wuwei

Bewegung als Therapie in der Naturheilkunde…

Guten Morgen an DICH… bist Du heute auch schon aktiv gewesen? Ich habe Sommerurlaub und da ist gerade am Morgen für mich die schönste Zeit, um QiGong am Tollensesee zu praktizieren.

In meiner Praxis verfolge ich ein ganzheitliches Prinzip; d.h. ich erstelle mit den Betroffenen zusammen nicht nur den Plan für die geeigneten Behandlungen, sondern setze auch Ernährungs- und Bewegungstherapie ein- auch mit „Hausaufgaben“ 😉 für die Nachhaltig- und Ganzheitlichkeit.

“ Ein gesunder Körper entsteht aus einem gesunden Geist und umgekehrt“

Allerdings- so höre und sehe ich es auch ab und zu als Feedback- entsteht durch die Übungen nicht immer RUHE, GELASSENHEIT… schauen wir uns das Phänomen mal näher an…

Warum ist es so, dass manche Menschen nach Jahren von Yoga-, QiGong- oder TaijiYuan-Praxis ruhiger, klarer und körperlich belastbarer werden und andere fühlen sich trotz intensiver Praxis eher „mehr unter Druck“, eher wie ein Dauer-Training, das den Kopf beschäftigt, aber nicht wirklich den Zustand des Systems verändert. Der daoistische Blick darauf nennt dafür einen sehr konkreten Grund…Nicht die Übung an sich ist die Essenz, sondern wie deine Lebenskraft (Qi bzw. Prana) sich in dir organisiert und ob du das für Dich passende Umschalten“ von Anspannung zu Ausgleich findest.

Der daoistische Kern- Praxis ist „Ausrichten“, nicht „Leisten“…

Entsprechend des Daoismus geht es weniger um das perfekte Ausführen von Formen, sondern um das Zustandekommen von Harmonie; Bewegung, Atem, Aufmerksamkeit und innere Ausrichtung sollen so zusammenwirken, dass Qi/ Prana frei zirkulieren kann.

  • Im Yoga, QiGong und TaijiYuan trägt die Form nur so lange, wie sie als „Gefäß“ für diesen inneren Prozess dient.
  • Wenn du die Form zur Hauptaufgabe machst, wird die Praxis häufig zu einem Leistungs- oder Kontrollobjekt; und Kontrolle macht das Nervensystem „fest“…“eng“.

Daoistische Übungspraxis zielt daher auf:

  • Weichwerden“ (damit Qi nicht klebt)
  • Loslassen von Zwang (damit nichts blockiert)
  • Rückkehr zur Mitte (damit der Körper „selbst“ ordnen kann)
  • Richtige Atemtiefe und -qualität (damit der Rhythmus Nervensystem und Qi/Prana beruhigt)

Warum manche entspannter werden (und andere nicht); der „Sein-Modus“ fehlt…

Viele üben jahrelang im Modus „Ich muss“. Aus daoistischer Sicht ist das der häufigste Grund, warum Stress bleibt, selbst wenn die Bewegungen korrekt ausgeführt werden.

Typische Muster, die Entspannung verhindern:

  • Anspannungs-Hintergrund: Du bewegst dich, aber innen ist weiterhin „Alarm“.
  • Atem wird Leistung: Atmen wird getaktet wie ein Metronom oder zurückgehalte, anstatt ihm zu folgen.
  • Aufmerksamkeit „klebt“: Du beobachtest, kontrollierst, korrigierst permanent- bist nicht in der Lage, tatsächlich intuitiv die Übung fließen zu lassen
  • Zielorientierung ersetzt Integration: Nach der Übung fühlst du dich „fertig“, aber nicht „eingesunken“.
  • Zu viel Yang/zu wenig Yin: Zu aktiv, zu intensiv, zu wenig Regeneration; und damit „springt das System“ nie wirklich um.

Die daoistische Praxis unterscheidet deshalb nicht nur Übungen, sondern auch bzw. in erster Linie dieQualitäten:

  • Wird dein Körper während der Praxis weicher, nachgiebiger?
  • Wird dein Atem langsamer und tiefer(ohne ihn bewusst „runterzudrücken“)?
  • Wird der Geist klarer und zugleich weniger fordernd?
  • Kann nach der Übung ein Rest von Ruhe bleiben, ohne diese nachzumanövrieren?

Wenn diese Punkte fehlen, entsteht zwar Bewegungstraining—aber keine stabile innere Umschaltung.

Der eigentliche Kern im Yoga, QiGong und TaijiYuan… (trotz verschiedener Formen)…

Ob du nun Asanas praktizierst, Standmeditation im QiGong hältst oder in TaijiYuan „rollst“: Die Essenz ist erstaunlich ähnlich. Drei daoistische Achsen bilden den Kern:

1. Ausrichtung des Körpers: „Stehen, tragen, sinken“

  • Im daoistischen Bild soll der Körper nicht „hochhalten“, sondern tragen.
  • In QiGong/TaijiYuan zeigt sich das oft darin, dass du nicht nur Kraft verteilst, sondern Gewicht sinken oder steigen lässt und zwar mit ganz viel lebendiger Struktur.

Woran du erkennst, ob es wirkt: Du wirst standfester, aber nicht steifer/härter/fester.

2. Atem als innerer Lenker-Rhythmus vor Technik

Atem ist der Schalter zwischen Aktivierung und Regulation. In vielen wirksamen daoistischen Übewegen ist der Atem nicht als „Aufgabe“ zu verstehen, sondern Anker und Taktgeber.

Woran du erkennst, ob es wirkt: Der Atem wird nach innen ruhiger, das Ausatmen wird weicher/verlängert (ohne Druck).

3. Geist und Absicht/Sankalpa- von der Kontrolle zum „Fließen“

Daoistisch ist Absicht fein, subtil; nicht Druck, nicht Härte, eher ein inneres „Mitgehen“: Qi sammelt sich, fließt, ordnet.

Woran du erkennst, ob es wirkt: Du bist weniger im Gedanken-Karussell und mehr im leiblichen Empfinden/Sein 🙂

Warum „Jahre üben“ trotzdem nicht reicht…DEIN System hat eine festgefahrene, zu stark präsente Gewohnheit…

Stress bleibt oft, weil dein Nervensystem gelernt hat: „Sicherheit = Anspannung“- das sind Deine hochgezogenen Schultern bspw… Dann kann die Übung paradoxerweise als weiterer Trainingsreiz wirken und das System interpretiert es als „noch mehr müssen“; Leistung bringen… 🙁

Die passende daoistische Erklärung dahinter:

  • Wenn Qi nicht in Yin-Qualität (Weichheit, Regeneration) zurückkehrt, bleibt der Körper im Randbereich des „Alarm’s“.
  • Daher kann dann die Übung zwar Qi bewegen, aber sie bewegt es in eine Richtung, die dich nicht ind das tatsächlich Angestrebte integriert.

Das sieht man häufig an:

  • chronischer innerer Unruhe
  • „zu viel Kopf“ trotz Beweglichkeit
  • Schlaf bleibt leicht/oberflächlich
  • der Körper fühlt sich nach der Praxis nicht nach „ankommen“ an, sondern nach „durchgearbeitet“ an

Die daoistische Gegenbewegung ist daher… mehr Yin, mehr Integration, weniger Ziel und Druck

Wenn du willst, dass Deine Praxis wirklich entspannter wird, braucht es eine klare Umschaltung; dass wäre eher ein weniger „neues Schwierigkeitslevel“, sondern mehr Qualität in der Ruhe

Konkrete daoistische Prinzipien:

  • Qualität vor Quantität: lieber etwas weniger, dafür echtes Sinken und Entladen; frei nach dem Satz:“Fürchte nicht den, der 10000 Techniken beherrscht, sondern den, der eine Technik 10000 Mal geübt hat…“
  • Übe mit „Rückkehr“: Nach jeder Bewegungsphase kommt eine Integrationsphase; nachspüren; den Atem die Technik „nachwirken“ lassen
  • Atem führt: nicht Technik über Atem, sondern Atem als Basis.
  • Ende der Praxis als Schlüssel: Viele lassen die letzte Minute aus; sind schon wieder im Aufstehen, im Alltag; dabei ist gerade das Ende die Stelle, an der das System entscheidet, ob es wirklich runterfährt.

In der Praxis heißt das oft: Nach dem aktiven Teil bewusst weich/leicht/ruhig werden, den Körper schwerer werden lassen, und dem Nervensystem Zeit geben, sich „zu setzen„.

Deine Dao-Übung für den „Kerngedanken“…

Diese Übung ist keine „neue Form“, sondern ein „Prüfstein“: Passt Dein System gerade zu Deiner Praxis?

  • Setz oder stehe so, dass du den Körper/ das Gewicht sinken lassen kannst.
  • Lege eine Hand auf den Brustkorb oder Bauch.
  • Atme ein: spüre, wie der Atem kommt.
  • Atme aus: spüre, wie du „nach innen weicher“ wirst.
  • Frag innerlich in sehr einfacher Form: „Fließt Qi leichter oder wird es festgehalten?“
  • Wenn es gehalten wird: weniger Spannung einbringen und beim Ausatmen wieder mehr/tiefer sinken.

Nach 2–3 Minuten sollte dein Körper nicht „noch mehr arbeiten“, sondern mehr nachgeben.

Zum Abschluss…Die Lösung liegt im Umschalten des „Systems“…

Yoga, QiGong und TaijiYuan sind Werkzeuge. Das Ziel und gerade auch der Weg ist der Zustand, den du durch die Praxis ermöglichst: freies Fließen, weiche Regulation und Integration. Manche Menschen bekommen diese innere Umschaltung von Anfang an gut hin; andere haben jahrelang geübt, aber im Modus „leisten/kontrollieren“. Der Weg raus führt dann nicht über noch mehr Intensität, sondern über Yin, Atemrhythmus, Gewichtssinken und eine Absicht, die nicht zwingt oder erdrückt.

Wenn du deinen Übungsalltag an diesem ausrichtest, wird Entspannung nicht mehr „Belohnung“ nach schwieriger Arbeit, sondern ein natürlicher Ausdruck davon, dass Qi und Geist wieder in Balance kommen.

Alles Liebe und eine angenehme Woche wünsche ich Dir- herzlichst…

Kira

Was ist das Entscheidende- der Weg oder das Ziel“? Es ist der Weggefährte“ 😉 … und daher manchmal auch der Blick auf sich selbst

Die Zeit um und von Mabon

Wie schnell diese wunderbare Herbstzeit dahinfließt- wie der Bach bei uns am Tollensesee und schon sind wir im Jahreskreis angekommen- angekommen in der Zeit zu MABON

Mabon ist der Name bzw. die Bezeichnung für die HERBST-TAG- und Nacht-Gleiche und ein wichtiges traditionelles(keltisches) Jahreskreisfest. Es symbolisiert die Balance zwischen Licht und Dunkelheit, das Ende der Ernte und das endgültige Ende des Sommers; den Beginn des tiefen Herbst. An Mabon wird Dankbarkeit für die Fülle ausgedrückt und sich auf die kommende dunklere Jahreszeit vorbereitet, indem man inne hält und loslässt, was nicht mehr dient; was in Dankbarkeit gehen darf.

Erntefest: Mabon ist das zweite Haupt-Erntefest und wird als Dank für die Ernte des Jahres gefeiert, bei dem die letzte Getreide-Garbe nie geschnitten wird; bei der Honig, Milch und andere Gaben in den frisch gepflügten Acker eingebracht werden als Dankesgabe an Mutter Erde 🙂 und einige reife Früchte- bei uns Hagebutten- über die Schulter geworfen wurden/werden 🙂

Gleichgewicht: Als Herbst-Tagundnachtgleiche steht Mabon für den Zeitpunkt, an dem Tag und Nacht exakt gleich lang sind. 

Mythologie: Der Name Mabon leitet sich vom walisischen „Mabon ap Modron“ ab, was „großer Sohn“ oder „Sohn des Lichts“ bedeutet und sich auf eine mythische Figur bezieht. In unserer nördlicheren Tradition wird Mabon als Dankesfest an Mutter Erde gefeiert und diese geehrt.

Übergang: Das Fest markiert den feierlichen Abschied vom Sommer und bereitet auf die Stille und Einkehr des Winters vor.

Das Erntefest, hier bei uns gefeiert mit Lagerfeuer, darin gebackenen Kartoffeln, mit Räucherwerk und Geschichten aus alten Zeiten… als Kind habe ich mit roten Wangen den Erzählungen meiner Oma Alwine gelauscht- sie hat als Wolgedeutsche vom Tag Ihrer Geburt im Mai 1898 bis zu ihrer Heirat 1918 mit meinem Opa(geboren 1875) in der Wolgaregion gelebt- von der harten Ernte, den Kartoffelfeuern, dem Holz schlagen… all dies sind Erinnerungen, die mich sehr demütig vor diesem harten Leben und auch sehr dankbar werden ließen- über die Jahre und immer zur Zeit von Mabun erinnere ich mich… bspw. an dieses Räucherrezept:

Zutaten (für ca. 1 kleines Glas, 20–25 g):

  • 2 TL Sandelholz (gemahlen oder kleine Späne) – für eine warme, erdige Basis
  • 1 TL Weihrauch (Olibanum) – für Reinigung und spirituelle Öffnung
  • 1 TL Myrrhe – für Tiefe und Erdung
  • 1 TL Wacholderbeeren (zerstoßen) – für Schutz und klärende Energie
  • ½ TL Muskatblüte (Macis, fein zerkleinert) – für Würze, Wärme und Fülle
  • ½ TL Zimt (grob gemörst) – für Wärme und Fülle
  • ½ TL Orangenschale (getrocknet) – für Frische und festliche Note
  • ½ TL Apfelstücke (getrocknet) – symbolisch für Ernte und Fruchtbarkeit
Muskat-Blüte(KI)

Zubereitung

  • Alle Zutaten in einem Mörser grob zerkleinern, sodass sich die Aromen gut entfalten, aber die Mischung nicht zu fein wird;
  • …gut vermengen und in einem luftdichten Glas aufbewahren.
  • Zum Räuchern gib eine kleine Prise auf ein Stövchen oder Siebräuchergefäß und stelle die Höhe so ein, dass ein sanftes Räuchern geschieht.

Wirkung und Symbolik

  • Muskatblüte: Steht für Wärme, Schutz und die Kraft der inneren Sonne; aber auch für Visionen.
  • Sandelholz & Myrrhe: Erdend, verbinden mit der inneren Ruhe und dem Übergang in die dunklere Jahreszeit.
  • Weihrauch: Spirituelle Öffnung und Dankbarkeit.
  • Wacholder & Zimt: Schutz, Reinigung und Stärkung der Lebenskraft.
  • Orange & Apfel: Festliche, fruchtige Noten, die den Erntesegen symbolisieren.

Typische norddeutsche Rituale sind weiterhin:

  • Spaziergang in der Natur, Dankesfeuer, das Sammeln herbstlicher Gaben, das Gestalten eines Erntedank-Altars, das Zünden von Kerzen, das Räuchern, das Schreiben und Verbrennen von Dankbarkeitszetteln oder Wunsch-Zetteln; sowie das gemeinsame Teilen einer Mahlzeit.
Letzte Ernte bzw. Vorbereitung des Ackers bei uns in der Region zu dieser Zeit

Was jetzt noch so wichtig ist:

  • Achte – gerade jetzt im Übergang- auf warme Füße und einen geschützten Hals und Nacken; über diese „Schwachstellen“ dringen Wind, Kälte und Nässe besonders schnell in den Körper ein und bescheren Dir dann die typischen Herbstinfekte.
  • Beginne wieder vermehrt wärmend und gegart zu essen- Dein Körper benötigt dies für die Vorbereitung auf die dunkle Jahreszeit, für einen kraftvollen und gesunden Winter.
  • Kombiniere Salat immer mit einer Suppe im Vorfeld oder mit Warmem im Salat(bspw. Pellkartoffeln).
  • Bewege Dich maßvoll, aber ausreichend- Bewegung ist wichtig für Kreislauf, Stoffwechsel und Energie!
besonders lecker im Herbst- spicy Buchweizenwaffeln mit Obst-Nuss-Kompott

Ich wünsche Dir mit diesen Inspirationen ein wundervolles Erntefest/ Mabun- genieße diese Zeit des kleinen Yin und diese Woche- gesegtes MABUN und alles Liebe

Kira

Wenn Dir gefällt, was Du hier auf meinem Blog lesen darfst und für Dich findest, dann freue ich mich über Empfehlungen oder leite den Newsletter gerne weiter- DANKE!

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