Erle

Baumgeister- die Energie unserer heimischen Bäume Teil 1

Herzlich Willkommen in diesem kraftvollen Jahr 2026- auch wenn das Yang-Feuer-Pferd erst am 17.2. seine volle Energie entfaltet, ist diese schon sehr zu spüren- Gewitter im Winter, starke Emotionen und noch viel mehr lassen die Wildheit dieses Jahres erahnen.

Winterlandschaft Mecklenburger Seenplatte

Und ganz passend dazu gibt es von mir eine kleine Blog-Reihe zu unseren heimischen Bäumen- etwas mehr aus schamanisch- naturheilkundlicher Sicht.

Seit einigen Jahren schon gehe ich meinen schamanischen Weg und dieser lässt mich die Kraft der Natur und der daraus hervorgehenden Heilkunde noch viel besser verstehen und anwenden.

Lass Dich also mitnehmen auf diese kleine Reise 🙂

Baumgeister im norddeutschen Schamanismus sind leise Hüter zwischen den Welten, verwurzelt in Wind, Nebel und salziger Erde. Sie gelten als beseelte Wesen, die Erinnerung tragen, Schutz gewähren und den Rhythmus von Werden und Vergehen bewahren.

Schau Dir die Rinde an 🙂

In alten Überlieferungen der Küsten- und Moorlandschaften zeigen sie sich nicht laut, sondern durch Zeichen: knarrende Äste, kreisende Krähen, knorrige Rinden, die Gebilde oder Gesichter erkennen lassen, plötzliches Innehalten der Luft. Besonders Eichen, Eschen, Buchen und Erlen werden als Träger starker Geisterkraft gesehen – verbunden mit unseren Generationen von Ahnen, Heilwissen und Zeitenwandel.

Wenn ich ihnen begegne, geschieht dies mit Achtung. Ein stiller Gruß, ein Moment der Dankbarkeit, ein Lauschen ohne Forderung. Denn Baumgeister lehren nicht durch Worte, sondern durch Geduld, Standhaftigkeit und tiefe Verbundenheit mit dem Land.

Allgemeines– besonders zu unserer Mecklenburger Heimat:

Die Baumgeister des norddeutschen Schamanismus sind still, weit und wettergeprägt. Besonders in Mecklenburg und entlang der Ostseeküste tragen sie das Gedächtnis von Wind, Salz und alten Übergängen zwischen Land, Meer und Himmel in sich. Hier wirken keine lauten Waldwesen, sondern Hüter, die Geduld, Standhaftigkeit und innere Weite lehren.

Steilküsten-Baum

Baumgeister im norddeutschen Schamanismus

Im norddeutschen Raum gelten Bäume nicht als getrennte Wesen, sondern als Mittler zwischen den Elementen. Ihre Geister sind eng mit Ort, Boden und Klima verbunden.

  • Verbindung von Erde, Wasser, Wind und Licht
  • Schutz von Siedlungsräumen, Wegen und Küstenlinien
  • Träger von Ahnenwissen und Landschaftserinnerung

Der schamanische Zugang ist geprägt vom Lauschen, nicht von lauten Beschwörungen.

Mecklenburg-Vorpommern – ein Land der Übergänge

Erkennst Du den Geist des Baumes?

Unser Land ist durchzogen von Seen, Mooren, flüsternden Wäldern und alten Küstenlinien. Die Baumgeister hier gelten als Wächter von Schwellen und Wandel.

  • Erle: Hüterin von Mooren, Seenrändern und seelischen Übergängen
  • Birke: Lichtbringerin auf sandigen Böden, verbunden mit Neubeginn und Reinigung
  • Eiche: Trägerin von Beständigkeit, Recht und Ahnenkraft

Diese Bäume wurden traditionell an Dorfgrenzen, Quellen und alten Wegen gesetzt und voller Achtung und Wertschätzung betrachtet..

Die Baumgeister der Ostseeküste

An der Ostseeküste wirken Bäume unter ständigem Einfluss von Salz, Wind und wechselndem Licht. Ihre Geister gelten als klar, nüchtern und tief oder weit verwurzelt.

  • Kiefer: Schutzbaum der Dünen, steht für Ausdauer und klare Ausrichtung
  • Buche: Hüterin der Küstenwälder, besonders auf Kreide- und Lehmböden, verbunden mit innerer Ordnung
  • Weide: Begleiterin der Bodden und Haffe, wirkt auf Gefühle und Anpassungsfähigkeit
Erle am Tollensesee

Diese Baumgeister lehren, sich zu beugen, ohne zu brechen.

Schamanische Praxis an der Küste, an den Seen und im Hinterland

Norddeutscher Schamanismus kennt keine Trennung zwischen Alltag und Ritual. Die Begegnung mit Baumgeistern geschieht im Gehen, Sitzen, Schweigen.

  • Verweilen bei Wind und wechselndem Wetter
  • Wahrnehmen von Geräuschen, Salzluft und Bodenfeuchte
  • Dank und Achtsamkeit statt Forderung

Der Baumgeist zeigt sich nicht als Vision, sondern als innere Haltung.

Baumwurzel in Bornmühle

Fazit

Die Baumgeister Mecklenburgs und der Ostseeküste sind Lehrer der Stille. Sie wirken nicht durch Dramatik, sondern durch Beständigkeit. Wer ihnen begegnet, lernt, in offenen Landschaften verwurzelt zu bleiben und im Wandel der Jahreszeiten und auch des Meeres den eigenen inneren Rhythmus zu finden.

Es gibt eine kurze Legende zum Baumgeist der Erle, voller Ruhe und Dankbarkeit erzählt und tief mit Wasser, Erde und Erinnerung verwobendie Legende vom Erlengeist:

Dort, wo Moorwasser still schwingt und Nebel die Grenzen verwischt, steht die Erle mit nassen Füßen in der Welt. Man sagt, in ihrem Stamm wohnt ein Geist, älter als Wege und Namen.

Als die Menschen immer mehr vergaßen, wie man den Sümpfen zuhört, trat der Erlengeist hervor. Nicht als Gestalt, sondern als Rauschen im Blattwerk und als rotes Leuchten im frisch geschnittenen Holz. Er erinnerte daran, dass alles Leben aus Übergängen entsteht – aus Wasser zu Land, aus Schatten zu Licht.

Wer in der Dämmerung an der Erle verweilt, nichts fordert und mit dem Herzen hört, dem hütet der Erlen-Geist die Seele vor dem Versinken. Er schenkt Stand im Weichen, Schutz im Wandel und die Gabe, zwischen den Welten zu gehen, ohne sich zu verlieren.

Darum gilt die Erle bis heute als Baum der Schwelle, und ihr Geist wacht schweigend über alle, die den Mut haben, auch mal im Ungewissen zu verweilen und den Weg daraus selbst zu finden.

Aus schamanischer Sicht und aus der Erfahrungsheilkunde gesprochen, wirkt die Erle nicht gleichförmig über das Jahr hinweg. Sie wandelt ihre Kraft mit dem Rhythmus der Jahreszeiten und begleitet den Menschen dabei auf körperlicher, seelischer und energetischer Ebene.

Frühling – Reinigung und Neubeginn

Im Frühling erwacht die Erle früh und kraftvoll aus der Winterruhe. Ihre Energie wirkt klärend und lösend.

  • Unterstützung bei innerer und äußerer Reinigung
  • Förderung von Erneuerung nach Erschöpfung oder langen Übergangsphasen
  • Stärkung der Fähigkeit, alte Lasten loszulassen

In der Naturheilkunde wird diese Zeit der Erle traditionell mit Entgiftung, Ausleitung und dem Wiederfinden des eigenen Flusses verbunden- die Urtinktur unterstützt dabei die Gefäße und Organe wie Leber und Nieren.

Sommer – Stabilität im Wandel

Im Sommer steht die Erle fest im Wasser und trotzt Hitze wie Feuchtigkeit. Ihre Wirkung ist ausgleichend und schützend.

  • Erdung bei emotionaler Unruhe
  • Stärkung der inneren Stabilität in bewegten Zeiten
  • Unterstützung bei Grenzthemen und Abgrenzung

Schamanisch gesehen lehrt der Sommerzustand der Erle, im Wandel standhaft zu bleiben, ohne zu verhärten. Hier kann die Urtinktur oder auch eine Erlen-Salbe zu viel Starre in Flexibilität umwandeln.

Herbst – Übergang und Ahnenkraft

Im Herbst vertieft sich die spirituelle Kraft der Erle. Sie wird zum Baum der Schwelle zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem.

  • Begleitung bei Abschieden und innerem Rückzug
  • Verbindung zu Ahnenwissen und Erinnerung
  • Förderung von Intuition und Traumwahrnehmung

In dieser Zeit wird die Erle häufig für Rituale des Loslassens und der inneren Einkehr genutzt- Rinde und Früchte im Räucherwerk unterstützen dies.

Winter – Schutz und tiefe Heilruhe

Im Winter wirkt die Erle still, aber wachsam. Ihre Energie ist schützend und bewahrend.

  • Stärkung der seelischen Widerstandskraft
  • Schutz in Zeiten von Dunkelheit und Erschöpfung
  • Förderung von Regeneration und innerer Sammlung

Als schamanische Begleiterin gilt der Winterzustand der Erle als Hüterin der Seele, die durch die Dunkelzeit trägt, ohne zu drängen- nutze hier Salbe, Urtinktur oder Räucherwerk zur Unterstützung.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Erle über das Jahr hinweg eine Lehrerin des Übergangs ist. Sie heilt nicht durch und mit Eile, sondern durch Anpassung, Tiefe und die Erinnerung daran, dass selbst im weichen Boden fester Halt gefunden werden kann.

Erlenrinden‑Salbe bei rheumatischen Beschwerden

Diese Salbe wird äußerlich angewendet und verbindet die entzündungsberuhigende Volksheilkunde der Erle mit wärmenden Pflanzenkräften.

Zutaten

  • 2 Esslöffel frische oder getrocknete Erlenrinde, fein geschnitten oder ein Teelöffel Esche-Urtinktur
  • 200 ml hochwertiges Olivenöl
  • 20 g Bienenwachs
  • 5 Tropfen ätherisches Wacholderöl
  • 5 Tropfen ätherisches Fichtennadelöl

Zubereitung

  1. Erlenrinde und Olivenöl in ein hitzefestes Glas geben.
  2. Das Glas im Wasserbad bei niedriger Hitze etwa 60 Minuten ziehen lassen, ohne zu kochen.
  3. Den Ölauszug durch ein feines Tuch abseihen.
  4. Den warmen Auszug erneut ins Wasserbad stellen und das Bienenwachs darin schmelzen.
  5. Vom Herd nehmen, ätherische Öle einrühren und gut vermengen.
  6. In saubere Gläser füllen und vollständig abkühlen lassen.
Erlensalbe (Foto mit KI bearbeitet)

Anwendung

  • Die Salbe 1–2‑mal täglich sanft in die betroffenen Gelenke einmassieren
  • Besonders wohltuend nach Wärmebehandlungen oder vor dem Schlafengehen
  • Begleitend ruhig atmen und die wärmende, erdende Kraft der Erle bewusst wahrnehmen
  • Massiere mit der Salbe den Nacken, die Schultern oder auch ganz leicht die Fußsohlen ein- Starrheit und Festgefahrenes wird sich lösen

Naturheilkundliche und schamanische Einordnung

Die Erle wirkt hier als Grenzgängerin zwischen Wasser und Erde. Sie hilft, gestaute Prozesse zu lösen, ohne den Körper zu überfordern. In der Arbeit mit Rheuma oder verhärteten Zuständen steht sie für Nachgiebigkeit, Durchlässigkeit und das Wiederfinden des inneren Flusses.

Es lässt sich sagen, dass diese Rezeptur nicht nur den Körper anspricht, sondern auch eine Einladung ist, dem eigenen Rhythmus wieder Raum zu geben. Die Erle heilt leise, stetig und mit der Weisheit des Übergangs.

Entdeckst Du den kleinen Baumgeist am Stamm?

Und nun wünsche ich Dir eine inspirierende und wunderbare Woche … schau Dir mal die Bäume in Deiner Umgebung näher an- vielleicht erkennst Du den Geist darin und die Weisheit…

Alles Liebe-Kira

Baumwurzeln sind so beseelt- in dieser findest Du gleich mehrere Wesen 🙂
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