Archives for Oktober 2018

Erika oder Heide

Sie verschönt uns den Herbst, ist ein anspruchsloses Gewächs auf anspruchslosen Böden und im Norden recht häufig auch in der Natur zu finden- die Heide, Erika, Heidekraut… Kaum jemand weiß aber, dass die Heide auch eine Heilpflanze ist:

  • Heidekraut wirkt durch die Inhaltsstoffe Arbutin, Hydrochinon, Gerbstoffe, Mineralstoffe, Kalk, Enzyme, Flavonglykoside und  Saponine  entzündungshemmend, blutreinigend und harntreibend.
  • Der Einsatz bezieht sich vor allem auf den Bereich der Funktionskreise/ Meridiane Dickdarm, Lunge, Niere und Leber; daher wird Heide(Blüten und junge Krautspitzen) bei Rheuma, Harnverhalt, Schlafstörungen…(TCM) Gicht, Blasen- und Nierensteinen und Ekzemen eingesetzt.
  • Innerliche Anwendung- Für einen Heidekraut- Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Heidekraut-Blüten oder Kraut mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen, dann abseihen und in kleinen Schlucken trinken- 3x täglich eine Tasse spült die Harnwege gut durch und wirkt entzündungshemmend.
  • Äußerliche Anwendung- Als Vollbad und zusätzlich innerlich eingenommen hilft Heidekraut gegen Rheuma. Auch bei anderen Stoffwechselproblemen kann man Heidekraut verwenden. Aus der Volksheilkunde ist überliefert, dass Kompressen und Bäder auch bei Ekzemen helfen(Gerbstoffe).
  • Bachblüte Heather- diese Bachblüte wird bei Selbstbezogenheit und Bedürftigkeit im negativen Sinne eingesetzt; positiv für Hilfsbereitschaft und Einfühlungsvermögen. Ziel des Einsatzes ist es, Einfühlungsvermögen zu entwickeln. Mit Hilfe des Heidekrautes lernt man zuzuhören, strahlt Stärke, Vertrauen und Zuversicht aus und überwindet damit die innere und äußere Einsamkeit, weil andere sich in des Betroffenen Gegenwart wohl fühlen können- die Niere wird in der TCM schließlich als das kleine Herz bezeichnet- Empathie und alle oben genannten Eigenschaften werden indirekt durch den Nierenfunktionskreis gestützt und entwickelt.
  • In der TCM geht es vor allem um die Stärkung den Nieren- Yin-Pols, welcher durch die Heide ganz besonders angesprochen wird. Durch den Einsatz von Heide in Teemischungen kann auch Shen über die Stärkung des Yin- Pols positiv beeinflusst werden.

Genießen wir dieses blühende Kraut und gedenken der Kraft, die in den unscheinbaren- aber wunderschönen Blüten wohnt.

David Friedrich Strauss- Heidekraut

O Heidekraut o Heidekraut!
Wie mich dein Anblick stets erbaut!
Du blühest scheinlos und bescheiden,
Nicht wie sich eitle Tulpen kleiden,
Auf deren Putz die Menge schaut;
O Heidekraut

O Heidekraut! o Heidekraut!
Wie gern auf dich mein Auge schaut!
Du treibest keine stolzen Ranken,
Wie Rosen, die im Winde schwanken;
Du lebst dem niedern Moos vertraut,
O Haidekraut!

O Heidekraut! o Heidekraut!
Wie fühlt sich dir mein Herz vertraut!
Du schickst nicht buhlerische Düfte,
Wie volle Nelken, durch die Lüfte;
Bist eine züchtig-stille Braut,
O, Heidekraut!

Vegane Kuchenliebe

Zugegeben- auch ich liebe die bekannten Kuchenrezepte. Allerdings bin ich seit einigen Jahren sehr experimentierfreudig geworden und probiere auch vegane Rezepte aus. Die herkömmlichen Brownierezepte sind sehr lecker- allerdings auch sehr mächtig und daher habe ich ein bisschen geblättert, im Internet gelesen und mir meinen Reim daraus gebildet- ein fluffig leckerer Brownie vegan ist es geworden:

  • Als ‚Tassenkuchen“ ganz einfach abzumessen und Frau/ Man(n) benötigt nicht viele Zutaten- eine Tasse Hafermehl bzw. Haferflocken mahlen, so dass eine Tasse Hafermehl entsteht; dazu kommen eine Tasse entsteinte Datteln, eine Tasse Kidneybohnen(gekocht bzw. aus dem Glas/ der Dose), eine halbe Tasse Mandeldrink, ein Teelöffel echtes Vanillepulver, zwei bis drei Esslöffel richtig guten Kakao, ein bis zwei Teelöffel Kakaonibs, je einen halben Teelöffel Weinsteinbackpulver und Natron- das Ganze gut verarbeiten, so dass ein geschmeidiger Teig entsteht- dann den Teig 3-5 cm dick auf Backpapier geben(Blech oder Auflaufform) und im vorgeheizten Backofen(180Grad) ca. 30-35 Minuten durchbacken(Stäbchenprobe).

Danach kann diese fluffig- schokoladige kleine Sünde noch mit einem Belag versehen werden; wie mögen ihn am liebsten solo oder mit Pekanüssen.

Ich probiere den Teig immer geschmacklich- tut es auch ruhig, bei Bedarf einfach einige Datteln mehr oder etwas mehr Vanille bzw. Wintergewürze wie Zimt dazu geben- schon ist es wieder eine andere Kreation.

Der Brownie bleibt fluffig- soft- wenn er nicht vorher aufgegessen wird- auch für einige Tage.

Ersetzt Ihr den Kakao z.B. durch Zitronenabrieb, noch ein bisschen mehr Vanille und nehmt anstatt der Kidneybohnen weiße Bohnen(gegart), dann entsteht ein fluffig- lockerer Zitronenkuchen.

Beiden ist jedoch eins gemeinsam- durch die Bohnen ist es ein proteinreicher Kuchen(auch LowCarb)- außerdem mit der gesunden Süße von Datteln und ohne irgendwelche Zusatzstoffe/ Konservierungsstoffe.

Nicht nur für Veganer ein Leckerbissen- auch für Sportler oder Abnehmwillige eine gute Alternative zum herkömmlichen Backwerk 🙂 😉

Kakao…hmmm

Wer mag ihn/sie nicht- Kakao oder gute Schokolade? Eine kleine Sünde , die aber durchaus gesund sein kann:

  • Maßvoll und in der richtigen Zusammensetzung hat Schokolade positive Wirkungen auf den Körper. Das liegt an dem guten Kakao, der z.B. in einer Schokolade mit mehr als 70% Kakaoanteil enthalten ist. Diese Sorten haben sehr wenig Zucker in sich, dafür um so mehr von den guten Eigenschaften des Kakao(Bio).
  • In meiner Erinnerung war es immer ein Fest für die Sinne und den Gaumen, wenn meine Oma den guten Kakao aus dem Schrank nahm, diesen mit viel Vanille, etwas Zimt und Zucker, Sahne und Milch und v i e l Liebe Sonntags zur Nachmittagszeit für uns Kinder zubereitet hat. Heute koche ich ihn selbst:

Rezept für die Sinne und zum Wärmen:

  • 300 ml Mandeldrink oder Milch(Bio, Vollmilch) in einem Topf erhitzen, dann jeweils eine Messerspitze Zimt und Vanille, zwei Esslöffel guten Kakao(Bio) und einen Teelöffel Kakaonibs dazu geben und kurz aufkochen lassen, gut mit dem Schneebesen umrühren; etwas abkühlen lassen und vor dem Trinken mit etwas Rohrohrzucker oder Birkenzucker süßen; nehmt Ihr noch etwa einen Esslöffel Stärke verrührt in etwas kalter Milch oder Mandeldrink dazu und rührt es in den fertigen heißen Kakao, dann wird es ein leckerer Schokopudding(nur kurz aufkochen) 😉 und Ihr habt eine lecker- gesunde Nascherei

Kakao aus Sicht der TCM:

  • Kakao ist vom Temperaturverhalten eher warm, hat einen bitteren Geschmack und wirkt daher positiv auf die Funktionskreise Magen, Herz, Blase und Niere.
  • Dank seiner Inhaltsstoffe kann er zum Aufbau von Qi und Blut, zum Bewegen von Blut, zur Beruhigung von Shen(Geist- Herz) aber auch zum Ausleiten von Nässe/Feuchtigkeit in Verbindung mit Hitze genutzt werden.
  • Kakao senkt in Maßen Bluthochdruck und den LDL-Cholesterinspiegel, sorgt für eine bessere Wundheilung bei Nässe-Hitze; wirkt gegen Appetitlosigkeit und baut das Qi von Magen und Herz auf- er ist ein „Seelentröster“ im wahrsten Sinn des Wortes.

Was ist nun drin in diesen Samen eines zu den Malvengewächsen gehörenden Strauch’s? Was macht ihn zu einem natürlichen Therapeutikum bei Erschöpfung, Appetitlösigkeit, Melancholie…?

  • Kakao enthält ca. 54 % Kakaobutter, 11.5 % Eiweiß, 9 % Cellulose, 7.5 % Stärke und Pentosane, 6 % Gerbstoffe (z.B.: Tannin) und farbgebende Bestandteile, 5 % Wasser, 2.6 % Mineralstoffe und Salze, 2 % organische Säuren und Geschmackstoffe, 1.2 % Theobromin, 1 % verschiedene Zucker, 0.2 % Koffein und noch ca. weitere 300 aktive Substanzen wie Anandamid, Arginin, Dopamin (Neurotransmitter), Epicatechin (Antioxidantien), Histamin, Magnesium, Serotonin (Neurotransmitter), Tryptophan (dient dem Körper u.a. als Vorstufe für Serotonin), Phenylethylamin, Polyphenole (Antioxidanz), Tyramin und Salsolinol sowie Flavonoide( Quelle: therapeutika.ch)
  • Durch den Eiweißgehalt und die enthaltenen positiven Substanzen ist ein Kakao wie oben zubereitet ein natürliches Mittel zur Regeneration nach anstrengender Arbeit, bei Erschöpfung und auch nach dem Training. Der Körper erholt sich relativ schnell und durch die wärmende Wirkung des Kakao’s regenerieren die Muskeln deutlich schneller. Positiv ist auch, dass durch den Kakao der gewünschte „Nachbrenneffekt“ anhält und somit den Stoffwechsel positiv beeinflusst.
  • Gute Nachricht- in Maßen Kakao bremst den Heißhunger auf Süßes, denn die Bitterstoffe wirken positiv auf die Leber und somit hat „Süßhunger“ keine Chance 🙂

Also kein schlechtes Gewissen bei Kakao oder Schokolade mit viel Kakao- „… die Dosis macht das Gift“

 

Körper und Nahrung

Die Nahrung, die wir aufnehmen, ist ein Spiegelbild unserer Gesundheit- das dürfte mittlerweile hinreichend bekannt sein. Interessant wird es aber, wenn der Bezug zu einzelnen Körperabschnitten betrachtet wird. In der TCM werden bestimmte Nahrungsmittel schon seit tausenden Jahren ganz gezielt eingesetzt, um bestimmte Körperbereiche und Meridiane zu tonisieren oder zu behandeln. Auch in der anthroposohischen Medizin weiß man es und schlägt damit einen Bogen aus dem Fernöstlichen zum Westlichen:

  • Pflanzliche Nahrung allgemein verhilft uns Menschen, sich dem Geistigen/Spirituellen mehr zu öffnen- wem dies also verloren gegangen ist, der darf ruhig bei gesunder Pflanzenkost gerne zugreifen.
  • Die Wurzeln, Wurzelgemüse allgemein wie Möhren, Rettich, Knollensellerie… haben ihren direkten Bezug zum Kopf, zu den Sinnesorganen- sie bringen uns in den direkten Kontakt zu Mutter Erde und unserer Außenwelt- nehmen doch die „Wurzeln“ alles auf, was das Gemüse wachsen lässt. Somit kann Frau und Mann sich wieder „erden“, wenn dieses Gefühl verloren gegangen ist, indem Wurzeln konsumiert werden. In der TCM haben die Sinnesorgane den Bezug zur Niere/Mark und Ohren; zu den Augen/Leber, zum Geschmack/Milz… alle Wurzelgemüse haben einen positiven Einfluss auf diese.
  • Blattgemüse hat eine besondere Wirkung auf den Brustraum- alle Salate, Blattkohlarten und Spinat… wirken positiv auf die Organe des Brustraumes; Gemüse mit ausgeprägten Stängeln wie Spargel und Mangold dagegen wirken sehr stark auf unsere tragenden Säule- die Wirbelsäule und versorgen uns mit Mineralstoffen. Auch hier weiß man aus der TCM, dass diese Gemüse wiederrum positiv auf die Meridiane Herz, Niere, Lunge und Dickdarm wirken- genau das, was im Brustraum(Lunge und Herz, Zwerchfell) und mit der Haut korrespondiert.
  • Gemüse mit stark ausgeprägtem Fruchtanteil/Samen/Blüte wie Rosenkohl, Brokkoli… zielen besonders gut auf den Bereich Bauch/Becken mit Stoffwechsel, Fortpflanzung und Ausgeglichenheit- hier ist es wichtig, Tendenzen zum Stau von Hitze abzubauen- Hitze im Gedärm und in den Bauchorganen sind auch aus TCM-Sicht absolut fehl am Platz, da diese zu zahlreichen Zivilisationskrankheiten führt.
  • Hülsenrfrüchte, Getreide, Samen, generell Früchte und Kürbisgemüse sind sowohl aus anthroposophischer als auch TCM-Sicht wunderbar für den Aufbau von Blut und gesunden Säften geeignet. All diese Lebensmittel speichern besonders viel Sonnenenergie und wirken dementsprechend aufbauend, wärmend und sind besonders für Frauen während und nach der Mens geeignet; aber auch bei Kinderwunsch, genereller Kälte, Yang-Mangel…
  • Tierische Lebensmittel sind Nahrungsmittel, die sehr zurückhaltend konsumiert werden sollten- sie wirken sehr schwer- zu spüren an „Schwere“, Müdigkeit, Trägheit- besonders nach der tierischen Mahlzeit. Je nach Konstitution und Temperaturverhalten(TCM) des Menschen sollten tierische Produkte gezielt und maßvoll integriert werden. Positiv ist zu bewerten, dass tierische Nahrung aufbauend wirkt und man damit fester auf dem Boden steht- allerdings fördert der Genuss eher das materielle und Man(n)/Frau sollte mit Maß an den Konsum gehen(auf jeden Fall nachhaltig und Bio).
  • Rohkost- nur Wurzelgemüse zählt im eigentlichen Sinn zu Rohkost; Früchte, Blüten… sind dem Sonnenlicht ausgesetzt und damit „sonnengereift“- Rohkost in Maßen und immer im Zusammenhang mit gegarter Nahrung zur Mahlzeit ist eine tolle Bereicherung für den Speiseplan, versorgt uns mit Vitaminen, Antioxydantien und Spurenelementen.

Essen für den eigenen Körper und die Seele- man kann es lernen, wieder erlernen und relativ leicht umsetzen- einzig der Wille dazu ist entscheidend. Folgen Sie/folgt Ihr nicht einem Modetrend, sondern spürt hinein in den eignen Körper- was möchte er, was verlangt er, wonach geht es mir gut? Dann noch eine gute Diagnostik und Man(n)/ Frau bekommt das individuelle Rezept, aus der Nahrung- mit der Nahrung- gesund zu bleiben und/oder zu werden.

Kohl, Kohl, Rosenkohl

Hallo liebe Leserinnen und Leser- die Rosenkohlsaison ist eröffnet. Auf dem Markt habe ich genau die richtige Portion für mich bekommen und zu einem mild- herzhaftem „Eintopf“ verarbeitet:

  • Rosenkohl und Möhren putzen; die Möhren in Scheiben schneiden, rote Zwiebel putzen und würfeln…
  • Den Rosenkohl in einem Topf mit etwas Butter andünsten, die Zwiebel und Möhren dazu geben; das Gemüse mit 2 Gramm Steinsalz, je einem halben Teelöffel Liebstöckel, Majoran und Estragon, je einem Gramm Bertram, Galgant, Quendel und einer Mischung aus verschiedenen Pfeffer- und milden Chiliesorten(2 Gramm) würzen; das ganze noch weiter andünsten und dann mit 150 ml Gemüsebrühe ablöschen- das Gemüse etwa 30 Minuten köcheln lassen…ggf. etwas Brühe nachgießen- fertig 🙂
  • Zum „Binden“ gebe ich einen Esslöffel rote Linsen dazu- die mildern den strengen Geschmack des Kohl’s etwas ab und binden diesen Eintopf.

Was macht den Rosenkohl so interessant in der Ernährungstherapie?

  • Die kleinen Kohlröschen sind ein wärmendes Gemüse, vom Geschmack her bitter- süß und wirken auf die Funktionskreise Herz, Milz, Magen, Leber und Gedärm.
  • Dabei punktet das Kohlgewächs mit Vitamin C , A, Folsäure, Vit. B1, Kalium, Eisen, Kalzium, Schwefel / Glucosinolate (Sinigrin macht den leicht bitteren Geschmack) Zitronensäure, Apfelsäure 350, einem hohen Gehalt an Zellulose, Methionin und Oxalsäure und einem niedrigen glykämischen Index von 14.
  • Die Wirkung gemäß der TCM ist sehr vielseitig- die Röschen tonisieren das Qi, transformieren Nässe/ Feuchtigkeit/Schleim, tonisieren das Blut Xue, wirken Qi regulierend und absenkend z.B. bei gegenläufigem Magen-Qi(Aufstoßen, aufsteigender Magensäure…) und wirken regulierend auf das Gedärm- Dickdarmkrebs-Prophylaxe ist hier das Stichwort.
  • Rosenkohl ist absolut basisch wirkend, daher kann er zu einem gesunden Säure-Basen-Haushalt beitragen.

Kontraindikationen: Bei starker Milz-Qi- Schwäche(Durchfall, sehr weicher Stuhl, blasse Zunge mit starken Zahneindrücken) sollte Rosenkohl nur mit verdauungsfördernden Kräutern und eher selten konsumiert werden da er etwas schwer verdaulich ist.

Geben Sie den kleinen Kohlröschen eine Chance- mit anderem Gemüse zubereitet ist er sehr schmackhaft und auch gar nicht altbacken 😉

Rosmarinus

Schon im Altertum wurde der Rosmarin im Mittelmerrraum als Würzkraut sehr geschätzt. Er wurde außerdem bei kultischen Handlungen als Weihkraut verwendet. Der Göttin Aphrodite geweiht, symbolisierte er die Liebe und die Schönheit. Bis heute gilt der Rosmarin zudem als Symbol für die Jungfräulichkeit.

Legenden besagen, dass die Jungfrau Maria auf ihrer Flucht nach Ägypten ihren Mantel über einem Rosmarinbusch ausbreitete. Die weißen Blüten des Strauches färbten sich zu Ehren der Jungfrau in himmlischem Blau und seitdem blüht der Rosmarin blau.

Im Mittelalter glaubte man, Rosmarin könnte böse Geister bannen. Deshalb trug die Braut oft einen Rosmarinkranz, man schmückte damit die Säuglinge, die getauft wurden, und selbst Toten gab man Rosmarin mit ins Grab. Noch heute gibt es in einigen Regionen den Brauch, am Hochzeitstag einen Rosmarinzweig in den Garten zu stecken. Bekommt der Zweig Wurzeln, sieht man das als gutes Zeichen für die Ehe an.

Ein großer Strauch- eine Zierde in jedem Garten und eine Hausapotheke in einer Pflanze vereint:

  • Durch seine Inhaltsstoffe wirkt der Rosmarin- ein aus der Mittelmeerregion stammender Strauch- auf die Meridiane Herz, Leber, Milz, Magen, Niere und Gedärme; dadurch ist dieses aromatische Kraut gegen viele Beschwerden einsetzbar.
  • Rosmarinus officinalis beinhaltet ätherisches Öle, Terpene, Thymol, Verbanol, Gerbstoff, Gerbsäure, Kampfer, Bitterstoff, Beta-Sitosterol, Flavone, Salicylate und Saponine und entfaltet damit adstringierende, anregende,  antibakterielle, entspannende, entzündungshemmende, krampflösende,  pilztötende, schmerzstillende und tonisierende Reaktionen im Körper- je nach Dosierung, als alleiniges Heilkraut oder auch in Kombination mit anderen Kräutern.
  • Einsatz findet der Tausendsassa nicht nur in der Küche bei Wildgerichten oder italienischer Küche, sondern heilend bei Atembeschwerden, Blähungen,  Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen,  Magenschwäche, Durchfall, Rheuma und Gicht, niedrigem Blutdruck,  Herzschwäche, nervöse Herzbeschwerden,  nervöse Kreislaufbeschwerden, Schwäche, Erschöpfungszuständen,  nervöser Unruhe, allgemeinen Kopfschmerzen und Migräne, Neuralgien, Ischiasreizungen und Neuralgien,  bei zu schwacher Menstruation, Wechseljahresbeschwerden, Haarausfall, hartnäckigen Hautausschläge, Ekzemen und Hämorrhoiden.
  • In der TCM kennt man Rosmarin als Yang- und Qi- Tonikum, er bewegt Qi und Blut, vertreibt Nässe, Schleim und Kälte, wird zum Eliminieren von Wind- Kälte eingesetzt, eliminiert Schleim-Kälte und transformiert Schleim- somit ist das Einsatzgebiet sehr groß- alle Erkrankungen, die auf einen Energiemangel zurückzuführen sind rechtfertigen Rosmarin; aber auch bei sehr schweren Krankheiten wie Tumoren und Sklerosen auf Grund von Schleim und Blutstasen ist er ein heilkräftiges Kraut.

Anwendungen:

  • Tee und Kräutermischungen für Aufgüsse/ Dekokte
  • Tinkturen
  • Salben
  • Kräutermischungen für Mahlzeiten
  • Einreibungen
  • Fußbäder

Kräuterauszug für Einreibungen

Kontraindikationen: Rosmarin darf ob seiner Wirkung auf den Uterus- Blut sehr stark bewegend- nicht während der Schwangerschaft eingesetzt werden!!!

 

Friedrich Silcher

Rosmarin und Salbeiblättlein
Schenk ich dir zum Abschiedsgruß,
Und dies sei mein letzt Gedenken,
Weil ich dich verlassen muß.

Was mich drückt, ich darf’s nicht sagen,
Muß verschweigen meine Bei’n,
Darf mein Elend niemand klagen,
Muß dabei noch fröhlich sein.

Warst mir treu so viele Jahre,
Hast mir viel zu lieb getan,
Meine Äugelein, die fließen,
Daß ich nichts mehr sagen kann.

Herbstliche Genüsse

Für mich ist das Wochenende und insbesondere der Sonntag schon noch etwas Besonderes- mein Liebster ist zu Hause und nach mittlerweile zwei Jahren Trennung unter der Woche genießen wir die Zeit zu zweit an den Wochenenden. Da möchte ich nicht viel in der Küche stehen und greife immer gerne auf gesunde, vor allem aber „schnelle“ Mahlzeiten zurück- wie bspw. gefüllte Paprika:

  • Für zwei Personen reichen drei Paprika, bunt oder einfarbig, wie man möchte; diese werden gut gewaschen(Bioqualität), dann vorsichtig das Häubchen abtrennen und das Innere entfernen; etwas mit Olivenöl beträufeln, Gewürze nach gusto hinein geben und zur Seite stellen; ich nehme nur etwa 1 Gramm Salz, dafür aber Majoran, Pfeffer, Paprikapulver und Selleriegewürz;
  • Für die Füllung kann Hackfleisch(wie für Bouletten zubereiten) genommen werden, ich bevorzuge seit vielen Jahren eine Füllung aus gewürfeltem Suppengemüse- auch mal in TK-Bio-Qualität – und eine Mischung aus Hafer- Quinoa-und Dinkelflocken- das gewürfelte Gemüse(100- 150 Gramm) und die Flockenmischung(jeweils 20-25 Gramm) werden mit 150ml kochendem Wasser übergossen, dann mit Galgant, Quendel, Bertram, weißem Pfeffer, Paprikapulver, Selleriepulver, Liebstöckel und Majoran gewürzt, die Masse gut durcharbeiten und abgedeckt 15 Minuten ruhen lassen;
  • …dann wird noch ein Ei unter die Masse gegeben- für Veganer nimmt man etwas Semmelbrösel aus Vollkornbrot- und ab damit in die Paprika, zum Schluss etwas geriebenen Mozzarella oder Parmesan darauf geben, auf jede Schote noch ein Paar tropfen Olivenöl geben, die „Deckelchen“ aufsetzen und die gefüllten Schoten in einer feuerfesten Form bei 200 Grad im Ofen etwa 30-40 Minuten vor sich hin garen lassen lassen…

  • Die Schoten sind gar, wenn die Hülle eine gute Bräunung bekommen hat, die Haut „schrumpelig“ wird und die obere Schicht schön knusprig aussieht- serviert wird mit einer Mischung aus körnigem Frischkäse und Pesto rosso oder einfach auch mit Kartoffelstampf oder Salat(im Sommer).

So wie abgebildet ist es auch eine perfekte Mahlzeit für Sportler nach dem Training- jede Menge Eiweiß, komplexe Kohlenhydrate und eine gehörige Menge an Spurenelementen, denn Paprika sind ein absolutes Superfood:

  • Aus Sicht der TCM ist Paprika neutral bis leicht frisch im Temperaturverhalten, weißt einen bitter- süßen Geschmack auf, wirkt auf die Meridiane Milz, Magen, Leber und Gedärm…
  • …baut Körpersäfte, Qi und Yang auf, was besonders nach dem Training wichtig für die Regeneration ist;
  • Paprika kann zusätzlich Schleim auflösen und wird bei Arteriosklerose und erhöhtem Cholesterin empfohlen.
  • Das wunderbare Gemüse besitzt außerdem einen großen Anteil an Kalium, Kalzium, Magnesium, Kupfer, Mangan, Eisen und Zink, liefert Vitamin C, Vitamin A(Beta-Carotin), die Vitamine B1- B3, B5-B7, B9 und B12, Vitamin D, E und K- dabei hat das bunte Gemüse nur etwa 37 kcal/ 100 Gramm.

Die Heilwirkung :

Paprika wurden bereits von den amerikanischen Ureinwohnern als Heilmittel verwendet. Hier kamen sie unter anderem als Mittel gegen Arthrose zum Einsatz. Das Capsaicin der Paprika kann gegen rheumatische Schmerzen aber auch bei Problemen wie Hexenschuß oder Migräne eingesetzt werden- wichtig ist vorher die Musterbestimmung gemäß der TCM. Wegen ihres hohen Gehalts an Vitamin C helfen Paprika außerdem Herzinfarkten vorzubeugen und Durchblutungs-störungen zu verbessern.

Kontraindikationen:

Neben diesen positiven Wirkungen stehen die schärferen Sorten der Paprika aber auch im Verdacht, Auslöser von Magenschmerzen, Durchfällen und Übelkeit zu sein. auch kann es bei Unverträglichkeit zu Blasenirritationen oder Inkontinenz kommen. Besonders vorsichtig sollten Birkenpollenallergiker sein- es können bei häufigem Genuss oder beim Verzehr größerer Mengen Paprika allergische Reaktionen auftreten- verantwortlich ist eine Eiweißverbindung, die sowohl in Birkenpollen als auch in der Paprika vorkommt.

Paprika- ein wunderbares Gemüse des Sommers und Spätsommers bis in den Oktober- gegart auf jeden Fall ein Genuss, roh mit Maß einzusetzen.

                                                                             mit körnigem Frischkäse angerichtet

 

                                                                                hier mit Feldsalat und Radieschen

 

…unser Quell für geistige und körperliche Gesundheit

Dazu trägt auch Sanddorn- der Vitamin-Booster des Nordens- bei. Sanddorn hatte als Nahrungs- und Heilpflanze bereits in der Antike eine Bedeutung. Besonders in weiten Teilen Asiens und im Mittelmeerraum werden seine Früchte als Nahrungs- und Heilpflanze seit alten Zeiten und bis heute gesammelt. Die Früchte werden frisch verzehrt oder zu vitaminreichen Säften, Sirup, Kompott, Gelee, Liköre und Weine verarbeitet. Er ist einer der wenigen Ölsträucher, der auf reinen Sandböden gedeiht. Mit seinen schmalen, silbrigen Blättern und den leuchtend orangenen Früchten sieht der Sanddorn sehr attraktiv aus und bereichert die Landschaften- schützen wir ihn, denn er ist ein kompaktes Heilmittel aus der Natur:

  • Die Inhaltsstoffe des Sanddorn sind so vielfältig(Quelle therapeutica.ch)- Vitamin C, B1,2,B12, Niacin, Pantothensäure, B6, Folsäure E, P, Provitamin A, Apfelsäure, Quercitin, Mannit, Wein- und Buttersäure, Fette- ges.FS (Myristin-, Stearin-, Palmitin-, Arachidon-), einf.unges.FS (Öl-, Palmitolein-), mehrf.unges.FS (Linolsäure, Linolensäure), Polyphenole, Symbiose mit einem Aktinomyceten, wodurch mit der Leber vergleichbare B12-Konzentrationen in der Samenschale entstehen können, biogene Amine, Mineralstoffe und Spurenelemente: Fe, Zn, Cu, Mg, K, Ca, Kobald und Phytosterine- diese geballte Kraft macht den Sanddorn zu einem heimischen Superfood und
  • …er wirkt adstringierend und tonisierend, dazu aus Sicht der TCM auf die Funktionskreise Leber, Lunge, Gedärme und  Niere.
  • In der Volksmedizin/ westlichen Naturheilkunde findet er Einsatz bei Erkältung, Appetitlosigkeit, Durchfall, Darmentzündung, Vitamin-C-Mangel, Frühjahrsmüdigkeit, geschwächtem Immunsystem, Gicht, Herzschwäche, Müdigkeit, Hautprobleme, Dekubitus und auch nach Bestrahlungen und bei Strahlenschäden.

Sanddorn ist weiltweit verbreitet und daher auch im asiatischen Raum bekannt- die Wirkung aus Sicht der TCM ist wie folgt:

  • Hitze eliminieren und Feuer reduzieren- bei Fieber, Magengeschwür, Zwölffingerdarmgeschwür, Gastritis, Ösophagitis, Darmentzündung, Colitis, Entzündungen allgemein, chronischen Infekten, Leber-Feuer, Reizbarkeit, Jähzorn, Wutanfälle, Migräne
  • Adstringieren- bei Jing- Verlust, Skorbut, körperlicher und geistiger Schwäche, Wachstumsstörungen, Rachitis, Zahnfleischbluten, Diarrhö, Durchfall, Sommerdiarrhö, Hyperhidrosis, Säfteverlust, vorzeitiger Alterung,
  • Hitze eliminieren und Blut kühlen- bei Blutung, geröteten und juckenden Ekzemen, begleitend zur Radiotherapie (Sanddornfruchtfleischöl), Furunkel, Karbunkel, Zahnfleischbluten,
  • Blut tonisierend- bei Leber-Blut-Mangel, Anämie, Nachtblindheit, Sehschwäche, trockener Haut, Schleimhaut-trockenheit
  • Qi tonisierend- bei geschwächtem Wei-Qi, tonisiert Herz-Qi, Abwehrschwäche, Immunschwäche, Infektanfälligkeit, Rekonvaleszenz, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Energiemangel, Erschöpfung, Frühjahrsmüdigkeit,Untergewicht, Appetitlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Knochenwachstumsstörungen, Bindegewebeschwäche, begleitend zur Digitalis-Therapie, Herzschwäche, Kreislaufschwäche,
  • Nässe/Feuchtigkeit auflösend/transformierend- bei erhöhten Blutfettwerten(Cholesterin) und Arteriosklerose-Prophylaxe
  • Schleim auflösend und transformierend- zur Prophylaxe von augenkrankheiten(Grauer Star, Katarakt), Augen-linsentrübung, Atemwegsverschleimung, Magentumore, Speiseröhrentumore, Hauttumore, Melanome, Sarkome, Krebs und Krebsprophylaxe
  • Kontraindikationen: Bei Kälte der Mitte sollte Sanddorn mit Milz-Qi tonsierenden Nahrungsmittteln ergänzt werden.

Neben zahlreichen Rezepturen für Gelee, Liköre, Weine … schätze ich besonders das Sanddornfruchtfleischöl- es ist ein wunderbares Heilmittel bei Hautproblemen, besonders bei geschädigten Schleimhäutern- hier eine Rezeptur:

  • Entsaften Sie frische Beeren vom Sanddorn und trennen den Saft ab. Den trockenen Rückstand aus Fruchtfleisch und Samenkernen zermahlen Sie in einer Mühle zu einem Brei, geben ihn in eine Thermoskanne und übergießen die Masse im Verhältnis von 1 zu 2 (1 Teil Brei und 2 Teile Pflanzenöl) mit auf 60 °C erwärmten Bio-Pflanzenöl. Die fest verschlossene Kanne lassen Sie etwa 1 Woche stehen und sieben dann das Öl vorsichtig ab.
    Den Rückstand übergießen sie wieder mit Pflanzenöl und verwenden den zweiten Abguss als Zusatz zu Salaten, für Gesichtsmasken und Cremes.

Bei Magenerkrankungen ist diese Rezeptur hilfreich:

  • Sud aus Sanddornbeeren- Übergießen Sie 3 EL Beeren mit 0,5 Liter heißem Wasser, lassen den Aufguss aufkochen, noch für 10 Minuten unter schwacher Hitze köcheln und dann abkühlen. Vom Sud trinken Sie 2 bis 3-mal täglich 200 ml.

Bei Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüren ist dieses Rezept möglich:

  • Sanddornfruchtfleischöl – 2 bis 3-mal täglich 1 TL 30 Minuten vor den Mahlzeiten einnehmen

Generell empfehle ich ab September die Einnahme von 100ml Frischsaft nach dem Frühstück oder gleich nüchtern verdünnt mit 200ml handwarmem Wasser- deutlich verträglicher als Zitrusfrüchte ist der heimische Sanddorn für uns besser geeignet.

Sanddornfruchtfleischöl ist ein einzigartigen Multivitamin-Präparat. Es besitzt unter anderen antibakterielle Eigenschaften, fördert die Epithelisierung des Gewebes, heilt gut Wunden, wie oben bereits beschrieben auch Verletzungen der Schleimhäute, der Haut und lindert den Schmerz. Dieses Öl von rötlich-oranger Farbe, seinem charakteristischen Geruch und Geschmack, ist reich an Karotin und Carotinoide, Vitamin E und Vitamin F, die den Stoffwechsel der Haut regeln, sowie Sterole, Mineralstoffe und Spurenelemente (Eisen, Kupfer, Silber, Silizium, Mangan, Kobalt, Nickel, Vanadium, etc.), sowie Glyceride der Oel-, Linol-, Palmitin-und Stearinsäure. Auch das Öl- bereits oben genannt- kann innerlich und äußerlich angewandt werden.

“ Warum in die Ferne schweifen- sieh das Gute ist so nah…“- heimisches Superfood ist saisonal, reginonal und viel besser verträglich, als importierte- auch für die Nachhaltigkeit!

Gute Gesundheit!

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