- die „Maiwipfel“ für Lunge und Geist

Die Kräuter Ende April/ Anfang Mai sind zarte und trotzdem kraftvolle grüne Boten dieser Rückkehr. Sie nähren, klären, bewegen und bringen die Erinnerung in den Körper zurück, dass dieser Teil des großen Kreislaufs ist. Eine einfache Beltaine-Suppe kann so zum Ritual werden: wärmend für im Deine Mitte, grün für Leber und Herz; aber auch erhellend für unseren Geist.

Hab eine wunderbare Zeit und genieße die aufstrebende Kraft- alles Liebe…

Kira

Beltainerituale 🙂

Hinweis: Einige Fotos wurden durch KI bearbeitet bzw. erstellt.

BRÖTCHEN??? Bei dem Thema hast Du auch große Augen, weil…

… Dir mal gesagt wurde, dass Brot und Brötchen gemäß der Ernährungsprinzipien der Chinesischen Medizin und eine gesunden, modernen Ernährung generell schlecht sind??

UND damit willkommen in der neuen Woche.

Erst mal vorweg; auf Brot/ Brötchen verzichte nur, wenn diese aus schlechten Zutaten sind; also Zutaten, die für Dich nicht geeignet sind ODER Du ein massives „Feuchtigkeits“- Thema hast (dicke Zunge, Schweregefühl, Ödeme…)- und natürlich nur auf Zeit.

Ich habe da was Für Dich: ein einfaches Brötchenrezept- mit Hirse-Buchweizen-Haferflocken- Mischung, Dinkelmehl, Kefir und Weinsteinbackpulver gelingt ein schneller Teig ohne Hefe, also eher Kefir-Brötchen als ein klassische Sauerteig- oder Hefe-Brötchen.

Prinzip dieses Rezept’s:

  • Dinkelmehl gibt Struktur
  • Flockenmischung sorgt für Biss und Saftigkeit
  • Kefir bringt Feuchtigkeit und leichte Säure
  • Weinsteinbackpulver übernimmt das Aufgehen
  • Gewürze kannst du je nach Geschmack süß oder herzhaft einsetzen

Einfaches Rezept für Deine Brötchen:

Zutaten

  • 250 g Dinkelmehl
  • 100 g Flocken-Mischung
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • 200–250 ml Kefir
  • 1 Prise Salz
  • Gewürze nach Wunsch

Zubereitung

  • Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitzevorheizen.
  • Mehl, Flocken, Backpulver, Salz und Gewürze mischen.
  • Kefir nach und nach zugeben und alles zu einem weichen Teig verkneten.
  • Wenn der Teig zu klebrig ist, etwas mehr Flocken und Mehl zugeben.
  • Kleine Brötchen formen und auf ein Backblech setzen.
  • Nach Wunsch mit Kernen oder Flocken bestreuen.
  • 18–25 Minuten backen, bis sie goldbraun sind.

Tipps für gutes Gelingen

  • Mehr Flocken machen die Brötchen rustikaler, aber auch etwas kompakter.
  • Mehr Kefir macht den Teig weicher, dann brauchst du etwas mehr Mehl.
  • Für bessere Formstabilität den Teig 10 Minuten ruhen lassen.
  • Falls vorhanden, hilft ein Esslöffel Öl– hier ein Nuss- oder Kern-Öl für eine etwas weichere Krume.

Gewürze für die Bekömmlichkeit

  • Herzhaft und für die Bekömmlichkeit: Kümmel, Fenchel, Kräuter, Paprika
  • Mild: nur Salz
  • Süßlicher: Zimt, etwas Vanille

Diese Brötchen werden eher:

  • locker
  • saftig
  • leicht rustikal

Sie werden nicht ganz so luftig wie Hefebrötchen- aber dafür deutlich bekömmlicher.

Süppchen zum Brötchen- macht diese noch bekömmlicher

Aus Sicht der Chinesischen Medizin passen diese Brötchen gut in eine eher milde und bekömmliche Ernährung. Sie sind vor allem dann sinnvoll, wenn du etwas Wärmendes, Sättigendes und Verträgliches suchst.

Einordnung der Zutaten

  • Dinkelmehl: gilt in der CM als eher mild, leicht nährend und für viele Menschen gut verträglich
  • Flocken: stärken die Mitte, machen satt und unterstützen Qi
  • Kefir: eher kühl bis leicht erfrischend, durch Fermentation leichter verdaulich als viele andere Milchprodukte
  • Weinsteinbackpulver: neutral, eher technischer Backbestandteil ohne eigene CM-Wirkung
  • Gewürze: können je nach Auswahl wärmend, bewegend oder beruhigend wirken

Diese Brötchen sind aus Sicht der Chinesischen Medizin besonders passend bei:

  • Qi-Schwäche der Mitte
  • Appetitlosigkeit
  • Erschöpfung mit Bedarf an einfacher, sättigender Kost
  • Dampfigem Gefühl, wenn die Zutaten nicht zu feucht oder zu süß werden

Sie sind etwas weniger geeignet bei:

  • ausgeprägter Kälte in Milz und Magen
  • starker Verschleimung, wenn zu viel Kefir verwendet wird
  • sehr schwacher Verdauung, falls die Brötchen zu schwer oder zu groß ausfallen

Optimierung/Anpassung:

Wenn du die Brötchen „freundlicher“ aus Sicht der CM machen willst, kannst du:

  • wärmende Gewürze wie Kümmel, Fenchel oder etwas Anis stärker hinzufügen
  • den Kefir sparsamer einsetzen
  • die Brötchen frisch und warm essen
  • dazu einen warmen Tee trinken, zum Beispiel Fenchel- oder Ingwertee in milder Form oder eine leichte Suppe dazu essen
Gwürze sorgen für Harmonie im Brötchen

Für welche Konstitution sind sie geeignet:

Besonders passend sind sie für Menschen mit:

  • eher schwacher Mitte
  • Bedarf an sanfter Stärkung
  • Wunsch nach rustikaler, einfacher Hausmannskost
  • Tendenz zu kalter Verdauung, wenn wärmende Gewürze ergänzt werden

Für eine bessere Mitte-Verträglichkeit würde ich die Brötchen eher:

  • nicht zu süß
  • nicht zu fettig/ feucht
  • leicht gewürzt
  • warm und frisch

zubereiten.

„Guten Appetit“ und eine schöne Woche wünscht Dir

Kira

Mandeln… die Kraft im Kern oder doch nicht?

Hallo an Dich und liebe Grüße zum Ostermontag… gab es in Deinem Osternest auch die gesunden Kerne wie Mandeln und Cashew?

Für eine Vielzahl von uns Menschen sind diese Kerne tatsächlich gesund- maßvoll in die Ernährung integriert liefern sie wertvolle Fette, Eiweiß und eine Vielzahl von Mikronährstoffen.

ABER… was ist mit den Menschen, die darauf reagieren- und dazu kann ich Dir sowohl aus Sicht der modernen Dermatologie als auch der chinesischen Medizin folgendes berichten:

Mandeln gelten sowohl aus Sicht der Dermatologie (indirekt über Nährstoffe) als auch der Chinesischen Medizin (CM) als besonders wertvoll für die Haut. Ihre Wirkung entsteht durch eine Kombination aus entzündungshemmenden, nährenden und regulierenden Eigenschaften.

Mandeln- kleine Kraftpakete

Dermatologische Perspektive:

1. Essenzielle Fettsäuren für die Hautbarriere
Mandeln enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, insbesondere Omega‑9. Diese stärken die Lipidbarriere der Haut, was entscheidend ist bei:

  • trockener Haut
  • Neurodermitis
  • gestörter Hautschutzfunktion

Eine stabile Hautbarriere reduziert Feuchtigkeitsverlust und schützt vor Reizstoffen.

2. Vitamin E als Antioxidans
Mandeln sind reich an Vitamin E, das:

  • freie Radikale neutralisiert
  • Hautalterung verlangsamt
  • entzündliche Prozesse (z. B. bei Akne) abschwächen kann

3. Zink und Biotin für Regeneration
Diese Mikronährstoffe unterstützen:

  • Wundheilung
  • Zellneubildung
  • Talgregulation

Dieser Fakt ist besonders relevant bei unreiner Haut oder Akne.

4. Blutzuckerregulation
Mandeln stabilisieren den Blutzucker. Schwankungen im Insulinspiegel können Akne und entzündliche Hautprobleme verstärken – Mandeln wirken hier indirekt regulierend.

Mandeldrink/ Mandelöl

Perspektive CM

Gemäß der CM werden Mandeln (insbesondere süße Mandeln, Xing Ren) folgendermaßen eingeordnet:

1. Befeuchten die Lunge → nähren die Haut
In der CM gilt: Die Lunge kontrolliert die Haut.
Mandeln:

  • befeuchten die Lunge
  • lindern Trockenheit
  • verbessern trockene, schuppige Haut

2. Nähren Yin und Säfte
Bei Hautproblemen durch „Yin-Mangel“ (z. B. trockene, empfindliche Haut, frühzeitige Falten) wirken Mandeln:

  • aufbauend
  • kühlend
  • regenerierend

3. Reduzieren innere Trockenheit und Hitze
Bei Zuständen wie:

  • entzündlicher Akne
  • geröteter Haut
  • Hitzezeichen

…können Mandeln helfen, das Gleichgewicht wiederherzustellen.

4. Unterstützen den Darm (Feuchtigkeit und Stuhlgang)
Gemäß der komplexen Sichtweise in der CM besteht ein enger Zusammenhang zwischen Darm und Haut. Mandeln fördern:

  • sanfte Befeuchtung des Darms
  • bessere Ausscheidung

Das kann Hautunreinheiten positiv beeinflussen.

Mandeldrink und Beeren- Power für die Haut

Wann Mandeln besonders sinnvoll sind: bei…

  • trockener, schuppiger Haut
  • empfindlicher oder gereizter Haut
  • leichter bis moderater Akne (nicht entzündlich-exzessiv)
  • Hautalterung
  • Hautproblemen durch Stress oder Erschöpfung

Wann Vorsicht sinnvoll ist:

  • bei starker Akne mit viel „Hitze“ (entzündlich, eitrig) nur in Maßen
  • bei Nussallergien selbstverständlich vermeiden- hier spielt das Eiweiß eine besondere Rolle- mehr dazu weiter unten…
  • Bittermandeln sind nicht für den Verzehr geeignet, da sie einen hohen Anteil an Blausäure enthalten

Mandeln sind kein „Wundermittel“, aber eine der effektivsten natürlichen Ergänzungen für die Haut, weil sie gleichzeitig Barriere, Entzündungsregulation und Zellschutz unterstützen. Gemäß CM verstärken sie zusätzlich die Befeuchtung und das energetische Gleichgewicht beim Pathogen „Trockenheit“, was sie besonders bei trockenen und stressbedingten Hautproblemen wertvoll macht.

UND jetzt schauen wir uns den Aspekt Eiweißverbindung- Allergie- negative Aspekte näher an:

Botanisch sind Mandeln zwar Samen (Kerne einer Steinfrucht), aber für das Immunsystem zählt nicht die botanische Kategorie, sondern die Eiweißstruktur:

Warum Mandeln trotzdem Allergien auslösen können?

Dinkel-Mandeldrink ganz einfach selbst hergestellt

1. Allergien sind Reaktionen auf Protein-Strukturen, nicht auf „Nuss vs. Kern“
Das Immunsystem erkennt bestimmte Eiweiße als „fremd“. Mandeln enthalten eigene Allergene (z. B. Speicherproteine), die:

  • direkt eine Mandelallergie auslösen können
  • strukturelle Ähnlichkeiten zu anderen „Baumnüssen“ haben

2. „Baumnussallergie“ ist ein Sammelbegriff
In der Medizin werden Mandeln oft mit „Nüssen“ gruppiert, obwohl sie botanisch keine sind. Dazu zählen u. a.:

  • Haselnuss
  • Walnuss
  • Cashew
  • Mandel

Das liegt daran, dass sie ähnliche allergene Proteine besitzen.

3. Kreuzreaktionen sind möglich
Wer z. B. auf:

  • Birkenpollen
  • Haselnuss

reagiert, kann auch auf Mandeln reagieren (oft als ein mildes orales Allergiesyndrom wie Juckreiz im Mund…)

Einordnung aus Praxis-Sicht

  • Manche Menschen mit Nussallergie vertragen Mandeln problemlos
  • …andere reagieren gezielt auf Mandeln– nicht unbedingt bei zwei bis drei; aber dann kann die vierte schon zuviel sein…
  • wieder andere reagieren auf mehrere „Nuss“-Proteine gleichzeitig– also bspw. bei Nuss- und Kern-Mischungen

Man kann also nicht pauschal sagen, dass Mandeln „keine Nussallergie auslösen“; Mandeln sind zwar botanisch Kerne, aber allergologisch relevant wie Nüsse, weil die Immunreaktion von den enthaltenen Proteinen abhängt – nicht von der botanischen Einordnung… und genau 😉 darauf kommt’s an. Das Immunsystem „sieht“ keine Kategorien wie Kern oder Nuss, sondern nur bestimmte Proteinstrukturen. Wenn diese Strukturen denen aus klassischen Nüssen ähneln, kann es zu ähnlichen Reaktionen kommen.

Für die Praxis heißt das ganz simpel:

  • Verträglichkeit ist individuell, nicht logisch aus der Pflanzenklasse ableitbar
  • Testen (oder Allergietest) ist verlässlicher als Einordnungen
  • Viele Menschen vertragen Mandeln gut – aber eben nicht alle UND bei bestimmten Symptomen wie „Brennen auf der Zunge“, rote Zungen nach Genuss… MUSS genau hingeschaut werden!

Jetzt wird es noch einmal spannend…Wann Mandeln die Haut verbessern- hier überschneiden sich moderne Dermatologie und CM teilweise, wichten aber unterschiedlich:

Trockene, schuppige Haut (Dermatologie + CM deckungsgleich)
Mandeln wirken stark aufbauend und befeuchtend:

  • stärken die Hautbarriere (Fettsäuren)
  • reduzieren Spannungsgefühl und Rauigkeit
  • in der TCM: nähren Yin und Körpersäfte

Typische Symptom-Bilder:

  • Neurodermitis (nicht akut entzündet)
  • trockene Winterhaut
  • fahle, „ausgelaugte“ Haut

Empfindliche, reaktive Haut

  • Vitamin E wirkt beruhigend
  • weniger oxidative Reizung
  • TCM: harmonisieren Lunge → stabilere Hautoberfläche

Frühe Hautalterung / feine Linien

  • antioxidativer Schutz
  • leichte Unterstützung der Regeneration
  • CM: Substanzaufbau/Yin/Blut Xue statt „Austrocknung von innen“

Wann Mandeln neutral bis vorsichtig einzusetzen sind:

Mittelschwere bis schwere Akne; aber auch bei Mischhaut
Hier kommt es auf die Menge an:

  • kleine Mengen → stabilisieren Blutzucker, können helfen
  • große Mengen → können „zu reich“ sein

CM-Sicht:

  • leicht befeuchtend → ok, solange keine ausgeprägte „Hitze“ da ist- das sind entzündliche, rote, gelbe Akne-Pusteln…

Wann Mandeln die Haut verschlechtern:

Entzündliche Akne (rote, eitrige schmerzhafte Pickel)
Dermatologisch:

  • sehr fettreiche Ernährung verstärkt Akne verstärken

Gemäß CM:

  • Mandeln sind befeuchtend + leicht wärmend
  • bei „Hitze + Feuchtigkeit“ (typisch bei schwerer Akne) kann dies zusätzlich verstärken

Typische Zeichen:

  • große, entzündete Pickel
  • fettige Haut + Rötung
  • ggf. Verdauung träge, Völlegefühl

Seborrhoische Haut / „Ölige“ Hauttypen

  • zu viele Mandeln → können das „Schwere/Feuchte“ verstärken
  • Haut wirkt dann eher glänzend statt klar

Unklare Unreinheiten + Verdauungsthema/immer beachten:

  • Blähungen
  • weicher Stuhl
  • Müdigkeit nach dem Essen

→ Mandeln reduzieren, weil sie die „Feuchtigkeit“ im System verstärken können

Empfehlung aus der Praxis:

Gut verträglich / hilfreich:

  • 5–10 Mandeln täglich
  • ideal: einweichen, mitkochen, lange kauen
  • kombiniert mit „leichteren“ Lebensmitteln

Mandeln sind ideal bei Trockenheit, Sensibilität und Substanzmangel.
Bei entzündlicher, hitziger, fettiger oder „gestauter“ Haut sind sie – vor allem in größeren Mengen – eher kontraproduktiv.

Der Schlüssel ist weniger ob, sondern für wen und wie viel.

Mandeln- mit gegart sind sie verträglicher 🙂

Du bist Dir unsicher, ob Kerne und Nüsse für Dich geeignet sind? Vereinbare einen Beratungstermin in meiner Praxis- dann analysieren wir gemeinsam Deine Möglichkeiten 🙂 ! Solche Termine sind auch als Video-Call möglich, wenn Du weiter weg wohnst oder keine andere Möglichkeit hast.

Ich hoffe sehr, dass dieser Exkurs für Dich hilfreich war und wünsche Dir ALLES LIEBE-

Kira

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Regeneration ist mehr als Ausruhen…

Sei WILKOMMEN hier bei meinen Wochen-News…

In der letzten Woche musste ich die „Reißleine“ ziehen- die Erkenntnis, dass ich mit Ü 60 nicht mehr ganz so belastbar bin, wie mit 20 ist mir schon bewusst- schließlich arbeite ich ja nicht erst seit gestern 😉 als Heilpraktikerin, Yoga-Therapeutin und auch MindSet-Coach; aber wenn Du dann tatsächlich merkst, dass geliebte Arbeiten schwer werden, dann ist es Zeit- und so habe ich mir eine Fastenzeit und tiefe Regeneration von fünf Tagen VERORDNET 🙂

Damit Du einen kleinen Einblick bekommst, was Regeneration tatsächlich bedeutet, habe ich Dir hier das Wichtigste zusammengestellt:

Regeneration ist weit mehr als bloßes Ausruhen – sie ist ein aktiver, ganzheitlicher Prozess, der Körper, Geist und Nervensystem wieder in Balance bringt. Besonders nach Phasen des Fastens, erhöhter Belastung oder Stress braucht der Organismus gezielte Impulse, um aufzubauen, zu nähren und nachhaltig zu stärken. Aus Sicht der Naturheilkunde, Ernährung und Yoga entsteht echte Regeneration durch das Zusammenspiel von sanfter Ernährung, bewusster Bewegung und tiefer Entspannung.

Die Bedeutung von Regeneration für Körper und Nervensystem

Während des Fastens oder in intensiven Lebensphasen schaltet der Körper in einen eher katabolen Zustand – Reserven werden genutzt, Prozesse reduziert. Die Regeneration danach ist die Phase des Wiederaufbaus (Anabolismus).

Ein zentraler Schlüssel liegt im Nervensystem:

  • Der Parasympathikus (Ruhe- und Verdauungsnerv) wird aktiviert
  • Stresshormone sinken, Regenerationsprozesse steigen
  • Verdauung, Zellaufbau und Hormonbalance normalisieren sich

Yoga, Atemübungen und bewusste Ernährung unterstützen genau diesen Umschaltprozess, was ich selbst so positiv erlebt habe.

Abends am Strand von Swinemünde

Ernährung in der Regenerationsphase

Nach dem Fasten oder bei Erschöpfung sollte Nahrung leicht, nährstoffreich und gut verdaulich sein.

  • Warme, gekochte Speisen wie Gemüse, Suppen, Reis oder Kartoffeln
  • Hochwertige Fette (z. B. Leinöl, Olivenöl) für Zellregeneration
  • Sanfte Eiweißquellen zur Gewebeerneuerung
  • Bitterstoffe zur Unterstützung von Leber und Verdauung
  • Ausreichend Flüssigkeit: warmes Wasser, Kräutertees

Der Fokus liegt nicht auf Menge, sondern auf Qualität und Achtsamkeit.

Morgens warm 🙂

Yoga als regenerativer Schlüssel

Regeneratives Yoga wirkt direkt auf das Nervensystem, löst Spannungen und verbessert die Durchblutung. Langsame, bewusste Bewegungen und Atemführung fördern die Selbstheilungskräfte.

Wichtige Prinzipien:

  • Langsamkeit statt Leistung
  • Tiefe, ruhige Atmung
  • Langes Halten ohne Anstrengung
  • Bewusste Wahrnehmung
Yoga am Strand

30-minütige regenerierende Yogapraxis

Diese Sequenz ist ideal für die Aufbautage nach dem Fasten oder zur allgemeinen Regeneration.

Ankommen & Atmung (5 Minuten)

  • Bequeme Sitzhaltung oder Rückenlage
  • Eine Hand auf Bauch, eine auf Herz
  • Tiefe Bauchatmung: 4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus
  • Fokus: Loslassen, Ankommen im Körper

Sanfte Mobilisation (5 Minuten)

  • Katze-Kuh (Marjariasana/Bitilasana) im Vierfüßlerstand
  • Langsame, fließende Bewegungen mit dem Atem
  • Kindhaltung (Balasana) – 1–2 Minuten verweilen

Liegende Drehung (5 Minuten)

  • Rückenlage, Knie zur Brust
  • Beide Knie geschlossen sanft zur Seite- re./li. im Wechsel- sinken lassen
  • Arme ausgebreitet, Blick optional zur Gegenseite
  • Unterstützt Verdauung und Entgiftung

Hüft- und Herzöffnung (5 Minuten)

  • Schmetterling im Liegen (Supta Baddha Konasana)
  • Optional Kissen unter den Knien
  • Tiefe Atmung in Bauch und Beckenraum

Beine an der Wand (5–7 Minuten)

  • Viparita Karani
  • Beine senkrecht an der Wand, Arme entspannt
  • Fördert Lymphfluss und Entspannung

Tiefenentspannung (Savasana) (5–8 Minuten)

  • Rückenlage, ggf. Decke über den Körper
  • Bewusstes Loslassen aller Muskelgruppen
  • Optional Body Scan oder Atembeobachtung

Ergänzende Impulse für tiefe Regeneration

  • Wärme: Bäder, Wärmflasche oder warme Kleidung; ich war in der Salzgrotte im Hotel 🙂
  • Trockenbürsten: Regeneration für die Haut; „Reinigung“; Anregung Lymphe
  • Natur: Spaziergänge ohne Leistungsdruck- wunderbar am Strand von Swinemünde morgens und am Abend
  • Krafttraining der besonderen Art- keine schweren Gewichte, sondern isometrische Übungen für den gesamten Körper, damit auch das Yang nicht zu kurz kommt 😉
  • Digital Detox: bewusste Pausen von Reizen- nur 1x täglich eine kurze Story mit Impuls auf Instagram
  • Schlaf: Priorität auf ausreichende Nachtruhe- ganz wunderbar mit Wellenrauschen im Hintergrund

Schlussendlich…

Regeneration ist eine bewusste Entscheidung für Langsamkeit, Achtsamkeit und Selbstfürsorge. In Kombination aus nährender Ernährung und sanfter Yogapraxis entsteht ein kraftvoller Raum für Heilung und Aufbau. Gerade nach dem Fasten oder anstrengenden Arbeitsphasen/ mentaler Belastung entscheidet diese Phase darüber, wie nachhaltig die positiven Effekte im Körper verankert werden.

Für mich hat diese Zeit der Regeneration, die bereits am Frühlingsanfang mit einer bewussten Fastenzeit begann und der anschließenden „YinZeit“ am Strand von Swinemünde als Abschluss, einen unglaublichen, spürbaren Effekt- Kraft ist zurück, das Bewusstsein für Achtsamkeit wieder geschärft- gestärkt und mit viel Freude geht es wieder in den Alltag 🙂 und darauf bin ich wieder freudvoll gespannt.

Bleib in Deiner Kraft- alles Liebe und erholsame Osterfeiertage wünscht Dir…

Kira

Warum Quinoa unbedingt auf den Tisch gehört…

Guten Morgen und willkommen im Frühling. Was liegt beim Neuanfang näher, auch mal genauer auf die Ernährung zu schauen. NEIN- ich meine keine Diäten oder extremes Fasten, sondern einfach nur mal rechts und links auf wertvolle Lebensmittel schauen, die Du vielleicht noch nicht kennst:

Quinoa- ein Pseudogetreide- gilt heute als modernes Superfood, doch aus Sicht der Chinesischer Medizin (CM) und dem Ayurveda ist vor allem seine energetische Qualität spannend. Das kleine Pseudogetreide vereint eine seltene Kombination aus hohem pflanzlichem Eiweiß, guter Verträglichkeit und nährender Wirkung. Gerade für Frauen kann Quinoa eine wertvolle Unterstützung sein – für Hormongleichgewicht, Energie und Regeneration.

Quinoa – das nährstoffreiche Kraftkorn

Quinoa stammt ursprünglich aus den Anden und gehört botanisch nicht zu den klassischen Getreiden, sondern zu den Fuchsschwanzgewächsen. In der modernen Ernährung wird es dennoch wie ein Getreide verwendet.

Seine besondere Stärke liegt im hohen Eiweißgehalt.

  • etwa 14–16 % Protein
  • enthält alle neun essenziellen Aminosäuren
  • besonders reich an Lysin, einer Aminosäure, die in vielen Getreiden fehlt
  • liefert Magnesium, Eisen, Zink und B‑Vitamine
  • von Natur aus glutenfrei

Durch diese Nährstoffdichte gilt Quinoa als hervorragende pflanzliche Proteinquelle, insbesondere für Menschen, die sich überwiegend pflanzlich ernähren.

Quinoa aus Sicht der Chinesischen Ernährungslehre

In der CM werden Lebensmittel nach ihrer thermischen Wirkung und ihrer energetischen Funktion im Körperbetrachtet.

Quinoa dabei als:

  • neutral bis leicht wärmend
  • süß im Geschmack
  • Milz- und Nieren stärkend

eingestuft.

Diese Eigenschaften haben mehrere Effekte.

Stärkung von Qi und Blut Xue

Die Kombination aus komplexen Kohlenhydraten, Mineralstoffen und Eiweiß unterstützt die Bildung von Qi (Lebensenergie) und Blut Xue. Gerade Frauen profitieren davon, da Blut in der TCM eine zentrale Rolle für:

  • Menstruation
  • Fruchtbarkeit
  • Haut und Haare
  • emotionale Stabilität

spielt.

Unterstützung der Mitte

Quinoa ist leicht verdaulich und stärkt die Milzenergie, die in der CM für Verdauung und Nährstoffaufnahme verantwortlich ist. Eine starke Mitte bedeutet:

  • stabile Energie
  • weniger Heißhunger
  • bessere Nährstoffverwertung.

Bedeutung für die Frauengesundheit

Viele Frauen haben einen erhöhten Bedarf an Eisen, Eiweiß und Mineralstoffen, besonders in bestimmten Lebensphasen:

  • während der Menstruation
  • bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft
  • nach der Geburt
  • in Phasen hoher Belastung
  • in den Wechseljahren und u.U. auch danach
  • nach dem Sport.

Quinoa kann hier auf natürliche Weise unterstützen.

Stabilisierung der Energie

Der hohe Eiweißanteil sorgt für langanhaltende Sättigung und stabile Blutzuckerwerte. Das hilft besonders bei:

  • hormonell bedingten Energieeinbrüchen
  • Müdigkeit während der Menstruation
  • Stress und mentaler Belastung.

Unterstützung der Blutbildung

Durch seinen Gehalt an Eisen, Magnesium und Aminosäuren kann Quinoa die Blutbildung fördern. In der CM spricht man davon, dass nährende Lebensmittel helfen, Blut aufzubauen und zu bewegen.

Nährstoffversorgung für Haare, Haut und Hormone

Proteine sind Bausteine für:

  • Hormone
  • Enzyme
  • Haut
  • Haare
  • Muskeln.

Gerade Frauen, die wenig tierisches Eiweiß essen, profitieren von Quinoa als hochwertiger pflanzlicher Proteinquelle.

Quinoa im Ayurveda

Auch im Ayurveda wird Quinoa zunehmend verwendet, obwohl es keine traditionelle indische Pflanze ist.

Seine Eigenschaften lassen sich gut einordnen:

  • leicht verdaulich
  • nährend
  • balanciert Kapha und Vata
  • in moderaten Mengen auch für Pitta geeignet

Besonders vorteilhaft ist Quinoa für Menschen mit schwacher Verdauung oder wechselnder Energie, da es sättigt, ohne schwer im Magen zu liegen.

In Kombination mit Gewürzen wie Kurkuma, Ingwer, Kreuzkümmel oder Koriander wird es noch besser verträglich.

Zubereitung für bessere Verträglichkeit

Sowohl die CM als auch die Ayurveda-Ernährung legen großen Wert auf die Zubereitung von Lebensmitteln.

Bei Quinoa empfiehlt sich:

  • vor dem Kochen gründlich waschen, um gg. Schadstoffe zu entfernen
  • kurz anrösten, um Aroma und Bekömmlichkeit zu verbessern
  • mit Gewürzen und warmen Speisenkombinieren.

Ein einfaches Verhältnis beim Kochen:

  • 1 Teil Quinoa
  • 2 Teile Wasser
  • etwa 12–15 Minuten köcheln lassen

Meine Inspiration für eine nährende Frauen‑Bowl:

Eine besonders ausgleichende Kombination für Frauen ist:

  • warm gekochter Quinoa
  • gedünstetes grünes Gemüse (z. B. Brokkoli oder Mangold)
  • Ofengemüse wie Süßkartoffel
  • etwas Sesam oder Kürbiskerne
  • Dressing aus Tahini, Zitronensaft und Olivenöl

Diese Mischung liefert:

  • pflanzliches Eiweiß
  • Eisen und Mineralstoffe
  • gesunde Fette
  • stabilisierende Energie.

Und der Konsenz:

Quinoa verbindet moderne Ernährungswissenschaft mit traditionellen Gesundheitslehren. Durch seinen hohen Eiweißgehalt, seine Mineralstoffe und seine gute Bekömmlichkeit ist er besonders wertvoll für Frauen.

Aus Sicht von CM und Ayurveda stärkt Quinoa die Lebensenergie, unterstützt die Blutbildung und nährt den Körper nachhaltig. Regelmäßig in warme, ausgewogene Mahlzeiten integriert, kann dieses kleine Korn einen großen Beitrag zu Energie, hormoneller Balance und allgemeinem Wohlbefinden leisten.

UND… Quinoa ist ein absoluter Gamechanger für Sporttreibende.

Bei uns zu Haue steht Quinoa regelmäßig auf dem Tisch; ich gebe immer zwei Esslöffel mit in jeden Eintop oder die Suppe; es ist ein sättigendes Frühstück oder leichtes Abendessen- probiere es unbedingt aus!(im Bio-Laden kaufen für die unbedenkliche Qualität 🙂 )

Ich wünsche Dir eine angenehme und schöne erste Frühlingswoche- bkeib gesund!

Herzlichst-Kira

Hirsebrei zum Frühstück- gekocht aus Hirse, Quinoa + Reis-Drink, gestifteten Mandeln und Blaubeeren

Baumgeister- die Energie unserer heimischen Bäume Teil X

Hallo an Dich- in dieser Woche- in dieser kurzen Zeit vor der Frühlings- Tag-und Nachtgleiche. Während ich diese Zeilen schreibe, steht die Sonne tief über dem Tollensesee. Der Horizont leuchtet orange-rot, der Himmel hat ein subtiles BLAU und die Vögel zwitschern leiser im Wald und in den Hecken. Und wieder stelle ich fest, dass sie diesen großen Rhythmus des Lebens doch so viel besser kennen als wir… den Rhythmus von Vergehen und Neubeginn… von Rückzug und Aufbruch.

Dieses Wochenende war wiede mal ein großes Geschenk an Zeit… ein paar Tage innehalten.. dem Körper zuhören… und manchmal erkennen, welche „Züge“ im eigenen Leben gerade sinnvoll und wichtig sind… einer wahr dieser wunderbare Workshop zum 8.März- dem Weltfrauentag- nicht laut mit Sekt und Singen, sondern angefüllt mit tatsächlich nährenden Begegnungen für Körper, Geist und Seele.

UND… mit der bewußten Entscheidung, Dich einzuladen- einzuladen, dieser jetzt letzten Reise durch die Baumgeister zu folgen und zwar zum WACHOLDER:

Natürlich ist der Wacholder nicht ein typischer Baum, eher so ein DAZWISCHEN, so wertvoll, dass Du die „Knie beugen“ darfst…

Mein kleiner Wacholder 🙂

Der Wacholder (Juniperus communis) gehört zu den ältesten Heil‑ und Ritualpflanzen Europas. In schamanischen Traditionen kennen wir ihn als starken Schutz- und Reinigungsbaum, während er in der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM)und der Klassischen Chinesischen Medizin (CM) vor allem mit Verdauungskraft, Wärme und der Bewegung stagnierender Energie verbunden wird. Sein aromatischer Duft, seine Beeren und sein Rauch werden seit Jahrtausenden genutzt, um Körper, Geist und Räume zu klären.

Der Baumgeist des Wacholders im Schamanismus

Der Wacholder wird als Hüter der Schwelle und Reiniger der Energiefelder betrachtet.

  • Sein Rauch wurde traditionell zum Ausräuchern von Häusern, Ställen und Heilräumen verwendet.
  • In schamanischen Ritualen symbolisiert er Schutz, Klarheit und geistige Reinigung.
  • Der Baumgeist des Wacholders gilt als Wächter gegen fremde Energien und als Begleiter auf spirituellen Reisen.
  • Seine nadelige Struktur steht für Wachsamkeit und klare Grenzen.
Wacholder-Räuchern in der norddeutschen Heidelandschaft- mit KI bearbeitet

Runen und Wacholder

Energetisch wird der Wacholder häufig mit der Rune Algiz (ᛉ) verbunden.

Rune ᛉ – Algiz

  • Bedeutung: Schutz, Verbindung zum Höheren
  • Symbolik: Geweih oder erhobene Arme zum Himmel
  • Energie: Schutzschild, spirituelle Wachsamkeit

Algiz steht für Schutz des Energiefeldes und spirituelle Ausrichtung, ähnlich wie der Wacholder, der in vielen Kulturen als Schutzpflanze am Haus gepflanzt wurde.

Alles verwendbar- Holz, Nadeln, Beeren

Wirkung in der Traditionellen Europäischen Medizin

In der europäischen Kräuterheilkunde ist Wacholder eine klassische wärmende und reinigende Heilpflanze.

  • fördert Verdauung und Stoffwechsel
  • wirkt harntreibend und entschlackend
  • unterstützt Leber, Nieren und Blase
  • regt die Durchblutung an
  • wird traditionell bei Völlegefühl, Rheuma und Müdigkeit eingesetzt

Seine Beeren enthalten ätherische Öle, Bitterstoffe und Harze, die stark anregend auf die Verdauungsorgane wirken.

Wirkung im Kontext der CM

Energetisch lässt sich Wacholder gut in das System der CM integrieren…

Energetische Qualität

  • Temperatur: warm bis heiß
  • Geschmack: scharf, aromatisch, leicht bitter
  • Wirkrichtung: bewegend und trocknend

Zuordnung der Organe

  • Milz und Magen – stärkt die Verdauung und transformiert Feuchtigkeit
  • Niere und Blase – bewegt Wasser und unterstützt die Ausscheidung
  • Leber – löst stagnierendes Qi

Der Wacholder bewegt stagnierendes Qi und Feuchtigkeit, zwei häufige Ursachen für Schweregefühl, Müdigkeit, Verdauungsprobleme, rheumatische Beschwerden…

Norddeutsches Gesundheitsrezept: Wacholder‑Heide‑Trunk

Wacholder und Weihrauch- unschlagbar mit Honig

In unseren norddeutschen Regionen wurde Wacholder traditionell in Getränken und Speisen genutzt, besonders in den heimischen Heide‑ und Küstenlandschaften.

Zutaten

  • 1 Liter Wasser
  • 1 TL zerdrückte Wacholderbeeren
  • 1 kleines Stück frischer Ingwer
  • 1 TL Heidehonig
  • etwas Zitronenschale

Zubereitung

  • Wasser aufkochen.
  • Wacholderbeeren und Ingwer hinzufügen.
  • 10 Minuten sanft köcheln lassen.
  • Abseihen und mit Heidehonig und Zitronenschale verfeinern.

Dieses Getränk wird nach schweren Mahlzeiten oder im Frühjahr getrunken, um den Stoffwechsel anzuregen und den Körper zu klären. Bei Kälte in den Gelenken ist dieser Trank ebenfalls sinnvoll 🙂

Interpretation des Rezepts -CM

ZutatEnergetische Wirkung in der CM
Wacholderbewegt Qi, trocknet Feuchtigkeit
Ingwerwärmt Milz und Magen
Honigharmonisiert und stärkt Qi
Zitronebewegt Leber‑Qi

Die Kombination stärkt besonders die Mitte (Milz und Magen), fördert die Verdauung und bewegt stagnierende Energie. Dadurch kann sich der Shen, der Geist des Herzens, klarer entfalten.

Was bleibt- die Essenz für den Alltag

Der Wacholder verbindet Schutz, Reinigung und Vitalität. Schamanisch klärt er Energiefelder und schützt Räume, während TEM und CM seine wärmende und bewegende Kraft für Verdauung und Stoffwechsel schätzen. Als Ritualpflanze und Heilgewürz gibt er Dir die Erinnerung, dass echte Gesundheit erst beginnt, wenn Blockaden gelöst und Lebensenergie wieder in Bewegung gebracht werden.

Pflanze einen Wacholder- er bleibt in deinem Leben und selbst im Topf- klein bleibend- spürst Du seine Kraft, seine Energie, seine reinigende Wirkung- alles Liebe und am Freitag dann voller Freude in die letzte Woche vor der Frühlings-Tag-und Nacht-Gleiche!

Kira

Der Wacholder reinigt den Weg, damit Geist und Herz klar sehen können.“

Baumgeister- die Energie unserer heimischen Bäume Teil VI

Oh- wie ich diese Disting-Tied liebe- so ein bisschen noch heimilig bei Kerzenlicht und doch schon die leise Ahnung vom Frühjahr UND das neue Jahr des Yang-Feuer-Pferdes sendet schon ein bisschen seine Energie.

Was liegt da näher, sich auch in dieser Woche wieder mit den Baumgeistern, die jetzt noch schlafen, aber bald Ihre sprudelnde Kraft zeigen, zu beschäftigen- diesmal betrachten wir den GEIST des AHORN:

Der Ahorn trägt eine sanfte, ordnende Kraft in sich. Als Baumgeist steht er für Ausgleich, innere Klarheit und das harmonische Fließen von Lebensenergie. In schamanischer wie auch in der Chinesischen Medizin wirkt Ahorn subtil, sehr tief und ordnend– besonders im Frühling, wenn Knospen und aufsteigende Kräfte den Neubeginn verkörpern.

Der Baumgeist des Ahorns

Der Ahorngeist wird als vermittelnd und ausgleichend wahrgenommen. Er hilft dabei, innere Gegensätze zu versöhnen und Entscheidungen aus dem Herzen heraus zu treffen. In schamanischer Arbeit unterstützt Ahorn bei geistiger Überforderung, innerer Zerrissenheit und in- so wie jetzt-Übergangsphasen:

  • Verbindung zu Herz und Geist
  • Förderung von Klarheit, Milde- besonders zu sich selbst- und innerer Ordnung
  • Begleiter bei Neubeginn, Richtungswechsel und seelischer Reinigung

Heilwirkung aus naturheilkundlicher Sicht/CM:

In der CM werden junge Ahornteile den Holz‑Element‑Qualitäten zugeordnet und wirken besonders auf Leber und Gallenblase.

  • Geschmack: mild, leicht süß
  • Thermik: kühlend bis neutral
  • Wirkung: Qi bewegend, leicht entgiftend, harmonisierend

Ahornknospen unterstützen das freie Fließen des Leber‑Qi, lindern innere Hitze aus Stagnation und wirken sanft klärend auf Emotionen wie Ärger oder innere Unruhe. Energetisch helfen sie, alte Spannungen loszulassen und neue Lebenskraft aufzunehmen. Im frühen Frühjahr sind die kleinen Knospen besonders wertvoll, nicht nur für ein Mazerat sond auch als Frischkost- nebenbei egsagt mit ganz viel Eiweiß. UND so habe ich dieses Rezept für Dich…

Salat aus frischen Ahornknospen

Frühlingsrezept mit Leber‑Qi‑harmonisierender Wirkung

Wirkung gemäß CM:

  • bewegt Leber‑Qi
  • klärt aufgestaute Hitze
  • stärkt die Frühlingsenergie des Holz‑Elements

Zutaten

  • 1 Handvoll frische, junge Ahornknospen
  • 1 kleine Handvoll Feldsalat oder junge Löwenzahnblätter
  • 1-2 frische Pellkartoffeln- ohne Schale, in dünne Scheiben geschnitten
  • 1 TL kaltgepresstes Sesam‑ oder Hanföl
  • 1 TL Apfelessig oder milder Reisessig
  • 1 Prise Salz
  • optional: einige Blüten (Gänseblümchen, Löwenzahn…)
Ahornknospen geben Energie und enthalten viel Eiweiß

Zubereitung

  • Ahornknospen frisch sammeln, nur von unbelasteten Bäumen, und kurz mit kaltem Wasser abspülen.
  • Knospen vorsichtig öffnen oder ganz belassen und mit dem Grün mischen; gepellte Kartoffeln in Scheiben dazu geben…
  • Öl, Essig und Salz verrühren und behutsam unterheben.
  • mit den gezupften Blüten garnieren und bewusst, langsam genießen.

Iss diesen Salat idealerweise im Frühling oder bei Neumond. Vor dem Essen einen Moment innehalten und innerlich um Klarheit, Leichtigkeit und Erneuerung bitten. Der Ahorngeist wirkt besonders, wenn du ihm Aufmerksamkeit schenkst.

Zum Abschluss…der Ahorn ist ein stiller Heiler: Er bringt Ordnung ins Innere, löst Stagnation und unterstützt dich dabei, mit klarem Herzen und ruhigem Geist in neue Zyklen zu gehen.

Mein Tipp: Bevor Du die Knospen oder auch andere Baumteile nimmst, lege eine Hand an den Stamm, danke ich Gedanken und nimm nur wenig- hier ist weniger MEHR 🙂

Alles Liebe und eine gute Woche wünscht Dir

Kira

Baumgeister- die Energie unserer heimischen Bäume Teil V…

UND schon sind wir im Februar; der Tag nach Vollmond und heute habe ich Dir die BUCHE „mitgebracht“- der Baum, der in meiner jetzigen Heimatregion eine große Rolle spielt- die Buchenwälder um Seran sind nicht nur Weltkulturerbe; die meisten Buchen hier sind uralt und so beeindruckend- jede für sich ein besonderer Kraftort mit einer unglaublichen Präsenz und Aura.

So widme ich der Buche und ihrem Geist diese Worte…

Als Heilpraktikerin und Schamanin begegne ich der Buche in einer ganz ruhigen und bedachten Weise; diese wirkt als weiser Hüterin des Gleichgewichts, einer stillen Lehrmeisterin zwischen Himmel und Erde. Ihr Geist wirkt ordnend, klärend und stärkend – im Körper wie im Geist. In diesem Beitrag verbinde ich schamanisches Wissen mit europäischer Heiltradition und der Sichtweise der CM, lade zu einer kurzen Begegnung mit dem Baumgeist ein und teile ein einfaches Teerezept für eine sanfte medizinische Anwendung.

Vollmond im winterlichen Buchenwald in Bornmühle

Der Baumgeist der Buche – sein Wesen und die Botschaft

Die Buche steht für Klarheit, innere Ordnung und geistige Sammlung. In schamanischer Wahrnehmung wirkt ihr Geist kühlend, ausgleichend und Struktur gebend. Sie unterstützt dabei, zerstreute Gedanken zu bündeln, emotionale Überlastung zu beruhigen und den eigenen inneren Standpunkt wiederzufinden.

Energetisch wirkt die Buche wie ein stiller Spiegel: Sie zeigt, was wesentlich ist, und hilft, Überflüssiges loszulassen. Ihr Geist wird oft als ruhig, wach und sehr präsent wahrgenommen. Lege Deine linke Hand an die Buche, steh ganz still und Du spürst, was ich meine 🙂

Heilmedizinische Bedeutung der Buche

In der traditionellen und schamanischen europäischen Volksheilkunde wurde die Buche vor allem indirekt genutzt, etwa über Buchenrinde, Knospen oder Holzkohle.

In der energetischen Zuordnung wirkt sie:

  • klärend und zusammenziehend– Rinde
  • unterstützend für Nerven und Geist– Bucheckern
  • regulierend bei innerer Hitze und Unruhe-Blätter

Schamanisch gesehen wirkt die Buche besonders auf das Nervensystem und auf Zustände von mentaler Erschöpfung, Reizüberflutung und innerem Chaos.

Die Buche in der Klassischen Chinesischen Medizin

Aus Sicht der CM lässt sich die Buche dem Metall-Element zuordnen, mit Bezug zu Lunge und Dickdarm. Dieses Element steht für Ordnung, Abgrenzung und das Loslassen.

Entsprechend dem Verständnis in der CM wirkt sie:

  • Unterstützend auf Shen (Geist) durch Beruhigung und Klarheit
  • Kühlend bei aufsteigendem Leber-Qi
  • Fördernd auf die innerer Struktur bei Qi-Zerstreuung

Die Buche hilft, wenn Gedanken kreisen, Grenzen verschwimmen oder innere Spannung sich im Atem oder im Kopf zeigt.

Kurze Meditation mit dem Geist der Buche:

„Stelle Dich an eine alte Buche. Ihr Stamm ist teilweise glatt, teilweise rau, in unterschiedlichen Farben und breit/sehr umfänglich.
Lege Deine Stirn an ihre Rinde. Atme ruhig ein und aus.
Spüre, wie mit jedem Ausatmen Unruhe, Überdenken und innere Hitze in den Stamm abfließen.
Mit jedem Einatmen steigt kühle Klarheit aus den Wurzeln der Buche in dich auf.
Verweile einige Atemzüge in dieser Verbindung.
Löse dich langsam, wenn Du das Gefühl des „Genug seins“ hast und danke dem Baumgeist still.“

Buche im Winter im Bornmühler Wald- KI bearbeitetes Foto

Medizinisch wirkendes Teerezept – Buchenknospen-Tee

Dieser Tee wirkt sanft beruhigend, kühlend und strukturierend und eignet sich bei mentaler Erschöpfung oder nervöser Unruhe (halte vorher aber Rücksprache mit der Kompetenzperson Deiner Wahl- kein Heilversprechen)

Zutaten

  • 1 Teelöffel getrocknete Buchenknospen oder junge Buchenblätter
  • 250 ml heißes Wasser

Zubereitung

  • Die Knospen oder Blätter mit heißem, nicht kochendem Wasser übergießen
  • Zugedeckt 8–10 Minuten ziehen lassen
  • Abseihen und in kleinen Schlucken trinken

Anwendung

  • 1 Tasse am Nachmittag oder frühen Abend
  • Kurweise über 5–7 Tage

Energetisch wirkt dieser Tee ordnend auf den Geist und unterstützt einen klaren, ruhigen Übergang in die Nacht.

Buchentee- tut einfach gut- Foto mit KI bearbeitet

Die Essenz

Die Buche lehrt innere Aufrichtigkeit und geistige Disziplin ohne Härte und Starrheit. Sie zeigt, dass wahre Stärke aus Klarheit entsteht und dass Ruhe eine aktive Kraft ist. Wer sich regelmäßig mit ihrem Geist verbindet, findet leichter zurück in die eigene Mitte und erkennt, was wirklich getragen werden will.

So bleibt mir ein letzter Satz- die Buche bleibt – still, wach und gegenwärtig – eine Verbündete für alle, die Ordnung im Inneren suchen und dem Geist wieder Raum zum Atmen geben möchten und sie ist und bleibt eine starke Verbindung zwischen Vergangenheit- Gegenwart- Zukunft.

Herzlichst mit Grüßen für eine kraftvolle Woche- Kira

köstliches Buchweizen-Bucheckern-Brot

Zitrone trifft Fichte

Wir sind mitten in der Raunächte-Zeit… Jul-Tied… und da habe ich ein ganz wunderbares Rezept in zwei Varianten für eine besondere Verbindung mit der Natur auch auf dem Tisch 🙂

Klassisch- Variante 1:

Fichten-Zitronen-Butter verbindet heimische Wildpflanzen mit den Prinzipien der Klassischen Chinesischen Medizin und eignet sich sowohl als Genussmittel als auch zur gezielten Unterstützung von Lunge und Abwehr-Qi. Das Rezept ist einfach, alltagstauglich und ganz wunderbar über die Mahlzeiten zu integrieren :

Fichten-Zitronen-Butter

Zutaten

  • 250 g Bio-Butter, weich- ich nehme immer Süßmolke-Butter
  • 2–3 EL frische Fichtenspitzen, fein gehackt
  • 1 Bio-Zitrone, Abrieb der Schale und 1–2 TL Saft
  • 1 kleine Prise Meersalz
  • Optional: 1 TL Honig oder Birkenzucker (Xylit)

Zubereitung

  1. Die weiche Butter in eine Schüssel geben und mit einer Gabel oder einem Holzlöffel cremig rühren.
  2. Die frisch gehackten Fichtenspitzen gleichmäßig unter die Butter mischen.
  3. Zitronenabrieb und Zitronensaft hinzufügen und sorgfältig einarbeiten.
  4. Mit Salz abschmecken. Optional Honig oder Birkenzucker unterrühren, um die herbe Waldnote abzurunden.
  5. Die Butter in Backpapier oder ein Glas füllen und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen, damit sich die Aromen verbinden.

Wie verwenden

  • Dünn auf frischem, getoastetem Sauerteig- oder Dinkelbrot
  • Zu gedämpftem Gemüse oder Ofenkartoffeln
  • Als aromatische Butter zu Fisch oder Pilzgerichten
  • In kleinen Mengen pur, z. B. morgens in einer Frühstückssuppe mit getoastetem Brot

Wirkung gemäß Chinesischer Medizin

Thermische Wirkung und Geschmack

  • Fichtenspitzen: warm, aromatisch, leicht bitter
  • Zitrone: kühlend, sauer
  • Butter: neutral bis leicht warm, süß

Diese Kombination wirkt ausgleichend, tonisierend und leicht bewegend.

Organzuordnung und energetische Effekte

  • Lunge:
    • Fichtenspitzen öffnen die Lunge, transformieren Schleim und stärken das Wei-Qi
    • Unterstützend bei Kälte-Schleim, feuchtem Husten und Rekonvaleszenz
  • Leber:
    • Die Zitrone bewegt das Leber-Qi und verhindert Stagnation
    • Hilfreich bei Spannung, Reizbarkeit und Frühjahrsmüdigkeit
  • Milz:
    • Butter nährt Yin und Blut, ohne stark zu belasten
    • In kleinen Mengen gut verträglich bei Milz-Qi-Schwäche

Gesamtwirkung

  • Stärkt das Abwehr-Qi (Wei-Qi)
  • Unterstützt die Atemwege, besonders in der kalten Jahreszeit
  • Bewegt Qi sanft, ohne auszutrocknen
  • Nährt Yin, ideal bei trockener Konstitution

Geeignet für

  • Menschen mit Kältegefühl, Infektanfälligkeit oder trockenem Husten
  • Übergangszeiten wie Frühling und Herbst
  • Erschöpfung nach Krankheit

NICHT geeignet bei

  • Ausgeprägter Hitze, Fieber oder innerer Trockenheit mit starker Hitze
  • Akutem Durchfall oder starker Milz-Schwäche mit Feuchtigkeit

Diese Fichten-Zitronen-Butter vereint regionale Naturheilkunde mit der Wirkweise in der CM und eignet sich hervorragend als funktionelles Lebensmittel mit klarer energetischer Ausrichtung. Sie wirkt am besten regelmäßig, aber in kleinen Mengen genossen.

Variante 2…

Diese Variante der Fichten-Zitronen-Butter nutzt einen selbst hergestellten Fichten‑Extrakt in Form eines starken Tees und verstärkt dadurch gezielt die CM‑Wirkung auf Lunge, Wei‑Qi und Qi‑Bewegung. Die Rezeptur ist bewusst mild dosiert, damit die Butter energetisch wirksam bleibt, ohne die Milz zu belasten.

Fichten-Zitronen-Butter mit Fichten-Extrakt (starker Tee)

Fichten-Extrakt herstellen

Zutaten

  • 2 gehäufte EL frische Fichtenspitzen
  • 200 ml Wasser

Zubereitung

  1. Fichtenspitzen grob zerkleinern und in einen kleinen Topf geben.
  2. Mit Wasser übergießen, aufkochen und 10–15 Minuten sanft köcheln lassen.
  3. Vom Herd ziehen, weitere 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen.
  4. Abseihen und den Sud ohne Deckel und bei sehr wenig Hitze auf ca. 2–3 EL reduzieren.
  5. Vollständig abkühlen lassen.

Ergebnis ist ein hochkonzentrierter, aromatischer Fichten-Extrakt.

Fichten-Zitronen-Butter mit dem Dekokt zubereiten- ähnlich wie Variante 1

Zutaten

  • 250 g Bio-Butter, weich
  • 2–3 EL Fichten-Extrakt, vollständig abgekühlt
  • 1 Bio-Zitrone, fein abgeriebene Schale
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 kleine Prise Meersalz
  • Optional: 1 TL Honig

Zubereitung

  1. Weiche Butter cremig rühren, bis sie luftig wird.
  2. Den Fichten-Extrakt tröpfchenweise unterrühren, dabei ständig rühren, damit die Butter nicht gerinnt.
  3. Zitronenabrieb, Zitronensaft und Salz einarbeiten.
  4. Optional Honig hinzufügen.
  5. Die Butter in ein Glas oder Backpapier füllen und mindestens 2 Stunden kühl stellen, damit sie wieder fest wird.

Haltbarkeit

  • Im Kühlschrank: 5–7 Tage
  • Portionsweise einfrieren möglich

Wirkung nach Traditioneller Chinesischer Medizin

Thermik und Geschmack mit dem Dekokt

  • Fichten-Extrakt: warm, aromatisch, verstärkt bitter-scharf
  • Zitrone: kühlend, sauer
  • Butter: neutral bis leicht warm, süß

Das Dekokt macht die Wirkung der Fichte tiefer, klarer und stärker schleimtransformierend als bei frischen Spitzen.

Energetische Hauptwirkungen

  • Öffnet die Lunge in ihrer Funktionalität und senkt rebellierendes Lungen-Qi
  • Transformiert Schleim und Feuchtigkeit
  • Stärkt das Wei-Qi, besonders bei Kälte- und Windanfälligkeit
  • Bewegt Leber-Qi, ohne Yin zu verletzen

Organbezug

  • Lunge: Klärung, Öffnung, Stärkung
  • Milz: Butter schützt vor zu starker Austrocknung
  • Leber: Zitrone verhindert Qi-Stagnation

Besonders geeignet bei

  • Infektanfälligkeit, Frösteln
  • Feuchtem oder kaltem Husten
  • Rekonvaleszenz nach Erkältungen
  • Frühjahrsmüdigkeit mit Schleimgefühl

empfohlene Dosierung bei therapeutischem Einsatz

  • 1–2 TL täglich, vorzugsweise morgens oder mittags
  • in leicht gewärmten Speisen- niemals direkt aus dem Kühlschrank essen

Hinweis: Durch den flüssigen Extrakt wird die Butter energetisch bewegender. Bei ausgeprägter Milz-Qi-Schwäche oder Neigung zu Durchfall die Menge halbieren oder die Butter nur gelegentlich verwenden.

Diese Version verbindet eine klassische Abkochung (Dekokt) mit westlicher Küche und ist aus Sicht der CM dadurch besonders wirksam- für alle Menschen, die die Kraft der Fichte gezielt und sanft in den Alltag integrieren möchten.

Hole Dir den Duft des Waldes auf den Tisch!

Alle guten Wünsche und eine wunderbare Jul-Woche; inspirierende Raunächte und eine Zeit voller Spirit und Liebe!

Kira

Etwas Leckeres zum Advent

Guten Morgen… heute mal kurz und knapp ;

Wenn du Schokolade liebst, aber auf natürliche Zutaten und gute Nährstoffe achten möchtest, wirst du diese smarten Riegel lieben. Sie sind cremig, saftig, schokoladig – und gleichzeitig darmfreundlich dank probiotischem Kokosjoghurt und weißen Bohnen.

Klingt ungewöhnlich? Schmeckt fantastisch!

Zutaten

  • 1 Becher Kokos-Joghurtalternative (ca. 400 g, probiotisch)
  • 1 Glas gekochte weiße Bohnen
  • 5 entsteinte Medjool-Datteln
  • 1 Prise Salz
  • 1 Messerspitze Vanillepulver
  • 200 g Kokosraspeln
  • 2–3 Tafeln dunkle Schokolade (mit Kokosblütenzucker gesüßt)
  • Etwas Kokosöl oder Kakaobutter für eine flüssigere Schokoladenkonsistenz

Zubereitung

  1. Kokosjoghurt, Bohnen, Datteln, Salz und Vanille im Mixer cremig pürieren.
  2. Kokosraspeln unterrühren, bis eine formbare Masse entsteht.
  3. Die Mischung in Riegelformen füllen und einfrieren.
  4. Die gefrorenen Riegel in geschmolzene Schokolade tauchen.
  5. Aushärten lassen und im Kühlschrank oder – für längere Haltbarkeit – im Gefrierfach aufbewahren.

Tipp

Die Riegel schmecken direkt aus dem Kühlschrank herrlich frisch und sind eine perfekte Alternative zu Kuchen & Co. 😉

Durch die Kombination aus Ballaststoffen, pflanzlichem Eiweiß und gesunden Fetten halten sie lange satt – ohne „schlechtes Gewissen“


Guter Kakao für das Topping

Dieses Rezept – eine süße, nährende Kombination aus Kokos, Bohnen, Datteln und dunkler Schokolade – hat insgesamt eine stärkende, befeuchtende und leicht kühlende Wirkung, die besonders bei Trockenheit oder Erschöpfung wohltuend sein kann.

Wirkung gemäß CM der Zutaten

Kokos-Joghurtalternative (probiotisch)

  • Thermik: kühl
  • Geschmack: süß
  • Wirkt auf: Milz, Magen, Lunge
  • Wirkung: nährt Yin, befeuchtet Trockenheit (z. B. trockene Haut, Schleimhäute), stärkt Flüssigkeiten.
  • Hinweis: In größeren Mengen kann Kokos kühlend wirken – bei Kältegefühl oder schwacher Verdauung lieber mit wärmenden Gewürzen kombinieren.

Weiße Bohnen (gekocht)

  • Thermik: neutral bis leicht kühl
  • Geschmack: süß
  • Wirkt auf: Milz, Niere
  • Wirkung: stärken Qi und Blut, entwässern sanft, unterstützen die Mitte (Verdauung).
  • Hinweis: Durch das Kochen werden sie leichter verdaulich und harmonisieren die Milz.

Medjool-Datteln

  • Thermik: neutral
  • Geschmack: süß
  • Wirkt auf: Milz, Lunge, Herz
  • Wirkung: tonisieren Qi und Blut, beruhigen den Geist (Shen), befeuchten Trockenheit.
  • Ideal bei: Erschöpfung, Nervosität, Trockenheit oder leichtem Blutmangel.

Salz (Prise)

  • Thermik: kühl
  • Geschmack: salzig
  • Wirkt auf: Niere
  • Wirkung: leitet nach unten, unterstützt die Nierenenergie, harmonisiert Süßes.
  • Hinweis: In kleiner Menge ausgleichend, in zu großer Menge schwächt es das Blut.

Vanillepulver

  • Thermik: warm
  • Geschmack: süß
  • Wirkt auf: Milz, Herz
  • Wirkung: harmonisiert die Mitte, beruhigt den Geist, fördert Wohlgefühl.
  • Energetisch: bringt Wärme und Ausgleich in das eher kühlende Rezept.

Kokosraspeln

  • Thermik: kühl
  • Geschmack: süß
  • Wirkt auf: Milz, Magen, Lunge
  • Wirkung: nährt Yin, befeuchtet und stärkt Körperflüssigkeiten, unterstützt Haut und Schleimhäute.

Dunkle Schokolade (mit Kokosblütenzucker)

  • Thermik: leicht warm
  • Geschmack: bitter, süß
  • Wirkt auf: Herz, Milz
  • Wirkung: bewegt das Herz-Qi, hebt die Stimmung, stärkt das Blut leicht.
  • Kokosblütenzucker: milder für Milz und Blutzucker als raffinierter Zucker.

Kokosöl oder Kakaobutter

  • Thermik: neutral bis kühl (Kokosöl), neutral bis leicht warm (Kakaobutter)
  • Geschmack: süß
  • Wirkt auf: Milz, Lunge
  • Wirkung: befeuchtet Trockenheit, nährt Yin, gibt Geschmeidigkeit.

Gesamtwirkung des Rezepts

  • Tonisiert Milz- und Nieren-Qi
  • Nährt Yin und befeuchtet Trockenheit(besonders Haut, Lunge, Schleimhäute)
  • Beruhigt den Geist (Shen) durch süßen Geschmack und Vanille-Duft
  • Leicht kühlend, daher ideal bei innerer Hitze, Trockenheit oder nach geistiger Anstrengung
  • Nicht ideal bei: Kältegefühl, schwacher Verdauung oder Feuchtigkeit in der Mitte.
Zutaten, die über die Thermik und Elemente-Einordnung wirken 🙂

CM-Tipp zur Balance

Wenn du zu Kälte oder Verdauungsschwäche neigst, füge etwas Zimt, Kardamom oder Ingwer hinzu. Diese wärmenden Gewürze harmonisieren die Rezeptur und gleichen die kühlende Wirkung der Kokosprodukte aus.

Zusammengefasst:
Dieses Rezept ergibt ein nährendes, YIN-stärkendes „Dessert„, das Körper und Geist erdet, Trockenheit ausgleicht und sanft Energie schenkt – perfekt für ruhige, introspektive Phasen oder nach Zeiten intensiver Aktivität.

Diese Riegel sind ein wunderbares Beispiel dafür, wie man gesunde Ernährung mit Genuss verbinden kann. Probiere sie und Du wirst diese Leckerei öfter herstellen– einfach, lecker und voller guter Energie- lass sie Dir schmecken!

Alles Liebe- Kira

Mit der Tradition aus Nord und Ost…

… begrüße ich Dich zur dritten November-Woche.

Ich habe es ja bereits öfter anklingen lassen- ich habe Wurzeln, die sowohl aus den östlichen Regionen Europas, als auch hier aus unserem Norden stammen. Und was liegt da näher, um ein Traditions“Getränk“ mal näher zu beleuchten:

K I S S E L

Kissel ist ein klassisches nord- und osteuropäisches Getränk, das aus Beeren, Wasser, Zucker und Stärke hergestellt wird.

Es hat eine lange, faszinierende Geschichte, die tief in der nord- und osteuropäischen Kultur verwurzelt ist. Ursprünglich war es kein Dessert, sondern ein nahrhaftes Heil- und Alltagsgericht, das Generationen überdauerte – von den Bewohnern unsere norddeutschen Regionen, den skandinavischen Bewohnern und Slawen bis in die moderne Naturheilkunde. Meine Oma- ehemalige Wolgedeutsche- hat mir oft davon erzählt, wie Kissel im Herbst als Stärkungsmittel getrunken wurde- gerade in Vorbereitung auf den Winter.

Ursprung und frühe Geschichte

Die ersten Erwähnungen von Kissel stammen aus dem 10. Jahrhundert in den Chroniken der Kiewer Rus. Damals war Kissel ein Getreidebrei, meist aus Hafer, Roggen oder Erbsen, der durch natürliche Fermentation leicht säuerlich schmeckte. Er galt als Grundnahrungsmittel, vor allem in Zeiten des Mangels, da er sättigend, einfach herzustellen und lange haltbar war.

Eine bekannte Legende erzählt, dass während einer Belagerung der Stadt Belgorod (um 997 n. Chr.) die Einwohner aus Getreidekissel und Honig einen „Wunderbrunnen“ zubereiteten, um die Feinde zu täuschen, sie hätten unerschöpfliche Vorräte. So rettete Kissel symbolisch die Stadt – und wurde zum Sinnbild für Einfallsreichtum und Lebenswillen.

Kissel ist auch ein traditionelles, leicht verdauliches Naturheilmittel. In der Naturheilkunde wird Kissel wegen seiner beruhigenden, entzündungshemmenden und regenerierenden Eigenschaften für Magen, Darm und Schleimhäute geschätzt.

Gesundheitliche Aspekte von Kissel

1. Schutz der Schleimhäute
Kissel bildet beim Verzehr eine sanfte Schutzschicht über den Schleimhäuten des Verdauungstrakts. Diese Schleimstoffe können Reizungen lindern, z. B. bei Gastritis, Reflux oder Darmentzündungen.

2. Unterstützung der Verdauung
Durch seine milde Konsistenz und leicht verdaulichen Inhaltsstoffe ist Kissel ideal bei Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit oder nach Magen-Darm-Infekten. Er beruhigt den Verdauungstrakt und fördert eine gesunde Darmflora.

3. Entzündungshemmende Wirkung
Je nach verwendeten Früchten (z. B. Heidelbeeren, Preiselbeeren oder Sanddorn) enthält Kissel viele Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe, die Entzündungen hemmen und das Immunsystem stärken.

4. Energie- und Mineralstoffquelle
Kissel liefert durch Fruchtzucker und Stärke schnell verfügbare Energie sowie Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Spurenelemente. Er eignet sich daher auch für Rekonvaleszenzphasen oder als sanfte Aufbaukost.

5. Glutenfreie und vegane Variante
Mit Kartoffel- oder Maisstärke zubereitet, ist Kissel glutenfrei und vegan, was ihn auch für Menschen mit Unverträglichkeiten geeignet macht.

Anwendung in der Naturheilkunde

  • Bei Magenbeschwerden: 1–2 Tassen täglich lauwarm trinken.
  • Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum: leicht abgekühlt in kleinen Schlucken genießen.
  • Zur Regeneration: als sanfte Aufbaukost nach Erkrankungen oder Fastenkuren.

Kissel ist somit ein einfaches, aber wirkungsvolles Naturheilmittel, das sowohl ernährungsphysiologisch als auch therapeutisch wertvoll ist. Seine sanfte Wirkung auf Magen und Darm macht ihn zu einem idealen Bestandteil einer naturheilkundlich orientierten Ernährung.

Die Kombination bspw.aus Schlehen (Schwarzdornfrüchten) und Moosbeeren (Preiselbeeren)– besonders passend zu dieser Jahreszeit- ergibt ein angenehm herbes, fruchtig-säuerliches Aroma. Unten findest du ein vollständiges, traditionelles Rezept.

Kissel aus Schlehen und Moosbeeren

Zutaten (für ca. 4 Portionen)

  • 300 g Schlehen (frisch oder tiefgekühlt)
  • 200 g Moosbeeren (Preiselbeeren oder Cranberries)
  • 1 Liter Wasser
  • 120–150 g Zucker (je nach gewünschter Süße)
  • 2–3 EL Kartoffelstärke oder Maisstärke
  • 1 TL Zitronensaft (optional, für mehr Frische)
  • 1 Prise Vanillezucker (optional)

Zubereitung

  • Beeren vorbereiten
    Schlehen und Moosbeeren waschen. Wenn Schlehen frisch sind, empfiehlt es sich, sie nach dem ersten Frost zu verwenden oder kurz einzufrieren, um die Bitterstoffe zu mildern.
  • Beeren kochen
    Wasser in einen Topf geben, die Beeren hinzufügen und bei mittlerer Hitze etwa 10–15 Minuten köcheln lassen, bis sie weich sind und Saft abgeben.
  • Abseihen
    Die Masse durch ein feines Sieb oder ein Tuch passieren, um Kerne und Schalen zu entfernen. Den klaren Beerensaft auffangen.
  • Süßen
    Den Saft zurück in den Topf geben, Zucker und optional Vanillezucker hinzufügen. Kurz aufkochen lassen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat.
  • Stärke anrühren
    Stärke in etwa 100 ml kaltem Wasser glatt rühren. Dann langsam in den heißen Beerensaft einrühren, dabei ständig rühren, um Klumpen zu vermeiden.
  • Andicken
    Noch einmal kurz aufkochen, bis der Kissel leicht eindickt. Dann vom Herd nehmen und Zitronensaft hinzufügen.
  • Abkühlen lassen
    Kissel kann warm als Dessert serviert oder kalt im Kühlschrank geliert genossen werden.

Serviervorschläge

  • Warm mit Vanillesauce oder Schlagsahne.
  • Kalt mit Milch, Grießbrei oder Haferflocken.
  • In Gläser gefüllt und leicht gekühlt als erfrischendes Dessert/ Kraftbooster nach dem Sport 🙂

Dieser Schlehen-Moosbeeren-Kissel verbindet die herbe Note der Schlehen mit der fruchtigen Frische der Moosbeeren und ergibt ein wunderbar aromatisches, natürliches Dessert.

Kissel aus Schlehen und Moosbeeren ist nicht nur ein aromatisches Dessert, sondern auch ein Getränk mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen. Beide Beerenarten enthalten wertvolle bioaktive Stoffe, die das Immunsystem stärken und den Stoffwechsel unterstützen.

Gesundheitliche Wirkung von Schlehen

1. Reich an Antioxidantien
Schlehen enthalten hohe Mengen an Polyphenolen, Flavonoiden und Anthocyanen. Diese wirken antioxidativ und schützen Zellen vor oxidativem Stress, der durch freie Radikale verursacht wird.

2. Unterstützung der Verdauung
Die leicht adstringierende Wirkung der Schlehenfrüchte kann bei Magen-Darm-Beschwerden helfen. Schlehenaufgüsse werden traditionell bei Durchfall und Reizdarm eingesetzt.

3. Immunstärkend
Durch ihren hohen Gehalt an Vitamin C und sekundären Pflanzenstoffen unterstützen Schlehen die Abwehrkräfte, besonders in der Erkältungssaison.

4. Entzündungshemmend
Die in Schlehen enthaltenen Tannine und Flavonoide wirken entzündungshemmend und können die Heilung bei Schleimhautreizungen fördern.

Gesundheitliche Wirkung von Moosbeeren (Preiselbeeren)

1. Schutz der Harnwege
Preiselbeeren enthalten Proanthocyanidine, die verhindern, dass Bakterien (insbesondere E. coli) an die Blasenwand haften. Dadurch können sie Harnwegsinfektionen vorbeugen.

2. Herz-Kreislauf-Schutz
Die antioxidativen Verbindungen in Moosbeeren können helfen, den Cholesterinspiegel zu regulieren und die Gefäßelastizität zu verbessern.

3. Antibakterielle Wirkung
Moosbeeren hemmen das Wachstum bestimmter Bakterienarten im Mund- und Verdauungstrakt, was zur Verbesserung der Mund- und Darmgesundheit beitragen kann.

4. Unterstützung der Leberfunktion
Studien deuten darauf hin, dass Preiselbeeren die Leber vor oxidativen Schäden schützen und die Entgiftungsprozesse fördern können.

In der Chinesischen Medizin (CM) werden Lebensmittel nach ihren energetischen Eigenschaften, ihrem Temperaturverhalten und ihrem Einfluss auf die Organsysteme bewertet. Kissel aus Schlehen (Prunus spinosa) und Moosbeeren (Preiselbeeren) hat in diesem Kontext eine ausgleichende, reinigende und stärkende Wirkung, besonders auf die Leber-, Milz- und Nierenfunktionskreise.


Energetische Einordnung des Kissels

AspektWirkung in der TCM
TemperaturverhaltenKühl bis neutral
GeschmackSauer, leicht herb, süß (durch Zucker oder Stärke)
WirkrichtungZusammenziehend, klärend, befeuchtend
HauptmeridianeLeber, Milz, Niere, Blase

Wirkung der Schlehen (Prunus spinosa)

1. Stärkung der Leber und Blutregulation
Schlehen wirken leicht zusammenziehend und fördern die Leberfunktion, indem sie Leber-Qi-Stagnation lösen. Das hilft bei innerer Anspannung, Reizbarkeit oder Kopfschmerzen, die durch blockiertes Qi entstehen.

2. Klärung von Hitze und Entgiftung
Ihre kühlende und reinigende Wirkung unterstützt den Körper beim Ausleiten von „innerer Hitze“ und Toxinen, besonders bei Hautunreinheiten oder Entzündungen.

3. Unterstützung bei Durchfall und Schwäche
In kleinen Mengen stärken Schlehen die Milz und stabilisieren den unteren Erwärmer, wodurch sie bei weichem Stuhl oder leichtem Durchfall hilfreich sind.

Wirkung der Moosbeeren (Preiselbeeren)

1. Ausleitung von Feuchtigkeit und Hitze aus der Blase
Preiselbeeren werden in der TCM ähnlich wie Cranberries eingesetzt, um Feuchte-Hitze im unteren Erwärmer zu klären – typischerweise bei Blasenentzündungen oder trübem Urin.

2. Kühlende Wirkung auf Blut und Yin
Sie nähren Yin-Flüssigkeiten und kühlen das Blut, was bei innerer Hitze, leichtem Fieber oder Reizbarkeit ausgleichend wirkt.

3. Unterstützung der Nierenenergie
Durch ihre adstringierende Natur stabilisieren sie die Essenz (Jing) und können bei leichter Erschöpfung oder Schwäche nach Infekten stärkend wirken.

Wirkung des Kissels als Ganzes

1. Harmonisierung von Milz und Magen
Die leicht süße, weiche Konsistenz des Kissels nährt die Milz und beruhigt den Magen. Das macht ihn besonders geeignet bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl oder nach längerer Krankheit.

2. Yin-nährend und befeuchtend
Kissel befeuchtet die Schleimhäute und unterstützt Yin, was bei Trockenheit (z. B. trockener Husten, trockene Haut) wohltuend ist.

3. Klärend und entgiftend
Durch die Kombination aus Schlehen und Moosbeeren wirkt das Getränk reinigend, leitet überschüssige Hitze aus und unterstützt die Leber bei der Entgiftung.


Anwendungsempfehlung nach CM

  • Ideal bei: innerer Hitze, Reizbarkeit, Harnwegsbeschwerden, schwacher Verdauung, Trockenheit oder Erschöpfung nach Infekten.
  • Nicht empfohlen bei: starkem Kältegefühl, Durchfall durch Kälte oder Milz-Yang-Schwäche (da die Früchte leicht kühlend wirken).
  • Empfohlene Zubereitung: warm oder zimmerwarm trinken, um die Milz zu schonen.

Fazit:
Nach CM stärkt Kissel aus Schlehen und Moosbeeren das Yin, klärt Hitze, harmonisiert die Verdauung und unterstützt die Leber- und Blasenfunktion. Er ist ein sanftes, ausgleichendes Heilnahrungsmittel, das besonders in Übergangszeiten (Herbst, Frühling) das innere Gleichgewicht fördert.

Winterlandschaft rund um unser Bornmühle

Du bist inspiriert? Wie schön- dann stärke Dich doch mit einem Kissel für die kalte Jahreszeit; gerade jetzt sind die Schlehen genau richtig- nach dem ersten leichten Frost 🙂

Ich wünsche Dir eine gesunde, angenehme Woche und bis bald- alles Liebe

Kira

Was gefragt wurde…

…in unzähligen Mails und persönlichen Nachrichten: Kann in der Chinesischen Medizin mit Akupunktur und Kräutermedizin Dopamin gepusht werden?

UND damit WILLKOMMEN in dieser Novemberwoche so kurz nach dem fulminanten Vollmond 🙂

Gerade in der dunklen Jahreszeit geht es etwa 20% der Menschen bei uns in den nördlicheren Regionen Deutschlands mental nicht so gut- Stimmungsschwankungen, Müdigkeit, Trägheit… machen sich breit, obwohl Betroffene aktiv und fröhlich die Tage verbringen möchten- es liegt also nicht am Wollen, sondern mehr am Können und dies ist ganz eng mit dem JING verbunden. Dann schauen wir uns doch das DOPAMIN mal näher an 😉

Dopamin steht sinnbildlich für Lebensfreude, Motivation und inneren Antrieb.
In der CM werden diese Qualitäten vor allem durch das Leber-Qi, das Herz-Shen und ein ausgewogenes Verhältnis von Qi, Blut und Essenz (Jing) reguliert.

Akupunktur bspw. an den Punkten des äußeren Blasenmeridians stimulieren Dopamin

Energetische Zuordnung

Westlicher AspektTCM-EntsprechungBeschreibung
DopaminBewegung und Fluss des Leber-QiMotivation, Kreativität, Entscheidungsfreude
Belohnung & FreudeHerz-ShenEmotionale Offenheit, Begeisterung, Lebenslust
Antrieb & EnergieQi und Nieren-JingWillenskraft, Ausdauer, Vitalität
Regulation & BalanceMilz-QiStabilität, Konzentration, klare Gedanken

Wenn Dopamin „niedrig“ ist – CM-Betrachtung

Ein Mangel an Dopamin äußert sich oft als:

  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Lustlosigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Gefühl von innerer Leere oder Gleichgültigkeit

In der CM entspricht das meist einer Kombination aus:

  • Leber-Qi-Stagnation → Frustration, Reizbarkeit, Blockaden
  • Milz-Qi-Schwäche → Energiemangel, Grübeln, Erschöpfung
  • Herz-Blut- oder Shen-Schwäche → Freudlosigkeit, Schlafprobleme
  • Nieren-Essenz-Mangel → Willensschwäche, Burnout, tiefe Erschöpfung

Wenn Dopamin „zu hoch“ ist – CM-Betrachtung

Bewegungsdrang, ohne das Ruhe eintritt 🙁

Ein Übermaß an Dopamin (z. B. durch ständige Reizüberflutung, Social Media, Zucker, Koffein) kann sich zeigen als:

  • Unruhe, Nervosität, Schlaflosigkeit
  • Reizbarkeit, Hyperaktivität
  • Übermäßige Stimulation des Geistes

Energetisch entspricht das:

  • Leber-Yang-Aufstieg
  • Herz-Feuer
  • Yin-Mangel mit innerer Hitze

Harmonisierung des „Dopamin-Flusses“ nach CM

herbstliche Impressionen mit einer Frühstückssuppe aus Zwetschgen mit Dinkelnocken und Mandeln

1. Ernährung

  • Qi-stärkend: Hirse, Hafer, Süßkartoffeln, Datteln, Karotten
  • Leber-Qi bewegend: Zitrusfrüchte, Minze, grünes Gemüse, kleine Mengen Essig
  • Blut- und Shen-nährend: Beeren, rote Datteln, Walnüsse, Sesam, Kakao (in Maßen)

2. Kräuter & Tees

  • Leber-Qi regulierend: Chai Hu (Bupleurum), Xiang Fu (Cyperus)
  • Shen beruhigend: Suan Zao Ren (Ziziphus), He Huan Pi (Albizia)
  • Qi stärkend: Ren Shen (Ginseng), Huang Qi (Astragalus)

3. Lebensstil & Emotionen

  • Bewegung in der Natur → fördert Leber-Qi-Fluss
  • Meditation, Atemübungen → beruhigen Herz-Shen
  • Kreative Tätigkeiten → nähren Leber und Herz
  • Regelmäßiger Schlaf → regeneriert Nieren-Jing
  • Präventive bzw. regelmäßige Akupunktur

Kurz gesagt: Dopamin entspricht in der CM dem freien Fluss von Leber-Qi, der Klarheit des Herz-Shen und der Stärke von Qi und Jing.
Ein harmonischer Dopaminspiegel bedeutet also:

  • freies, lebendiges Qi
  • zentrierte Mitte
  • ruhigen, klaren Geist

Wenn diese Ebenen im Gleichgewicht sind, entsteht das, was die CM als innere Freude und Lebenslust bezeichnet – die natürliche Entfaltung des Shen.

Während Akupunktur über feine Impulse das Nervensystem harmonisiert, können westliche Heilpflanzen denselben Weg von innen heraus unterstützen – sanft, kraftvoll und tiefgreifend.

Pflanzen, aus West und Ost, die dein Dopamin zum Tanzen bringen

  • Rhodiola rosea (Rosenwurz)- der Energiebooster aus dem Norden – hilft dir, Stress zu transformieren und neue Lebenskraft zu spüren.
  • Mucuna pruriens (Juckbohne)- reich an natürlichem L-Dopa, der Vorstufe von Dopamin – schenkt Fokus, Motivation und Lebensfreude.
  • Ginkgo biloba- fördert die Durchblutung des Gehirns, klärt den Geist und schützt deine Nervenzellen.
  • Panax ginseng- ein uraltes Adaptogen, das Energie, Vitalität und mentale Stärke in Einklang bringt.
  • Bacopa monnieri (Brahmi)- der Pflanzenfreund für dein Nervensystem – beruhigt, stärkt und schärft den Geist.
  • Curcuma longa (Kurkuma)- die „Goldene Wurzel der Sonne“ – wirkt entzündungshemmend und hebt die Stimmung von innen heraus.
  • Hypericum perforatum (Johanniskraut)- Licht in Pflanzenform – bringt Balance, wenn die Seele nach Wärme und Klarheit ruft.

Kurz gesagt:
Diese Pflanzen sind wie kleine Anker für dein Nervensystem – sie erinnern dich daran, dass Heilung immer von innen beginnt. Ob als Tee, Tinktur oder Extrakt: Sie schenken deinem Körper das, was er braucht, um wieder in seine natürliche Schwingung zu kommen.

Kombiniert mit Akupunktur entsteht daraus eine kraftvolle Symphonie aus Tradition, Natur und Neurobiologie – für mehr Leichtigkeit, Fokus und Lebensfreude.

Ich wünsche Dir mit diesem Exkurs einen freudvollen Start in die neue Woche- bleib gesund und achtsam- alles Liebe

Kira

PS: Wenn Dir dieser Beitrag oder auch generell mein Blog mit den zahlreichen Artikeln gefällt, dann abonniere den Newsletter für montags oder empfehle meinen Blog weiter- Danke dafür und Herzensgrüße!

DAS ist kein einfacher SHAKE…

Dieser Proteinshake ist speziell darauf abgestimmt, die Leberregeneration zu unterstützen und gleichzeitig eine pflanzliche Proteinquelle zu liefern. Die Kombination aus Brokkoli, Spinat, Hanfsamen und Haferkleie liefert schwefelhaltige Aminosäuren, Antioxidantien und Ballaststoffe, die die Entgiftungsleistung der Leber fördern…

UND damit herzlich Willkommen in der ersten November-Woche.


Dein Rezept- Leberregenerierender Proteinshake (1 Portion)

Zutaten

  • 150 g Brokkoli (frisch oder tiefgekühlt)
  • 150 g Blattspinat (frisch oder tiefgekühlt)
  • 30 g Haferkleie
  • 20 g geschälte Hanfsamen
  • 200 ml Wasser (oder ungesüßte Mandelmilch für cremigere Konsistenz)
  • 1 EL frische Petersilie
  • Optional: ½ Zitrone (Saft) und 1 TL natives Olivenöl extra

Zubereitung

  1. Vorbereitung:
    Wenn du tiefgekühltes Gemüse verwendest, kurz antauen lassen oder 1–2 Minuten in heißem Wasser blanchieren, um die Zellstruktur aufzulockern und die Nährstoffaufnahme zu verbessern.
  2. Mixen:
    Alle Zutaten in einen Hochleistungsmixer geben.
    Auf höchster Stufe 45–60 Sekunden mixen, bis eine glatte, cremige Konsistenz entsteht.
  3. Abschmecken:
    Mit Zitronensaft und Olivenöl verfeinern – das sorgt für eine bessere Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, E, K) und unterstützt die Gallensäureproduktion.
  4. Servieren:
    Sofort trinken, um den maximalen Gehalt an Antioxidantien und Chlorophyll zu erhalten.

Ernährungsphysiologischer Nutzen

ZutatHauptwirkung auf die Leber
BrokkoliEnthält Sulforaphan, das die Aktivität von Phase-II-Entgiftungsenzymen steigert.
BlattspinatReich an Chlorophyll, das Toxine bindet und die Leberzellen schützt.
HaferkleieLiefert lösliche Ballaststoffe (Beta-Glucane), die Cholesterin binden und die Fettverarbeitung der Leber entlasten.
HanfsamenHochwertige pflanzliche Proteine mit allen essentiellen Aminosäuren, besonders Methionin und Cystein für die Glutathionbildung.
PetersilieUnterstützt die Harnausscheidung und hilft, Stoffwechselendprodukte auszuleiten.
Zitrone (optional)Fördert die Gallensekretion und den pH-Ausgleich im Verdauungssystem.

Nährwert (ca. pro Portion)

  • Kalorien: ~280 kcal
  • Protein: ~18 g
  • Ballaststoffe: ~10 g
  • Fett: ~10 g (davon viele Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren)
  • Kohlenhydrate: ~20 g

Mein Spezial-Tipp:

Trinke den Shake bspw. nach einer morgendlichen Möhrensuppe- so hast Du ein vollwertiges Frühstück und die Zutaten des Shake lassen sich noch besser verdauen 🙂

Gemäß der Chinesischer Medizin:

  • ist dieser grüne Proteinshake ein sanft „entgiftendes“, Qi- und Blut-nährendes Getränk, das besonders Leber und Milz unterstützt. Er wirkt leicht kühlendreinigend und ausleitend, wodurch er ideal für Menschen mit Leber-Hitze (Fett-Leber oder „stillen Entzündungen“), innerer Stagnation oder bei Herbstblues und Frühjahrsmüdigkeit ist.

Brokkoli

  • Geschmack & Temperatur: leicht bitter, süß, kühl
  • Wirkt auf: Leber, Magen
  • Wirkung: leitet Hitze aus der Leber, transformiert Schleim, fördert den Qi-Fluss und unterstützt die Entgiftung.
  • TCM-Aspekt: ideal bei Leber-Qi-Stagnation, Reizbarkeit oder Hautunreinheiten durch Hitze.

Blattspinat

  • Geschmack & Temperatur: süß, kühl
  • Wirkt auf: Leber, Blut
  • Wirkung: nährt das Blut, befeuchtet Trockenheit, kühlt das Blut und harmonisiert die Leber.
  • TCM-Aspekt: stärkt Leber-Blut, besonders bei Müdigkeit, trockenen Augen oder Menstruationsbeschwerden.

Haferkleie

  • Geschmack & Temperatur: süß, warm
  • Wirkt auf: Milz, Herz
  • Wirkung: stärkt das Milz-Qi, beruhigt den Geist (Shen) und reguliert den Blutzucker.
  • TCM-Aspekt: balanciert die kühlenden Zutaten, um die Mitte zu schützen.

Hanfsamen (geschält)

  • Geschmack & Temperatur: süß, neutral
  • Wirkt auf: Milz, Dickdarm
  • Wirkung: befeuchtet den Darm, nährt Yin und fördert eine sanfte Entgiftung.
  • TCM-Aspekt: harmonisiert den Verdauungstrakt, unterstützt die Ausleitung von Toxinen.

Petersilie

  • Geschmack & Temperatur: scharf, warm
  • Wirkt auf: Blase, Magen
  • Wirkung: bewegt Qi, fördert die Harnausscheidung und leitet Feuchtigkeit aus.
  • TCM-Aspekt: verhindert, dass sich zu viel Kälte oder Feuchtigkeit durch die grünen Zutaten ansammelt.

Zitrone (optional)

  • Geschmack & Temperatur: sauer, kühl
  • Wirkt auf: Leber, Magen
  • Wirkung: bewegt Leber-Qi, löst Stagnationen und klärt Hitze.
  • TCM-Aspekt: stärkt die Leberfunktion und harmonisiert den Geschmack des Shakes.

Olivenöl (optional)

  • Geschmack & Temperatur: süß, neutral
  • Wirkt auf: Leber, Magen, Dickdarm
  • Wirkung: nährt Yin, befeuchtet den Darm, unterstützt die Leber bei der Regeneration.

Energetische Gesamtwirkung

  • Temperatur: leicht kühlend
  • Geschmack: süß-bitter mit frischer Note
  • Wirkt auf: Leber, Milz, Magen, Dickdarm
  • Hauptwirkung:
    • Klärt Leber-Hitze und bewegt Leber-Qi
    • Nährt Blut und Yin
    • Unterstützt die Entgiftung über Leber und Darm
    • Harmonisiert die Mitte durch Haferkleie und Hanfsamen

Empfehlung nach CM

  • Ideal im Frühling oder bei Leber-Qi-Stagnation (z. B. Gereiztheit, Spannungsgefühl, Kopfschmerzen, Hautprobleme).
  • Wenn Du innerer KälteMilz-Qi-Schwäche mit Durchfall oder Yang-Mangel hast/spürst – füge Ingwer und weißen Pfeffer hinzu, um die Mitte zu schützen und diesen Shake ebenfalls nutzen zu können!

Zusammenfassung:
Dieser Shake kühlt, reinigt und harmonisiert die Leber, stärkt gleichzeitig Milz und Blut – ein perfekter Begleiter für sanfte Detox-Phasen und emotionale Balance, aber auch nach körperlicher Belastung 🙂

Mit den „Greens“ und allen anderen Zutaten kannst Du nicht nur Deine Leber auf Vordermann bringen; auch alle anderen Körperzellen freuen sich über diesen Autophagie- Aktivator- dieser Shake eignet sich ideal als morgendlicher Leber-Booster oder Regenerationsdrink nach körperlicher Belastung. Durch die Kombination aus schwefelhaltigen Pflanzenstoffen, Antioxidantien und pflanzlichem Eiweiß wird die Glutathionproduktion der Leber gefördert – ein zentraler Mechanismus für die Zellregeneration und Entgiftung.

Ich wünsche Dir eine gute Woche, bleib gesund und genieße Kerzenschein und ruhige Abende- alles Liebe…

Kira

Frühstück nach Plan- ganz einfach

Herbstzeit… und spätestens jetzt macht es Sinn, wieder auf ein warmes Frühstück bzw. auf eine warme Morgenmahlzeit zwischen 6-11 Uhr zurückzugreifen. Ein gegartes/warmes Frühstück ist leicht verdaulich, stärkt die Funktionalität von Magen und Gedärm, aktiviert den Stoffwechsel und gleicht Dein Hormonsystem aus 🙂

Hier kommt DEIN 7-Tage-CM-Frühstücksplan, basierend auf dem Kürbis-Hirse-Porridge, aber mit abwechslungsreichen Zutaten, die alle im Herbst besonders gut tun. So bleibt es spannend, nährend und im Einklang mit der CM.

7-Tage-CM-Frühstücksplan (Herbst):

Tag 1 – Kürbis-Hirse-Porridge klassisch

  • Hirse mit Kürbis, Rosinen, Zimt und etwas Ingwer kochen(komplettes Rezept unten)
  • Mit gehackten Mandeln bestreuen.
  • Wirkung: stärkt Milz/Magen, befeuchtet Lunge, wärmt sanft.

Tag 2 – Hirse-Porridge mit Apfel & Sesam

  • Hirse mit Apfelstücken, etwas Zitronenschale und Zimt kochen.
  • Mit schwarzem Sesam bestreuen.
  • Wirkung: Apfel befeuchtet Lunge, Sesam nährt Yin und befeuchtet Trockenheit.

Tag 3 – Kürbis-Hirse-Porridge mit Birne & Walnüssen

  • Hirse mit Kürbiswürfeln und Birnenstücken kochen.
  • Mit gehackten Walnüssen garnieren.
  • Wirkung: Birne befeuchtet Lunge und lindert Trockenheit, Walnüsse stärken Nieren und Gehirn.

Tag 4 – Hirse-Porridge mit Maronen & Datteln

  • Hirse mit klein geschnittenen, vorgegarten Maronen und Datteln kochen.
  • Mit etwas Zimt verfeinern.
  • Wirkung: Maronen stärken Nieren & Milz, Datteln nähren Blut und Qi.

Tag 5 – Kürbis-Hirse-Porridge mit Karotten & Ingwer

  • Hirse mit Kürbis und Karottenwürfeln kochen.
  • Mit frischem Ingwer und einem Tropfen Sesamöl verfeinern.
  • Wirkung: stärkt Mitte, wärmt, unterstützt Verdauungskraft.
Maßvoll Honig 🙂

Tag 6 – Hirse-Porridge mit Birne & Mandeln

  • Hirse mit Birnenstücken kochen.
  • Mit gehackten Mandeln und etwas Honig abrunden.
  • Wirkung: befeuchtet Lunge, stärkt Qi, lindert trockenen Husten.

Tag 7 – Kürbis-Hirse-Porridge mit Feigen & Zimt

  • Hirse mit Kürbiswürfeln und frischen oder getrockneten Feigen kochen.
  • Mit Zimt und Muskat würzen.
  • Wirkung: Feigen befeuchten Lunge und Darm, Zimt wärmt und bewegt Qi.
Maßvoll Quarkcreme 🙂 auf dem Porridge für extra Eiweiß

Allgemeine Tipps

  • Immer warm und frisch zubereiten – kalte Speisen schwächen die Mitte; Meal-Preap funktioniert natürlich trotzdem 😉
  • Mit der Flüssigkeitsmenge spielen, je nachdem ob du es cremig oder eher fest magst.
  • Süßen am besten nur mit Honig, Reissirup oder Trockenfrüchten – diese nähren Qi und sind CM-gerecht- Yakon-Sirup wäre die beste Wahl.
  • Gewürze wie Zimt, Ingwer oder Muskat je nach Konstitution variieren: mehr Wärme bei Kältegefühl, weniger bei innerer Hitze.

Dieser 7-Tage-Plan sorgt für Abwechslung, Balance und Stärkung von Qi und Yin im Herbst. Er unterstützt dich optimal beim Übergang in die kalte Jahreszeit.

Mit dem Basis- Porridge kannst Du alle erdenklichen Varianten ausprobieren- so einfach und das Gute- Du kannst es in größeren Mengen vorbereiten, in Schraubgläser einfüllen und so länger aufbewahren, als Basis für DEINE Varianten nutzen.

Basisrezept:

Zutaten (für 2 Portionen)

  • 80 g Hirse (wirkt stärkend auf Milz und Magen, trocknet Feuchtigkeit)
  • 200 g Hokkaido-Kürbis (wärmt, tonisiert Qi und Blut, stärkt Milz und Magen)
  • 500 ml Wasser (nach Bedarf mehr, je nach gewünschter Konsistenz)
  • 1 TL Ghee oder Sesamöl (nährt Yin, befeuchtet und unterstützt die Verdauung)
  • 1 Prise Meersalz
  • Optional:
    • 1 TL getrocknete Goji-Beeren (nährt Blut und Leber)
    • ½ TL Zimt (wärmt das Yang, harmonisiert Mitte)
    • 1 TL Honig oder Reissirup; Yakon-Sirup… (nach dem Kochen, stärkt Qi und beruhigt)

Zubereitung

  1. Hirse waschen:
    Die Hirse gründlich mit heißem Wasser abspülen, um Bitterstoffe zu entfernen.
  2. Kürbis vorbereiten:
    Den Hokkaido-Kürbis waschen, entkernen und in kleine Würfel schneiden (Schale kann mitgekocht werden).
  3. Kochen:
    Hirse, Kürbis und Wasser in einen Topf geben, aufkochen und dann bei kleiner Hitze ca. 25–30 Minuten köcheln lassen, bis der Kürbis weich und die Hirse cremig ist.
  4. Verfeinern:
    Ghee oder Sesamöl, Salz und ggf. Zimt oder Goji-Beeren hinzufügen; kurz umrühren und 5 Minuten nachquellen lassen.
  5. Abschmecken:
    Nach dem Kochen optional mit etwas Honig, Yakon- oder Reissirup süßen.

Wirkung nach der CM

ZutatThermische WirkungOrganzuordnungHauptwirkung
Hirseleicht kühlend bis neutralMilz, Magenstärkt Mitte, trocknet Feuchtigkeit
KürbiswarmMilz, Magenstärkt Qi, transformiert Feuchtigkeit
ZimtwarmHerz, Milz, Nierefördert Yang, bewegt Qi
Goji-BeerenneutralLeber, Nierenährt Blut und Jing
Ghee/SesamölneutralMilz, Lungebefeuchtet, harmonisiert Verdauung

Anwendungsempfehlung

  • Ideal als Frühstück oder leichtes Abendessen.
  • Besonders geeignet bei Erschöpfung, Verdauungsschwäche, kalten Händen und Füßen oder Feuchtigkeitsansammlungen.
  • Im Sommer kann das Gericht etwas dünnflüssiger und ohne Zimt zubereitet werden, um es leichter zu machen.

Das Kürbis-Hirse-Porridge stärkt die Mitte, fördert sanft die Transformation von Feuchtigkeit und bringt innere Stabilität und Wärme – eine harmonische Mahlzeit für Körper und Geist.

Solltest Du Eiweiß vermissen oder als Eiweiß-Typ mehr Eiweiß benötigen, dann gib immer ein bis zwei Esslöffel Quark, eine Hand voll Cashewkerne dazu oder bei allen Varianten fünf Esslöffel gegarte rote Linsen(relativ neutral im Geschmack). Natürlich kannst Du die herzhaften varianten auch mit Rührei oder gekochtem Ei toppen 🙂

Guten Appetit und eine gute Zeit Dir- alles Liebe

Kira

Grundporridge mit KakaoNibs, schwarzem Sesam als gebackene Variante

Die Zeit um und von Mabon

Wie schnell diese wunderbare Herbstzeit dahinfließt- wie der Bach bei uns am Tollensesee und schon sind wir im Jahreskreis angekommen- angekommen in der Zeit zu MABON

Mabon ist der Name bzw. die Bezeichnung für die HERBST-TAG- und Nacht-Gleiche und ein wichtiges traditionelles(keltisches) Jahreskreisfest. Es symbolisiert die Balance zwischen Licht und Dunkelheit, das Ende der Ernte und das endgültige Ende des Sommers; den Beginn des tiefen Herbst. An Mabon wird Dankbarkeit für die Fülle ausgedrückt und sich auf die kommende dunklere Jahreszeit vorbereitet, indem man inne hält und loslässt, was nicht mehr dient; was in Dankbarkeit gehen darf.

Erntefest: Mabon ist das zweite Haupt-Erntefest und wird als Dank für die Ernte des Jahres gefeiert, bei dem die letzte Getreide-Garbe nie geschnitten wird; bei der Honig, Milch und andere Gaben in den frisch gepflügten Acker eingebracht werden als Dankesgabe an Mutter Erde 🙂 und einige reife Früchte- bei uns Hagebutten- über die Schulter geworfen wurden/werden 🙂

Gleichgewicht: Als Herbst-Tagundnachtgleiche steht Mabon für den Zeitpunkt, an dem Tag und Nacht exakt gleich lang sind. 

Mythologie: Der Name Mabon leitet sich vom walisischen „Mabon ap Modron“ ab, was „großer Sohn“ oder „Sohn des Lichts“ bedeutet und sich auf eine mythische Figur bezieht. In unserer nördlicheren Tradition wird Mabon als Dankesfest an Mutter Erde gefeiert und diese geehrt.

Übergang: Das Fest markiert den feierlichen Abschied vom Sommer und bereitet auf die Stille und Einkehr des Winters vor.

Das Erntefest, hier bei uns gefeiert mit Lagerfeuer, darin gebackenen Kartoffeln, mit Räucherwerk und Geschichten aus alten Zeiten… als Kind habe ich mit roten Wangen den Erzählungen meiner Oma Alwine gelauscht- sie hat als Wolgedeutsche vom Tag Ihrer Geburt im Mai 1898 bis zu ihrer Heirat 1918 mit meinem Opa(geboren 1875) in der Wolgaregion gelebt- von der harten Ernte, den Kartoffelfeuern, dem Holz schlagen… all dies sind Erinnerungen, die mich sehr demütig vor diesem harten Leben und auch sehr dankbar werden ließen- über die Jahre und immer zur Zeit von Mabun erinnere ich mich… bspw. an dieses Räucherrezept:

Zutaten (für ca. 1 kleines Glas, 20–25 g):

  • 2 TL Sandelholz (gemahlen oder kleine Späne) – für eine warme, erdige Basis
  • 1 TL Weihrauch (Olibanum) – für Reinigung und spirituelle Öffnung
  • 1 TL Myrrhe – für Tiefe und Erdung
  • 1 TL Wacholderbeeren (zerstoßen) – für Schutz und klärende Energie
  • ½ TL Muskatblüte (Macis, fein zerkleinert) – für Würze, Wärme und Fülle
  • ½ TL Zimt (grob gemörst) – für Wärme und Fülle
  • ½ TL Orangenschale (getrocknet) – für Frische und festliche Note
  • ½ TL Apfelstücke (getrocknet) – symbolisch für Ernte und Fruchtbarkeit
Muskat-Blüte(KI)

Zubereitung

  • Alle Zutaten in einem Mörser grob zerkleinern, sodass sich die Aromen gut entfalten, aber die Mischung nicht zu fein wird;
  • …gut vermengen und in einem luftdichten Glas aufbewahren.
  • Zum Räuchern gib eine kleine Prise auf ein Stövchen oder Siebräuchergefäß und stelle die Höhe so ein, dass ein sanftes Räuchern geschieht.

Wirkung und Symbolik

  • Muskatblüte: Steht für Wärme, Schutz und die Kraft der inneren Sonne; aber auch für Visionen.
  • Sandelholz & Myrrhe: Erdend, verbinden mit der inneren Ruhe und dem Übergang in die dunklere Jahreszeit.
  • Weihrauch: Spirituelle Öffnung und Dankbarkeit.
  • Wacholder & Zimt: Schutz, Reinigung und Stärkung der Lebenskraft.
  • Orange & Apfel: Festliche, fruchtige Noten, die den Erntesegen symbolisieren.

Typische norddeutsche Rituale sind weiterhin:

  • Spaziergang in der Natur, Dankesfeuer, das Sammeln herbstlicher Gaben, das Gestalten eines Erntedank-Altars, das Zünden von Kerzen, das Räuchern, das Schreiben und Verbrennen von Dankbarkeitszetteln oder Wunsch-Zetteln; sowie das gemeinsame Teilen einer Mahlzeit.
Letzte Ernte bzw. Vorbereitung des Ackers bei uns in der Region zu dieser Zeit

Was jetzt noch so wichtig ist:

  • Achte – gerade jetzt im Übergang- auf warme Füße und einen geschützten Hals und Nacken; über diese „Schwachstellen“ dringen Wind, Kälte und Nässe besonders schnell in den Körper ein und bescheren Dir dann die typischen Herbstinfekte.
  • Beginne wieder vermehrt wärmend und gegart zu essen- Dein Körper benötigt dies für die Vorbereitung auf die dunkle Jahreszeit, für einen kraftvollen und gesunden Winter.
  • Kombiniere Salat immer mit einer Suppe im Vorfeld oder mit Warmem im Salat(bspw. Pellkartoffeln).
  • Bewege Dich maßvoll, aber ausreichend- Bewegung ist wichtig für Kreislauf, Stoffwechsel und Energie!
besonders lecker im Herbst- spicy Buchweizenwaffeln mit Obst-Nuss-Kompott

Ich wünsche Dir mit diesen Inspirationen ein wundervolles Erntefest/ Mabun- genieße diese Zeit des kleinen Yin und diese Woche- gesegtes MABUN und alles Liebe

Kira

Wenn Dir gefällt, was Du hier auf meinem Blog lesen darfst und für Dich findest, dann freue ich mich über Empfehlungen oder leite den Newsletter gerne weiter- DANKE!

Herbstfrucht mit Aha-Effekt

Herzlich Willkommen zu DEINEN/ meinen Montags-News 🙂

Der September beschert uns hier am Tollensesee eine unglaubliche Ernte einer meiner liebsten Früchte- der Pflaume oder Zwetschge(wie sie auch genannt wird). Schon als Kind habe ich es geliebt, diese blauen, so saftigen Früchte direkt vom Baum zu naschen oder meiner Oma zuzusehen, wie sie das köstlichste Pflaumenmus in ihrem alten Backofen zubereitet hat- die Zeit, in der das ganze Haus nach Heimeligkeit, frischem Obst und ein bisschen Zimt und Vanille geduftet hat.

Der Herbst ist die Zeit, in der das Yin stärker beginnt zu dominieren- es ist das „kleine“ Yin- Rückzug und Reflektion beginnen; die Tage werden kürzer und das Obst, welches jetzt reift hat einen direkten Bezug zum Yin:

  • Pflaumen wirken Qi regulierend und bewegend, Hitze eliminierend, die durch Yin-Mangel verursacht wird und tonisieren Yin und Körperflüssigkeiten.
  • In der CM werden Pflaumen, insbesondere die Ume oder Share-Pflaume (fermentierte), hauptsächlich zur Stärkung des Darms, Förderung der Verdauung und Entgiftung eingesetzt. Sie helfen bei Verstopfung, Blähungen und unregelmäßigem Stuhlgang, indem sie den Darm reinigen und überschüssige Feuchtigkeit ausleiten.
  • Pflaumen stärken das Yin des Erdelements (Milz), regen den Appetit an und beruhigen ein zu starkes aufsteigendes Holz-Feuer(Leber), was sie zu einem wertvollen Mittel zur Förderung des Wohlbefindens und der Vitalität macht.
  • Darm: Pflaumen sind ein klassisches Mittel gegen Verstopfung und unregelmäßigen Stuhlgang. Sie unterstützen eine gesunde Darmfunktion und helfen, Abfallprodukte und Giftstoffe aus dem Verdauungstrakt auszuleiten. 
  • Milz: Sie fördern die Verdauung, regen einen gesunden Appetit an und lindern Beschwerden wie Blähungen und Übelkeit. 
  • Leber: Die fermentierte Pflaume hilft, überschüssige Feuchtigkeit und Toxine aus der Leber auszuleiten(unterstützt die Autophagie). Außerdem wird ihr eine beruhigende Wirkung auf das Leber-Qi zugeschrieben. 
  • Körperflüssigkeiten Yin Je: Pflaumen bauen generell Körperflüssigkeiten auf, was sie bspw. bei Diabetes jeglichen Typs und auf Grund von Yin-Mangel und trockener Verstopfung hilfreich macht.

Weitere Aspekte:

  • Entgiftung: Durch die Reinigung des Darms und seiner Zotten unterstützen Pflaumen den Körper bei der Ausscheidung von Giftstoffen und fördern so die Entgiftung. 
  • Stärkung: Sie tragen zur Verbesserung der allgemeinen Vitalität und des Wohlbefindens bei und können das Immunsystem stärken. 
  • Emotionale Balance: Die beruhigende Wirkung der Pflaume kann helfen, emotionale Spannungen zu reduzieren und den Energiefluss in Harmonie zu bringen. 

Anwendung:
Die fermentierte Pflaume ist ein leicht zu integrierendes Lebensmittel. Sie wird oft zur Unterstützung bei Reset-Kuren oder zur Entgiftung verwendet, um den Körper zu entlasten und die Darmgesundheit zu fördern. Die CM empfiehlt eine Frühjahrs- und Herbst-Kur über 12 Tage, an denen auf Wurst, hochverarbeitete LM, Zucker, Milchprodukte und Schweinefleisch komplett verzichtet wird- dazu gibt es Kräutermischungen und täglich 1-3 Ume/Share-Pflaumen und 3-5 Tassen Kräutertee zzgl. heißem Wasser.

Die Sichtweise der verehrten Hildegard von Bingen:

Hildegard von Bingen kannte und beschrieb die Pflaumensorte Zibarte, eine der ältesten bekannten Sorten. In ihren Rezepten werden auch Produkte aus der Pflaume verwendet, wie eine basische Pflaumenaschenlauge zur Haarpflege und eine Pflaumenkern-Kur zur Behandlung von Husten, die aus in Wein eingelegten Pflaumenkernen besteht(Rezept siehe unten).

Zibarte- alte Pflaumensorte

Pflaumenaschenlauge: Dieses basische Haarwasser wird aus Pflaumenholzasche hergestellt. Es diente zur Pflege der Kopfhaut, insbesondere bei Schuppen und Haarausfall. 

Pflaumenkern-Kur: Dies ist eine traditionelle Kur bei Husten- Pflaumenkerne werden geknackt, der innere Kern in Weißwein eingelegt- Täglich werden einige Kerne gegessen und eine Pflaumenkernsuppe aus gehackten Kernen, Wein und Dinkelgrieß verzehrt. 

Umstritten ist die Aussage, dass Pflaumen per se zu den „Küchengiften“ zählen; zu beobachten ist, dass zu viele rohe Pflaumen Bauchschmerzen verursachen bzw. zu Durchfall führen. Mit den Inhaltsstoffen der Pflaume, die uns heute bekannt sind, lässt sich dieses Phänomen leichter erklären, was natürlich zu Zeiten Hildegards nicht möglich war.

Inhaltsstoffe:

Pflaumen enthalten Vitamine (wie Provitamin A, B-Vitamine, C und E), Mineralstoffe (Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium, Zink), Ballaststoffe (Pektin, Zellulose) und sekundäre Pflanzenstoffe (Anthocyane, Flavonoide). Diese Inhaltsstoffe fördern die Verdauung, stärken das Immunsystem, wirken antioxidativ und können entzündungshemmend sowie knochenstärkend sein. Außerdem enthalten Pflaumen SORBIT- ein Zuckeralkohol- welches bei empfindlichen Menschen oder bei zu hoher Verzehrmenge Blähungen und Verdauungsstörungen hervorruft- das erklärt die Einstufung als „Küchengift“.

Pflaumensuppe und Pflaumenmus nach unserem Rezept:

… 😉 die geheime Zutat
  • Etwa 20-30 Pflaumen waschen, entkernen und in einen Topf geben; dann gib eine gute Handvoll Datteln und ein bis zwei Kerne dazu;
  • … gieße alles mit frisch gepresstem Orangensaft(2 Orangen), Saft einer halben Zitrone und einem Liter Früchtetee auf; würze es mit je einem halben Teelöffel Zimt, Vanille, einem viertel Teelöffel Kardamom und einer Prise Kubebenpfeffer;
  • … kurz Aufkochen und dann bei mittlerer Hitze sanft köcheln lassen, bis die Früchte zerfallen;
  • … würze mit einem Esslöffel Rohrohrzucker nach.
  • Diese Suppe ist die Grundlage für die ostpreußische/vorpommersche/mecklenburgische Klieben-Suppe- in den kochenden Sud gib Teelöffel-weise einen Teig aus einem Ei, Dinkelmehl, Vanille und etwas Zucker(fester Teig)- sobald die Klieben oben schwimmen, sind sie verzehrfertig und die Suppe kann serviert werden 🙂
  • Für das Pflaumenmus eine Auflaufform mit entkernten Pflaumen und fünf-acht Datteln gut füllen; zwei bis drei geknackte Kerne dazu geben; alles mit Rohrohrzucker(1-2 Esslöffel) und Zimt bestreuen; mit einer Tasse Apfelsaft aufgießen und dann bei 180-200 Grad Umluft im Backofen garen- NICHT UMRÜHREN- das Mus ist fertig, wenn das Obst richtig eingekocht und musig ist. Heiß sofort in Schraubgläser füllen, auf den Kopf stellen und/oder dann noch einmal einkochen.

Die geheime Zutat bei Suppe und Mus ist der Kern:

Der Kern gehört ins Pflaumenmus, weil er ihm eine herbe Note, eine besondere Würze und eine tiefere Farbe verleiht, da er Gerbstoffe und Fette enthält, die das Mus unterstreichen. Es ist üblich, einen oder zwei zerstoßene Pflaumenkerne hinzuzufügen, um dem fertigen Mus eine authentische, rustikale Geschmacksnote – besonders nach etwas Bittermandel- zu geben.

In allen Gebieten Deutschlands gibt es bspw. auch die Erklärung, dass so das Mus als echtes Produkt erkannt wird- hausgemacht mit viel Liebe :). Meine Oma war da eher prakmatische- der Kern lieferte das besondere Aroma, die dunkle Farbe 😉 und so gibt es auch bei mir einen vollen Kern und einen geknackten in’s Pflaumenmus.

Pflaumen-Crumble:

  • Pflaumen in einer Auflaufform schichten(entkernt und gewaschen); grob gehackte Mandeln/Cashewkerne untermischen, mit einem Esslöffel Rohrohrzucker gemischt mit Zimt und Vanille nach Geschmack bestreuen und etwa 10 Minuten saften lassen;
  • Streusel aus 100 Gramm sehr kalter Butter, 150 Gramm Dinkelmehl, zwei Handvoll Buchweizenflocken, zwei Esslöffeln Rohrohrzucker herstellen- einfach alles grob kneten…
  • …dann die Streusel über die Pflaumen geben und bei 180 Grad Umluft backen, bis die Streusel gut Farbe annehmen und es „blubbert“
  • Crumble zum Mittag oder als Dessert/ zur Kaffeezeit am Nachmittag warm servieren und mmmhhh genießen.

Was ist denn DEIN liebstes Rezept mit Pflaumen? Oder habe ich Dich inspiriert- dann hinterlass gerne einen Kommentar 🙂 – egal, ob Du das Obst Pflaume für die Gesundheit oder den Genuss nutzt; ich finde, ohne diese herbe SÜßE wäre der Herbst ärmer.

Ich wünsche Dir eine gesunde und schöne Woche- genieße den lauen September- alles Liebe

Kira

Was Du über den Apfel SO noch nicht wusstest!

Herzlich Willkommen auf meinem BLOG- schön, dass DU hier bist!

Wie geht es Dir mit diesem lauen September? Greifst Du jetzt auch wieder öfter zu Äpfeln?

Äpfel gelten als sehr gesundes Obst- das trifft für eine Vielzahl von Menschen zu- aber eben nicht alle!

Ich habe dazu dieses Fallbeispiel und einige Informationen für Dich…

Im letzten Jahr stellte sich ein Patient vor- nennen wir ihn Fred(43 Jahre). „Fred“ hatte ständig Kopfschmerzen, fühlte sich oft aufgebläht und war mit sich selbst unzufrieden; O-Ton:“ Ich fühle mich wie ein Fass.“ Dabei war „Fred“ sehr sportlich, ein reger Arbeiter in seiner eigenen Firma; sehr gesundheitsorientiert…seine Vitalwerte waren unauffällig; ebenso die Haltung- keine muskulären Dysbalancen- in einer Arztpraxis hätte man ihm gesagt „Alles in Ordnung; es ist nichts zu finden; Sie sind gesund“

„Fred“ führte dann über eine Woche sehr akribisch ein Ernährungstagebuch und dabei stellte sich heraus, dass er am Abend nur ein bis zwei Äpfel aß und dann ab ca. 21:00 Uhr extremen Heißhunger auf Süßes entwickelte; er griff dann aus Vernunft eher zu Trockenobst und Nüssen- LONG Story Short…

Er erzählte mir, dass er das schon seit längerer Zeit- etwa 1,5 Jahre- so macht. Wir haben dann den Beginn seiner Kopfschmerzen und das „Aufblähen“ eingrenzen können- es begann etwa 4-5 Monate, nachdem er aus „Vernunft“ am Abend nur noch so aß.

„Fred“ reagierte auf die Äpfel so, wie einige andere Menschen auch- er bekam Heißhunger und der Körper reagierte auf den „Überschuss“ an Zucker und rohen Nüssen mit Kopfschmerzen- „Fred“ stellte seine Ernährung um und innerhalb von zwei-drei Monaten fühlte er sich wieder gut- außer er isst „nüchtern“ Äpfel.

WARUM? Äpfel sind doch so gesund… Die CM und moderne, intergrative Ernährung kann dieses Paradoxum erklären:

Ein Apfel gilt zwar als gesund, kann aber bei manchen Menschen tatsächlich Heißhunger auslösen. Das hängt vor allem mit seiner Zusammensetzung und der individuellen Reaktion des Körpers auf Zucker und Insulin zusammen.

Gründe:

  • Hoher Fruchtzuckergehalt (Fruktose & Glukose)– Äpfel- besonders die modernen Sorten- enthalten einen extrem hohen Anteil an schnell verfügbaren Zuckerarten. Diese gehen rasch ins Blut über und lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen. Der Körper reagiert mit einer Insulinausschüttung, die den Zucker schnell in die Zellen transportiert. Bei empfindlichen Menschen fällt der Blutzuckerspiegel danach zügig wieder ab – das kann Heißhunger auslösen.
  • Geringer Eiweiß- und Fettgehalt– Ein Apfel liefert fast ausschließlich Kohlenhydrate, aber kaum Eiweiß oder Fett. Beides sind Nährstoffe, die länger sättigen. Deshalb hält die Sättigung nach einem Apfel oft nicht lange an.
  • Individuelle Insulinempfindlichkeit
    Menschen mit einer höheren Insulinempfindlichkeit oder einer Neigung zu Blutzuckerschwankungen (z. B. bei Insulinresistenz oder reaktiver Hypoglykämie) reagieren stärker auf den Zuckerschub – was den Heißhunger verstärkt.
  • Psychologische Komponente– Der süße Geschmack kann das Belohnungssystem im Gehirn aktivieren. Bei manchen Menschen verstärkt das die Lust auf mehr Süßes oder lässt einen Heißhunger eintreten.
  • Sichtweise der CM– Rohes ist für Menschen, die eine „schwache“ Mitte haben, auf nüchternen Magen nicht gut zu verdauen. Dazu zählt insbesondere Obst, aber auch Nüsse oder frisches Brot.
  • Weitere Symptome können sein- ein kleiner Auszug: Müdigkeit, extreme Blähungen, Schwächegefühl, Zittern, Müdigkeit am Morgen, nächtliches Aufwachen zwischen 2-4 Uhr; Völle, im Labor zeigen sich dann oft auch Auffälligkeiten in den Leberwerten…

Tipps, um Heißhunger nach einem Apfel zu vermeiden:

  • Einen Apfel mit Eiweiß oder Fett kombinieren (z. B. mit Nüssen, Käse)- dies stabilisiert den Blutzuckerspiegel.
  • Sorten mit weniger Zucker und mehr Ballaststoffen wählen (z. B. Boskop, Elstar oder Krummstiel).
  • Den Apfel nicht auf nüchternen Magen essen, sondern als Teil einer Mahlzeit oder als Kompott.

Rezept für mehr Bekömmlichkeit der Äpfel:

  • 5 Äpfel (z. B. Boskop, Elstar oder Jonagold – je nach gewünschter Süße)
  • 100 ml ungesüßter Apfelsaft + Saft einer halben Zitrone
  • 1 TL Zimt und Kardamom, eine Prise Kubebenpfeffer
  • ½ TL gemahlene Vanille oder das Mark einer Vanilleschote
  • 50 g Nüsse und Kerne der Wahl, grob gehackt
  • Optional: 1 Esslöffel gehackte Rosinen oder Datteln (für zusätzliche Süße)

Zubereitung:

  • Äpfel vorbereiten– Äpfel schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden.
  • Kompott kochen-Die Apfelstücke mit Apfel- und Zitronensaft und den Gewürzen in einen Topf geben- zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 10–15 Minuten köcheln lassen, bis die Äpfel weich sind.
    Je nach gewünschter Konsistenz die Äpfel mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer grob zerdrücken oder fein pürieren.
  • Nüsse hinzufügen– die gehackten Nüsse in einer kleinen Pfanne ohne Öl kurz anrösten, bis sie duften. Anschließend unter das Kompott rühren.
  • Verfeinern– wer es süßer mag, kann am Ende Rosinen oder fein gehackte Datteln untermischen.
  • Warm oder kalt genießen – pur, als Dessert oder als Topping für Porridge, Eierkuchen, Kartoffelpuffer oder Waffeln 🙂

Übersicht nach Zuckergehalt der Äpfel:

  • Zuckerarm (bis 7 g/100 g): Granny Smith, Boskop, Krummstiel,
  • Mittel (7–9 g/100 g): Elstar, Braeburn, Jonagold, Cox Orange
  • Zuckerreich (ab 10 g/100 g): Gala, Fuji, Golden Delicious

(Quelle: Fachbuch Ernährungstherapie)

Meine Empfehlung:

Durch den Fruchtzucker kannst Du bspw. in Waffeln und Eierkuchen/ Kartoffelpuffer den Industriezucker/Rohrohrzucker komplett weglassen- das unterstützt Dich in einer guten Funktionalität Deiner Verdauung und ist deutlich gesünder für den Stoffwechsel.

Buchweizenwaffeln mit Galaktose-Puder und dem Apfel-Nuss-Kompott

Solltest Du Dich in „Fred“ wiedererkennen, dann lass rohe Äpfel bzw. generell rohes Obst weg oder konsumiere es erst nach der Mahlzeit als „Dessert“-

… an diesem Beispiel zeigt sich wieder einmal- in der Ernährung gemäß der CM gibt es keine Verbote; es kommt auf eine vernünftige Kombination und den Zeitpunkt/Zustand des Lebensmittels an, welches ich konsumieren möchte, ohne dass es mich einschränkt 🙂

Ich wünsche Dir eine gute Bekömmlichkeit, bei dem, was Du essen möchtest- guck genau hin, wie es Dir in Deinem Wohlbefinden Unterstützung gibt oder eben nicht- alles Liebe!

Kira

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