Jing

Herzlich Willkommen zur Fragerunde… wie wird Hörsturz in der Chinesischen Medizin diskutiert…

Vorab: Vielen Dank für Eure Zuschriften und Anfragen- ich bin überrascht, wie groß das Interesse ist!

Ein Hörsturz erwischt Dich kalt- aus dem Nichts heraus- so ist die Situation aus der Empfindung der Betroffenen. Während in der modernen Medizin mittlerweile auch Stress und Durchblutungsstörungen als Ursache anerkannt sind, wissen wir in der Chinesischen Medizin, dass es für den Hörsturz und allgemein „Ohren-Symptome“ wesentliche auslösende Faktoren gibt, die extrem vielfältig sind:

  • Das Ohr wird von verschiedenen Funktionskreisen innerviert- verstehe das Ohr aus Sicht der Chinesischen Medizin und du verstehst den „Hörsturz“; es sind die Gallenblasen-, Dünndarm(Verstehen im engeren und weiteren Sinn)-, SanJiao(Stoffwechsel)- und Magen- Meridiane, dann eine spezielle Abzweigung des Dickdarms- der Dickdarm- Luo-Mai-, die das Ohr „versorgen“ und zusätzlich hat das Ohr über die Luo(kleine Verbindungsmeridiane) einen direkten Bezug zum Ren- und Du-Mai; über das Ohr öffnet sich der Funktionskreis der Nieren(Hören im eigentlichen Sinn mit Yin und Jing) und auch der Leber-Funktionskreis kann sich über das Ohr „äußern“(Leber-Feuer).
  • Alle diese Meridiansysteme wirken auch bei weiteren Erkrankungen mit; Hörsturz und „Ohren-Symptome“ sind oft Begleitphänome anderer Erkrankungen wie z.B. von chronischen Nebenhöhlenprozessen, Zahn- und Kieferproblemen, Bluthochdruck, Rückenproblemen aller Wirbelsäulenabschnitte, Panik und Ängsten, chronischen Entzündungen oder auch Fibromyalgie…
  • … andererseits werden „Ohren-Symptome“ und der Hörsturz selbst auch durch eine schwere- berufliche- Stressphase ausgelöst und kann sich nicht mehr zurückbilden, obwohl der Betroffene ansonsten vollkommen gesund erscheint. In den meisten Fällen ist der Organismus viele Jahre überfordert; konnte er in der Vergangenheit vielleicht noch eine gewisse Balance halten, so bringt jetzt ein akutes Ereignis- wie Stress, eine Erkältung oder ein emotionales Trauma- das „Baumhaus zum Einsturz“.
  • Als Ursachen nach den Kriterien der Chinesischen Medizin kommen sowohl biographisch erworbene Spannungsdysbalancen im ShaoYang, in der Skelettmuskulatur(Qi- und Blut-Stasis) in Frage, aber auch Verschlackungstendenzen(Feuchtigkeit und Schleim Tan), Kälte-Invasionen(Wind-Kälte) oder Bluthitze(Wind-Hitze, Yin-Mangel mit Schädigung der Essenz, aufsteigendes Feuer) dominieren; es herrscht in vielen Fällen eine Dysbalance zwischen Holz- und Wasserelement.
Meditation; Yoga mit MUDRA’S

Behandlungsmöglichkeiten- immer individuell:

  • Stressreduktion und lösen von Spannungsfeldern im Lebensalltag- YangShen(Lebenspflege) im Alltag;
  • Kräutermedizin mit westlichen und/oder chinesischen Kräutern;
  • Akupunktur- unentbehrlich, Schröpfen, Moxa-Therapie;
  • Aderlass;
  • Ernährungstherapie und/oder Fasten;
  • TuiNa; Shiatsu
  • QiGong und Yoga; Walking; Atemtherapie;
TuiNa oder Shiatsu

Mein Tipp:

  • Massiere täglich beide Ohrmuscheln; dies wirkt als Prävention, aber auch bei „Ohr-Symptomen“- beginne an der Ohrspitze, massiere das Ohr außen bis zu den Ohrläppchen, ebenfalls innen und auch den Übergang zum Gesicht- wiederhole die Massage drei- bis viermal oder auch öfter- einfach bis zur merklichen guten Durchlutung des Ohres.

Sehr wichtig ist, dass die/der Betroffene wieder richtig gut und erholsam den Schlaf erlernen und auch praktizieren.

Ernährungshinweise:

  • Bei Ohrproblemen verbieten sich Knoblauch, Zwiebeln und andere Lauchgewächse, Alkohol, Scharfes, keine Fertigprodukte, bei Schleim keine Milchprodukte und kein Brot

Noch eine Anmerkung: Hören und Verstehen sind zwei Paar Schuhe- allerdings lässt sich beides mit den oben genannten Möglichkeiten behandeln.

Die Behandlung von „Ohr-Symptomen“ ist langwierig; die Erkrankung baut sich oft über Jahre auf- daher benötigt es Monate bis zur Linderung oder Gesundung- und auch hier gilt:

Nur zusammen ist es zu schaffen- gemeinsam für Dich/Euch- nutze die Möglichkeiten… alles Liebe

Kira

QiGong und TaiJiChuan als Unterstützung

Goji- Tee…

…ist ungewöhnlich und nicht wirklich bekannt in unseren Regionen.

Dieser Tee ist ein perfekter Begleiter durch den Alltag, während der Arbeit oder auch einfach so 🙂

  • Die Goji- oder Wolfsbeere wirkt antioxidativ, blutzuckersenkend, immunstimulierend und stärkend durch die Inhaltsstoffe Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E, B-Vitamine, Eisen, Spurenelemente, Lutein, Zeaxanthin, Polysaccharide und Sesquiterpene.
  • Der gemeine Bocksdorn- so eine weitere Bezeichnung- lässt sich als Beere- die von August bis Oktober geerntet wird und auch in unseren Breiten als Strauch sehr gut wächst- als Nahrungs- und Heilmittel einsetzen; ich gebe die Beeren gerne in das Porridge…
  • …und trinke die Beeren als Tee aufgegossen über den Tag…
  • …sie wirken positiv auf die Meridiane Lunge, Herz, Nieren, Leber und Milz- bauen Jing, Yin, Qi und Blut auf und finden unter anderem ihren Einsatz bei Abwehrschwäche, Bluthochdruck und Augenerkrankungen;
  • …sie stimulieren ebenfalls das Wei-Qi in allen seinen Facetten.

Der Tee ist ganz einfach zuzubereiten- nimm etwa 5-8 Beeren und brühe diese mit sprudelnd-heißem Wasser auf- die Beeren kannst du im Glas belassen und nach dem Trinken aufessen 🙂 – du solltest über den Tag nicht mehr als 18 Gramm, das sind etwa 20 Beeren, zu dir nehmen- auch wenn sie als Superfood bezeichnet werden; die roten süß-sauren Früchtchen sind Medizin!

Lasst Euch den Tee schmecken- alles Liebe wünscht Euch

Kira

…als Nahrung für unsere Nierenenergie…

…das liefert diese Bohnensuppe aus:

  • einer gewürfelte Zwiebel, einem Esslöffel Olivenöl, je eine Handvoll Bohnen(grün, weiß, rot, schwarz), einer großen Kartoffel- gewürfelt, einem Bund Suppengrünputzt und geschnitten, 250 ml Gemüsebrühe, Bohnenkraut, Majoran, Pfeffer, Galgant, Bertram und Quendel- die Gewürze werden nach gusto dosiert; Salz kommt erst nach dem Kochen an die Suppe, da sonst die Bohnen nicht gut garen und zuviel unverdauliche Fasern erhalten bleiben.
  • Die Zwiebeln werden im Olivenöl angeschwitzt und dann kommen alle anderen Zutaten dazu- diese werden mit der Gemüsebrühe abgelöscht, danach kommen die Gewürze und Kräuter dazu- alles bei mittlerer Hitze weich köcheln; mit dem Schnellkochtopf geht es schneller 😉
  • Die getrockneten Bohnen sollten mindestens 24 Stunden einweichen; das Wasser muss weggegossen werden; die grünen Bohnen sollten entweder frisch- Saison- oder aus dem Frost sein; aus der Konserve sind oft keine Nährstoffe mehr enthalten.
  • Bohnen sind ein absolutes Superfood für unsere Nierenenergie- sowohl Yin als auch Yang und erhalten das Jing.
  • Bohnen- gemäß der chinesischen Medizin sind sie neutral vom Temperaturverhalten, süß vom Geschmack und wirken beondes positiv auf die Funktionskreise Niere, Milz, Leber und Gedärme.
  • Ihre Wirkweise ist antioxidativ, krebsprotektiv, nährend und harntreibend; sie tonisieren Yin, Blut Xue und Qi, transformieren und leiten Feuchtigkeit aus, wirken positiv bei Stuhlproblemen.
  • Bohnen sind als Nahrungsmittel eines der ältesten Heilmittel- wenn sie richtig zubereitet werden und nicht in Fett ertrinken oder mit tierischem Eiweiß im Übermaß gegessen werden. Sie sind nicht nur bei erhöhten Cholesterinwerten, Diabetes oder Stoffwechselstörungen anderer Art ein hervorragendes Lebensmittel.
  • Sportler profitieren vom hohen Eiweissanteil, der allerdings von Sorte zu Sorte schwankt; besonderen Wert haben die dunklen Bohnensorten wie Azuki oder schwarze Bohnen.
  • Sollten die Eisenwerte nicht zufriedenstellend sein, dann ist der Konsum von Bohnen und Bohnenprodukten dem Betroffenen anzuraten.

Bohnen- nicht nur als Eintopf, sondern auch als Salat oder als Beilage zu anderem Gemüse basisch und wertvoll.

Was macht eigentlich der Tymus?

Der Thymus gehört zu den primär- lymphatischen Organen und besteht aus zwei asymetrischen Lappen, die miteinander in Verbindung stehen. Er liegt im oberen Mediastinum hinter dem Brustbein(Sternum) und ventral dem Pericard(Herzbeutel). Bei Erwachsenen ist er zurück gebildet, spielt trotzdem eine wichtige Rolle. In der embryonalen Phase entwickelt sich der Thymus aus allen drei Keimblättern, spielt bei der Ausreifung und Differenzierung der T-Lymphozyten eine entscheidende Rolle. Nach der Pubertät wird das Parenchym durch Fettgewebe ersetzt.Die Gliederung in Läppchen und die Abgrenzung in Rinde und Mark ist nur noch schwer möglich:

  • … ist entscheidend für das Immunverhalten des Körpers. Ist die Funktion eingeschränkt, dann ist unser Immunsystem geschwächt.
  • Die Pathologie geht von Dysplasie bis zur Entartung- dementsprechend muss bei Beschwerden im oberen Brustbereich auch an den Thymus gedacht werden.

Aus Sicht der TCM gehört der Thymus zum Mark- wird durch das Jing gespeist und hat entscheidenden Einfluss auf das Qi, speziell des WeiQi.

Nun spielt der Thymus aus westlicher Sicht im Erwachsenenalter keine so große Rolle mehr- die TCM sieht es anders- siehe oben. Wichtige Meridiane, wie:

  • Niere, RenMai, Luo von Milz, Herz und Lunge

laufen durch die Region Thymus und somit nimmt der Bereich Einfluss bei:

  • Husten, Miktionsstörungen, Beklemmungen und Ängsten, Palpitationen, Atembeschwerden, Schluckbeschwerden, Schlafstörungen durch aufsteigendes Magen-Qi…

Besänftigen Sie die Region durch regelmäßiges Beklopfen im Uhrzeigersinn- siehe Video unten

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Die Essenz allen Lebens …

… ist das Jing gemäß der CM. Wie komme ich gerade auf dieses Thema- ganz einfach- in meiner Praxis melden sich vermehrt Paare, die schon einige Zeit einen Kinderwunsch haben und dieser sich einfach nicht erfüllen will. Eine Ursache wäre die fehlende Lebensessenz Jing. Manchmal geht es aber auch um kosmetische Fragen wie graue Haare, schlechter werdende Zähne oder ein schnelles Altern in der Äußerlichkeit.

Vereinfacht ausgedrückt, ist das Jing unsere Essenz, die wir von unseren Eltern mitbekommen haben und wird dem Funktionskreis Niere zugeordnet. Jing macht jeden Menschen einzigartig, ähnlich wie unsere DNA. Entsteht ein Kind, dann fließen das Jing von Vater und Mutter zusammen. Um diese Einzigartigkeit zu erreichen, empfehlen die klassischen Texte in der CM die Vorbereitung auf die Empfängnis für die Dauer von 2 Jahren. In dieser Zeit stärken die werdenden Eltern den Funktionskreis Niere und die eigene Essenz, um dem Kind eine sehr gute Ursprungsenergie mitzugeben.

Ausreichend Jing bedeutet: kräftigen Körper, Vitalität und ein sehr starkes Wei-Qi- Abwehr gegen die Widrigkeiten des Lebens und Krankheiten.

Das Jing ist zuständig für:

  • Fortpflanzung/Fruchtbarkeit
  • Wachstum
  • körperliche und geistige Entwicklung
  • das Altern, je weniger Jing, um so früher altern wir.

Jing kontrolliert unser ganzes Leben, normal ist auch, dass im Alter Jing abnimmt- aber wie und wie schnell, dass haben wir selbst zu bestimmen(siehe unten).

Symptome von Jing-Mangel sind:

  • Unfruchtbarkeit
  • Amenorrhoe (ausbleibende Menstruation)
  • geringe Spermienanzahl
  • nächtlicher Samenverlust bzw. vorzeitige Ejakulation
  • mangelnde Libido
  • Impotenz
  • verzögerte Entwicklung bei Kindern
  • vorzeitiges Ergrauen und Haarausfall
  • vorzeitige Menopause
  • Schwerhörigkeit bis Taubheit
  • schwache Hüften, Knie und Rücken- es besteht das Gefühl einer totalen Erschöpfung im unteren Rücken
  • vorzeitiger Zahnverlust und/oder schlechter Zahnstatus trotz guter Zahnhygiene
  • Osteoporose
  • Vergesslichkeit
  • Altersdemenz bzw. M.Alzheimer – sehr früh beginnend-
  • Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Willensschwäche

Was kann Man(n)/ Frau also tun, um das Jing zu nähren?

Ernähren Sie sich ausgeglichen und regelmäßig und pflegen Sie einen maßvollen Lebensstil! So wird Ihr Jing bewahrt und hält das ganze Leben- gerade auch dann, wenn Ihre eigene Ursprungsenergie von Beginn an schwach war(alte Eltern, schwere Schwangerschaft…)

Einfache Regeln sind: frisch kochen, viel Gemüse essen, wenig Kaffee und Alkohol trinken, ausreichend schlafen, Ausgleich zwischen Arbeit und Erholung, maßvolle Bewegung, ausgeglichene Emotionen- Sie kennen diese Fakten bereits aus anderen Tipps von mir 😉

Wenn die Essenz schwindet, dann halten Sie sich an Folgendes:

  • Meiden Sie sowohl erhitzende als auch stark kühlende Nahrung- fordern Sie ruhig noch einmal meine Hinweise zur harmonischen Ernährung an- jeder Patient bekommt diese Hinweise von mir bei der Ernährungstherapie,
  • Zu viele kalte Zutaten (z.B. Mineralwasser, Rohkost und Milchprodukte wie Joghurt) schwächen das Feuer (Yang) noch mehr, da Jing sowohl Yang als auch Yin benötigt, wird damit auch das Jing schwächer,
  • Zu viele erhitzende Zutaten (z.B. Chili,scharfer Pfeffer …) würden das Yin noch weiter schädigen und die wertvolle Essenz auf Dauer „verdampfen “ lassen, denn Yin sind unsere Säfte und wir benötigen diese für Jing,

Nahrungsmittel, die das Jing stützen, sind vorwiegend

  • Aufbau der Säfte im Körper
  • leicht kühlend oder leicht wärmend und neutral
  • salzig oder leicht bitter

Tonisieren Sie Ihr Jing mit:

  • Esskastanien(Maroni)
  • Hirse
  • Kichererbsen
  • Kirsche
  • Amaranth
  • Linsen
  • Maulbeeren
  • Propolis
  • schwarze Sojabohnen- gut garen, um die Verdaulichkeit zu gewährleisten
  • schwarzer Sesam und Sesamöl – es darf nicht geröstet sein, da es sonst zu hitzig ist
  • Walnüsse
  • Ziegenmilch- nur für alte Menschen oder bei wirklich schwacher Essenz(siehe Symptome oben)

Das Jing zu stützen, braucht Zeit und Geduld, nutzen Sie die oben genannten Lebensmittel täglich zu den Mahlzeiten und beachten dann die anderen Lebensregeln- ausreichend Schlaf, Bewegung, guten Beziehungen und ausgeglichene Psyche.

Viele weitere Hinweise und Rezepte finden Sie in meiner Quelle zur Ernährung und gesunden Lebensführung: „Gesünder leben mit den fünf Elementen“ von Bengt Jacoby- ein sehr einfaches Rezept aus diesem Buch ist:

Congee aus Sesam und Rundkornreis

30 Gramm schwarzen Sesam

60 Gramm Rundkornreis(Vollkorn)

mit ausreichend Wasser zu einem dünnflüssigen Brei kochen.

Dieses Congee- regelmäßig in der Woche in kleinen Mengen zur Hauptmahlzeit gegessen, wirkt auf Muskeln, Sehnen und Knochen- stärkend und vitalisierend

Eine weiter Möglichkeit, um das Jing zu halten, bietet das Qi Gong- praktizieren Sie regelmäßig Jing- stärkende Übungen, bspw. die tägliche Massage der Nierengegend oder die Übung “ Der schwimmende Drache“- ich erkläre es Ihnen gerne in der Sprechstunde. Einsatz finden in der Behandlung natürlich auch Akupunktur/ Moxa  und Kräutermedizin(z. Bsp. die Kräuter Du Zhong, He shou wu und Sang Ji Sheng…)

Ein altes chinesischen Sprichwort sagt: „Betreibe alles mit Mäßigung, auch das Mäßigen selbst.“- in diesem Sinn- nähren Sie Ihr Jing, aber sinnvoll und mit der gebotenen Achtsamkeit!

Qi, Shen und Jing…

Häufig habe ich in den letzten Monaten die Anfrage bekommen, ob ich nicht einmal etwas über die Begriffe in der Chinesischen Medizin schreiben könnte. Voila!

Die chinesische Medizin ist für uns Europäer mit einem Zauber behaftet… die Begriffe klingen ungewohnt und mystisch. Sie erklären jedoch deutlich besser, was uns Menschen ausmacht- nämlich Seele(Geist- Shen) und das Körperliche im Zusammenhang. Die Betrachtung des Menschen in seiner Ganzheitlichkeit macht die asiatischen Medizinformen so außerordentlich erfolgreich- “ Wollen wir PatientInnen als menschliche Individuen, deren Einzigartigkeit in der Beschaffenheit ihrer Seele beruht, gerecht werden, so gilt es, der Versuchung standartisierter Behandlungsstrategien zu widerstehen!“- meine Maxime bei der Behandlung!

Was bedeuten denn nun Qi, Jing, Shen und die vielen anderen Begriffe in der CM?

  • Qi– die Lebensenergie, das was uns umgibt, was in uns ist- unser Motor zum Leben. stagniert Qi entstehen Schmerzen, Überlastungssymptome, Überforderung bis hin zu schweren Krankheiten,
  • Jing– die Essenz des Lebens, das was uns erst entstehen lässt-  die Flamme im Kamin ist Yang , das Holz  Yin , die Wärme, die der Kamin abstrahlt ist die Energie Qi und das Licht des wunderbaren Kaminfeuers ist dann die pure Essenz Jing . Die Dauer des wärmenden Feuers- auch des entstehenden Lichts als Vergleich zu Jing-  ist sowohl von der Kraft der lodernd brennenden Flamme, als auch von der Menge und Qualität des Holzes abhängig. Die Essenz Jing wird von dem Energiepotential des Nierenmeridians beeinflusst und hat seinen Ursprung in dem, was uns unsere Eltern (Yang- Vater, yin- Mutter) bei der Zeugung mitgeben. Die Essenz beeinflusst unter anderem die Knochen, die geistige und körperliche Entwicklung, unsere Sexualität und Fortpflanzungsfähigkeit, den Zustand der Ohren, Haare, das Zahnfleisches ….
  • Shen– der Geist oder die konstellierende Kraft- hat seinen Bezug in der chinesischen Medizin zum Herz(Meridian). Die zentrale Bedeutung des Herzens ist seine Funktion, den Geist zu beherbergen und zu bewahren. Wie ein weiser Kaiser  garantiert es für schöpferische Kraft und klare Einsicht, um seinen „Staat“ (alle weiteren Meridiane/ Organe) in Harmonie und positivem Wirken zu unterstützen. „Wer seinen Geist nährt, stirbt nicht.“ (Laotse) ist ein Satz, der nur dann nachvollziehbar wird, wenn man dieses Verständnis des Geistes im Daoismus sehen und erkennen kann. Shen steht auch für Kreativiät, Inspiration, Verstand, Bewusstsein, Empathie, Genialität, Optimismus und lässt sich nur dadurch erreichen, dass sich das Herz durchlässig ohne Einwirken des Egos, auf die Welt, sein Gegenüber und sich selbst, einstellen kann. Ein „offener“ Mensch, ist in der Lage sich auf Geschehnisse einzustellen und einzuslassen, ohne auf den Lauf der Dinge absichtsvoll einwirken zu wollen. Wir Menschen in unserer Gesellschaft neigen dazu Ist- Zustände in Soll-Zustände verwandeln zu wollen. Das Maß dazu ist unsere subjektive Wahrnehmung- „Verbesserungen“, „Optimierungen“ vornehmen zu müssen. Wir stecken Energie hinein, unser Herzblut fließt, wir kämpfen und straucheln, wir verbrennen uns förmlich, um unsere Vorstellungen umzusetzen. Am Ende steht die Diagnose „burn out“. Das Feuer – das Element unseres Herzens-  hat versucht, über ein starkes „Brennen“ einen Zustand herbei zu führen, den wir uns als das Optimum vorgestellt haben. Am Ende empfinden wir uns als leer, auf der Suche nach dem Sinn im Leben, ohne Selbstvertrauen, ängstlich, erschöpft. Die Augen spielen dabei eine wichtige Rolle, zeigen sie doch durch ihr Strahlen oder durch ihren zielgerichteten Blick den Zustand des Geistes, seine Abwesenheit oder Anteilnahme, durch die Größe der Pupille  Angst oder Furchtlosigkeit an. Augen können Vertrauen oder das Gegenteil schaffen, ihre Größe verleitet uns zu Behutsamkeit oder zu Argwohn. Der psychischer Bezug des Herzens: Liebe, soziale Kompetenz, Kommunikation, Ausstrahlung, Bewusstsein, Optimismus.
  • Yang- alles kraftvolle, nach oben strebende, helle, teilweise aber auch aggressiv und schnell verlaufende an Erkrankungen, warme bis heiße an Energie, die Sonnenseite des Berges, das was uns Bewegung verleiht und uns antreibt…
  • Yin– alles ruhende, kühlende, absinkende, dunkle, teilweise sehr kalte, langsam und chronisch verlaufende, schwer machende an Energie, die Schattenseite des Berges, das, was uns Struktur gibt…
  • Blut auf chinesisch Xue-  ist unser Kraftstoff, das was unseren Körper antreibt, ein Mangel führt zu Blässe, Sehschwäche, ausbleibender Menstruation, Konzentrationsstörungen…, ein Stau von Blut entspricht dem Verschluss eines „Abflussrohres“- es kommt zu Schmerzen, die sich am ganzen Körper einstellen können, zu Schmerzen in der Brust als Vorboten eines Herzinfarktes, zu Menstruationsschmerzen, zu einem Hämatom- „blauen Fleck“…
  • Kälte– Erkältung, kalte Zustände, pathogener Faktor z. B. beim Ischias oder einem Schnupfen, bei Menstruationsbeschwerden oder Muskelschmerzen…
  • Hitze– Mandelentzündung oder Hitzezustände, pathogener Faktor z. B. bei Infektionen mit hohem Fieber, Heuschnupfen oder brennendem Harn- Blasenentzündungen, Wechseljahresbeschwerden oder brennenden Füßen…
  • Feuchtigkeit/Schleim– pathogener Faktor, Schweregefühl, Ausfluss, Trägheit, Lustlosigkeit, Cellulite und Übergewicht, Ödeme…
  • Trockenheit– pathogener Faktor, Verlust von Speichel, trockene Schleimhäute, trockene Augen, trockene Därme- Verstopfung, …
  • äußerer Wind– pathogener Faktor, Zugluft, Muskelschmerzen, Kopfschmerz, Bindehautentzündung…
  • innerer Wind– pathogener Faktor, entsteht durch Stress, chronische Erkrankungen, äußert sich z. B. als Schlaganfall, Zittern, Sprachstörungen…
  • Bluthitze oder Toxine– Neurodermitis, chronische Darmerkrankungen…
  • San jiao– die drei Feuerstätten im Körper- die Einteilung des Körpers in drei Abschnitte- es sind physiologische Aktivitäten, welche alle Organe betreffen und welche die Sicherung des Blutes Xue, der Energie Qi und der Körperflüssigkeiten für die Muskeln, die Haut und für die Organe, ferner die Verdauung, die Absorption und das Ausscheiden der Nahrung durch den Magen, die Milz und durch die Därme, ebenso wie das Ausscheiden und die Regulierung der Körperflüssigkeiten durch die Nieren und durch die Harnblase– nach dem „Gelben Kaiser“ sind die Sanjiao “ die Wege der Ernährung- sie sind der Anfang allen Qi“- ein Bild erklärt es recht einfach- der Kochtopf über einem Feuer, aus dem die reine Essenz als Dampf aufsteigt:

 

Die drei Sanjiao

die drei Sanjiao

Pathogene Faktoren sind all die, welche von außen oder von innen den Körper außer Balance bringen und zur Erkrankung führen. Da man in der früheren Zeit- also vor mehr als 4000 Jahren- noch keine Bakterien, Viren oder Keime kannte, haben die Schamanen und Heiler der asiatischen Heilkunst die krankmachenden Faktoren mit den Witterungerscheinungen verglichen und Ihnen diese Namen gegeben: Wind, Kälte, Hitze, Feuchtigkeit und Trockenheit.  Diese Pathogene können auch in Kombination auftreten und so entstehen dann die Bezeichnungen in der TCM- Diagnose: „innerer Wind“, „feuchte Hitze“…

Wir und unser Umgebendes besitzen Schätze- gemäß der chinesischen Medizin ist das Funktionieren von Körper und Geist das Ergebnis vom Zusammenwirken bestimmter Lebenssubstanzen, die drei Schätze genannt- wie oben bereits beschrieben. Es handelt sich um die Energie QI, den Geist SHEN und die Essenz JING:

Tian- der Himmel hat drei Schätze: die Sonne, den Mond und die Sterne,
Nitü- die Erde birgt drei Schätze: das Wasser, das Feuer und das Erdreich(lässt wachsen),
Renshi- der Mensch lebt dank seiner drei Schätze: Energie QI- Milz und Magen/ die menschliche Ebene, Essenz JING- Nieren/ die Erdebene und Geist SHEN- das Herz als Kaiser/ die himmlische Ebene.

Gehen wir mit den drei Schätzen sorgsam um, dann leben wir in Gesundheit und mit gesundem Geist!

unsere Schätze aus der Erde und dem Wasser- für unsere drei Schätze Shen, Qi und Jing

Unsere Schätze aus der Erde und dem Wasser- für unsere drei Schätze Shen, Qi und Jing

 

 

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