weiqi

Herzlich Willkommen in der neuen Woche und der Frage, wie Aromaöle in der Chinesischen Medizin diskutiert werden?

Anwendungen in der TuiNa

Vor dieser Frage stand ich auch vor einigen Jahren und ich war begeistert von der Sichtweise auf dieses Thema:

  • Aromaöle sind der Ausdruck des absoluten JING- als Essenz- angesehen, denn schließlich ist das Pressen der Öle aus den Pflanzen/Bäumen/Sträuchern/Harzen die absolute Essenz.
  • In der Aromatherapie wird ausschließlich mit pflanzlichen Stoffen gearbeitet, es sind die „fetten“ Öle aus Pressung, die ätherischen Öle (Destillation) und die Absolutes (Extraktion).
  • Dabei können wir die Photosynthese als Primärstoffwechsel der Pflanze bezeichnen- Chlorophyll absorbiert Sonnenlicht und wandelt Kohlendioxyd (aus der Luft, himmlischer Aspekt) und Wasser (über die Wurzeln aus der Erde) in Sauerstoff um.
  • Der zweite wesentliche Aspekt ist der Sekundärstoffwechsel der Pflanzen; dabei sind die Sekundärstoffe ebenfalls essentiell für die Pflanze. Sie dienen z.B. zur Abwehr von Fressfeinden/Schädlingen; als Kommunikationsmittel untereinander; Pflanzen „warnen“ durch Ausdünstung von ätherischen Ölen andere ihrer „Familie“ vor „Feinden“.
  • Die Pflanzen reagieren bei äußeren Reizen bspw. mit Absonderungen von Bitterstoffen; aber auch zum Anlocken von Nützlingen zur Befruchtung, als Schutz vor UV-Strahlung und übermäßiger Verdunstung werden ätherische Öle von Blättern und Nadeln an die Umwelt abgegeben.
  • Aus Sicht der Chinesischen Medizin lassen sich diese Funktionen als Aufgaben des Wei Qi charakterisieren; dass ist das, was in der Moderne als Immunsystem oder antiseptische bzw. antimikrobielle Wirkungen bezeichnet wird.
  • Die Essenz der Pflanze kommt durch ihre ätherischen Ölkomponenten zur Geltung- es sind die Hormone der Pflanze; die Muster des Wachstums und der Entwicklung werden entsprechend der DNS als genetisches Potential gestaltet. Dieser Aspekt entspricht in der Chinesischen Medizin gleichermaßen der Essenz- dem JING…dies wird im „Wasser“ der Nieren gespeichert ist und kommt durch unsere Willenskraft zum Ausdruck.
  • Das- dieser Aspekt- kennzeichnet die großartige Bedeutung der Aromatherapie in der Chinesischen Medizin. Schon LiShiZhen diskutiert in seiner Materia Medica (Ben Cao Gang Mu) 20 ätherische Öle. Mit den ätherischen Ölen wird therapeutisch nicht allein die körperliche Ebene(Mensch und Erde) angesprochen; über die Düfte geht die Wirkung tiefer in die Himmlische Ebene- der Geist Shen, die Psyche und die Bestimmung (Ming) werden maßgeblich innerviert.
  • Über die Hirnfunktionen erreicht der Geruch die Seele; von dort kommt nicht nur die Regulation der wichtigen Körperfunktionen, sondern auch Kontrolle über das Lernen, das gesamte Struktivpotential, die Erinnerung und die Emotionalität.
  • Das Yuan-Qi als „materiellste“ Form des Qi im Organismus ist auch als Sitz der Persönlichkeit zu begreifen, der wiederum das Temperament ausprägt. Genau hier setzt die innere Bedeutung des Daoismus an, als Versuch die eigene Natur zu finden und zu extrahieren. Aus dem Verhältnis und dem Bestand von Shen und Jing entsteht das Ming als Aufgabe des Lebens, dieses während unserer Zeit hier auf Erden aus vollem Herzen zu erfüllen.

Bei der Anwendung der ätherischen Öle ist eine Wohlfühlanwendung von der Therapie eindeutig abzugrenzen. So sind bestimmt Öle tatsächlich der Therapie vorbehalten- bspw. Melisse oder auch Rosmarin.

Ätherische Öle kommen grundsätzlich nur in Verdünnung zur Anwendung! Viel hilft nicht viel ist die Maxime!

Die meisten ätherischen Öle kommen in der Praxis in 3%iger Verdünnung vor. Je stärker verdünnt, desto intensiver wirkt die Rezeptur auf die Psyche-je kräftiger und wenig verdünnt, desto mehr beeinflusst die Mischung den Körper…. Die Konzentration der Öle in ihrer Anwendung gibt in der Therapie die Wirkung auf den Patienten wieder- die stärkste Wirkung auf Shen und damit auf die Psyche hat eine starke Verdünnung von unter 1 %; alles darüber wirkt eher körperlich. Auch bei Kindern und Säuglingen, wie Menschen in Ausnahmesituationen sind die starken Verdünnungen anzuwenden.

Weihrauch zur Inhaltion und Einreibung
  • Mit ätherischen Ölen können die JingLuo angesprochen werden, wenn diese Öle in erster Linie auf die Yuan-Quellpunkte, auf die He-Meer-Punkte, die vorderen Mu-Alarm-Punkte und die Rücken-Shu-Punkte appliziert werden. Die Nieren- und SanJiao-Leitbahnen sind dem YuanQi primär zugeordnet, demzufolge können diese ebenfalls mit ätherischen Ölen zur Kräftigung der Essenz Jing behandelt werden. Dabei sollten in erster Linie Punkte verwendet werden, die per Bezeichnung das YuanQi direkt ansprechen bspw. mit Yuan, Liao als Knochen oder Gu – ebenfalls Knochen oder Tal 🙂 im Namen.
  • Gute Applizierungsbereiche sind die Handgelenke bspw. mit den Punkten Pericard 7, Herz 7 als ShenMen und Lunge 9; aber auch RM 12, RM8 oder die Bereiche der Sprunggelenke mit Niere 3 und Blase 60.
  • Ätherische Öle appliziere ich in erster Linie bei der TuiNa(Massage) und in Fußbädern, nutze sie für Inhalationen in der Praxis, wende sie für Kompressen an.
  • Dabei können verschiedene Trägeröle genommen werden- ganzjährig geeignet sind Jojoba- und fraktioniertes Kokosöl.
  • Die wichtigsten ätherischen Öle in meiner therapeutischen Praxis sind Weihrauch, Rose, Eukalyptus, Pfefferminze, Wacholder, Ingwer, Orange, Zitrone, Grapefruit, Melisse, Salbei, Rosmarin, Thymian, Zeder, Teebaum, Mutterkraut und YlangYlang.

Du möchtest/Sie sind nach diesem kleinen Exkurs neugierig geworden? Dann ist der Workshop zu den ätherischen Ölen für Gesundheit und Wohlbefinden im Januar 2022 oder auch der Workshop zu Inhalationen und Räuchern für die Gesundheit- mit Kraft und Energie durch das Jahr im Dezember 2021 genau das Richtige 🙂

Eukalyptusöl für die Lungenfunktion 🙂

Rezepturen für die häusliche Anwendung:

Das wohltuende Fußöl:

  • 20 ml fraktioniertes Kokosöl oder Sesamöl
  • 4 Tropfen Fichtenöl/Sibirische Tanne
  • 4 Tropfen Kardamom
  • Die ätherischen Öle in eine Braunglas-Tropfflasche geben und diese Flasche dann in den Händen rollen- die Öle verteilen sich… das Trägeröl dazu geben und den Vorgang wiederholen; dann gut verschließen und an einem dunklen Ort- nicht zu warm- aufbewahren; die Füße nach dem Duschen oder nach einem Fußbad damit einmassieren 🙂

Die duftenden Komponente für „Lust am Leben“:

  • 20 ml fraktioniertes Kokosöl
  • 2 Tropfen Kardamom
  • 4 Tropfen Grapefruit
  • 2 Tropfen Orange
  • Die ätherischen Öle in eine Braunglas-Rollerflasche geben und diese Flasche dann in den Händen rollen- die Öle verteilen sich… das Trägeröl dazu geben und den Vorgang wiederholen; dann gut verschließen und an einem dunklen Ort- nicht zu warm- aufbewahren- bei Bedarf mit der Mischung die Handgelenke und das Brustbein damit bestreichen… die ätherischen Öle können auch in ein Schälchen Wasser oder die Duftlampe gegeben werden 😉
  • Diese Mischung gibt Mut für den Tag, wirkt positiv auf die Stimmung und kann bei PMS mit „schlechter Laune“ eingesetzt werden 😉

Aromaöle- in der Chinesischen Medizin ein wichtiger Bestandteil in den Therapiemöglichkeiten!

Einen guten Start in die Woche und alles Liebe wünscht

Kira

Herzlich Willkommen in der neuen Woche und zur Frage, wie die chinesische Medizin und auch Kräuter das Immunsystem stärken kann.

Das Immunsystem(Wei-Qi) in der chinesischen Medizin ist viel weiter gefasst als im Verständnis der modernen Medizin- es umfasst nicht nur die Organe, sondern auch den Zustand von Geist und Seele 🙂

Zwei wichtige Faktoren zur Stärkung des Wei-Qi sind die Akupunktur und Kräutermedizin:

  • Akupunktur kann präventiv zu Beginn ab Ende August für 2x 8 Sitzungen einmal/ Woche durchgeführt werden- es werden Punkte verwendet, die entsprechend der Zungendiagnose pathogene Hitze ausleiten, das Qi aufbauen und die Nieren-Energie ausbalancieren- diese Form der Akupunktur wirkt sich positiv auf das gesamte Immunsystem, besonders aber auf Allergien aus.
  • Präventiv kommt ebenfalls die Konstitutions-Akupunktur zum Einsatz, die einmal im Monat durchgeführt wird; zusätzlich wird Moxa als Hausaufgabe an immunstimulierenden Punkten empfohlen.
  • Für den Fachmann/ die Fachfrau: Moxa unter anderem an ZuSanLi und GaoHuangShu; LieQue und YangChi in den Sitzungen mit einbeziehen; gerade wenn Kälte oder Qi/Yang-Mangel vorhanden ist.
Moxa an SanJiao 4

Zur Kräutermedizin:

  • Es gibt sowohl westliche als auch chinesische Kräuter, die eine besonders gute Wirkung auf das WeiQi haben.
  • Die Kräutermedizin wird individuell zusammen gestellt; Einzelkräuter sind nicht zu empfehlen, da sie keine ganzheitliche Wirkung besitzen und unter Umständen sogar eine Gewöhnung provozieren und dann nicht mehr helfen.
JiaoGuLan als Pflanze im Garten- die frischen Blätter als Tee verwenden 🙂
  • Kräuter sind bspw. Echinacea, Brennnessel, Veilchen, Ingwer, Galgant, YiYiRen, Gingseng, Cordyzeps, WuWeiZhi, GoJiZhi, aber auch Pilze wie ReiShi, Igelstachelbart oder das Kraut JiaoGulan …
Echinacea

Eine einfache Rezeptur, die allgemein bei Erschöpfung für jeden hilfreich ist:

Senfsaat
  • 15 Gramm Senfsamen, 20 Gramm Weißdornfrüchte, 3 Scheiben frischer Ingwer und ein Teelöffel brauner Zucker werden nach der Reinigung mit 1,5 Liter Wasser etwa 40 Minuten leicht siedend zu einem Dekokt verarbeitet; dann abseihen und in eine Thermoskanne geben und den Sud über den Tag trinken- die Kur sollte für 5 Tage erfolgen.
Weißornfrüchte
  • Die Wirkung zeigt sich besonders im WeiQi, im Bereich des Darms… sie ist auch hilfreich bei schlechter Nahrungsverwertung, fettigem Stuhl oder Durchfall durch Kälte und Stress.

Wei-Qi-Zeit ist das ganze Jahr; tun wir etwas dafür!

Gute Gesundheit und einen guten Wochenstart wünscht Euch/Ihnen

Kira

Echinacea- die Heilpflanze der nordamerikanischen Ureinwohner…

 

…ist seit vielen Jahren auch bei uns ein treuer Begleiter durch die Sommerzeit- Echinacea purpurea oder Sonnenhut hat nicht nur ein tolles Aussehen in den Gärten, sondern einen immense Heilkraft:

  • Verwendete Pflanzenteile sind die Wurzel; diese ist aus Sicht der TCM vom Geschmack her scharf, bitter, leicht süss und wirkt auf die Funktionskreis Lunge, Niere, Blase und Milz;
  • Mit den Inhaltsstoffen Polysaccharide, darunter Arabinogalactane, Kaffeesäurederivate wie Cichoriensäure, Alkamide, Flavonoide, ätherisches Öle und Polyne wirkt der Sonnenhut Immunsystem stärkend, er verhindert allgemein Infektionen, entzündliche Prozesse der Haut und im Urogentialsystem, wirkt antimikrobiell, antiviral, antibakteriell, verstärkt antibiotische Eigenschaften, wirkt blähungs- und gärungswidrig, stimulierend, wundheilend, wirkt anregend auf die Insulinbildung, fördert die Durchblutung in geschwächten Geweben und – ein Segen- wirkt schweissbildend durch die Erhöhung der Körpertemperatur( erzeugt künstliches Fieber);

  • Die Hauptwirkungen aus Sicht der chinesischen Medizin sind Wind- Hitze eliminierend, Hitze und Toxine ausleitend, Nässe und Schleim- Hitze ausleitend, Schleim- Hitze auflösend, Qi tonisierend- hier besonders das WeiQi und auch Wind- Kälte eliminierend- die Anwendungsgebiete reichen von Immunstärkung, über Erkältungskrankheiten, Bronchitis, allen Entzündungen im Bereich Lunge und oberen Erwärmer, Fatigue, Erschöpfung, Diabetes Typ 2, psychische Labilität… und noch vielen mehr;
  • Cave! Kontraindikationen: Bei Überempfindlichkeit und Allergien gegen Korbblütengewächse darf Echinacea nicht genommen werden und nicht anzuwenden bei Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, AIDS und HIV-Infektion, Cortisontherapie, progredienten Systemerkrankungen wie Tuberkulose, Leukosen, Kollagenosen (entzündliche Bindegewegs-erkrankungen)- da Echinacea diese Erkrankungen verstärken kann!!!
  • Verwendt werden die Wurzeln, aber auch Kraut und Blüten- bekanntermaßen als Tinktur, aber auch in Teemischungen als Kräuterbestandteil.
  • Von den Einwohnern Nordamerikas wurde Echinacea vor allem zur Verstärkung von magischen Ritualen eingesetzt- er wurde den Göttern geopfert, Geburten als heilige Handlungen fanden häufig an Plätzen statt, wo der Sonnenhut zu finden war und auch bei Beerdigungen wurde er als Grabbeigabe mitgegeben.

Echinacea ist ein Schatz der Natur- allerdings mit starker Wirkung und somit sollte dieses Kräutlein nicht im Alleingang eingesetzt werden- die Anwendung und Verordnung gehört in Fachhände!

Was macht eigentlich der Tymus?

Der Thymus gehört zu den primär- lymphatischen Organen und besteht aus zwei asymetrischen Lappen, die miteinander in Verbindung stehen. Er liegt im oberen Mediastinum hinter dem Brustbein(Sternum) und ventral dem Pericard(Herzbeutel). Bei Erwachsenen ist er zurück gebildet, spielt trotzdem eine wichtige Rolle. In der embryonalen Phase entwickelt sich der Thymus aus allen drei Keimblättern, spielt bei der Ausreifung und Differenzierung der T-Lymphozyten eine entscheidende Rolle. Nach der Pubertät wird das Parenchym durch Fettgewebe ersetzt.Die Gliederung in Läppchen und die Abgrenzung in Rinde und Mark ist nur noch schwer möglich:

  • … ist entscheidend für das Immunverhalten des Körpers. Ist die Funktion eingeschränkt, dann ist unser Immunsystem geschwächt.
  • Die Pathologie geht von Dysplasie bis zur Entartung- dementsprechend muss bei Beschwerden im oberen Brustbereich auch an den Thymus gedacht werden.

Aus Sicht der TCM gehört der Thymus zum Mark- wird durch das Jing gespeist und hat entscheidenden Einfluss auf das Qi, speziell des WeiQi.

Nun spielt der Thymus aus westlicher Sicht im Erwachsenenalter keine so große Rolle mehr- die TCM sieht es anders- siehe oben. Wichtige Meridiane, wie:

  • Niere, RenMai, Luo von Milz, Herz und Lunge

laufen durch die Region Thymus und somit nimmt der Bereich Einfluss bei:

  • Husten, Miktionsstörungen, Beklemmungen und Ängsten, Palpitationen, Atembeschwerden, Schluckbeschwerden, Schlafstörungen durch aufsteigendes Magen-Qi…

Besänftigen Sie die Region durch regelmäßiges Beklopfen im Uhrzeigersinn- siehe Video unten

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