Kira Schwarzrock

Die ruhige Kraft der warmen Erde

Diese Zeit im September ist ganz besonders; gerade war Neumond und heute bzw. morgen endet aus der Tradition heraus das Sammeln der oberirdischen Teile unserer heimischen Kräuter. Mittlerweile trocknen die Wiesen- und Wildkräuter, aber auch die Gewürzkräuter an meinem Hängekranz in kleinen Bündeln; u.a. auch Kümmel. Alle kennen das Gewürz von verschiedenen Lebensmitteln, aber kaum jemand kennt das ätherische Öl:

Kümmelöl trägt die stille Kraft warmer Erde in sich. Sein würziger Duft ruft die Erinnerung an reife Felder, alte Kräuterkammern und das Wissen unserer Vorfahren hervor. In der schamanischen Arbei mit den Düften steht „Carum carvi“ für Sammlung, innere Wärme und eine Rückkehr zur eigenen Mitte.

Die Kraft des Kümmels

Das Aroma dieser altbekannten Pflanze wirkt kräftig, würzig und erdverbunden. Im rituellen Sinn kann Kümmelöl dabei helfen, einen Raum zu klären und die Aufmerksamkeit nach innen zu lenken. Es passt besonders zu Ritualen, in denen es um Abgrenzung, Zentrierung und das Loslassen von Schwere geht.

Ich verbinde Kümmel gern mit dem Bild eines inneren Herdfeuers: eine ruhige Glut, die wärmt, nährt und das Gefühl vermittelt, bei sich selbst zu bleiben. Ein Tropfen Duft auf einem Aromastein oder in einer Duftlampe kann einen Moment der Besinnung begleiten…“Die Erde duftet und das Herz findet zurück in seinen ausgeglichenen Rhythmus“

Gib einen Tropfen ätherisches Kümmelöl auf einen Duftstein oder in warmes Wasser. Setze dich aufrecht hin, lege eine Hand auf den Bauch und atme den Duft aus etwas Abstand bewusst ein… sprich innerlich:

„Ich sammle meine Kräfte. Ich ruhe in meiner Mitte.“

Lass anschließend einige Minuten Stille entstehen. Der Duft sollte nicht zu intensiv sein, denn seine Kraft liegt gerade- so wie auch beim Gewürz- in der acht- und sparsamen Anwendung.

Für Deine Sicherheit

Ätherisches Kümmelöl ist hoch konzentriert und sollte nicht unverdünnt auf die Haut aufgetragen oder innerlich eingenommen werden. Für eine äußerliche Anwendung muss es stark verdünnt und zuvor an einer kleinen Hautstelle getestet werden. Bei Schwangerschaft, empfindlicher Haut, Allergien, Asthma, Epilepsie oder laufender Medikation sollte die Anwendung fachlich abgeklärt werden. Räume bei und auch vor der Anwendung immer gut lüften und das Öl außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Kümmelöl ist kein Ersatz für eine medizinische Behandlung, aber als „Duftbegleiter“ kann es einen warmen, erdenden Rahmen für kleine Rituale der Sammlung und Selbstfürsorge schaffen.

Ich habe Für DICH diese Mischung erstellt- die „Ruhige Mitte“

Für einen 10-ml-Roll-on– alle Öle in Bio- oder Apothekerqualität:

BestandteilMenge
Jojobaöl oder Mandelölbis 10 ml
Ätherisches Lavendelöl, fein1 Tropfen
Ätherisches Kümmelöl1 Tropfen
Ätherisches Weihrauchöl1 Tropfen

Diese Mischung ist bewusst sehr niedrig dosiert und ergibt ungefähr eine 1,5-prozentige Verdünnung.

Für die Anwendung

  • Den Roll-on nicht direkt auf den Bauch auftragen, wenn der Magen gerade gereizt ist.
  • Stattdessen eine kleine Menge auf die Handgelenke oder den Brustbereich geben und aus etwas Abstand ruhig einatmen.
  • Alternativ einen Tropfen der fertigen Mischung auf einen Duftstein geben.
  • Zur Entspannung Deines Bauches- z.B. nach einem anstrengenden Tag oder Speisen, die Völle erzeugen, gib zwei Tropfen der Mischung in die Hände, verreiben und dann den Bauch damit sanft im Uhrzeigersinn massieren- beginne am Bauchnabel und ziehe dann langsam größer werdende Kreise.
  • Ein bis zweimal täglich anwenden; achte auf die Verträglichkeit.

Dazu passt ein ruhiger Atemrhythmus-langsam durch die Nase einatmen und etwas länger ausatmen. Die Wärme der Hände auf dem Oberbauch und eine entspannte Körperhaltung unterstützen das Ritual.

Schamanische Wirkung und Sichtweise

Lavendel steht für Sanftheit und Entspannung. Kümmel symbolisiert Wärme, Sammlung und die Rückkehr zur eigenen Mitte. Weihrauch schafft im rituellen Sinn einen Raum der Zentrierung und bewussten Abgrenzung. Die Mischung soll nicht „gegen“ den Körper arbeiten, sondern einen Moment schaffen, in dem Anspannung wahrgenommen und losgelassen werden kann.

ätherisches Kümmelöl zum Einatmen

Die Mischung eignet sich als duftendes Begleitritual bei stressabhängigem Magenunwohlsein, nicht als Behandlung einer organischen Magenerkrankung und verschafft Dir eine Möglichkeit, Dich selbst in einem entspannten Rhythmus wiederzufinden.

Alles Liebe und einen guten Start in die neue Woche wünscht Dir

Kira

Auch unser Buntspecht wünscht eine angenehme Woche 😉

Ein Duft wie der Sommer und noch so viel mehr

Guten Morgen zur zweiten Woche des wunderbaren September. Wir haben den Geburtstag unseres jüngsten Sohnes als Familientreffen an der Nordsee verlebt und haben in der Zeit auch eine leckere Homemade-Limonade mit Basilikum getrunken. Dieser Geschmack nach Sommer, Frische und auch ein bisschen „La Bella Italia“ habe ich zum Anlass genommen, um Dir BASILIKUM mal aus einer anderen Sichtweise vorzustellen:

Basilikum ist mehr als ein Küchenkraut; in vielen Überlieferungen der Volksheilkunde, aber auch in schamanischen Schriften steht es für Schutz, Reinigung, Liebe und die Kraft, einen Raum wieder in Balance zu bringen. Sein Duft öffnet die Sinne, sammelt den Geist und gibt uns den kleinen Impuls zu verstehen, dass Heilung sehr oft mit einem bewussten Atemzug beginnt.

Basilikum als die Pflanze des guten Geistes

weißer Basilikum in meinem Hochbeet

Wenn ich Basilikum zwischen meinen Fingern zerreibe, steigt sein warmer, würziger Duft auf. Er wirkt belebend und zugleich vertraut – wie ein Sonnenstrahl auf der Haut oder ein gedeckter Tisch, an dem Menschen zusammenkommen.

In der schamanischen Pflanzenarbeit sehe ich Basilikum als Hüter des Hauses und der Herzenswärme. Er steht für eine klare Atmosphäre, für liebevolle Grenzen und für die Entscheidung, was in unser Leben eintreten darf.

Seine Botschaft lautet: “ Nähre, was Dich stärkt; lass gehen, was Deinen „INNEREN RAUM“ beschwert“

Die symbolische Kraft des Basilikums

Schutz: Basilikum wird traditionell mit dem Schutz von Haus, Familie und persönlichen Lebensräumen verbunden.

Reinigung: Sein intensiver Duft kann ein Ritual des Übergangs begleiten – etwa nach einem anstrengenden Tag oder vor einer Meditation.

Herz und Verbindung: Als Küchenkraut gehört Basilikum zur Nahrung und damit zu Gemeinschaft, Genuss und Fürsorge.

Klarheit: Die Pflanze gibt Dir den Impuls, Gedanken zu ordnen und wieder bei sich selbst anzukommen.

Dabei handelt es sich um eine spirituelle und symbolische Deutung; die medizinische Wirkung wird kurz unten erläutern.

Nimm ein frisches Basilikumblatt, zerreibe es und atme den Duft ein… Vielleicht eröffnet sich die Frage:“Was möchte ich heute nähren – und wovon darf ich Abstand gewinnen?“ Wenn Du möchtest, dann lass den folgenden Gedanken zu:“Mein Raum ist klar; mein Herz ist offen und meine innere Kraft darf wachsen und strahlen.“

Verwende das so „geweihte“ Basilikum anschließend in einer Mahlzeit oder lege es in den Boden zurück. So kehrt die Pflanze symbolisch in den Kreislauf der Natur zurück; das gilt auch, wenn Du es langsam isst.

Basilikum im Alltag

Basilikum entfaltet seine besondere Kraft dort, wo Genuss und Achtsamkeit zusammenkommen:

  • als frisches Kraut in einer Mahlzeit
  • auf dem Balkon oder der Fensterbank als lebendiger Duft-Anker
  • während einer kurzen Atemübung
  • als Symbol für Schutz und Gastfreundschaft
  • als kleiner Natur-Altar gemeinsam mit einer Kerze oder einem Stein

Beim Räuchern solltest du nur dafür geeignete, vollständig getrocknete Pflanzen verwenden und für gute Lüftung sorgen. Ätherische Öle gehören nicht unverdünnt auf die Haut und sollten nicht eingenommen werden.

Die Botschaft der Pflanze

Basilikum symbolisiert einen zurückhaltenden, sanften, aber kraftvollen Schutz; dieser beginnt mit einer klaren Grenze, einer nahrhaften Mahlzeit, einem geöffneten Fenster über einem Basilikum-Beet oder einem Duft, der uns zurück in den gegenwärtigen Augenblick führt.

Die Pflanze wächst mit Wärme, Licht und Pflege. Darin liegt ihre schamanische Lehre…auch unsere Lebenskraft braucht gute Bedingungen. Wir dürfen ihr Raum geben, sie nähren und sorgsam bewahren.

Medizinische Wirkung

  • antiviral, antibakteriell
  • entkrampfend,
  • entspannend auf muskuläres Gewebe
  • stärkend, belebend

Du kannst frisches Basilikumkraut als Tee nutzen; als Dampfbad oder frisch kauen. In der Medizin wird meistens allerdings auf das ätherische Öl zurück gegriffen…

Es ist wirksam bei Konzentrationsstörungen, aber bspw. auch in der Sportmedizin bei Bänderverletzungen; bei Sodbrennen oder auch bei bestehender Osteoporose.

Auf emotionaler Ebene wirkt es aufmunternd, nervenstärkend, entspannend- es gibt der müden Seele Hoffnung und Optimismus; wirkt stärkend auf das Herz und die Freude; aber auch positiv auf die Niere als „kleines Herz“ in der energetischen Bedeutung bei Ängsten.

Für die Mischung „Klarheit“:

  • Verwende 30 ml Trägeröl Deiner Wahl und gib dazu: 3 Tr. Bailikumöl und je zwei Tropfen Bergamotte, Kardamom, Zitrone; je einen Tropfen Jasmin, Minze, römische Kamille und Rosmarin
  • Diese Mischung greift u.a. bei Konzentrationsstörungen, Gedächtnisverlust, ADS, NN- Insuffiziens; Verwirrung bspw. nach einem Schlaganfall…

Für die Mischung „Nerven frei“:

  • Verwende 30 ml Trägeröl Deiner Wahl und gib hinzu: 3 Tropfen Basilikumöl und je zwei Tropfen Strohblume, Lavendel, Minze; je einen Tropfen Majoran und Römische Kamille
  • Diese Mischung wird u.a. bei Kopfschmerzen, Muskelkater, Zerstreutheit, Schwindel, Fieber… eingesetzt.

Der medizinische Einsatz von Basilikum als Kraut und vom ätherischen Öl greift über die asiatische, indische Medizin bis hin zu Hildegard von Bingen.

Es verbindet Schutz, Medizin, Gaumenschmaus, Lebensfreude und Gemeinschaft. Als grüner Begleiter auf der Küchen-Fensterbank oder im Garten lädt er uns ein, die kleinen wichtigen und erdenden Tätigkeiten des Alltags wiederzuentdecken: bewusst pflanzen, achtsam ernten, dankbar zubereiten und mit offenem Herzen teilen… UND die Natur machen lassen- voller Vertrauen in ihre Kraft!

Alles Liebe und lass Dich vom duftenden Basilikum inspirieren- herzlichst

Kira

Dampfbad mit Basilikumöl

Bohnenkraut- Kraut, Duft und Öl sind so viel mehr als „nur“ ein Gewürz

Hallo zum letzten Augusttag und so mitten in den „Frauen-Dreißigern“- der Zeit vom 15.8.- 15.9., in der die beste Zeit zum Kräuter sammeln und trocknen ist. Es ist die wundervolle Zeit im Spätsommer/Frühherbst, in der Kraut und Blüte die volle Kraft entfalten und uns dann getrocknet oder als Öl im Winter gute Dienste leisten.

Kennst Du das Bohnenkraut in seiner Vielfältigkeit? Ja? Dann liest Du hier vielleicht etwas Neues… NEIN? Dann lass Dich überraschen 🙂

Im Moment benötige ich die Kraft von Bohnenkraut, aber auch Oregano…

Bohnenkraut ist weit mehr als ein klassisches Gewürz für Bohnengerichte. In der Kräuterkunde steht es für Würze, Wärme und eine klare, kraftvolle Mitte. Sein pfeffriges Aroma bereichert die Küche und macht schwere Speisen bekömmlicher.

Das Kräutlein für die Küche

Frisches oder getrocknetes Bohnenkraut passt besonders gut zu:

  • Bohnen, Linsen und Kichererbsen
  • Kartoffeln und Wurzelgemüse
  • Suppen und Eintöpfen
  • Pilz- und Gemüsegerichten
  • Kräuterbutter und herzhaften Tees

Es wird recht sparsam dosiert, da sein Geschmack intensiv und leicht pfeffrig ist. Getrocknetes Bohnenkraut kann direkt mitgekocht werden; frische Zweige dürfen erst gegen Ende der Garzeit in den Topf.

Meine Perspektive als CM-Therapeutin und Schamanin

blühendes Bohnenkraut im Kräuterbeet 🙂

Aus Sicht der traditionellen Kräuterkunde wird Bohnenkraut als wärmend, aromatisch und bewegend wahrgenommen. In der CM-orientierten Betrachtung kann es die Mitte ansprechen, das Qi in Bewegung bringen und besonders zu kühlen, schweren oder blähenden Speisen eine gute Ergänzung sein.

Schamanisch erinnert uns sein würziger Duft an Feuer, Schutz und innere Klarheit. Ein Zweig im Küchenbündel ist Symbol dafür, Altes zu klären und der eigenen Kraft Raum zu geben.

Emotionale Wirkung:

Das Öl vom frischen Kraut gibt das Gefühl von Freiheit, Präsenz und starkem Lebenswillen. Mit der unten aufgeführten Mischung erlangst Du Kraft, Erdung und Entspannung auf allen Ebenen- besonders letzteres auf der Zellebene.

Das kleine Ritual in der Küche:

Gib eine kleine Prise Bohnenkraut in eine warme Suppe. Halte beim Umrühren kurz inne und gib den kleinen gedanklichen Segen dazu: „Wärme kehrt ein, die Mitte findet Ruhe und die inner Kraft darf frei und wärmend fließen“

Kicherebsen-Kürbis-Suppe mit Bohnenkraut und Oregano

Bohnenkraut verbindet so Genuss, Achtsamkeit und die uralte Beziehung zwischen Mensch, Pflanze und Nahrung.

Bei empfindlichem Magen sollte Bohnenkraut zunächst nur sparsam verwendet werden. Ätherisches Bohnenkrautöl gehört nicht unverdünnt auf die Haut und sollte innerlich nicht ohne fachkundige Begleitung eingenommen werden.

Deine ätherische Öl-Mischung:

STRONG Standing: Mische in einem Trägeröl auf 20 ml je einen Tropfen: Bohnenkraut, Cistus, Kreuzkümmel, Dorado Azul, Nelke, Oregano, Ravintsara, Weihrauch und Ysop- gut schütteln und dann in ein Roll-On-Fläschchen geben.

Damit massiere Deine Fußsohle im Bereich des Akupunkturpunktes Niere 1/Sprudelnde Quelle morgens für eine Minute beidseitig.

Foto aus Akupunkturatlas- Niere 1-Sprudelnde Quelle; bei kalten Füßen nimm den bereich von der Ferse bis zu Niere 1

On my Way: wie oben, aber mit Pfefferminze, Copaida, Ysop, Bohnenkraut, Cistus, Ravintsara, Weihrauch, Oregano, Sandelholz und Tangerine.

Hier wären auch Zitrusöle zu integrieren 🙂

!!! Wie immer– achte auf eine saubere Herstellung und teste das Öl; bist Du auf einen der Bestandteile allergisch, dann lass diesen weg.

Bündel zum Trocknen

Ich wünsche Dir einen wundervollen Abschluss des August und einen guten Start in den September… da erwartet uns ja um den 21.9. herum MABUN- das zweite Erntefest und die Tag- und Nacht-Gleiche im Herbst… für dieses lass ich mir eine besondere Mischung einfallen- mal sehen, wohin mich meine schamanische Reise für diesen Tag führt.

Alles Liebe- Kira

Ein Duft für die Frauengesundheit…

So langsam neigt sich der Sommer dem Spätsommer und Frühherbst zu- die ersten Blätter färben sich tatsächlich schon; die Nachttemperaturen sind kühl; der Tau glitzert morgens auf den Gräsern. Mit der ersten Morgenkühle kommen auch die Fragen nach der Frauengesundheit wieder häufiger in der Praxis auf und so liegt es nahe, dass ich hier mal wieder das „Arnika der Gebärmutter“ zum Thema nehmen… übrigens kannst Du auch hier dazu lesen: https://spiritandbalance.de/?s=g%C3%A4nsebl%C3%BCmchen

Das Gänseblümchen ist keine Pflanze, zu der es ein ätherisches Öl gibt; aber es bildet die Grundlage für ein „Frauen-Wohl-Öl“- dazu weiter unten mehr:

Bellissima- das Gänseblümchen im Spätsommer

Dieses zarte Blümchen mit den kleinen, fast unverwüstlich scheinenden Blüten ist so viel mehr als eine zarte Wiesenblume; in der traditionellen Pflanzenkunde gilt es als sanftes Frauenkraut und wird poetisch als „Arnika des Uterus“ bezeichnet. Für ein selbstgemachtes Mens-Öl lässt es sich mit einem milden Trägeröl und beruhigenden ätherischen Ölen verbinden… dazu folgt im Beitrag mehr…

Gänseblümchen- die kleine, zarte Kraft für die weiblichen Mitte

Es ist im Rasen zu finden, auf Koppeln, an Gartenrändern… Zart, ausdauernd und fast das ganze Jahr hindurch anzutreffen, trägt es eine besondere Botschaft in sich. In der Volksheilkunde wird es traditionell mit der weiblichen Mitte, der Haut und der sanften Regulation verbunden.

Nicht umsonst wird das Gänseblümchen als „Arnika des Uterus“ bezeichnet. Wie eine kleine Helferin steht es für Beruhigung, Ausgleich und die Rückkehr in die eigene Mitte.

Gerade während der Menstruation kann eine sanfte Massage guttun: Wärme, bewusste Atmung und eine achtsame Bauchmassage mit einem selbst angesetzten Gänseblümchenöl haben eine besondere Qualität für die Frauengesundheit, Dein Wohlbefinden auch in dieser Zeit 🙂 Über die zarte, wärmende Berührung erfolgt der Impuls- Ich bin da. Ich spüre mich. Ich schenke mir Zeit.

Weibliche Kraft kommt nicht oder nur selten lautstark daher, drängelnd, fordernd; genau das spiegelt das Gänseblümchen wieder. Die ruhige aber kraftvolle Fähigkeit, sich zu sammeln, weich zu werden und dem eigenen Körper zuzuhören, liegt in dieser sanften Pflanze begründet.

Dein kleines „Ritual“ für die Menszeit– meine Empfehlung:

Ziehe Dich an einen ruhigen Ort zurück; trinke eine Tasse Tee aus Frauenmantel, Gändeblümchen, Schafgarbe und Melisse(zu gleichen Teilen) und danach strecke Dich aus oder setze Dich bequem hin; verreibe ein wenig Öl in den Händen zum Erwärmen und trage dies mit ruhigen, kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn auf den Unterbauch auf. Anschließend decke diesen mit einem Leinentuch zu, darauf lege eine Wärmflasche/ ein Wärmekissen und genieße die entspannende Wärme- dabei einige Minuten bewusst in den Bauch atmen. In dieser Zeit begleiten Dich die Runen: ᛒ ᛚ ᛃ – Berkana – Laguz – Jera
Geborgenheit- Fluss- dein natürliche Rhythmus.

nach der Massage mit dem Öl 🙂 bspw. auf einer Akupressurmatte

Rezept für ein ausgleichendes Gänseblümchen-Mens-Öl- für 30 ml:

Zutaten

  • 10 g getrocknete Gänseblümchenblüten
  • 30 ml Mandelöl oder Jojobaöl
  • 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl
  • 1 Tropfen ätherisches römisches Kamillenöl
  • 1 Tropfen ätherisches Weihrauchöl
  • Braunglasfläschchen mit 30 ml Inhalt

Zubereitung

  1. Die Gänseblümchen vollständig trocken und sauber in ein kleines Schraubglas geben.
  2. Mit dem Mandel- oder Jojobaöl bedecken. Alle Pflanzenteile müssen vollständig mit Öl bedeckt sein.
  3. Das Glas verschließen und für etwa 3–4 Wochen an einem warmen, dunklen Ort ziehen lassen; einmal täglich vorsichtig schwenken.
  4. Das Öl durch ein feines Tuch oder einen anderen, feinen Filter dann abseihen.
  5. Das filtrierte Gänseblümchenöl in ein sauberes Braunglasfläschchen füllen.
  6. Lavendel, römische Kamille und Weihrauch hinzufügen und das Fläschchen sanft schwenken.
  7. Mit Herstellungsdatum beschriften und dunkel sowie kühl lagern- aber nie im Kühlschrank!

Anwendung

  • 3–6 Tropfen Öl in den Händen erwärmen.
  • Sanft im Uhrzeigersinn auf den Unterbauch oder/und den unteren Rücken massieren.
  • Anschließend kann eine angenehm warme, nicht heiße Wärmflasche aufgelegt werden.
  • Das Öl kann 1–2-mal täglich während der Menstruation angewendet werden.
  • Solltest Du die Bauchmassage nicht mögen, dann verreibe etwas vom Öl in Deine Hände und massiere Deine Hände oder auch die Füße damit gut aus- dies wäre ein kleiner „Umweg“ gegen Krämpfe oder Unwohlsein.
Tuina – auch an den Händen- kann Dir während der Mens Geborgenheit vermitteln

Für Deine Sicherheit!!!

  • Nur vollständig getrocknete Gänseblümchen verwenden, da Restfeuchtigkeit das Öl verderben lassen kann.
  • Vor der ersten Anwendung eine kleine Menge an der Innenseite des Unterarms testen.
  • Nicht auf verletzte, entzündete oder gereizte Haut auftragen.
  • Ätherische Öle niemals unverdünnt anwenden.
  • Bei Allergien gegen Korbblütler, insbesondere Kamille, Arnika oder Schafgarbe, auf das Öl verzichten oder vorher fachkundig abklären.
  • Bei Schwangerschaft darf dieses Öl NICHT eingesetzt werden!!!
  • Das Öl unterstützt wohltuend, ersetzt jedoch keine medizinische Abklärung.

Das Gänseblümchen-Mens-Öl verbindet die traditionelle Symbolik des Frauenkrauts mit einem einfachen Körperritual. Wärme, langsame Berührung und bewusste Atmung können helfen, die eigene Mitte während der Menstruation achtsam zu begleiten und Krämpfe zu lindern.

Das Gänseblümchen – eine kleine Blume mit großer Erinnerung an die Kraft der weiblichen Mitte und daran, dass Selbstfürsorge für DICH ein MUSS ist – alles Liebe

Kira

Akzeptanz praktizieren, heißt nicht…

Sei willkommen hier und mittlerweile schon im spürbaren Übergang… der August ist nicht nur der leicht spürbare Übergang in den Spätsommer/ Frühherbst sondern in diesem Jahr für mich eine besondere, mentale Herausforderung- Akzeptanz, dass die Eltern tatsächlich „ALT“ sind; dass geliebte Menschen ihren Weg alleine voran gehen- alles Ereignisse, die meine ganz persönliche Möglichkeit der Akzeptanz an Grenzen bringen. Und vielleicht geht es Dir auch so- es gibt Momente, da ist Akzeptanz ganz einfach und dann wiederum…

Akzeptanz bedeutet nicht, alles gutzuheißen. Sie bedeutet eher, den gegenwärtigen Moment wahrzunehmen, ohne ihn innerlich weiter zu bekämpfen. Frieden und eine andere Sichtweise auf Dinge/Momente entsteht dort, wo wir aufhören, uns gegen das Unveränderliche zu stemmen- unsere Kraft wieder dem zuzuwenden, was in unserem Einfluss liegt.

bewegter Focus beim Qi Gong

Akzeptanz = löse den inneren Widerstand

Viele von uns verbinden Akzeptanz mit Aufgeben. Aus schamanischer Sicht ist sie jedoch kein passives Erdulden, sondern ein bewusster Schritt zurück in die eigene Kraft.

Akzeptanz heißt:

  • anzuerkennen, zu spüren, was gerade da ist
  • Gefühle wahrzunehmen, ohne von ihnen beherrscht und gelähmt zu werden
  • die Vergangenheit nicht länger verändern zu wollen
  • die Gegenwart als Ausgangspunkt zu wählen
  • zwischen dem Unveränderlichen und dem Gestaltbaren zu unterscheiden

Manchmal entsteht innerer Druck nicht allein durch eine Situation, sondern durch den ständigen Gedanken: Es sollte/dürfte nicht so sein. Dieser Widerstand bindet Energie. Wenn wir dagegen anerkennen: „So ist es im Moment“ öffnet sich ein Raum. In diesem Raum kann eine neue Entscheidung entstehen.

Annehmen heißt dabei nicht, Schmerz, Ungerechtigkeit oder Grenzverletzungen zu leugnen. Es heißt, die Realität klar und bewusst zu SEHEN. Erst aus dieser Klarheit heraus können wir handeln, Grenzen setzen, Abschied nehmen oder einen neuen Weg wählen.

Frieden beginnt im Inneren

Frieden ist nicht immer die Abwesenheit von Konflikten. Oft ist Frieden die Fähigkeit, mitten in widersprüchlichen Gefühlen bei sich zu bleiben.

Vielleicht gibt es Trauer und dennoch Dankbarkeit. Vielleicht existiert Angst, während gleichzeitig Mut wächst. Vielleicht ist eine Entscheidung noch nicht abgeschlossen, aber der innere Kampf darum darf für einen Moment ruhen.

In der schamanischen Arbeit wird Frieden nicht erzwungen. Er wird eingeladen- durch den fleißenden Atem, bewusste Körperwahrnehmung, Naturverbundenheit und kleine Rituale ist es erspürbar, dass wir mehr sind als die aktuelle Herausforderung.

Auch ein Blick zum Horizont kann Akzeptant, Focus und inneren Frieden stärken

Ein einfacher Satz fasst dies zusammen: „Ich SEHE was ist, ich erlaube mir zu fühlen; die Lösung muss nicht heute und sofort beginnen- ich bleibe in meinem Focus und entscheide in der richtigen Zeit“

Annehmen heißt, sich selbst nicht länger zu verlassen

Häufig versuchen Menschen, bestimmte Anteile von sich wegzudrängen: Wut, Erschöpfung, Unsicherheit, Bedürftigkeit oder Enttäuschung. Doch was wir innerlich ausschließen, bindet weiterhin Aufmerksamkeit.

Annehmen bedeutet, auch den eigenen verletzlichen Seiten zuzuhören. Nicht jede Emotion verlangt sofort eine Handlung. Manche Gefühle möchten zunächst nur gesehen werden ohne sie zu bewerten:

Eine hilfreiche innere Haltung lautet:

  • Ich darf müde sein, ohne meinen WERT zu verlieren.
  • Ich darf traurig sein, ohne den Frieden zu verlieren.
  • Ich darf meine Meinung ändern.
  • Ich darf Grenzen setzen und trotzdem liebevoll bleiben.
  • Ich darf meinen eigenen Weg wählen.

Akzeptanz und Selbstannahme machen nicht unbeweglich- sie schaffen einen sicheren inneren Boden, von dem aus Veränderung möglich wird.

Was verdient heute meine Energie?

Focus bedeutet nicht, alles gleichzeitig unter Kontrolle zu haben. Focus bedeutet, die eigene Aufmerksamkeit bewusst zu lenken.

In Zeiten von Reizüberflutung und emotionaler Unruhe hilft eine einfache Frage: Was ist jetzt der nächste klare Schritt aus mir selbst heraus?

oft nur ein „Augenblick“, um sich wieder zu finden

Nicht der gesamte Weg muss sichtbar sein. Oft genügt eine Handlung, die den Körper und den Geist wieder aus der Zerstreuung führt:

  • ein Glas Wasser trinken
  • einige Minuten bewusst atmen
  • einen Gedanken niederschreiben
  • einen Raum ordnen
  • eine Grenze aussprechen
  • einen Spaziergang in der Natur machen
  • eine Aufgabe beenden, bevor die nächste beginnt

Aus schamanischer Sicht ist Focus eine Form von gesammelter Lebenskraft. Wo die Aufmerksamkeit ruht, dorthin fließt auch unsere Energie- eine ähnliche Sichtweise wie in der Klosterheilkunde und der CM. Deshalb darf und MUSS der Blick immer wieder vom Außen zurück zur eigenen Mitte wandern.

Meine empfohlene Ölmischung als Begleiterin

Es sind folgende ätherische Öle : Bergamotte, Blaue Zypresse, Davana, Deutsche Kamille, Geranie, Grapefruit, Heiliges Sandelholz, Jasmin, Kaffirlimette und Koriander- die den Zustand Deiner Akzeptanz begleiten.

Die Mischung „Akzeptanz mit Fokus und Frieden“ ist als Duftbegleiterin für Annehmen, inneren Frieden und klare Ausrichtung zu verstehen:

  • Bergamotte und Grapefruit stehen symbolisch für Helligkeit, Leichtigkeit und einen neuen Blick auf die Situation.
  • heimische Kamille und Geranie verbinden sich mit Trost, emotionalem Ausgleich und sanfter Selbstzuwendung.
  • Blaue Zypresse und Heiliges Sandelholz geben dem Ritual eine ruhige, erdende und zentrierende Qualität.
  • Davana und Jasmin öffnen einen feineren Zugang zu Gefühl, Intuition und innerer Weichheit.
  • Kaffirlimette und Koriander verleihen der Mischung eine frische, bewegende Note, die den Übergang vom Festhalten zum Loslassen begleiten kann.
  • Auf 50 ml Trägeröl wie Jojoba oder fraktioniertes Kokosöl gib je einen Tropfen der aufgeführten Öle; gut mischen und dann zur Begleitung einige Tropfen auf den herzraum, die Handgelenke oder den Nacken geben. Verreibe den rest in der Handfläche und atme einige Male bewusst den Duft ein- focussiere dabei Dein Sankalpa im Kontext Akzeptanz, Focus, Frieden.

Die Öle ersetzen keine therapeutische oder medizinische Behandlung. Ihre Wirkung kann hier vor allem als „olfaktorischer Anker“ verstanden werden…ein Duft wird mit einem inneren Entschluss verbunden und erinnert später daran, wieder in die eigene Mitte zurückzukehren.

Anker…

Anwendung und Sicherheit

Ätherische Öle sollten nicht unverdünnt auf die Haut aufgetragen und nicht innerlich eingenommen werden. Für eine Hautanwendung braucht es ein geeignetes Trägeröl und eine individuell passende, niedrige Verdünnung; zuvor sollte ein Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle erfolgen.

Bei Zitrusölen wie Bergamotte, Grapefruit und Kaffirlimette muss je nach Gewinnungsart auf mögliche phototoxische Reaktionen geachtet werden. Nach einer Anwendung sollte direkte UV- oder Sonnenexposition vermieden werden. Bei Schwangerschaft, Stillzeit, Asthma, Epilepsie, empfindlicher Haut, Allergieneigung oder laufender Medikation sollte die Anwendung fachkundig abgeklärt werden. Bei der Raumbeduftung ist eine gute Belüftung sinnvoll; Kinder, Haustiere und empfindliche Personen sollten den Duft jederzeit meiden können.

Die Rückkehr zur eigenen Mitte

Akzeptanz ist ein Weg aus dem inneren Widerstand. Frieden ist die Bereitschaft, mitten im Unvollkommenen wieder zu atmen. Annehmen bedeutet, sich selbst auch dort beizustehen, wo noch keine Lösung sichtbar ist. Focus schließlich gibt den Impuls, dass nicht jede Frage sofort beantwortet werden muss.

Die Ölmischung kann diesen Prozess als „duftender Anker“ begleiten: mit frischer Öffnung, sanfter Beruhigung, emotionaler Weite und erdender Tiefe. Ihre eigentliche Kraft entfaltet sich jedoch im bewussten Moment – wenn wir innehalten, wahrnehmen und entscheiden, wohin unsere Energie von nun an fließen darf.

den Blick für den Moment schärfen

Heilung beginnt nicht immer mit einem großen Umbruch, sondern in klarer Stille: „Ich kämpfe nicht länger gegen diesen Augenblick; ich nehme ihn BEWUSST wahr und verliere mich nicht“

Mit ganz viel Herzensliebe- Kira

Meine Empfehlung zum Schutz gegen Stech- und Sauginsekten

Guten Morgen zur Montagslektüre 😉 – ich freue mich, dass Du hier bist! Der August verwöhnt uns gerade mit herrlichem Sommerwetter. Allerdings gibt es eine Seite am Sommer die ich und mit mir ganz viele Menschen nicht so schön finden- die sirrenden Stech-Insekten- vorrangig Mücken; aber auch die Sauginsekten wie Zecken. Es gibt ja so viele Theorien, wann und warum manche Menschen besonders stark reagieren, warum andere gar nicht. Ich bin da so ein Musterexemplar bei den Mücken; mein Mann sammelt gefühlt jede Zecke ein.

Spitzwegerich auf meinem Wildrasen

Ich wäre keine Kräuterexpertin, wenn ich da nicht auch ein Mittel wüsste:

  1. Alle Wegerich-Arten sind hilfreich wenn es passiert ist- einfach ein Blatt gut durchkauen und auf den Stich auftragen- sehr hilfreich bei Mückenstichen.
  2. Geranium robertianum- der stinkende Storchenschnabel- als Tinktur innerlich eingenommen, reguliert die Hautreaktion von innen.
Storchenschnabel
  1. Die Küchenzwiebel ist sehr hilfreich bei Bienen- und Wespenstichen- einfach aufschneiden und Scheiben auflegen- sehr hilfreich, aber beim Wandern oft nicht im Gepäck 😉

So liegt es näher, vorher etwas aufzutragen und hier kommen die ätherischen Öle ins Spiel- das Rezept:

in meinem Garten 🙂 -Ringelblume- nicht nur sonnig schön, sondern hilfreich

Als Grundlage nimmst Du 100 ml Ringelblumenöl; das gibt es Bio-Qualität in der Apotheke oder Drogerie…dazu kommen:

  • je drei Tropfen Wacholder-, Rosmarin- und Citronellaöl
  • je zwei Tropfen Kümmel-, Fenchel-, Anis-, Eukalyptus globulus-, gelbe Zitrone- und Thymianöl
  • je ein Tropfen Melisse, Calmus, Salbei, Nelke und Zimtrinde

Diese Mischung gut aufschütteln und auch vor der Anwendung immer schütteln.

Vor dem Aufenthalt in der Natur oder beim abendlichen Sitzen am See/ auf der Terasse auftragen:

  • jeweils ein bis drei Tropfen hinter die Ohren, am Handgelenk und den Sprunggelenken auftragen; alle 2-4 Stunden erneuern.

Du kannst es auch mit einem neutralen Körperöl nochmals verdünnen(4 Tropfen auf eine Innenhand voll) und die freien Stellen des Körpers einreiben.

Das Öl ist auch hilfreich gegen Pferdebremsen

Achtung!!! Solltest Du auf eines der ätherischen Öle bzw. die Pflanzeen allergisch reagieren, dann teste die Mischung vorher in der Ellenbeuge- dann natürlich nicht anwenden!!!

Eine weitere Empfehlung: Stelle Dir mit dem Öl eine Outdoor-Duftkerze her- die Insekten mögen den Duft gar nicht 😉 🙂

Sicherlich gibt es noch viel mehr Mischungen, die helfen… mit Lavendel, mit anderen Wildkräutern… ich wünsche Dir jedenfalls eine „stichfreie“ Zeit und genussvolle Sommertage und -abende.

Alles Liebe

Kira

Duft im hohen Sommer

Herzlich Willkommen im August- zu diesem doch sehr besonderen Monat. Nicht nur, dass heute immer noch die starke Energie vom ersten Schnitterfest- Lammas/Freyblot/Kornblot und der gestrigen Sonnenfinsternis zu spüren ist; auch das Lions-Gate am 8.8.2026… immer wieder die ACHT/8- wirft seine Energie bereits in die Waagschale; dann noch die Perseiden, Sirius… also das sind schon Kräfte, die uns zur Verfügung stehen 🙂

Daher habe ich mir gedacht, ich nehme Dich mit auf die Reise mit und zu einem der kraftvollsten ätherischen Öle, die unsere heimische Natur zu bieten hat: BLAUES SCHAFGARBENÖL

Die Schafgarbe ist eine Pflanze der tiefen Ruhe und Reparation: aromatisch, bitter, schützend und wie ein stiller Raum für alles, was im Körper wieder in Ordnung kommen möchte. Ihr intensiv blaues ätherisches Öl kann eine achtsame Begleitung bei zyklusbedingten Unterbauchspannungen sein – verdünnt, warm und mit Respekt vor seiner Kraft.

Blaues Schafgarbe-Öl aus der Pflanze der stillen Rückkehr

Schafgarbe begleitet Frauen seit vielen Generationen; seit tausenden von Jahren. Sie wächst unscheinbar an Wegesrändern, auf Wiesen und an sonnigen, auch sehr kargen Orten und gerade damit trägt sie eine erstaunliche Widerstandskraft in sich. In der Pflanzenkunde steht sie für Klarheit, Schutz, das sanfte Ordnen und für eine Mitte, die ohne starkes Getöse stark ist.

„Blaue Schafgarbe“ meint das ätherische Öl der Schafgarbe, dessen tiefe Blauverfärbung durch Chamazulen entsteht. Dieser Stoff bildet sich tatsächlich erst bei der Destillation aus Vorstufen der Pflanze. Das Öl duftet krautig, warm, bittersüß-wie das Leben- und leicht erdig. Es ist kein gefälliger Duft „auf die erste Nase“ 😉 , sondern einer, der den Atem bewusst tiefer werden lässt aber dafür den inneren Lärm egal in welche Richtung zum Verstummen bringen kann.

Aus schamanischer Sicht ist das Schafgarbenöl eine Hüterin der Grenzen. es setzt den Impuls zum Loslassen ohne sich zu verlieren. Gerade während der Menstruation, wenn der Körper sich nach innen zurück zieht, kann es dabei unterstützen, den eigenen Rhythmus zu achten: weniger Tun, mehr Spüren; weniger Durchhalten, mehr Wärme und Umhüllung: Ich darf den Rhythmus meines Körpers spüren, loslassen, bei mir bleiben, umhüllt werden“- mehr dazu zum Abschluss 🙂

Zykluszeit- wenn der Körper nach Wärme ruft

Frauenkraut weiße Schafgarbe

Menstruationsschmerzen, aber auch Schmerzen in der Menopause können sich als krampfartiges Ziehen, Druck im Unterbauch, Spannung im unteren Rücken oder als innere Unruhe zeigen. Eine sanfte Bauchmassage ersetzt sicherlich keine medizinische Abklärung, kann aber ein wohltuendes Ritual für Wärme, Berührung und Entspannung sein. Auch wenn Du nicht mehr menstruierst, ist das Öl eine gute Begleitung, denn der Zyklus bleibt- wenn auch flacher und nicht mehr so dominant.

!!! Besonders bei starken, neu auftretenden oder zunehmend schmerzhaften Beschwerden, sehr starken Blutungen, Fieber, Kreislaufproblemen oder Schmerzen außerhalb der Menstruation gehört die Ursache medizinisch- gynäkologisch abgeklärt. Auch Endometriose, Myome, Entzündungen oder andere Erkrankungen können hinter starken Schmerzen stehen.

Ich habe für Dich diese Ölmischung zusammen gestellt- die„Weiche Mitte“ bei Beschwerden innerhalb des Zyklus und während der Mens

Diese Mischung ist bewusst niedrig dosiert, es sind sehr starke Öle und sie ist auf Wärme, Entspannung und ein Gefühl von „gehaltenem Unterbauch“ ausgerichtet. Die „blaue Schafgarbe“ ist dabei das führende Öl, begleitet von sanften, entspannenden Duftnoten.

Für 30 ml Basisöl

ZutatMengeCharakter
Jojobaöl, Mandelöl oder Aprikosenkernöl30 mlpflegend, hautfreundliche Grundlage
Ätherisches Öl Blaue Schafgarbe2 Tropfenzentrierend, krautig, beruhigend
Ätherisches Öl Lavendel fein3 Tropfenentspannend, ausgleichend
Ätherisches Öl Römische Kamille2 Tropfenweich, beruhigend, entkrampfend im Duftprofil
Ätherisches Öl Muskatellersalbei2 Tropfenwarm, zyklusbegleitend, tief entspannend

Die Mischung ergibt ungefähr eine einprozentige Verdünnung und eignet sich für eine zeitlich begrenzte, lokale Anwendung am Unterbauch oder unteren Rücken; aber auch für die Hüften- das „Gürtelgefäß“ gemäß der Chinesischen Meridianlehre.

Zubereitung

  • Eine saubere, dunkle Glasflasche mit 30 ml Trägeröl befüllen…
  • die ätherischen Öle tropfenweise hinzufügen…
  • Flasche verschließen und sanft zwischen den Händen rollen…
  • mit Name und Datum beschriften; kühl, dunkel und für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Mit Kräuter-Kraft zu einem guten Zyklus

Anwendung:

  • Etwa einen Teelöffel Öl in die Handflächen geben und zwischen den Händen anwärmen.
  • Beide Hände auf den Unterbauch legen und zunächst einige ruhige Atemzüge nehmen.
  • Das Öl mit langsamem, sanftem Druck im Uhrzeigersinn einmassieren oder einfach leicht einklopfen…
  • Bei Rückenschmerzen kann ein kleiner Anteil auch auf Kreuzbein und unteren Rücken aufgetragen werden.
  • Anschließend eine eingewickelte, nicht zu heiße Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen auflegen und etwa 15 bis 20 Minuten ruhen.

Wenn Du möchtest, lenke den Focus ganz bewusst: „Ich löse Druck und Spannung, ehre meinen Rhythmus, der mir von Mutter Erde und Vater Himmel gegeben wurde; Wärme fließt durch meinen Körper, entsopannt und hält mich“

Was, wenn Muskatellersalbei zu hart ist?

Muskatellersalbei passt nicht für jede Frau. Bei hormonabhängigen Erkrankungen oder wenn du dich mit diesem Öl nicht wohlfühlst, ersetze ihn durch eine der folgenden Alternativen:

AlternativeMengeDuft- und Ritualcharakter
Mandarine2 Tropfenhell, tröstend, spannungslösend
Weihrauch2 Tropfenerdend, ruhig, nach innen führend
Wenn Du in GuaSha bewandert bis, kannst Du die Mischung auch für ein sanftes GuaSha am Unterbauch nutzen

Für Deine Sicherheit und den achtsamen Umgang

Blaue Schafgarbe ist ein konzentriertes ätherisches Öl und gehört immer stark verdünnt auf die Haut. Nutze es nicht innerlich und nicht unverdünnt, auch wenn es an sich gut verträglich ist…

  • Vor der ersten Anwendung einen Test durchführen: stark verdünnt in der Armbeuge auftragen und die Hautreaktion über 24 Stunden beobachten.
  • Nicht bei bekannter Allergie gegen Korbblütler verwenden.
  • In Schwangerschaft und Stillzeit nur nach individueller fachlicher Rücksprache anwenden; Muskatellersalbei darf während der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden!!!
  • Bei hormonabhängigen Erkrankungen, Endometriose, Myomen, Epilepsie, chronischen Erkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme die Mischung vorab professionell prüfen lassen.
  • Nicht auf gereizte, entzündete oder verletzte Haut geben; Kontakt mit Augen und Schleimhäuten vermeiden.
  • Bei Brennen, Juckreiz, Rötung, Atemwegsreizungen oder Unwohlsein sofort mit reichlich Pflanzenöl abnehmen und dann gut mit reichlich Wasser nachbehandeln.

Das äthereische Öl „blaue Schafgarbe“ kann den Zyklus nicht „reparieren“; aber es/ sie-die Pflanze an sich- ist eine Einladung an Dich, den eigenen Körper nicht als Gegner zu sehen oder zu erleben. Das Öl als Duft, als warme Berührung und als bewußtes, ruhiges Zeichen ohne Drama: „Du musst in diesen Tagen des Zyklus-Winters nicht dauerhaft „funktionieren“; Du darfst langsamer werden, loslassen und dir selbst mit derselben Sanftheit begegnen, die du so oft auch anderen schenkst.“

ros-violette Schafgarbe- seltener zu finden

Noch einige Worte zur schamanischen Bedeutung: Die Blüten der Schafgarbe tragen Kraft, Schutz, Klarheit und die Information der stillen Heilerin. Sie ist die Hüterin der feinen, subtilen Grenzen; Dein Herz darf offen und frei bleiben, ohne dass Du dich von dir selbst entfernst- mit der Schafgarbe bleibt der gehütete Raum der Liebe/Selbstliebe und Achtsamkeit.

Nutze die Mischung der Öle also nicht nur körperlich, sondern lass Dich auch seelisch damit begleiten; denn vielleicht bzw. ganz bestimmt spricht Deine Seele über Deinen Unterbauch.

Alles Liebe für die Zeit jetzt!

Herzlichst-Kira

klassiche Schafgarbe

Düfte… ätherische Öle und die Kunst der Zusammenstellung…die schamanische Sicht auf diese Naturgeschenke

Guten Morgen und Hej an Dich… während ich heute- bereits am Samstag- meinen Blog-Beitrag schreibe, sitze ich in dem gemütlichen Appartment unter dem Dach, den Blick durch’s Fenster auf den Deich und die Nordsee.

Wie versprochen widme ich mich für DICH und Dein Wohlbefinden den ätherischen Ölen- oh- was für ein spannendes Thema.

Und für heute habe ich mich vom Meer inspirieren lassen- die Nord- und Ostsee- beide verschieden, aber doch irgendwie ähnlich- Weite- Kraft- Sehnsucht- herbe Düfte…

Das Meer lässt sich nicht in eine Flasche füllen; aber dieses Gefühl von Salzluft, Wind, Klarheit und weitem Horizont kann uns über Düfte begleiten. Ich habe Dir eine Mischung kreiert, die für Dich als Impuls, als Gruß von der Küste gedacht ist-für Momente, in denen du innerlich Raum schaffen und wieder freier atmen möchtest.

Es ist…

Der Duft von Weite und Meer

Wer am Meer oder auch in den Dünen, am Deich… steht, spürt oft unmittelbar eine Veränderung; der Blick wird weiter, der Atem tiefer, Gedanken bewegen sich nicht mehr fordernd oder sprunghaft, sonder sanft wie Wellen. Aus schamanischer Sicht ist das Meer ein uraltes Bild für Übergang, Reinigung und die Kraft, sich dem Wandel anzuvertrauen.

Das Wasser trägt, löst starre Formen und zeigt zugleich eine klare Grenze- es kommt und geht in seinem eigenen Rhythmus. Die Möwe über den Wellen ist ein zusätzlicher Impuls an Wachheit, Freiheit und den Mut, der eigenen Stimme zu folgen.

Ätherische Öle können dieses Erleben nicht ersetzen. Sie können jedoch über ihren Duft einen bewussten Anker setzen und eine Pause, einen Atemzug, einen Moment von „innerer Küste“ einläuten.

Naturheilkundliche, heilpraktische Sicht auf ätherische Öle

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte, flüchtige Pflanzenextrakte. Ihr Duft wird über die Nase wahrgenommen und ist eng mit Emotionen, Erinnerungen und vegetativer Regulation verbunden. Ein angenehmer Duft kann deshalb ein persönliches Ritual für Entspannung, Orientierung und Selbstwahrnehmung unterstützen.

Typisch für Fischerhäuser- die Stockrose/Bauernrose

In der äußeren Anwendung gehören ätherische Öle immer in eine ausreichende Verdünnung. Unverdünnt auf der Haut, innerlich eingenommen-bis auf wenige Ausnahmen- oder als Ersatz für die Abklärung anhaltender Beschwerden sind sie nicht geeignet. Hautreizungen, Sensibilisierungen und phototoxische Reaktionen gehören zu den möglichen Risiken; besonders kaltgepresste Zitrusöle wie Bergamotte, Zitrone, Limette und Grapefruit brauchen bei Sonnenexposition besondere Aufmerksamkeit.

Schamanische Sicht- die Küste als Schwelle und kraftvolle Weite

Die Küste ist kein starrer, fester Ort. Sie verändert sich mit Wind, Wetter und Gezeiten- oft über Jahrhunderte- aber stetig. Genau darin liegt ihre „Medizin“; die Küsten unserer Meere geben Dir die Information, dass Stabilität relativ ist, aber auf keinen Fall bedeutet, starr zu sein oder zu werden.

Für (d)ein maritimes Dufterlebnis/ eine kraftvoll- inspirierende Mischung wähle ich drei archetypische Ebenen:

  • Wacholder steht für die nordische Küste, Schutz, Klärung und die Kraft, bei sich zu bleiben.
  • Kiefer bringt die aufrechte, windfeste Qualität der Küstenbäume: Sammlung, Ausrichtung und einen klaren inneren Rand.
  • Weihrauch verbindet Himmel und Erde, Atem und Stille. Er schenkt Tiefe, ohne die Weite zu beschweren.
  • Bergamotte bringt Licht, wie das Glitzern auf den Wellen: eine helle, zitrische Frische ohne die klassische phototoxische Problematik herkömmlicher kaltgepresster Bergamotte.
  • Eukalyptus radiata öffnet das Duftbild kühl und klar – wie ein tiefer Atemzug morgens am Meer- eventuell nach Sturm und Regen 😉
  • Strandrose steht für die Landschaft, ein ruhiges Herz, Widerstandskraft und Schönheit auf den zweiten Blick 🙂

Ölmischung „Weite des Nordens“

Diese Mischung ist so konzipiert, dass du sie in einen Diffuser/auf einen Stein oder in ein Trägeröl geben kannst. Sie duftet nach kühler Luft, harziger Küste und lichtem Wind- eine Inspiration für Weite und Vertrauen in deine eigene, innere Kraft.

  • 3 Tropfen Wacholderbeere, Juniperus communis
  • 2 Tropfen Kiefer
  • 2 Tropfen Weihrauch, Boswellia carteriioder Boswellia sacra
  • 2 Tropfen Bergamotte FCF, Citrus bergamia
  • 1 Tropfen Eukalyptus radiata, Eucalyptus radiata
  • 1 Tropfen Rosa rugosa oder eine andere Rosenart

Gib die Öle in einen Diffuser mit Wasser nach Herstellerangabe. Lass den Duft zunächst für etwa 15 bis 30 Minuten in einem gut gelüfteten Raum oder auch bei leicht geöffnetem Fenster wirken.

Diese Mischung gib in ein Trägeröl- fraktioniertes Kokosöl und in eine Sprayflasche- bei Bedarf sprühe es mit zwei Sprühstößen in den Raum, lass es auf Dich wirken.

Für ein Ritual…

Setze dich für einen Moment ans offene Fenster oder stelle dich bewusst aufrecht hin. Lass die Schultern sinken und beide Füße den Boden spüren; sprühe etwas vom Duft in die Luft… lass den Duft sich „setzen“.

Eine Variante- sprühe die Mischung in eine Schale mit Meersalz und stelle diese dicht neben dich 🙂

Atme langsam ein und verlängere das Ausatmen. Stell dir vor, mit jedem Ausatmen zieht eine Welle zurück ins Meer: Druck, Enge und das, was heute nicht bei dir bleiben muss.

Denke oder sprich:“Ich stehe fest verwurzelt wie die Kiefer, der Wacholder; mein Atem ist frei mit Weihrauch, Bergamotte und Eukalyptus; die Rose macht mein Herz weit und ruhig. Die Welle trägt davon, was nicht mehr zu mir gehört und bringt Neues und Frisches zu mir.“

Drei bewusste Atemzüge können reichen- wiederhole so oft, wie es für Dich passt- ohne Druck oder Leistungsgedanken. Auch das einfache Konzentrieren auf die Atmung reicht schon; Du MUSST keine Worte finden.

Alternative als Körperöl

Für eine sehr sanfte Einreibung von Nacken, Schultern oder Brustkorb eignet sich diese verdünnte Variante.

Für 30 ml Jojoba- oder Mandelöl

  • 2 Tropfen Wacholderbeere- Wärme und Kraft
  • 2 Tropfen Kiefer- stärkt Lunge und Atem
  • 2 Tropfen Weihrauch- schmerzlindernd
  • 2 Tropfen Bergamotte FCF- erfrischt
  • 1 Tropfen Eukalyptus radiata- für den Atem
  • 1 Tropfen Rose- für Ruhe und Herz/Geist

Das entspricht einer hautverträglichen Verdünnung. Trage eine kleine Menge auf Nacken und Schultern auf und vermeide Gesicht, Schleimhäute sowie die unmittelbare Nähe der Augen. Mit einem „Roll on“-Fläschchen ist es am einfachsten.

Für DEINE Sicherheit !!!

  • Verwende ausschließlich naturreine, korrekt deklarierte ätherische Öle und halte dich an die Angaben des Herstellers.
  • Führe bei Hautanwendung vorab einen Patch-Test durch und verwende die Öle stets verdünnt.
  • Verwende für die Haut ausschließlich Bergamotte in FCF-Qualität; herkömmliche, kaltgepresste Bergamotte kann die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen.
  • Bei Asthma, Epilepsie, Allergien, Schwangerschaft, Stillzeit, relevanter Medikation oder chronischen Erkrankungen sollte die Mischung individuell abgeklärt werden- frage mich im nächsten Termin gerne!
  • Für Babys und kleinen Kindern bis 6 Jahre ist diese Mischung NICHT geeignet!!!
  • Bei Kopfschmerz, Übelkeit, Hustenreiz, Brennen oder Hautreaktionen Anwendung sofort beenden, Raum lüften, die Haut mit Pflanzenöl abwischen und danach gut abwaschen
  • Ätherische Öle niemals einnehmen und außerhalb der Reichweite von Kindern und Tieren aufbewahren.
  • Ätherische Öle sind kein Spielzeug oder ein Nice to have- sie wirken über Haut und Sinne- sei daher achtsam.
  • Mit aller Deutlichkeit!!! Bei ätherischen Ölen reicht keine BeraterInnen-Wochenendausbildung- ja- Du darfst ätherische Öle verkaufen und ggf. Hinweise geben- halte Dich mit Heilversprechen oder Hinweisen für eine innere Anwendung zurück- dafür fehlt Dir die biochemische und medizinische Fachkompetenz! Das ist kein persönlicher Angriff oder ein in Zweifel setzen Deines Wissens.

„Weite des Nordens“ ist eine Duftmischung für klare Grenzen, einen ruhigen Atem und ein inneres Gefühl von Horizont. Wacholder, Kiefer und Weihrauch geben ihr Tiefe und Standkraft; Bergamotte FCF und Eukalyptus lassen Wind und Licht durchscheinen; Rose integriert das Herz mit der Freude und Ruhe.

Ätherische Öle – sie sind eine wunderbare Ergänzung zur bekannten schamanischen und naturheilkundlichen Praxis- die Mischung, die ich heute mit Dir geteilt habe ist Weite, die nicht nur draußen am Horizont ist; im Gegenteil-sie beginnt dort, wo du wieder bewusst atmest, den Blick richtest und einen frischen Wind im Leben spürst.

Alles Liebe und eine inspirierende Woche zum Vollmond am 29.7.2026 und dem ersten Schnitterfest des Jahres- Lughnasa/ Freysblot am 1.August 🙂 …

Kira

Gua Sha Fa… nur ein Trend?

Hallo im Hochsommer… und damit auch zu einer Zeit, in der bspw. Wind-Symptome an der Tagesordnung sind. Was macht der Mensch zu gerne im Hochsommer bei 30 Grad im Schatten neben dauerhaft Eis essen und kalte Getränke zu sich nehmen- na klar- Durchzug und Klimaanlagen im Dauerbetrieb; extrem lange im See oder Meer schwimmen… alles, wenn es übertrieben wird, Voraussetzungen für eine Wind-Kälte- Symptomatik:

  • Sommer-Erkältung
  • Blasenerkältung
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • „steifer Nacken“
  • Kälte-Kopfschmerz
  • vespannte Muskulatur

Neben der Akupunktur setze ich da eine traditionelle Methode aus der asiatischen Heilkunde ein; aus der europäischen Heilkunde würde ich Schröpfen 😉 … ich bevorzuge GUA SHA FA

ist eine traditionelle asiatische (chinesische) Schabetechnik/Ausstreichmethode, die heute sowohl in der CM-Praxis als auch als angenehmes Selbstfürsorge-Ritual für Gesicht, Nacken und Körper geschätzt wird. Richtig und mit Feingefühl angewandt, verbindet sie Berührung, Wärme und Linderung; schafft damit eine Beziehung zur Gesundheit.

Was bedeutet Gua Sha Fa?

Der Begriff setzt sich aus zwei (chinesischen) Begriffen zusammen:

  • Gua bedeutet „schaben“ oder „ausstreichen“.
  • Sha beschreibt die rötlichen bis punktförmigen Hautveränderungen-Petechien-, die bei der traditionellen, intensiveren Körperbehandlung auftreten können- siehe Foto-
  • Fa bedeutet „Methode“ oder „Technik“.

Gua Sha Fa ist also nicht bloß eine Beauty-Massage mit einem Jade-Stein oder Rosenquarz- wie in der Kosmetik benutzt. In ihrem traditionellen Kontext ist sie eine manuelle Methode, bei der die Haut mit einem geeigneten Werkzeug und etwas Öl wiederholt ausgestrichen wird. Verwendet werden können glatte Löffel, Keramik, Horn- sehr traditionell- oder spezielle Gua-Sha-Instrumente aus Stein oder mittlerweile auch schon in Verbindung mit Rot- oder Blaulicht/EMS elektrisch.

Geschichte und Tradition

Gua Sha gehört zu den überlieferten manuellen Verfahren der asiatischen/chinesischen Volksmedizin und wurde vor allem im häuslichen Umfeld eingesetzt. In vielen Regionen Ost- und Südostasiens finden sich ähnliche Techniken: Familien nutzten sie traditionell bei dem Gefühl von „äußeren Einflüssen“, Frösteln, Muskelverspannung oder auch Erschöpfung.

Aus Sicht der Chinesischen Medizin steht Gua Sha in Verbindung mit dem Aspekt der Bewegung in stagnierende Energie und Blut zu bringen. Wenn der Fluss gestört ist, können sich dies nach dem Verständnis in der asiatischen Heilkunde als Spannung, Schmerz, Schwere oder innere Unruhe zeigen. Durch rhythmisches Ausstreichen sollen Durchlässigkeit, Wärme und Entspannung gefördert werden.

therapeutische Anwendung von Gua Sha Fa – es tritt sogar Blut auf bei starkem „Cha“(Pathogen)- daher darf in der Praxis kein Horn verwendet werden- ich nehme Holzspatel, die nur 1x benutzt werden

Die sichtbare Rötung, die bei intensiver Körper-Gua-Sha entstehen kann, wird in der CM nicht als Ziel einer kosmetischen Behandlung verstanden. Sie ist Teil einer therapeutischen Methode und gehört in fachkundige Hände. Die gute Nachricht: Du kannst es für Deine „Hausapotheke“ lernen… buche Dir dazu gerne bei mir einen Termin.

Wirkweise- Traditionelles Verständnis und moderne Perspektive

Gua Sha wird genutzt, um die „Oberfläche zu öffnen“, die Zirkulation anzuregen und Spannungszustände zu lösen. Besonders Nacken, Schultern und oberer Rücken gelten in der CM als Bereiche, die leicht auf Wind, Kälte, Stress und langes Sitzen reagieren. Aber auch an den Gliedmaßen, den Fußsohlen ist GushaFa möglich; ebenso an der Stirn bspw. bei Kopfschmerzen.

Die Methode kann helfen, die Verbindung zwischen Außen und Innen bewusster wahrzunehmen: Wärme aufbauen, den Atem vertiefen und dem Körper signalisieren, dass er aus dem Alarmmodus herauskommen darf; aber viel wichtiger- das Pathogen Wind…Kälte… wird ausgeleitet und die Symptome gemildert.

Aus moderner Sicht

Sanftes Ausstreichen mit Öl kann die lokale Durchblutung und die Wahrnehmung des Gewebes vorübergehend anregen. Viele Menschen empfinden die wiederholte, langsame Berührung als entspannend, insbesondere bei muskulärer Alltagsanspannung im Gesicht, Kiefer, Nacken oder Schulterbereich.

Für kosmetische Gesichts-Gua-Sha gilt: Es kann abschwellend wirken, weil durch sanfte Massage das Lymphsystem angeregt wird. Es ersetzt jedoch weder natur-medizinische noch dermatologische Behandlung. Aussagen über dauerhafte Gesichtsstraffung, „Entgiftung“ oder eine Heilung chronischer Beschwerden sind nicht professionell und sollten auch nicht beworben werden.

Gua Sha für die Selbstfürsorge zu Hause

Die häusliche Anwendung kann erlernt werden; sie darf leicht, angenehm und achtsam sein. Ziel ist nicht Druck, Schmerz oder eine möglichst starke Rötung. Gerade im Gesicht und am Hals reicht oft ein leichter, sanfter Ablauf. In den asiatischen Ländern lernt jede Mutter die Anwendung dieser Technik für sich und die Familie nach der ersten Entbindung oder die Tradition, oft auch mit „geheimen“ Ölen wird in der Familie übermittelt 🙂

Du brauchst

  • ein sauberes Gua-Sha-Tool mit glatten, unbeschädigten Kanten; sehr gut ggeignet sind auch Keramiklöffel oder ein Holzspatel(Mundspatel)
  • ein hautverträgliches Gesichts- oder Körperöl; auch Sesamöl/Birkenöl/Johanniskrautöl/DiDaWan-Schmerzöl…oder für das Gesicht Hagebuttenkern- oder Rizinusöl
  • ein weiches Tuch zum Reinigen
  • drei bis zehn Minuten ungestörte Zeit

Sanfte Gesichtsroutine

  • reinige Gesicht und Hände gründlich.
  • trage ausreichend Öl auf, damit das Tool ohne Reibung gleitet- ich nehme Hagebuttenkernöl oder Weihrauchöl-
  • streiche vom Kinn entlang der Kieferlinie Richtung Ohr.
  • streiche von der Nasenmitte über die Wangen nach außen.
  • arbeite unter den Augen besonders sanft von innen nach außen; die Haut dabei nicht ziehen.
  • streiche über die Stirnmitte nach außen und vom Haaransatz sanft Richtung Schläfe.
  • Beende die Anwendung mit einigen langen, sehr leichten Zügen seitlich am Hals nach unten bis zum Schlüsselbein- Lymphaktivierung
  • Reinige das Tool anschließend mit warmem Wasser und milder Seife und trockne es sorgfältig.

Nacken- und Schulter

  • Gib etwas Körperöl auf Nacken und Schultern.
  • Streiche mit flacher Toolkante langsam vom Nackenansatz nach außen zur Schulter.
  • Arbeite beidseitig, in ruhigem Rhythmus und nur mit leichtem bis mittlerem Druck.
  • Vermeide die Vorderseite des Halses sowie Wirbelsäule, Knochenvorsprünge und gereizte Haut; ebenso Leberfelcken oder die Anwendung nach Sonneneinstrahlung.
  • Begleite jeden Zug mit einem Ausatmen und wasche Dir anschließend die Hände.
Petechien nach GuaSha bei Migräne in der Reflexzone Leber/Leberzone des Rückens

Kleine Routine für den Abend

Gua Sha kann zu einem Ritual werden: weg vom Funktionieren, hin zum Spüren. Erwärme deine Hände, massiere zunächst kurz Nacken und Kiefer und beginne erst dann mit dem Tool. das gilt auch für die Fußsohlen- besonders für den Bereich zwischen Großzehen- und Zweitzehen-Grundgelenk, dem Bereich der „Sprudelnden Quelle“

Danach lege die linke Hand auf den Herzraum und die rechte auf den Bauch, atme ruhig ein und länger aus. Du kannst dabei innerlich sprechen: „Altes löst sich, Verbrauchtes geht- in meinem Rhythmus und in Frieden“ – Drei bis fünf Minuten genügen. Regelmäßigkeit wirkt im Alltag nachhaltiger als eine seltene, intensive Anwendung.

Sport und Gua Sha Fa

  • Nach dem Training oder Wettkampf ist GuaSha eine wunderbare „Faszien“-Arbeit- die Regeneration ist stärker und Du kannst mit regelmäßiger Anwendung Deine muskuläre Belastung tatsächlich positiv beeinflussen.
GuaShaFa nach starker Belastung im Wettkampf

ACHTUNG!!! Wann Gua Sha nicht in die Selbstanwendung gehört

Bei folgenden Situationen sollte auf Gua Sha verzichtet oder die Anwendung vorab medizinisch beziehungsweise fachlich abgeklärt werden:

  • Akute Entzündungen, Fieber oder unklare Infekte
  • Verletzte, gereizte oder sonnenverbrannte Haut
  • Akne mit entzündlichen Läsionen, Rosazea-Schub oder aktiver Neurodermitis im Behandlungsbereich
  • Frische Operationen, Narben oder ästhetische Injektionen
  • Blutungsneigung, Gerinnungsstörungen oder Einnahme gerinnungshemmender Medikamente
  • Unklare Schmerzen, starke Schwellungen oder neurologische Symptome
  • Krampfadern und entzündete Venen im jeweiligen Körperbereich
  • Schwangerschaft oder chronische Erkrankungen: vorab individuell ärztlich oder therapeutisch abklären

Zum Schluss

Gua Sha Fa ist eine alte manuelle Technik mit ganz viel Tradition, die sich in einer modernen naturheilkundlichen und Selbstfürsorge-Praxis sanft und sinnvoll wiederfinden kann. Als achtsames Ausstreichen mit Öl kann sie Entspannung, Körperwahrnehmung und einen bewussten Moment von Wärme fördern.

Der Mehrwert liegt nicht in spektakulären Versprechen- es gibt eben „keine geheime Zutat“ 😉 , sondern in der Regelmäßigkeit: in der Praxisarbeit mit Sinn und Ziel; im privaten Umfeld ein paar ruhige Minuten Berührung, ein tiefer Atemzug und dem Bewusstsein, dass Selbstfürsorge über Einfachheit in der Methode und ohne teure Mittel beginnt.

Du möchtest GuaShaFa erlernen? Es ist einfacher als gedacht- buche Dir mit Freundin, PartnerIn… einen Termin- in drei Stunden lernst Du eine wirksame Selbstanwendung: über www.spiritandbalance.de/kontakt

Hiermit endet meine kleine Serie über Naturheilverfahren… natürlich gibt es noch viel mehr- Blutegel, Methoden aus der arabischen Heilkunde, Kneipp… ich habe Dir in erster Linie die vorgestellt, die ich in meiner Praxis anwende 🙂

Exkurs auf die nächsten Wochen und Monate: es geht weiter mit den ätherischen Ölen; jede Woche bekommst Du ein Rezept für die häusliche Anwendung und ganz viel Hintergrundwissen- ich freue mich, wenn Du hier bleibst und vielleicht auch meine Beiträge empfiehlst oder teilst- danke!

Alles Liebe-Kira

Gua Sha Schaber aus Jade

Die Kraft der bewegten Meditation

Sei HERZLICH WILLKOMMEN an diesem Montag und zum Thema der Reihe „Methoden in der Naturheilkunde“- bewegte Meditation. Gestern waren mein Mann und ich in Ivenack, einem Dorf in unserem schönen Vorpommern und bekannt durch die „Ivenacker Eichen“- Naturdenkmäler in Form von Bäumen, die teilweise weit über 1000 Jahre alt sind. Drei Stunden- natürlich mit Pausen- langsames, achtsames Gehen unter teilweise dichten Blattdächern, Wildpferde, Dammwild und so viele wunderbare Bäume, die mit Ihren dicken Stämmen Halt geben, Signale senden und beim Anlehnen ahnen lassen, was sie gesehen und erlebt haben. Beeindruckend die „Metusalem-Eiche“- unser vorpommerscher Yggsadril- ein Weltenbaum.

Widmen wir uns jetzt dem Thema:

Bewegte Meditation, Waldbaden und bewusste Atmung verbinden Körperarbeit mit Naturerfahrung und einer gezielten Regulation des Nervensystems. Als naturheilkundlich orientierte Begleitung können diese Varianten Stressbelastung senken, die Körperwahrnehmung vertiefen und gesundheitsförderliche Routinen im Alltag verankern. Sie ersetzen natürlich keine medizinische Diagnostik oder Behandlung, ergänzen diese jedoch sinnvoll bei stressbezogenen Beschwerden und zur Prävention– eines der wichtigsten Themen in der naturheilkundlichen Praxis- Stichwort LONGEVITY…

Bewegte Meditation: Präsenz in Bewegung finden

Bewegte Meditation bedeutet, Aufmerksamkeit und Atmung nicht im Stillstand, sondern während einer einfachen, bewusst ausgeführten Bewegung zu bündeln. Anders als beim leistungsorientierten Training geht es nicht um Tempo, Kalorienverbrauch oder perfekte Haltung. Im Mittelpunkt stehen Rhythmus, Wahrnehmung und die Verbindung zwischen Körper, Atem und Umgebung.

Yoga, Qi Gong, langsames Gehen, achtsames Dehnen oder wiederholte Handbewegungen können Formen bewegter Meditation sein. Entscheidend ist, dass die Bewegung überschaubar bleibt und sich regelmäßig wiederholt. Dadurch bekommt der Geist eine klare Aufgabe: wahrnehmen, ohne sofort bewerten oder lösen zu müssen.

Viele Menschen erleben dabei einen Wechsel vom gedanklichen Kreisen in eine körperlich spürbare Gegenwart. Die Füße auf dem Boden, der ruhig fließende Atem, die Temperatur auf der Haut und die Bewegung der Arme werden zu Ankern. Dieser Zustand unterstützt die Fähigkeit, innere Anspannung frühzeitig wahrzunehmen und den eigenen Rhythmus bewusst zu verändern oder auch anzupassen, zu regulieren

Was geschieht in unserem Nervensystem

Stress aktiviert den Sympathikus und die Ausschüttung der Hormone Cortisol, Adrenalin; jenen Anteil des vegetativen Nervensystems, der den Körper auf Leistung, „Flucht“ oder Verteidigung vorbereitet. Kurzfristig ist diese Reaktion sinnvoll. Hält sie aber täglich von morgens bis zum Abend und über längere Zeiträume an, können Schlafstörungen, Muskelverspannungen, Erschöpfung, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, Verdauungsbeschwerden… auftreten und/oder zunehmen; das hin bis zu schweren und schwersten Erkrankungen.

Langsame Bewegung, verlängerte Ausatmung und eine ruhige, bewußte Aufmerksamkeit fördern dagegen parasympathische Regulationsprozesse. Der Parasympathikus ist an Erholung, Verdauung, Regeneration und sozialer Verbundenheit beteiligt. Besonders die Aktivität des Vagusnervs spielt hier eine Rolle. Er verbindet Gehirn, Herz, Lunge und Verdauungssystem und wirkt als zentrale Kommunikationslinie zwischen körperlichem Zustand und emotionalem Erleben.

Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) wird sinnvollerweise als Marker für die Anpassungsfähigkeit des autonomen Nervensystems verwendet. Sie beschreibt die natürlichen Zeitunterschiede zwischen Herzschlägen. Eine flexible, situationsangemessene HRV wird mit einer guten Regulationsfähigkeit assoziiert. Ruhige Atemmuster, leichte Bewegung und regelmäßige Entspannungsübungen können diese Regulationsprozesse unterstützen.

Yoga als bewegte Meditation

Im Yoga wird Bewegung mit Atem und fokussierter Aufmerksamkeit verbunden. Eine Asana kann dabei weniger als Form der Bewegung betrachtet werden, die erreicht werden „muss“, sondern als Frage an Deinen/meinen/unseren Körper: Wie stabil kann ich stehen? Wo halte ich unnötig fest? Was verändert sich, wenn ich langsamer atme?

Für eine meditative Praxis eignen sich besonders einfache, wiederkehrende Bewegungen:

  • sanfte Vor- und Rückbeugen im Stand
  • Katzen-Kuh-Bewegungen im Vierfüßlerstand
  • langsame Seitneigungen
  • achtsam ausgeführte Sonnen-; Mond,- oder Berg-Grüße
  • ruhiges Schütteln/Gehen/Drehen… mit abgestimmtem Atemrhythmus
  • liegende Drehungen und langsame, sanft ausgeführte Hüftbewegungen

Eine hilfreiche Orientierung lautet: Die Bewegung bleibt „so klein“, dass der Atem ruhig und frei fließen kann. Wenn der Atem gepresst wird, der Kiefer anspannt, Unruhe/Schwindel entsteht, wird die Übung vereinfacht, langsamer ausgeführt oder beendet.

Qi Gong ist Rhythmus, Weite und innere Sammlung

Qi Gong arbeitet mit weichen, fließenden Bewegungen, aufrechter Haltung, Atemwahrnehmung und innerer Vorstellungskraft. In der Chinesischen Medizin wird dies als Pflege und Harmonisierung der Lebensenergie und Ausgleich der tragenden Kräfte Yang/Yin verstanden. Aus „moderner“ Sicht kombiniert Qi Gong leichte körperliche Aktivität mit Entspannung, Gleichgewichtstraining, Atemregulation und Achtsamkeit.

Die Bewegungen fördern häufig Mobilität in Schultern, Brustkorb, Wirbelsäule und Hüften. Gleichzeitig entsteht durch langsame Gewichtsverlagerungen, „Heben und Senken“ eine stabile Verbindung zu den Füßen und zum Boden. Dieses Erleben von Standfestigkeit kann gerade bei innerer Unruhe, Überforderung oder gedanklicher Zerstreuung regulierend wirken.

Eine einfache Qi-Gong-inspirierte Übung ist das „Sammeln und Sinken“:

  1. Stelle dich hüftbreit hin, die Knie locker, die Füße bewusst auf dem Boden.
  2. Beim Einatmen hebe die Arme langsam seitlich bis etwa auf Brusthöhe.
  3. Beim Ausatmen senke die Hände weich vor dem Körper nach unten; auch die Knie „strecken“ bzw. „senken“ sich
  4. Stelle dir vor, dass mit jeder Ausatmung Gewicht, Wärme und Aufmerksamkeit in Füße und Unterbauch sinken.
  5. Wiederhole die Bewegung sechs bis zwölf Mal in deinem eigenen Tempo.

Diese Übung braucht keine perfekte Technik. Ihre Wirkung entsteht durch Langsamkeit, Wiederholung und die Bereitschaft, den Atem nicht zu kontrollieren, sondern ihn zu spüren und die Bewegung tragen zu lassen 🙂

Alter Eichenstamm als Denkmal- bewußt konserviert, um die Weite zu verstehen 🙂

Waldbaden- es ist Natur als Regulationsraum

Waldbaden, im Japanischen Shinrin-yoku, beschreibt den bewussten Aufenthalt im Wald mit allen Sinnen. Es geht nicht um eine sportliche Wanderung und nicht um das Erreichen einer bestimmten Strecke. Waldbaden ist ein entschleunigtes Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes: Licht und Schatten wahrnehmen, Baumrinde berühren, Geräusche hören, den Duft feuchter Erde einatmen, Farben beobachten und sich Zeit lassen.

Bewußtes Wahrnehmen mit allen Sinnen- die Wildpferde in Ivenack

Die Forschung zu Aufenthalten in der Natur, bspw. im Wald oder in ursprünglichen Landschaften zeigt wiederholt Zusammenhänge mit einer Reduktion von subjektivem Stresserleben, einer Verbesserung der Stimmung und kurzfristigen Veränderungen physiologischer Stressmarker. Dazu zählen je nach Studie Blutdruck, Herzfrequenz, Cortisolwerte und Parameter der autonomen Regulation- interessant bei Zivilisationserkrankungen wie Hypertonie… Auch das Aufmerksamkeits-System profitiert von naturnahen Umgebungen: Reizarme, zugleich sanft anregende Landschaften können mentale Ermüdung, aber auch eine gewisse „Hyperaktivität“ reduzieren.

Mehrere Faktoren greifen beim Waldbaden ineinander:

  • Bewegung bei natürlichem Licht, dem Spiel von Helligkeit durch die Sonne und Schatten unterstützt den Schlaf-Wach-Rhythmus.
  • Naturgeräusche können als weniger belastend erlebt werden als dauerhafte, „städtische“, arbeitstechnische Geräuschkulissen.
  • Grüne „Räume“ laden zu einer weiten, nicht angestrengten Aufmerksamkeit ein.
  • Frische Luft und ein langsameres Atemtempo unterstützen das körperliche Entspannungsgefühl.
  • Der Wald schafft Abstand von digitalen Reizen, Aufgabenlisten und ständiger sozialer Erreichbarkeit.

Die ätherischen Pflanzenstoffe vieler Bäume, die sogenannten Phytonzide, werden häufig als möglicher zusätzlicher Faktor diskutiert. Untersuchungen aus Japan berichten nach Waldaufenthalten Veränderungen in Immunparametern, darunter die Aktivität natürlicher Killerzellen. Die Datenlage ist jedoch noch nicht aussagekräftig- was ja in Deutschland immer sooo wichtig ist 😉 : Dauer, Vergleichsgruppen, Bewegung, Erholung, Erwartungseffekte und allgemeine Luftqualität lassen sich nicht immer klar voneinander trennen. Für die Praxis genügt ein logischer, ganz realistischer Schluss: Regelmäßige, ruhige Zeit in grüner Umgebung ist ein plausibler, nachvollziehbarer und gut zugänglicher Baustein der Stressregulation und unterstützt Prävention und Therapie 🙂

Atmung- sie ist immer die Brücke zwischen Körper und Geist

Die Atmung läuft automatisch und kann zugleich bewusst beeinflusst werden. Genau deshalb ist sie ein wirksamer Zugang zur Selbstregulation. Sie verändert sich unter Stress oft unbemerkt: Der Atem wird flacher, schneller oder bleibt wiederholt auch kurz stehen. Das kann Anspannung in Gefäßen und Muskeln- auch im Herzen- verstärken und dem Körper signalisieren, dass immer „Wachsamkeit“ nötig ist.

Beobachte Tiere in freier Wildbahn und Dein Atem reguliert sich in Tiefe, Weite und Ruhe

Eine ruhige, nicht erzwungene Atemweise vermittelt dem Nervensystem dagegen Sicherheit. Besonders hilfreich ist eine „sanft“ verlängerte Ausatmung. Dabei wird nicht tief oder maximal ein- oder ausgeatmet; der Atem bleibt angenehm und leicht; wie im Shavasana bspw. spürst Du auch bewußt, aber leicht die Atemübergänge.

Eine einfache Grundform ist:

  • Atme entspannt etwa vier Sekunden ein;
  • Atme weich etwa sechs bis acht Sekunden aus.
  • Wiederhole dies für ein bis drei Minuten.
  • Lasse Schultern, Kiefer und Bauch beim Ausatmen bewusst los.

Das Verhältnis von Ein- zu Ausatmung kann sich individuell unterscheiden. Menschen mit Angstneigung, Atemwegserkrankungen, Schwindel oder einer Tendenz zur Hyperventilation profitieren häufig von besonders kurzen, unangestrengten Einheiten. Atemübungen sollen ein Gefühl von mehr Raum erzeugen, nicht von Kontrolle oder Druck.

Die Wirkung der verlängerten Ausatmung

Eine längere Ausatmung steht in Verbindung mit einem stärkeren parasympathischen Einfluss auf das Herz. Über Atemrhythmus, Brustkorbbewegung und den Vagusnerv entstehen natürliche Schwankungen der Herzfrequenz: Beim Einatmen steigt sie typischerweise leicht, beim Ausatmen sinkt sie wieder. Dieses Phänomen wird respiratorische Sinusarrhythmie genannt- und dies lass bitte bei „angeblicher“ Hypertonie bspw. in den Wechseljahren überprüfen- einfach über ein EKG.

Langsames Atmen im angenehmen Bereich kann die Wahrnehmung von Ruhe und körperlicher Sicherheit fördern. Es ist keine Methode, um Gefühle „wegzuatmen“. Vielmehr schafft es einen Zustand, in dem Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen weniger überwältigend wirken können.

„Konservierte Eiche“

Aus naturheilkundlicher Perspektive gehören Bewegung, Atmung, Licht, Rhythmus und Naturkontakt zu den grundlegenden Regulationsreizen des Menschen. Sie setzen nicht an einem einzelnen Symptom an, sondern stärken Fähigkeiten zur Anpassung: schlafen, verdauen, sich konzentrieren, Spannung lösen und nach Belastung wieder in Erholung finden.

In der asiatischen Heilkunde aber auch Zweigen unserer europäischen Heilkunde und im Schamanismus wird der Frühling dem Element Holz und dem freien Fluss der Energie zugeordnet. Der Wald, die aufsteigende Bewegung der Pflanzen und die Weite des Blicks können als Bilder für Beweglichkeit, Richtung und Erneuerung wirken. Langsame Drehungen, Seitneigungen und das bewusste Gehen unterstützen in dieser Sprache das „Bewegen der Energie“.

Der Sommer wird mit dem Element Feuer, dem Herzen und der Freude verbunden. Sanfte, öffnende Atembewegungen im Brustraum und ein achtsamer Aufenthalt im Licht lassen fröhliche, bewusste Lebendigkeit zu, ohne sich zu überfordern.

Diese traditionellen Bilder ersetzen natürlich keine moderne, medizinische Erklärung. Sie bieten jedoch eine einfache und sinnvolle Sprache, um innere Zustände wahrzunehmen und gesundheitsfördernde Routinen persönlich zu verankern.

M(D)eine kurze Praxis im Wald

Diese Praxis verbindet Waldbaden, Qi Gong, Yoga und bewusste Atmung. Ich wähle einen sicheren, ruhigen Weg und passe Dauer sowie Intensität an die Tagesform an- das empfehle ich Dir auch 🙂

Ankommen

Bleibe stehen. Spüre beide Füße auf dem Boden und nimm wahr, wie der Untergrund dich trägt. Schaue dich langsam um, ohne ein Ziel zu suchen. Benenne innerlich drei Dinge, die du siehst, zwei Geräusche, die du hörst, und eine Körperempfindung, die gerade präsent ist.

Atemraum spüren und bewußt „aufbauen“

Lege eine Hand auf den unteren Bauch oder auf den Brustkorb. Atme ruhig ein und etwas länger aus. Wiederhole in deinem eigenen Rhythmus: Atme ein- „Ich nehme den Raum in mir wahr“; Atme aus- „Ich gebe Anspannung bewußt an den Boden ab“

Bewegte Sammlung

Stehe aufrecht und beginne mit der Qi-Gong-Bewegung „Sammeln und Sinken“- siehe oben. Hebe beim Einatmen die Arme langsam, ohne starke Spannung bis maximal auf Brusthöhe; senke sie beim Ausatmen langsam wieder ab. Bewege dich so, als würdest du durch Wasser gleiten oder ein Seidentuch leicht ausschütteln

Nach einigen Wiederholungen nimm drei langsame Hebungen der Arme vor: ein Arm hebt sich, der andere sinkt Richtung Oberschenkel. Bleibe im Atemfluss und wechsle ruhig und relativ langsam die Seite.

Achtsames Gehen

Gehe sehr langsam. Spüre beim leichten Aufsetzen zuerst die Ferse, dann die Fußsohle und schließlich die Zehen. Wenn es angenehm ist, verbinde vier Schritte mit dem Einatmen und sechs Schritte mit dem Ausatmen; finde deinen natürlichen und persönlichen Rhythmus dabei. Ich empfehle Dir sogar Barfußschuhe, um bspw. auch den Boden mit der Beschaffenheit wirken zu lassen und wahrzunehmen.

Abschluß

Bleibe stehen, lege beide Hände vor den Unterbauch. Nimm wahr, ob sich Temperatur, Atem, Gedanken oder Muskeltonus verändert haben. Beende die Praxis bewußt mit bspw. dem Gedanken „Ich bin bewußt hier, atme und nehme wahr- gehe den Weg in meinem Tempo“

Ist DAS was für DICH?

Bewegte Meditation, Waldbaden und Atemarbeit passen besonders gut zu Menschen, die sich häufig angespannt, gedanklich überladen oder von digitalen Reizen erschöpft fühlen. Sie können auch bei leichter innerer Unruhe, stressbedingten Muskelverspannungen, Schlafstörungen und einem Gefühl von Entfremdung vom eigenen Körper unterstützend sein. Auch Menschen, die bei stiller Meditation eher unruhig werden, empfehle ich das Ausprobieren der bewegten Formen der Meditation, denn der Zugang über Bewegung ist oft leichter als stille Meditation. Wer im Sitzen schnell unruhig wird, findet im Gehen, im Fließen der Arme oder in einfachen yogischen Bewegungen einen echten ANKER.

Kontraindikationen und achtsame Grenzen!!!

Bei akuten Erkrankungen, starken Schmerzen, Fieber, Schwindel, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder ausgeprägter Atemnot sollte die Praxis angepasst werden! Lass Deine Symptome auf jeden Fall auch untersuchen! Menschen mit Asthma, COPD, Panikattacken oder Hyperventilationsneigung sollten Atemübungen besonders achtsam beginnen und auf Atemanhalten oder forcierte tiefe Atemzüge verzichten- hier empfiehlt sich in der ersten Zeit eine Fachbegleitung.

Bei Trauma-Folgestörungen kann die intensive Körper- oder Atemwahrnehmung vorübergehend belastende Reaktionen auslösen. Hier eignen sich kurze, äußerlich orientierte Übungen: Blick in die Umgebung, Gehen, Benennen von Farben, Kontakt der Füße mit dem Boden und eine offene, natürliche Atmung. Traumatherapeutische Begleitung bietet dafür einen sicheren Rahmen.

Waldbaden braucht ebenfalls gute Rahmenbedingungen: sichere Wege, wettergerechte Kleidung, Zeckenschutz, ausreichend Trinkwasser und eine realistische Einschätzung der eigenen Belastbarkeit. Bewegte Meditation und Naturkontakt wirkt am stärksten, wenn er nicht zur weiteren Aufgabe wird.

Wie setze ich es im Alltag um?

Umarme Ruhe und Luft

Die Wirkung entsteht weniger durch seltene, lange Auszeiten als durch Rhythmus und regelmäßige Wiederholung. Schon zehn Minuten im Grünen- bspw. in der Pausenzeit- können ein „Ritual“ zwischen Arbeit, Alltag und freier Zeit oder dem Abend schaffen. Eine kleine Morgenpraxis am geöffneten Fenster, ein langsamer Weg durch den Park oder drei Atemminuten vor einer Mahlzeit sind echte Formen von Prävention- so einfach sie auch sein mögen.

  • Wähle feste Zeiten, etwa nach dem Aufstehen oder vor dem Abendessen.
  • Beginne mit fünf bis zehn Minuten statt mit einer langen, oft zu anspruchsvollen Zeit
  • Verbinde eine einfache Bewegung mit einer wirklich entspannenden, längeren Ausatmung.
  • Übe bevorzugt draußen, aber nutze bei Bedarf auch Balkon, Garten oder geöffnetes Fenster.
  • Beende die Praxis bewusst, damit dein Nervensystem den Übergang in den Alltag wahrnimmt.
  • Bilde immer vor der Praxis einen Vorsatz bzw. ein Sankalpa- wiederhole es vor dem Abschluss; das hilft Dir beim Verankern und „Mitnehmen“ in den Alltag 🙂

Bewegte Meditation, Waldbaden und bewusste Atmung sind keine spektakulären Methoden. Ihre Kraft liegt in der Wiederholung; im Rhythmus: Der Körper lernt, dass Anspannung nicht dauerhaft notwendig ist, der Atem darf Dich führen und leiten- mit Leichtigkeit und Tiefe; die Natur wird zu einem Ort, an dem Aufmerksamkeit, Bewegung und Erholung für Dich ganz wunderbar zusammenfinden.

Und nun genieße Deine bewußten Pausen in der Natur- hab eine angenehme Woche und denke an Deine kleinen Momente, die Dich zur Ruhe kommen lassen- alles Liebe…

Kira

Ganz alt und doch hoch aktuell…

… sind Abklatschungen/ Ab- und Einreibungen verschiedenster Art in der Naturheilkunde. Ich erlebe es zur Zeit auch zu Hause; durch den Unfall meines Mannes- Schlüsselbein gebrochen(3x/OP), Rippen angebrochen, Muskelfaserrisse- bekommt er jeden Tag eine „Abklatschung“ des Rückens und Einreibungen an der OP-Narbe und den betroffenen Muskelregionen… und siehe da; die Beweglichkeit kommt zurück, Schmerzen reduzieren sich, er kann seine Übungen viel besser ausführen und der Schlaf ist erholsamer. Doch der Reihe nach…

Sicherlich kennst Du Bilder aus der Sauna Skandinaviens oder des Baltikums- Birkenreisig wird auf den heißen Rücken, die Arme und Beine „geschlagen“- eine wunderbare Urform der genannten Heilanwendungen.

Sauna in Lettland

Abklatschungen und Abreibungen sind eine traditionelle Heilmethode, bei der die Haut bewusst „angesprochen“ wird: über Kontakt, Wärme, Rhythmus und Pflanzenwirkstoffe. Gerade der bekannte „Franzbrandwein“ wird häufig genutzt, um betroffene Körperzonen zu erwärmen, durchblutungstechnisch zu unterstützen und ein entspanntes und regeneriertes Körpergefühl zu erzeugen.

Abklatschung und Ein-/Abreibung – was passiert dabei?

Abklatschung (kurze, rhythmische Impulse mit den Händen auf die Haut) und Ein-/Abreibung (oft mit Ölen/Auszügen/Hydrolaten) wirken in der Praxis über mehrere Ebenen:

  • Körperthermik und Durchblutung– Wärme und Reiz führen dazu, dass Gewebe „aufwacht“ und besser durchblutet wird.
  • Hautreiz → Signal ans Nervensystem: Viele Menschen spüren danach mehr Beweglichkeit oder Entspannung in der Körperregion/Muskulatur und ggf. einen erholsameren Schlaf
  • Pflanzenwirkstoffe (transdermal/über Hautkontakt): besonders ölige/harzige Bestandteile und alkoholbasierte Auszüge gelangen besser über die Haut in die angesteuerte Region
  • Ritual und Aufmerksamkeit: Der bewusste Ablauf- oft in ruhenden Positionen- macht die Behandlung für das Nervensystem „wahrnehmbar“- die gewünschten Effekte treten oft unmittelbar ein

Achtung!!

  • Nicht auf offene Wunden, stark gereizte Haut oder direkt nach Rasur oder auf einem akutem Ekzem.
  • Teste jede neue Mischung an einer kleinen Stelle, wenn Du zu Hause etwas anwenden möchtest.
  • Vorsicht bei empfindlicher Haut, Schwangerschaft, Kleinkindern und bei bekannten Allergien gegen Pflanzen/Kräuter.
  • Bei starker Hautreaktion sofort stoppen.

Franzbrandwein- das Bekannte in typische Zusammensetzung und wofür er eingesetzt wird

Franzbrandwein ist eine alkoholische Kräuter- und/oder Pflanzenmischung zum Einreiben. Die genaue Rezeptur unterscheidet sich regional und von Anbieter zu Anbieter, aber häufig findest du folgende Komponenten bzw. Charakter:

  • Alkohol als Auszugsmittel (trägt Pflanzenwirkstoffe in die Haut)
  • Kräuter/Wurzeln mit wärmendem Effekt
  • oft aktivierende Pflanzenanteile (je nach Rezept), deren Wirkung stark wärmend ist- bspw. Auszug aus Chili
  • ätherische Öle für den besonderen Duft 😉

Da „Franzbrandwein“ kein einheitlich normiertes Produkt ist, ist die einzig sichere Quelle für die exakte Zusammensetzung die jeweilige Etikettangabe oder Rezeptur, die du vor dir hast. Wenn du magst, schick mir die Zutatenliste (Foto oder Text), dann ordne ich sie Dir heilpraktisch ein.

Heilpraktische Zielsetzung für die Anwendung:

  • lokales Wärmegefühl, „Spannung und/oder Kälte lösen“
  • Unterstützung bei Muskel-/Gewebebeschwerden
  • „Körperregion ankommen lassen“ über Reiz und Rhythmus- bei der Abklatschung bspw., die in einem bestimmten Rhythmus erfolgt

Kräuterrezept für eine Abklatschung: „Mitte-Wärme Abklatschung“

Ergibt: ca. 250–300 ml Kräuter-Abklatschbasis (je nach Ansatz)- NICHT für Kinder unter 12 Jahren geeignet

Zutaten

  • 250 ml klarer Alkohol (z. B. Doppelkorn oder Korn, mindestens 35–40% vol)
  • 1 EL Schafgarbe (getrocknet)
  • 1 EL Johanniskraut (Blüten, getrocknet)
  • 1 EL Salbei (am besten getrocknet)
  • 1 TL Ingwer (optional, getrocknet)
  • 1 TL Kampfer
  • optional: 1/4 TL Zimt- für noch mehr Wärme
  • optional: etwas Orangenschale 

Zubereitung

  1. Kräuter in ein sauberes Glas geben.
  2. Alkohol darüber gießen, so dass alles bedeckt ist.
  3. 10–14 Tage an einem dunklen Ort ziehen lassen, 1x täglich schütteln.
  4. Durch ein feines Sieb/Filtrierpapier abseihen.
  5. In eine dunkle Flasche füllen.

Anwendung:

  • Zuerst Haut prüfen- nicht auf offene Stellen!!!
  • 5–10 Tropfen auf die Hände geben (oder auf ein sauberes Tuch), leicht erwärmen (zwischen den Handflächen reiben).
  • Dann die Zone mit kurzen, rhythmischen Abklatschungen mit einer oder beiden Händen- zu Hohlhand geformt- bearbeiten:
    30 Sekunden, kurze Pause, danach wiederholen.
  • Maximal 1–3 Durchgänge pro Sitzung
  • Nach dem Abklatschen warm halten (z. B. Schal/Decke), damit das Wärmegefühl „bleibt“

Wichtig zur Johanniskraut

  • Johanniskraut kann lichtsensibilisierend wirken; also nicht direkt vor intensiver Sonne/UV anwenden und Hautverlauf beobachten.

Abklatschung mit Birkenbündeln in der Sauna inkl. schamanische Wirkung

frische Birkenbündel in alter Tradition 🙂

Birke ist im nordeuropäischen Kontext ein starkes Symbol für Erneuerung, Klarheit und „Neustart über den Körperkontakt“. In der Sauna wird aus dieser Symbolkraft ein sehr konkreter Reiz: Wärme + Rhythmus + Pflanzendüfte + Hautkontakt.

Anwendung

Wichtig: Die Bündel dürfen nicht zu stark „geschlagen“ werden; nur sehr sanft, in einem kurzen, flachen Rhythmus

Ablauf

  • Birkenbündel vorbereiten: gründlich anfeuchten (damit es geschmeidiger ist).
  • In der Sauna:
  • eine kurze Aufwärm-Runde (ohne starkes Klatschen)…danach in einem Rhythmus arbeiten:
  • 10–20 Abklatschungen auf Rücken/Nierenzone
  • 10–20 auf Beine/Oberschenkel (je nach Spannung)
  • 5–10 auf Schultern/Halsansatz (sehr mild)
  • danach kurz abkühlen, dann ggf. die nächste Runde.

Schamanische Wirkung

es passiert dabei Folgendes:

  • Birkenbündel entspricht der Erneuerung: Nicht nur „Schlagen“, sondern „Wecken“; Zellen und Energiefelder bekommen ein Signal
  • Hitze ist eine Pforte: die Wärme der Sauna öffnet einen „Deckel“ im System; das, was vorher fest war, kann sich lösen.
  • Rhythmus entspricht einer Ordnung: der gleichmäßige Takt bringt Klarheit zurück; fast wie ein Trommelschlag für den Körper.
  • Kontakt erfordert Grenze & Haltung: Du entscheidest über Intensität und Bereich; das ist nicht nur Behandlung, sondern Grenz-Kommunikation.

Rituelle Worte:

  • „Ich rühre mit Wärme an Festem und ich löse, was nicht mehr getragen werden soll“

Latschenkiefer…

… passt in diesem Kontext besonders gut, weil sie Wärme, Duft und „Durchatmen“ über Körper und Sinne verbindet, also genau die Achse, die Abklatschung/Abreibung (Reiz + Kontakt + Rhythmus + Pflanzenaroma) sowieso schon nutzt.

Tinktur selber ansetzen- das gibt Sicherheit in den Zutaten

Wirkung (heilpraktisch + energetisch)

  • Wärme- und Durchblutung
  • Aromatische Ebene (Atem & Nervensystem): Der Duft wird beim Einreiben/Einatmen oft als „frei machend“ erlebt; dadurch kann die Spannung im System leichter abgebaut werden
  • Aktivierung über Reize: wie ein kleines „Reset“: Rhythmus + Wärmegefühl + Pflanzenaroma geben dem Gewebe ein Signal, weniger „FEST“ zu „Halten“
  • Gewebe-/Muskel: wird traditionell häufig für Bereiche genutzt, die sich schwer, steif oder verkrampft anfühlen (z. B. Rücken, Schultern, Beine).
  • Schamanisch: Latschenkiefer gilt als Pflanze, die „Klarheit in die Tiefe“ bringt: sie ordnet, stabilisiert und macht Raum für Bewegung, nachdem Wärme und Kontakt etwas lösen dürfen.

Rezeptur: als Kräuteranteil im Ansatz (alkoholische Basis):

  • 1–2 TL Latschenkiefer (Harz/Nadeln, getrocknet) auf ca. 250 ml Alkohol
  • 10–14 Tage ziehen lassen, dann abfiltrieren.

Als Anwendung in der Sitzung:

  • erst mit den Händen kurz anwärmen,
  • dann die Zone rhythmisch abklatschen,
  • anschließend warm halten

in der Sauna-Latschenkiefer + Birkenbündel

  • Birke bringt „Erneuerung über Kontakt“ (Grenze, Erwecken, Neu-Ordnung).
  • Latschenkiefer bringt „Atem/Schwere wird leichter“ über Duftreiz und Wärme
  • Kombiniert wirkt das wie: Birke weckt;Latschenkiefer klärt; Wärme verteilt und du gehst freier aus der Sitzung.

Rezeptur- Latschenkiefer-Harz Franzbrandwein:

Ergibt: ca. 250 ml

Zutaten

  • 250 ml klarer Alkohol (mind. 35–40% vol)
  • 1–2 TL Latschenkiefer-Harz (grob geschnitten/gerieben)
  • optional: 1 TL Ingwer (noch mehr wärmender Einstieg, wenn du es magst)

Zubereitung

  1. Harz in ein sauberes Glas geben.
  2. Alkohol darüber gießen, optional Ingwer dazu.
  3. 10–14 Tage dunkel ziehen lassen, täglich kurz schütteln.
  4. Abseihen (am besten durch ein sehr feines Sieb + Filtrierpapier).
  5. In eine dunkle Flasche füllen.

Anwendung (Abklatschung)

  • Start: 5–8 Tropfen auf die Hände/Tuch, leicht erwärmen…
  • dann die Zone(n) kurz rhythmisch abklatschen– siehe oben
  • … warm halten.
  • Du kannst das gleiche Rezept auch für die Nadeln verwenden- 3-4 Esslöffel Nadeln anstelle des Harz.
Latschenkiefer- so wohltuend

In meiner Praxisarbeit nutze ich sowohl für Abklatschungen als auch für Ein.-/Abreibungen öfter auch ein Öl , welches zusätzlich noch schmerzstillende Wirkung enthält; es ist das „DiDaWan“ Öl- eine Rezeptur aus dem alten China „Große Verletzungspille-Dekokt“.

Ab- oder Einreibungen: sie folgen einem ähnlichen Prinzip wie oben beschrieben; auch die Wirkungen sind ähnlich; bei der „Abreibung“ verwende ich vorher ein sehr grobes Gewebe, um die Durchblutung- so nötig- zu stimulieren und die Haut gleichzeitg von verhornter Schicht zu befreien- so können die Wirkstoffe viel besser aufgenommen werden. Es sind grobe Leinentücher oder auch ein grobes Frottee- Tuch; danach kommt dann die Einreibung. Ein Trockenbürsten entspricht einer „Abreibung“ 😉

Diese Anwendungen können fü Dich ein Tagesritual werden- besonders für stark beanspruchte Körperbereiche 🙂 – praktische Hilfe zur Selbsthilfe- Probiere es unbedingt aus!

Alles Liebe und eine angenehme Woche wünscht Dir

Kira

Einreibungen nach einem Fußbad- besonders wirksam vor dem Schlafen 🙂

Das weiße Gold von Rügen und die Naturheilkunde

Hallo an Dich und sei WILKOMMEN – in der neuen Woche und hier auf meinem Blog. In der zweiten Urlaubswoche war ich mal wieder auf Rügen und habe mir die Kreidefelsen im Nationalpark angesehen. So wunderbar, dass dies jetzt über einen SkyWalk möglich ist; aber auch ein wenig Wehmut, weil sie nicht mehr so sind, wie in meiner Kinderzeit. Dieser Besuch hat mich inspiriert, Dir Kreide und Heilerde als Anwendungen in der Naturheilkunde vorzustellen:

Heilerde und Heilkreide sind zwei klassische Helfer aus der Naturapotheke: Heilerde wird meist als „innerer“ Verdauungs- und Regulationsbegleiter genutzt, während Heilkreide vor allem dort eingesetzt wird, wo es um „Entlasten und Binden“ geht. In diesem Beitrag bekommst Du von mir sowohl eine schamanische, als auch naturheilkundliche Orientierung dazu, wie beides genutzt werden kann- auch für Dich zu Hause 🙂

Heilerde und Heilkreide …

Heilerde (meist Tonmineralien aus speziellen Lagerstätten) wirkt über ihre Bindekräfte und ihre Fähigkeit, den Darm/ die Verdauung zu „beruhigen“ und überschüssige Stoffe zu binden. Sie wird häufig bei Magen-Darm-Beschwerden und bei „Reiz“-Phasen verwendet.

Heilkreide wird fast ausschließlich äußerlich eingesetzt, wirkt besonders als Auflage und dann über die Haut; es gibt auch die Möglichkeit der innerlichen Anwendung, die aber in die Hände der Kompetenzperson gehört

Schamanisch betrachtet geht es dabei um etwas sehr Ursprüngliches: binden, sammeln, sortieren. Als wäre dein innerer Raum plötzlich aufgeräumt; Dein inneres und äußeres System darf sich neu ausrichten.

Wann Heilerde sinnvoll ist

Typische Anwendungen bei:

  • Magen-Darm-„Themen“ durch Fehlernährung/ falsche Ernährung/LM-„Vergiftungen“
  • Durchfall-/Reizphasen (unterstützend, nicht als alleinige Therapie bei schweren Verläufen)
  • Blähungen/ „Bauch-Völle“
  • „Aufräumen“ nach Ernährungs- oder Belastungsphasen
  • Haut-Themen

Wann Heilkreide sinnvoll ist

Typische Anwendungsmöglichkeiten sind…

  • Haut-Themen jeglicher Art
  • Sodbrennen/ „Sauer“-gefühl ( akute Entlastung)
  • Reizungen im Oberbauch- sowohl innerlich als auch äußerlich
  • …wenn etwas „schnell“ gebunden werden soll- bspw. bei Akne

Heilerde (innerlich):

Grundregel: kleine Menge starten, nur ausgewiesene Heilerde „Innerlich“

  • 30 Minuten vor der Mahlzeit oder 1–2 Stunden Abstand zu Mahlzeiten und auf jeden Fall im Abstand zu Medikamenten (s.u.)
  • Zubereitung: Pulver in Wasser einrühren – gut ist lauwarmes Wasser; verträglicher und löst die Heilerde besser

Für eine genaue Dosierung halte dich am besten an die Herstellerangaben oder ein therapeutisches Dosierschema, weil Heilerde je nach Mineralzusammensetzung und Produkt variiert.

Anwendung Heilkreide (innerlich):

Auch hier gilt alles wie oben

  • Als Auflage im Gesicht oder auf dem Körper etwas „cremiger“ anrühren und dünn auf die Haut auftragen; einwirken lassen; mit lauwarmem Wasser abspülen

Achtung bei innerlicher Anwendung!!! Wenn du zu viel auf einmal nimmst, kann der Effekt kippen- Verstopfung ist eine Nebenwirkung!

Schamanisches Mini-Ritual „Binden & Ordnen“ … nimm Dir zwei Minuten Zeit für Dich:

  1. Setz dich bequem hin. Hand auf den Bauch oder in Richtung Solarplexus.
  2. Atme einmal tief ein und aus.
  3. Sag innerlich (oder flüsternd):
    Ich sammle, was heute zu viel ist. Ich lasse das, was ist, ausheilen.
  4. Dann nimm deine Heilerde/ Heilkreide nach Plan ein.
  5. Hast Du Hautthemen, dann lege eine Hand- links- auf die Lungenzone und rechts auf den Unterbauch

Dieses Ritual hilft, das „Tun“ im Körper zu verankern: Du gibst deinem System das Signal Sortieren statt Kämpfen.

Wichtig!!!

Heilerde und Heilkreide können Wirkstoffe im Darm binden. Deshalb gilt immer:

  • Medikamente mit Abstand einnehmen(Herstellerangaben beachten; häufig mehrere Stunden Abstand je nach Präparat).
  • Wenn du schwanger biststillstchronische Darmerkrankungen hast oder regelmäßig Medikamente nimmst: vorher ärztlich/therapeutisch abklären.
  • Bei anhaltendem Durchfall, Blut im Stuhl, starken Schmerzen, Fieber, Austrocknungszeichen: medizinische Abklärung statt Selbstbehandlung.

Begleitung mit Ernährung und Trinken

Während der Behandlungs-Phase:

  • eher mildes Essen (leicht verdaulich)
  • genug trinken (Wasser/ ungesüßter Tee), damit dein Körper ausreichend Flüssigkeit halten kann
  • Zucker, Alkohol und „Trigger“-Lebensmittel gar nicht konsumieren

Wann du die Anwendung beendest

  • Sobald die akute Phase abklingt
  • oder nach einem kurzen, klar begrenzten- therapeutisch festgelegten- Zeitraum
  • KEINE „Dauer-Einnahme“, sondern als gezielte Unterstützung

Heilerde und Heilkreide sind in der Naturheilpraxis vor allem eine regulierende Unterstützung für die Verdauung und die Haut. Schamanisch gesehen wirken beide wie ein inneres „Aufräumen“: Du bittest dein System, das Überflüssige zu sammeln und dem Heilsamen Platz zu machen.

Eine Legende aus der Region:

Zwischen Wald und Wasser, dort wo die Kreidefelsen auf Rügen weiß im Morgenlicht stehen, sagt man: Nicht nur das Land hat Geschichten…und wenn die Welt zu viel von dir will, dann schickt dir diese Insel etwas Weißes, das ordnet und reguliert…

Die Legende von der weißen Helferin

Früher, als die Fischer noch vor der Sonne aufs Meer hinausfuhren und die Wege im Winter knirschten wie altes Holz, lebte eine Frau am Rand des Waldes, dort wo das Meer an die Küste spült. Ihr Name wurde nicht laut durch die Dörfer getragen- man nannte sie schlicht die Weise, die zuhört.

Eines Tages kam ein Streit in die Häuser; nicht mit Worten, sondern mit Unruhe. In manchen Nächten wachte die ganze Familie auf, als hätte man ein Feuer unter die Rippen gelegt. Der Magen wurde schwer, gierig nach Erleichterung, doch jedes „ dat wat schon“ half nicht.

Da ging die Frau zur See, dorthin, wo das Wasser die steile Küste küsst. Sie kniete nieder, legte beide Hände an die Erde und sprach:
„Wenn es innen zu Völle neigt, dann bring mir eine Hilfe, die nicht hart wirkt, sondern eine, die bindet und Ruhe schafft.“

Am nächsten Morgen fand sie am Ufer etwas, das aussah wie Mondlicht, zerfallen zu feinem Staub. Weiß wie Schnee und doch erdig, wie ein Stück Heimat. Sie brachte es heim, verrührte es mit warmem Wasser und gab der Familie kleine Portionen. Kein Wunder mit Trommeln und Pfeifen, sondern „nur“ eine spürbare Entlastung. Nach und nach wurde aus dem Brennen ein leichtes Ziehen und aus diesem wurde Ruhe.

Seitdem erzählen die Alten: Die Heilkreide sei ein Geschenk des Küstenbodens, um das Übervolle im Inneren zu binden und es dann wieder loszulassen, wenn es nicht mehr gebraucht wird oder einfach stört.

Wer auf Rügen die Kreide sieht, der darf gerne verstehen:

  • nicht alles muss immer hart „weggearbeitet“ werden
  • manchmal darf etwas „gebunden“ werden, damit sich Körper und auch Seele neu sortieren können
  • Hilfe kann einfach sein und genau darin liegt ihre Kraft.

Heilkreide bekommst Du auf Rügen fast überall zu kaufen; Heilerde gibt es in sehr guter Qualität in unseren Drogeriemärkten- halte Rücksprache, wenn Du Dir unsicher bist.

Ich wünsche Dir eine schöne Woche; sei achtsam bei der Wärme und bleib gesund- alles Liebe

Kira

Wickel… alles andere als altbacken

Hallo an DICH und herzlich WILLKOMMEN im Sommer! Bei uns hat das „Feuer-Element“ richtig Fahrt aufgenommen und somit habe ich mir gestern einen kühlenden Wickel gegönnt. Wickel sind traditionsreich in der Naturheilkunde… und sie sind häufig ein unterschätztes Werkzeug: Sie arbeiten nicht „nur“ mit Wärme oder Kälte, sondern nutzen das Zusammenspiel aus Hautreizen, Durchblutung, vegetativem Nervensystem und gezielter Pflanzensignatur; auch ergänzt durch ätherische Öle. In diesem Beitrag zeige ich Dir, wie Wickel in der Praxis eingesetzt werden (inklusive Sicherheitsregeln) und gehe bspw. auf den Leberwickel näher ein. Außerdem stelle ich Dir fünf ätherische Öle vor, die sich im Kontext der fünf Elemente für Wickel sehr gut eignen können.

Wickel in der Naturheilkunde- was sie im Körper „tun“

Wickel gelten als lokale wie auch als systemische Unterstützung: Die Körperregion wird sanft stimuliert, während gleichzeitig Wärme/Feuchtigkeit/Kühle/Frische und ein Duftreiz über die Haut wirken können.

Typische Effekte, die man in der Naturheilkunde kennt:

  • Beruhigung oder Aktivierung über das vegetative Nervensystem
  • Förderung der Durchblutung v. a. bei Wärme oder Wechselwickel
  • Unterstützung von Entspannung und auch Muskeltonus-Regulation
  • Gezielte Reiztherapie– gemäß den Prinzipien der Chinesischen Medizin wird die Region gewählt, die dem Muster entspricht

Sicherheit zuerst- so „wickelst“ du richtig

  • Nie heiß direkt auf die Haut: Wärme immer so dosieren, dass es angenehm bleibt.
  • Richtig verdünnen: Ätherische Öle werden nicht pur angewendet. Für Wickel zu Hause empfhele/nehme ich niedrige Konzentrationen(siehe „Öle und Verdünnung“ unten).
  • Hautcheck: Vor allem bei empfindlicher Haut, Allergieneigung oder Neigung zu Kontaktreaktionen erst testen.
  • Nicht über offene Stellen und nicht auf Schleimhäute.
  • Abbrechen bei Brennen/Quaddeln/Atembeschwerden.
  • Schwangerschaft, Epilepsie in der Vorgeschichte, Kinder, bestimmte Erkrankungen oder Dauertherapie: vorher ärztlich/heilpraktisch abklären.

Leberwickel…wann er gemäß CM sinnvoll ist:

Der Leberwickel wird traditionell eingesetzt, wenn du in der CM typischerweise Muster erkennst wie:

  • Spannung/Stau-Gefühl (z. B. „alles drückt“, innerer Druck)
  • Reizbarkeit, schnelle Stimmungsschwankungen
  • Spannung im Seitenbereich/unter dem Rippenbogen (je nach Konstitution)
  • „Kopf ist schneller als der Körper“: Leber-Qi-Stagnation kann sich über Unruhe zeigen

Ziel des Leberwickels: Leber-Qi sanft bewegen, Stagnation lösen, Spannung lösen, ohne die Mitte zusätzlich zu stressen.

Praxisanleitung (Grundform)

  1. Vorbereitung: Handtuch/Leinen in warmem (nicht heißem) Wasser tränken, gut auswringen.
  2. Auflegen: Über die Leberregion (rechte Seite unter den Rippen bzw. je nach Muster auch beidseitig flankierend) auflegen; dann eine mild- warme Wärmequelle darüber legen- bspw. eine Wärmflasche, ein Wärmekissen…
  3. Abdecken: mit einem trockenem Tuch; dann den Körper mit einem Laken abdecken
  4. Dauer: ca. 20 Minuten.
  5. Danach: Haut kurz abtupfen,
  6. Mein Tipp- arbeite mit dem Lebrwickel am Abend vor dem Schlafen, dann kannst Du direkt im Bett liegen bleiben 😉
  7. Du kannst den Leberwickel mit passenden ätherischen Ölen kombinieren.

Fünf ätherische Öle für Wickel im Kontext der fünf Elemente

Weihrauchöl

Im Elementesystem wird nicht „ein Öl = ein Organ“ gedacht, sondern: Du wählst Öl + Region + Muster. Für Wickel eignen sich besonders Öle, die

  • das Element-Thema unterstützen (Bewegung, Wärme, Feuchtigkeit, Klärung, Beruhigung),
  • sich gut verdünnen lassen,
  • und in der Praxis zuverlässig als Begleitduft „fungieren“

Öle, Zuordnung und Wickel“einsatz“

ElementThema (CM)Ätherisches Öl (Beispiel)Wofür/MusterHinweise!!!
HolzBewegung/Spannung lösen, „Stau entknoten“GrapefruitLeber-Qi-Stagnation (klassisch: Spannungsgefühl, gereizte Stimmung)Sehr dosiert: max. wenige Tropfen in Träger/Schale; immer verdünnt
FeuerWärme/Herz beruhigen, „Hitze sabft aber nachhaltig regulieren“Lavendel (Lavandula angustifolia)Unruhe/Anspannung, „zu viel Aktivierung“Gerade bei Wärmewickeln beliebt, sanft und mild
ErdeMitte stärken, Umwandlung unterstützen, „nicht zu leer/zu nass“Fenchel (Foeniculum vulgare, äth.)Verdauung stützend bei Mitte-Schwäche/Blähneigung als BegleitungNicht überdosieren; lieber sehr wenig und mit kurzer Zeit testen
MetallKlärung, Weite, Atem-/Schleim-Themen regulierenRavintsaraAtemwege; als Begleittherapie (nicht als alleinige Behandlung)Verdünnung sehr streng einhalten; bei empfindlichen Menschen unbedingt vorher testen
WasserTiefe Beruhigung, „Wurzel“ stärken, Stress aus dem System nehmenZitrone oder Weihrauch(hier als Option)Nervensystem beruhigen + Klarheit, wenn „Kopf zu schnell denkt“Bei Weihrauch oft gut zum „Erden“; Zitrone eher „klärend“

Holz: Grapefruit – für Leberwickel & „Stau lösen“

Grapefruit passt im Element Holz häufig, wenn du Leber-Qi-Stagnation als Muster vermutest: Druck, Spannung, Reizbarkeit, inneres „Feststecken“. Im Wickel kann der Duft wie ein sanfter „Reset“ für die Bewegung wirken.

So kannst du ihn einsetzen

  • Wickel nach Grundform vorbereiten
  • Öl nicht pur auf die Haut
  • Eine sehr niedrige Dosierung in einem geeigneten Träger/auf ein Tuch geben und dann in den Wickel integrieren

Feuer: Lavendel – für Wärme und ein Umfeld ohne Überdrehen

Lavendel wird in der Praxis gern für Entspannung genutzt, insbesondere wenn du merkst: „Es ist warm, aber ich werde nicht ruhig.“ Feuer-Thema kann zu viel Anspannung oder „innere Hitze“ bedeuten; Lavendel kann hier die Regulation unterstützen.

Praktisch

  • besonders geeignet abends oder nach Stressphasen
  • als Duft-Unterstützung bei Wärmewickeln, ohne die Mitte zu überfordern
  • Kombiniere mit Rose- dann wirkt es milder und nicht so präsent im Duft

Erde: Fenchel – Mitte unterstützen, wenn die körperliche und mentale „Verdauung“ aus dem Ruder läuft

Erde ist die Mitte: Wenn Milz/Magen aus dem Takt kommen, fühlt sich alles „schwer“, aufgebläht oder unruhig an – und auch Wickel sollen dann nicht nur „kühlen/aktivieren“, sondern die Umwandlung begleiten.

Wickel mit…

  • Fenchel als Begleiter, wenn Deine Verdauung im engen und weiten Sinn Unterstützung benötigt
  • eher mild dosieren, weil ätherische Öle in der Wärme schneller zu „präsent“ werden
  • Mein Tipp: gib etwas verdünntes Öl(5:1) in den Bauchnabel und lege nur ein mild-warmes Tuch darüber- 20 Minuten wirken lassen 🙂

Metall: Ravintsara – klärend/beruhigend für die oberen „Zonen“

Metall korrespondiert mit Struktur, Atmung und dem „Klaren“. In Wickelkonzepten wird Metall häufig eingesetzt, wenn das System „zu dicht“, „zu eng“ oder atembezogen unruhig ist.

Ravintsara

  • kann als Begleitduft für Wickel am Brust-/Rückenbereich genutzt werden (je nach Muster und Verträglichkeit)
  • wichtig: sehr niedrige Dosierung und Hauttest- hier tatsächlich 1:8 oder 10

Wasser: Weihrauch oder Zitrone – beruhigen, vertiefen, ordnen

Wasser steht für Tiefe, Ruhe, Regeneration. In Wickeltherapien wird das oft genutzt, wenn Stress „in der Tiefe festhängt“ und der Körper nicht in die Erholung kommt.

  • Weihrauch: eher „erdend/zentrierend“ und beruhigend auf Systemebene
  • Zitrone: eher „klar machend“, wenn der Kopf überdreht, aber du gleichzeitig Klrheit/Focus/Frische willst
  • Tipp von mir- gib immer etwas Minze- 1-2 Tropfen dazu; dann klärt es noch mehr

Wichtig: „Wasser“-Öle wählst du nach dem Gefühl, das du als Ziel definierst: Tiefe Ruhe vs. klares Runterkommen.

Wie du einen Wickel konzipierst:

Für Deine Wickel nutze diese Logik:

  • Schritt 1: Muster erkennen (Spannung? Hitze? Trockenheit? Schleim? Erschöpfung?)
  • Schritt 2: Element wählen(Holz/Feuer/Erde/Metall/Wasser)
  • Schritt 3: Region wählen (z. B. Leber- unter dem rechten Rippenbogen)
  • Schritt 4: Öl passend zum Element in niedriger Verdünnung- 1:4
  • Schritt 5: Nachreaktion beobachten(Wird es ruhiger? Wird die Mitte aktiv? Brennt die Haut?…)

Für Deine Praxis zu Hause…

Wenn du in der Naturheilkunde Wickel einsetzt, sind Konstanz und Dosierung entscheidend: lieber 1–2 Wochen regelmäßig mit guter Verträglichkeit als „zu intensiv und dann „Och ne- ist mir zu aufwendig“ 😉

Wie bei allem in der Naturheilkunde- Wirkungen bauen sich langsam auf und es lohnt sich, dran zu bleiben.

Hier noch einige bekannte Krankheitsbilder, bei denen Du Wickel gut einsetzen kannst:

  • Darmbeschwerden inkl. Reizdarm
  • Migräne
  • Lip- und Lymphödem
  • Schmerzen in den großen Gelenken
  • Lunge/ Bronchien- alle Krankeitsbilder
  • zur Entspannung
  • ….

Ich möchte an dieser Stelle auch noch einmal betonen, dass es hier nicht um Heilversprechen geht, sondern um eine Anleitung, um Dich zu Hause zu unterstützen- vorher bitte mit mir Rücksprache halten, wenn Du PatientIn bei mir bist.

Mein Wickel bei Hitze: Nimm ein Leinentuch, feuchte es unter Wasser an, welches etwas kühler als Deine Haut ist, gut auswringen und dann gib drei bis vier Tropfen Minz- und Orangenöl darauf- leg den Wickel auf/um das rechte Handgelenk und lass ihn etwa 5-10 Minuten wirken- wiederhole es links; dazu praktiziere die kühlende Sitali-Atmung aus dem Yoga- das Sankalpa dazu: Mein Körper reguliert- mich erreicht Frische und ein klarer Kopf. Danach trinke einen Tee aus Minze, Rosenblüten, Zitrone und Frauenmantel- der unterstützt Dein „Kühlsystem“ :

UND nun wünsche ich Dir eine zauberhafte Woche- genieße die Sonne, wann immer möglich… ich beginne meine zweite Urlaubswoche und freue mich auf die freie Zeit- alles Liebe…

Kira

Kräuter und Wasser- perfekt für Wickel

Bewegung als Therapie in der Naturheilkunde…

Guten Morgen an DICH… bist Du heute auch schon aktiv gewesen? Ich habe Sommerurlaub und da ist gerade am Morgen für mich die schönste Zeit, um QiGong am Tollensesee zu praktizieren.

In meiner Praxis verfolge ich ein ganzheitliches Prinzip; d.h. ich erstelle mit den Betroffenen zusammen nicht nur den Plan für die geeigneten Behandlungen, sondern setze auch Ernährungs- und Bewegungstherapie ein- auch mit „Hausaufgaben“ 😉 für die Nachhaltig- und Ganzheitlichkeit.

“ Ein gesunder Körper entsteht aus einem gesunden Geist und umgekehrt“

Allerdings- so höre und sehe ich es auch ab und zu als Feedback- entsteht durch die Übungen nicht immer RUHE, GELASSENHEIT… schauen wir uns das Phänomen mal näher an…

Warum ist es so, dass manche Menschen nach Jahren von Yoga-, QiGong- oder TaijiYuan-Praxis ruhiger, klarer und körperlich belastbarer werden und andere fühlen sich trotz intensiver Praxis eher „mehr unter Druck“, eher wie ein Dauer-Training, das den Kopf beschäftigt, aber nicht wirklich den Zustand des Systems verändert. Der daoistische Blick darauf nennt dafür einen sehr konkreten Grund…Nicht die Übung an sich ist die Essenz, sondern wie deine Lebenskraft (Qi bzw. Prana) sich in dir organisiert und ob du das für Dich passende Umschalten“ von Anspannung zu Ausgleich findest.

Der daoistische Kern- Praxis ist „Ausrichten“, nicht „Leisten“…

Entsprechend des Daoismus geht es weniger um das perfekte Ausführen von Formen, sondern um das Zustandekommen von Harmonie; Bewegung, Atem, Aufmerksamkeit und innere Ausrichtung sollen so zusammenwirken, dass Qi/ Prana frei zirkulieren kann.

  • Im Yoga, QiGong und TaijiYuan trägt die Form nur so lange, wie sie als „Gefäß“ für diesen inneren Prozess dient.
  • Wenn du die Form zur Hauptaufgabe machst, wird die Praxis häufig zu einem Leistungs- oder Kontrollobjekt; und Kontrolle macht das Nervensystem „fest“…“eng“.

Daoistische Übungspraxis zielt daher auf:

  • Weichwerden“ (damit Qi nicht klebt)
  • Loslassen von Zwang (damit nichts blockiert)
  • Rückkehr zur Mitte (damit der Körper „selbst“ ordnen kann)
  • Richtige Atemtiefe und -qualität (damit der Rhythmus Nervensystem und Qi/Prana beruhigt)

Warum manche entspannter werden (und andere nicht); der „Sein-Modus“ fehlt…

Viele üben jahrelang im Modus „Ich muss“. Aus daoistischer Sicht ist das der häufigste Grund, warum Stress bleibt, selbst wenn die Bewegungen korrekt ausgeführt werden.

Typische Muster, die Entspannung verhindern:

  • Anspannungs-Hintergrund: Du bewegst dich, aber innen ist weiterhin „Alarm“.
  • Atem wird Leistung: Atmen wird getaktet wie ein Metronom oder zurückgehalte, anstatt ihm zu folgen.
  • Aufmerksamkeit „klebt“: Du beobachtest, kontrollierst, korrigierst permanent- bist nicht in der Lage, tatsächlich intuitiv die Übung fließen zu lassen
  • Zielorientierung ersetzt Integration: Nach der Übung fühlst du dich „fertig“, aber nicht „eingesunken“.
  • Zu viel Yang/zu wenig Yin: Zu aktiv, zu intensiv, zu wenig Regeneration; und damit „springt das System“ nie wirklich um.

Die daoistische Praxis unterscheidet deshalb nicht nur Übungen, sondern auch bzw. in erster Linie dieQualitäten:

  • Wird dein Körper während der Praxis weicher, nachgiebiger?
  • Wird dein Atem langsamer und tiefer(ohne ihn bewusst „runterzudrücken“)?
  • Wird der Geist klarer und zugleich weniger fordernd?
  • Kann nach der Übung ein Rest von Ruhe bleiben, ohne diese nachzumanövrieren?

Wenn diese Punkte fehlen, entsteht zwar Bewegungstraining—aber keine stabile innere Umschaltung.

Der eigentliche Kern im Yoga, QiGong und TaijiYuan… (trotz verschiedener Formen)…

Ob du nun Asanas praktizierst, Standmeditation im QiGong hältst oder in TaijiYuan „rollst“: Die Essenz ist erstaunlich ähnlich. Drei daoistische Achsen bilden den Kern:

1. Ausrichtung des Körpers: „Stehen, tragen, sinken“

  • Im daoistischen Bild soll der Körper nicht „hochhalten“, sondern tragen.
  • In QiGong/TaijiYuan zeigt sich das oft darin, dass du nicht nur Kraft verteilst, sondern Gewicht sinken oder steigen lässt und zwar mit ganz viel lebendiger Struktur.

Woran du erkennst, ob es wirkt: Du wirst standfester, aber nicht steifer/härter/fester.

2. Atem als innerer Lenker-Rhythmus vor Technik

Atem ist der Schalter zwischen Aktivierung und Regulation. In vielen wirksamen daoistischen Übewegen ist der Atem nicht als „Aufgabe“ zu verstehen, sondern Anker und Taktgeber.

Woran du erkennst, ob es wirkt: Der Atem wird nach innen ruhiger, das Ausatmen wird weicher/verlängert (ohne Druck).

3. Geist und Absicht/Sankalpa- von der Kontrolle zum „Fließen“

Daoistisch ist Absicht fein, subtil; nicht Druck, nicht Härte, eher ein inneres „Mitgehen“: Qi sammelt sich, fließt, ordnet.

Woran du erkennst, ob es wirkt: Du bist weniger im Gedanken-Karussell und mehr im leiblichen Empfinden/Sein 🙂

Warum „Jahre üben“ trotzdem nicht reicht…DEIN System hat eine festgefahrene, zu stark präsente Gewohnheit…

Stress bleibt oft, weil dein Nervensystem gelernt hat: „Sicherheit = Anspannung“- das sind Deine hochgezogenen Schultern bspw… Dann kann die Übung paradoxerweise als weiterer Trainingsreiz wirken und das System interpretiert es als „noch mehr müssen“; Leistung bringen… 🙁

Die passende daoistische Erklärung dahinter:

  • Wenn Qi nicht in Yin-Qualität (Weichheit, Regeneration) zurückkehrt, bleibt der Körper im Randbereich des „Alarm’s“.
  • Daher kann dann die Übung zwar Qi bewegen, aber sie bewegt es in eine Richtung, die dich nicht ind das tatsächlich Angestrebte integriert.

Das sieht man häufig an:

  • chronischer innerer Unruhe
  • „zu viel Kopf“ trotz Beweglichkeit
  • Schlaf bleibt leicht/oberflächlich
  • der Körper fühlt sich nach der Praxis nicht nach „ankommen“ an, sondern nach „durchgearbeitet“ an

Die daoistische Gegenbewegung ist daher… mehr Yin, mehr Integration, weniger Ziel und Druck

Wenn du willst, dass Deine Praxis wirklich entspannter wird, braucht es eine klare Umschaltung; dass wäre eher ein weniger „neues Schwierigkeitslevel“, sondern mehr Qualität in der Ruhe

Konkrete daoistische Prinzipien:

  • Qualität vor Quantität: lieber etwas weniger, dafür echtes Sinken und Entladen; frei nach dem Satz:“Fürchte nicht den, der 10000 Techniken beherrscht, sondern den, der eine Technik 10000 Mal geübt hat…“
  • Übe mit „Rückkehr“: Nach jeder Bewegungsphase kommt eine Integrationsphase; nachspüren; den Atem die Technik „nachwirken“ lassen
  • Atem führt: nicht Technik über Atem, sondern Atem als Basis.
  • Ende der Praxis als Schlüssel: Viele lassen die letzte Minute aus; sind schon wieder im Aufstehen, im Alltag; dabei ist gerade das Ende die Stelle, an der das System entscheidet, ob es wirklich runterfährt.

In der Praxis heißt das oft: Nach dem aktiven Teil bewusst weich/leicht/ruhig werden, den Körper schwerer werden lassen, und dem Nervensystem Zeit geben, sich „zu setzen„.

Deine Dao-Übung für den „Kerngedanken“…

Diese Übung ist keine „neue Form“, sondern ein „Prüfstein“: Passt Dein System gerade zu Deiner Praxis?

  • Setz oder stehe so, dass du den Körper/ das Gewicht sinken lassen kannst.
  • Lege eine Hand auf den Brustkorb oder Bauch.
  • Atme ein: spüre, wie der Atem kommt.
  • Atme aus: spüre, wie du „nach innen weicher“ wirst.
  • Frag innerlich in sehr einfacher Form: „Fließt Qi leichter oder wird es festgehalten?“
  • Wenn es gehalten wird: weniger Spannung einbringen und beim Ausatmen wieder mehr/tiefer sinken.

Nach 2–3 Minuten sollte dein Körper nicht „noch mehr arbeiten“, sondern mehr nachgeben.

Zum Abschluss…Die Lösung liegt im Umschalten des „Systems“…

Yoga, QiGong und TaijiYuan sind Werkzeuge. Das Ziel und gerade auch der Weg ist der Zustand, den du durch die Praxis ermöglichst: freies Fließen, weiche Regulation und Integration. Manche Menschen bekommen diese innere Umschaltung von Anfang an gut hin; andere haben jahrelang geübt, aber im Modus „leisten/kontrollieren“. Der Weg raus führt dann nicht über noch mehr Intensität, sondern über Yin, Atemrhythmus, Gewichtssinken und eine Absicht, die nicht zwingt oder erdrückt.

Wenn du deinen Übungsalltag an diesem ausrichtest, wird Entspannung nicht mehr „Belohnung“ nach schwieriger Arbeit, sondern ein natürlicher Ausdruck davon, dass Qi und Geist wieder in Balance kommen.

Alles Liebe und eine angenehme Woche wünsche ich Dir- herzlichst…

Kira

Was ist das Entscheidende- der Weg oder das Ziel“? Es ist der Weggefährte“ 😉 … und daher manchmal auch der Blick auf sich selbst

Wärme oder Kälte… das ist die Frage ;)

Wir sind im Sommer angekommen- herzlich Willkommen in der warmen Jahreszeit und natürlich ein herzliches Hallo an Dich. Fragst Du Dich öfter mal, was Du aufbringen solltest, wenn bspw. der Rücken schmerzt oder die Fingerknöchel geschwollen sind? Bei akuten Traumen wissen wir- es geht um die PECH-Regel; Pause, Hochlegen, Eis und Kompression… aber das ist längst nicht alles. In der Naturheilkunde wissen wir, dass eine zu langanhaltende Kälteanwendung das Gewebe zusätzlich schädigt oder manche Beschwerden deutlich schlimmer werden lässt.

In der Klassichen Chinesischen Medizin existiert der Körper als Landschaft, eingebettet in die Natur der Welt und wir sehen es so…

Wärme und Kälte sind in der CM und im daoistischen Körperverständnis nicht “Gegensätze”, sondern zwei Qualitäten, die gezielt eingesetzt werden, um Fluss, Regeneration und Gleichgewicht zu unterstützen. Dieser Beitrag zeigt dir beides: wie du Anwendungen in die CM/Daozhen einordnest (Tian–Di–Ren–Ying) und wie die wichtigsten physiologischen Effekte aus der Wissenschaft dahinter funktionieren.

Wärme vs. Kälte – und das “Warum” dahinter

Warum Sonne sowohl gut tut als auch stressen kann

In der Praxis unterscheiden sich Wärme- und Kälteanwendungen vor allem in drei Dingen:

  • Durchblutung & Stoffwechsel
  • Nervenreizleitung & Schmerzempfinden
  • Entzündungs- und Schwellungsdynamik

Wärme wird häufig eingesetzt, um Spannung zu lösen, Durchblutung zu fördern und Heilungsprozesse in Gang zu bringen. Kälte wird häufig eingesetzt, um Schmerz zu dämpfen, Übererregung zu reduzieren und Schwellung/Entzündungsreaktionen nach Belastung zu begrenzen.

CM/Dao- Was bedeutet “Wärme” und “Kälte” im Körper?

In CM geht es nicht nur um die Temperatur, sondern um das Syndrom/Muster:

  • Kühle / Kälte-Konstitution (inneres Kalt-Sein, stagnierte Yang-Funktion): Neigung zu Steifheit, langsameren Verdauungsprozessen, “zähem” Qi-/Blutfluss…
  • Hitze / Übererregung (inneres Hitze-Muster, oft mit schnellerem Puls, trockenerem Gefühl, Reizbarkeit oder zu viel “Aktivierung”; aber auch Leere-Hitze): neigt eher zu Spannungsaufbau, Unruhe, Reduktion von/ in der Regeneration/ Erholung.

Daozhen (Tian–Di–Ren–Ying) hilft, die Ebenen zusammenzubringen:

  • Tian: Umwelt, Klima, Rhythmus (z. B. Frühlingswinde vs. Kälteeinbruch)
  • Di: Bodenwärme/Wärme von innen (Nahrung, Schlaf, Stabilität)
  • Ren: “Regulation” im Nervensystem (Atmung, Haltung, Spannung/Entspannung)
  • Ying: die Seele/Regenerationsebene (Tiefe, Sammlung, Abschalten statt nur “abschalten müssen”)

Das ist der Kern: Wärme und Kälte wirken nicht isoliert – sie werden als  Regulationswerkzeuge verstanden, die Ren und damit Ying unterstützen.

Bei trockener Kälte geht es Deinen Gelenken gut? Dann hast Du zuviel Hitze darin 😉

Der wissenschaftlicher Hintergrund- wie Wärme & Kälte wirken

Nervensystem & Schmerz

Kälte wirkt vor allem schnell über Rezeptoren und Leitungshemmung: Temperaturreize werden an Thermorezeptoren und Schmerzbahnen gekoppelt, wodurch das Schmerzempfinden temporär sinken kann. Dazu kommt, dass Kälte die Leitgeschwindigkeit in sensorischen Fasern beeinflusst.

Wärme senkt häufig ebenfalls Schmerz, indem sie die neuronale Aktivität in Schmerzwegen moduliert und Muskeltonus senken kann. Zudem kann Wärme die mechanische “Schutzspannung” reduzieren, die bei Schmerz oft reflexartig entsteht.

Praktischer Merksatz:

  • Kälte: eher “Dämpfen/Runterregeln”
  • Wärme: eher “Entkrampfen/Aufwärmen”

Durchblutung und Gewebereaktion

Akupunktur mit Moxa zur Entlastung bei Kälte

Wärme führt typischerweise zu Vasodilatation (mehr Durchblutung), was Sauerstoff- und Nährstofftransport sowie den Abtransport von Stoffwechselprodukten unterstützen kann. Kälte begünstigt umgekehrt eine Vasokonstriktion (weniger Durchblutung) – besonders relevant bei akuter Schwellung/ bei akutem Schmerz bspw. nach einem Supinations-Trauma(„Umknicken“)

Wichtig: Diese Effekte sind zeit- und dosisabhängig. Zu lange oder zu intensiv kann umschlagen (z. B. bei Wärme in Hitze-/Entzündungsprozessen).

Entzündung, Schwellung und Gewebereparatur

Ein kühlendes Fußbad mit Kräutern bei hitzigen Füßen

Bei Verletzungen nach Belastung (z. B. umknicken, stumpfes Trauma) kann Kälte helfen, eine frühe „Kaskade“ zu dämpfen, die zu Schwellung führt. Wärme wird eher genutzt, wenn du in Richtung Regeneration, Durchblutung und Beweglichkeit gehen willst, also nicht in der unmittelbaren Akutphase; sondern eher in der subakuten Phase.

Muskeltonus und Beweglichkeit

Wärme kann die Gewebeelastizität erhöhen und Muskelspindel-/Reflexmechanismen beeinflussen, was sich oft als “leichter bewegen” anfühlt. Kälte kann kurzfristig das Gegenteil erzeugen (mehr “steif/eng”), ist aber in manchen Schmerz- oder Überreizungszuständen trotzdem schmerzreduzierend- bspw. beim Hitze-Typ des Rheuma kann eine „Kältekammer“ langfristig Linderung schenken.

Wann welche Anwendung- CM-Muster und Timing…

Ein sehr praktikabler Ansatz ist die Kombination aus Timing (akut vs. regenerativ) und Körperqualität (kühl/verspannt vs. überhitzt/unruhig).

„Rückenspanner“- Bewegung erzeugt Wärme- daher kann eine sanfte Bewegung nach einem Auftragen einer wärmenden Salbe sehr gut sein

Wärme eignet sich bspw. bei…

  • Muskelverspannung, “Zug”-Gefühl, Steifheit
  • kalten Händen/Füßen, Gefühl von innerer Kälte
  • chronisch-reizenden Zuständen, wenn kein akuter Entzündungsschub dominiert
  • Verdauungsruhe, wenn das “Mitte”-System Unterstützung braucht (Magen/Darm mögen Wärme und Rhythmus)
Wasser- in unterschiedlichen Temperaturen bringt es Frische oder Wärme

Daozhen… Di wird gestärkt, damit Ren nachhaltig und leicht regulieren kann; Ying wieder Tiefe findet.

Kälte eignet sich bspw. bei…

  • frischen Traumen mit Schwellungsneigung
  • akuten, pochenden oder “heißen” Schmerzen- das trifft auch für den Nacken zu… Hitzegefühl=Minze; Kältegefühl=Rosmarin
  • Fällen, in denen du spürst: Übererregung, Hitze, “zu viel Aktivierung”- da hilft bspw. auch die Sitali-Atmung aus dem Yoga

Daozhen- Tian wird gedrosselt über ein klares Signal an Ren, damit Ying nicht ständig im „Alarm“ agiert.

Konkrete Anwendung: Wärme als Strategie…

Sanfte Wärmeanwendung (Mitte & Regeneration)

Wärme über Kräuter, die verräuchert werden- wohldosiert
  • Dauer: 10–20 Minuten
  • Temperatur: angenehm warm, nicht brennend
  • Fokus: Bauch/Mitte (bei Nervosystem/ Verdauungsruhe oft besonders wirksam)

Die Logik der Natur dahinter- Wärme unterstützt die Funktion von “Yang/Transformationskraft” in der Mitte und kann Qi-Fluss erleichtern.

Wärmende Suppe oder Brühe bei Kälte im Magen/Darm

Sicherheitsregeln

  • Nie direkt auf die nackte Haut, wenn es „heiß“ zugehen muss- bspw. Wärmflasche in ein Handtuch wickeln (Verbrennungsrisiko).
  • Bei Sensibilitätsstörungen: niedrig dosieren und/oder medizinisch abklären lassen!

Wärme als „Komfort“ für Muskel-/Sehnen

  • Dauer: 15–25 Minuten
  • Danach: sanfte Bewegungsroutine (leichte Mobilisation, Atmung)
  • Ziel: “Lösen und bewegen”, nicht “nur wärmen und aushalten“

Konkrete Anwendung- Kälte als Strategie…

Kälte bei akuter Verletzung/Schwellung

  • Dauer: meist 5–10 Minuten
  • Intervall: ggf. wiederholen, aber nicht in Daueranwendung überführen- super gut geeignet sind da Kälte-Rollon oder Kälte-Sticks
  • IMMER ein Tuch dazwischen!

Kälte kann “Hitze” und “Übermaß” beruhigen, besonders wenn das Gefühl eher heiß/pochen/aufgewühlt ist.

Kälte bei lokaler Schmerzübererregung

Akupunktur nach einer Verletzung beim Laufen und deutlicher Überwärmung des Sprunggelenkes

Kälte kann als “Signal” dienen, um das Nervensystem kurzfristig zu regulieren. Danach ist oft sinnvoll:

  • Schonende Lagerung
  • Leichte, sanfte aber konzentrierte Atmung
  • Beobachtung: Wird es besser oder wird es nur „steifer“; zu fest; unangenehm?

Kombinationsprinzip- Kontrast als Feinregulation im DaoZhen…

Viele Menschen profitieren von einem Wechselreiz – aber der sollte dosiert sein:

  • nach akuter Schwellung eher nicht “kontrastierend” ohne klare Indikation
  • bei chronischer Verspannung kann Kontrast angenehmer sein, wenn dein System darauf gut reagiert

Ren lernt wieder “schwingen”, statt dauerhaft in einem Modus festzuhängen.

Wissenschaftliche Einordnung- Warum Ergebnisse variieren…

Auch bei ähnlichen Diagnosen reagieren Menschen unterschiedlich, weil die Wirkung abhängig ist von:

  • Ausgangszustand (entzündlich vs. verspannungsdominiert)
  • Gewebetyp (Muskulatur vs. Sehne vs. Haut)
  • Dosis (Temperatur/Minute/Intervall)
  • Begleitfaktoren (Bewegung, Schlaf, Ernährung, Stresshormone)

Deshalb sind Wärme/Kälte in der Praxis keine festgelegten, ohne zu Hinterfragen aufgestellte Dogmen, sondern Werkzeuge im Gesamtrahmen.

Praktisch für DICH:

  1. Kurz „scannen“ (Ren): Ist es eher kühl/steif oder heiß/pochend? Eher Unruhe oder eher Druck?
  2. Entscheiden (Di & Tian):
    • kühl/steif → Wärme
    • heiß/akut/überreizt → Kälte
  3. Dosieren (Ren):  bspw. 10–20 Minuten Wärme, 5–10 Minuten Kälte (lokal), jeweils mit Ruhe bzw. leichter Bewegung…
  4. Integration (Ying): Danach 1–3 Minuten ruhiges Atmen, stilles “Ankommen” (ohne direkt weiter zu hetzen).

Sicherheit und klare Grenzen…

  • Bei akuten schweren Verletzungen, ungeklärten starken Schmerzen, Taubheit, deutlicher Bewegungseinschränkung oder anhaltender starker Schwellung: medizinische Abklärung.
  • Vorsicht bei Durchblutungsstörungen, Neuropathien, Thromboserisiko und bei sehr empfindlicher Haut- immer Rücksprache mit Deiner Kompetenzperson halten!
  • Schwangerschaft und bestimmte Erkrankungen erfordern individuelle Anpassung!

Und hier jetzt mal etwas Spirituelles in dem Kontext- das Kaiser- bzw. Kaiserinnen-Rituel 🙂

  • Hände wärmen / oder sanft kühlen(kurz, nur als Intro)
  • Einatmen: Tian kommt in mich (Regulation über Rhythmus)
  • Ausatmen: Di trägt mich oder Ying sammelt (je nach Bedarf an Wärme/Kälte)
  • 2–3 Atemzüge bleiben im Gefühl, nicht im Kopf 😉

Kurz gesagt… Wärme und Kälte als “Hilfe-Code”

Wärme und Kälte sind in der CM keine Gegenspieler in der „Macht“, sondern „Instrumente“ Wissenschaftlich passen ihre Effekte zu den typischen Beobachtungen: Kälte dämpft schneller, Wärme unterstützt Durchblutung und Entspannung. In deinem Körper wirken sie am besten, wenn du sie mit Zeit (Tian), Basis (Di), Nervensystem (Ren) und Regeneration/Tiefe (Ying) kombinierst.

Bleib gesund… und alles Liebe!

Kira

Die kleinen Moxakegel können auch mitgegeben werden zur häuslichen Anwendung nach Einweisung zur Wärmeanwendung

Ernährungstherapie in der Naturheilkunde

Guten Morgen an Dich und danke für’s Lesen hier… heute stelle ich Dir in einem kleinen Abriss die Ernährungstherapie in der Naturheilkunde vor.

Ohne Ernährungstherapie und langfristige Ernährungsumstellung ist keine Gesundung möglich- frei nach “ Gesundheit geht nicht über die Apotheke sondern durch und mit der Küche“ 🙂

Die Therapie mit Lebensmitteln hat eine tausende Jahre alte Tradition- egal ob unsere heimischen Lebensmittel mit Überlieferungen aus den Familien(jede familie hat DAS spezielle Suppenrezept 😉 ), die Ernährung gemäß der Klosterheilkunde; Ernährung im Ayurveda und der asiatischen Heilkunde- alles hat seine Daseinsberechtigung und individuellen Ansätze.

Ich gehe für DICH näher auf die klösterliche und asiatische Ernährungstherapie ein- denn damit arbeite ich täglich; Ernährungstherapie in diesem Kontext ist eine „Küchenstrategie“, die Symptome nicht „wegdiäten“ will, sondern das Muster im Körper beeinflusst: Verdauung (Mitte), Wärme/Kälte-Balance, Nässe/Schleim, Qi- und Blutfluss, ggf. auch Hitze/Entzündungsumfeld. Wenn diese Grundmechanik stabil ist, werden viele Beschwerden deutlich weniger oder „verschwinden“; auch dann, wenn die Diagnose komplett unterschiedlich ist.

Was Ernährungstherapie grundsätzlich anders macht…

  • Die Mitte stärken (Milz/Magen-Funktion): Wenn die Mitte schwach ist, entsteht leichter „Nässe/Schleim“ und alles wird schwerer: Antrieb, Verdauung, Immunsituation, Regeneration. Ernährungstherapie setzt daher bei warm, regelmäßig, gut verdaulich und nährend an.
  • Kälte/Hitze ausbalancieren: Viele chronische Muster reagieren auf „zu kalt“, „zu roh“, „zu lange unregelmäßig“ oder auf stark reizende Kost. Naturheilkundeliche Ernährungstherapie nutzt dafür besonders häufig warme und gegarte Mahlzeiten und natürlich gezielt eingesetzte Kräuter und Gewürze.
  • Nässe transformieren statt nur zu „entziehen“: Gemäß der CM aber auch bspw. bei Hildegard von Bingen ist Nässe nicht nur Flüssigkeit, sondern auch „Trübes/Schweres“ im System: Schwellung, Müdigkeit, Benommenheit, Brain Fog, zähe Verdauung, Schleimgefühl… Transformieren heißt: erwärmen, strukturieren, regelmäßig essen, weniger schwer/fettig/schleimfördernd; je nach Person und Muster.
  • Bewegung in den „Stau“ bringen (Qi- & Blutfluss): Wenn etwas „fest sitzt“ (Schmerzen, Verspannung, Zyklus-/Stoffwechselthemen, schlechte Durchblutungsempfinden), kombiniert Ernährungstherapie häufig eine „Küche“, die nicht noch mehr bremst, sondern sanft aktiviert: passende Gewürze, bessere Essensrhythmen, ausreichend Eiweiß und „bewegende“ Zutaten.
  • Entzündungsumfeld modulieren (ohne Superdiät): Je nach Muster (z. B. mit Hitzezeichen) wird die Küche leichter, weniger süß/stark verarbeitet, mehr sanft/mild gekocht, mit passenden Kräutern/ Gewürzen und einer sauberen „Süß“-Strategie.
Pastinaken-Möhrengemüse mit Pinienkernen

Die 5 entscheidenden Hebel im Alltag

HebelZielTypische TCM-Ausrichtung in der Praxis
Warm + gekochttransformieren & entlastenSuppen, Eintöpfe, gedünstetes Gemüse, Congee/Grütze
Regelmäßigkeitweniger Stau/Schwankungenfeste Essenszeiten, nicht „durchhungern“
Mitte/Verträglichkeitbessere Verdauungmilde, gut verdauliche Kombinationen; nicht zu schwer auf einmal
Sanfte „Wärmung“Kälte-Anteile ausgleichenIngwer/Fenchel/Kreuzkümmel (je nach Verträglichkeit), eher abends warm
Ein Muster statt Standardindividuell wirkenEssen richtet sich nach Symptommuster (z. B. schwer/schleimig vs. hitzig vs. kältegetriggert)

Wie du Ernährungstherapie konkret „richtig machst“ (nicht nur Lebensmittel wählen)…

  • Muster beobachten (1–2 Wochen): Nicht nur „was“ du isst zählt, sondern auch wannwie warmwie groß die Portionwie kombiniert und wie regelmäßig. Viele Veränderungen sieht man eher in Rhythmus und Verdauung als in einzelnen Superfoods.
  • Küchenstruktur“ vor Supplements: Für den Alltag ist die Basis meist: warm und gegart, gute Proteine, Gemüse in passender Garform, gesunde Fette moderat, Zucker/Industrieprodukte zurückfahren (besonders abends und in Schubphasen).
  • Kräuter gezielt statt wild mischen:Kräuter (auch Wildkräuter) sind „aktive“ Bausteine. In der Praxis kommen sie dosiert in die Suppe/den Tee, statt täglich große Mengen in roher/nicht definierter Form(Life-Style-Produkte…)
  • Verträglichkeit ist das Qualitätskriterium: Wenn etwas die Mitte belastet (Blähungen, Völlegefühl, „schwere Verdauung“), muss die „Küche“ angepasst werden; nicht durchhalten und aushalten… Veränderung- auch in KLEIN- bringt den Durchbruch!

Beispiele für „Küchenrichtungen“ nach typischen Dysbalancen…

  • Wenn es sich eher schwer/schleimig/feucht anfühlt: mehr warm und gekocht, weniger roh, weniger zu fettig/schwer, mehr klare, leichte Brühen & Gemüse-Struktur integrieren;
  • Wenn Kälte triggert (steife, kalte Gelenke, Durchfrieren): wärmende Zubereitung (Eintopf/Suppe), weniger Kaltes, Rohes, Eis/Kaltgetränke, maßvoll Gewürze;
  • Wenn es eher hitzig/aktiv entzündet wirkt: leichter, gut gegart, weniger süß und zu stark verarbeitet(zu heiße Zubereitung durch Backofen, Grill…), Zuckerlast und große Fettmengen reduzieren; passende Kräuter/ Gewürze eher mild halten einsetzen;
  • Wenn Stagnation/„Festhalten“ dominiert: „Küche“, die den Kreislauf/die Bewegung unterstützt: ausreichend Eiweiß, regelmäßig essen, Gewürze, die „bewegen“ und etwas mehr Bewegung im Alltag.

Ein einfacher Einstieg (ohne Overload)…

  • Jeden Tag eine warme Mahlzeit: Suppe, Eintopf, Congee oder ein warm gegartes Gemüsegericht.
  • Jede Mahlzeit mit Protein-Baustein: so unterstützt du Gewebe & Regeneration (auch bei vielen „chronischen“ Mustern ein Schlüssel).
  • Abends eher mild & warm: damit die Mitte nachts nicht überfordert ist und sich ein Hitze-Kessel bildet
  • 1–2 Gewürz-/Kräuter konstant integrieren: z. B. Ingwer/Fenchel oder Ingwer/Kreuzkümmel (verträglich dosiert), statt täglich alles zu wechseln

Allgemein ist Ernährungstherapie in der Naturheilkunde vor allem „Küchenarbeit an der Steuerzentrale“ 😉 : Verdauung, Wärmebalance, Nässe/Schleim-Umfeld und Energiefluss. Wenn du warm, regelmäßig und verträglich isst und die Mahlzeiten nach deinem Muster ausrichtest, verändert sich nicht nur die Symptomlast, sondern auch deine Energie, Schlafqualität und Regenerationsfähigkeit.

Ich selbst habe erblich bedingtes Rheuma und lebe sehr gut damit: ohne „moderne“ Medikamente, mit Kräutern, die zu meinem Rheuma-Typ passen, Bewegung, Ernährung… und so zeige ich Dir an meinem Beispiel, wie Ernährungstherapie die Gesundheit beeinflusst:

Rheuma aus Sicht von CM & Ernährungstherapie

In der CM werden „rheumatische“ Beschwerden nicht als eine einzelne Krankheit verstanden, sondern als Muster. Häufige Kombi-Mechanismen sind:

  • Wind-Kälte / Wind-Nässe: Beschwerden sind wechselhaft, ziehen/kribbeln, werden durch Kälte oder feuchte Witterung verstärkt.
  • Nässe- und Schleimbelastung: Schwellungen, „Schweregefühl“, steife Gelenke, träge Beweglichkeit.
  • Stagnation: Schmerzen, die „fest sitzen“ – Bewegung bringt oft Erleichterung, aber der Körper bleibt blockiert.
  • (Sekundär) Hitze: bei stärkerer Entzündungsneigung können Rötung/Überwärmung dazukommen.

Ernährungstherapie zielt daher in der Regel auf drei Dinge:
Wärme auf- bzw. abbauenNässe/Schleim reduzierenBewegung fördern und dabei den Körper konstitutionell unterstützen(damit Entzündung nicht ständig „nachgefüttert“ wird).

Ernährungstrategie anhand einer Suppe- was diese Suppe ernährungstherapeutisch bewirkt…

Diese Suppe ist als warmes, gekochtes Gericht angelegt (statt roh/„kalt“), weil warm und gegart aus Sicht der Naturheilkunde/CM hilft, Nässe zu transformieren und „Kälte-Faktoren“ abzupuffern.

  • Ackerhornkraut (Wildpflanze): wird in der CM als regulierendes Wildkraut eingesetzt, das Nässe/„Trübes“ nicht einfach nur „wegdrückt“, sondern das System wieder in Bewegung bringen kann.
  • Brennnessel: unterstützt aus Sicht der CM die Nässe-Ausleitung und kann das „Schwere“ aus dem System nehmen.
  • Löwenzahn: wird häufig genutzt, um die Funktion von Leber/Magen-Dynamik(Verdauung & Bewegung) zu fördern.
  • Gundermann: passt als Wildkräuter-Baustein gut in „leichter öffnende“ Ernährungssysteme.
  • Möhre/Pastinake/Lauch/Kartoffel: liefern „milde Basis“ für die Mitte und machen das Gericht verträglich und sättigend.
  • Ingwer + Knoblauch (frisch und sehr zurückhaltend dosiert): wirken wärmend und unterstützen „Gegenkälte“ und Bewegungsimpuls.
  • Kurkuma (optional): ergänzt die antientzündliche Küche, ohne die Suppe „zu schwer“ zu machen.

Rezept: Antientzündliche Rheuma-Suppe mit Ackerhornkraut:

Zutaten (ca. 4 Portionen)

  • 1 EL Olivenöl oder Ghee
  • 1 Zwiebel (klein gewürfelt)
  • 1–2 Stangen Lauch (in Ringe geschnitten)
  • 1 Stück Ingwer (ca. 1–2 cm), fein gerieben
  • 1 Knoblauchzehe (optional, fein gehackt)
  • 1 Möhre (gewürfelt)
  • 1 Pastinake (gewürfelt, optional)
  • 1 Kartoffel (würfeln, macht die Suppe „milder“)
  • 800–1000 ml Gemüsebrühe (oder Wasser + Algen/Salz nach Wahl)
  • 1–2 TL Kurkuma (optional)
  • 1/2 TL Kreuzkümmel oder Fenchel (hilft, Nässe leichter zu transformieren)
  • Salz & frisch gemahlener Pfeffer

Wildkräuter (frisch oder tiefgekühlt, Menge insgesamt ca. 250–350 g):

  • Ackerhornkraut (ca. 80–120 g)
  • Brennnessel (ca. 80–120 g, blanchiert)
  • Gundermann (ca. 30–60 g, fein gehackt)
  • Löwenzahn (ca. 30–60 g, kleingeschnitten; Blätter statt viel Blüten, je nach Geschmack)

Optional zum Abrunden:

  • 1–2 TL Zitronensaft am Ende (nicht mitkochen, wenn du sehr empfindlich reagierst)
  • 1–2 EL Apfelessig ganz am Schluss (nur wenn Du ihn gut verträgst)

Zubereitung

  1. Basis ansetzen: Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebel und Lauch 5–7 Minuten anschwitzen. Ingwer (und optional Knoblauch) 30–60 Sekunden mit anrösten.
  2. Gemüse & Gewürze: Möhre, Pastinake (optional) und Kartoffel zugeben. Kurkuma und Kreuzkümmel/Fenchel dazugeben und kurz mitrösten.
  3. Kochen: Mit Gemüsebrühe auffüllen und alles 20–25 Minuten sanft köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.
  4. Wildkräuter „zum richtigen Zeitpunkt“:
    • Brennnessel kurz blanchieren oder bereits blanchiert verwenden.
    • Ackerhornkraut, Gundermann und Löwenzahn erst in den letzten 5–7 Minuten einrühren, damit Aroma und Vitalität erhalten bleiben.
Ackerhornkraut- wächst da, wo anderes nicht bestehen kann
  1. Abschmecken & optional verfeinern: Mit Salz/Pfeffer abschmecken. Optional am Ende ganz wenig Zitronensaft oder Essig zugeben (nur wenn verträglich).
  2. Optional cremiger: Wenn du es mehr „wärmend und Mitte regulierend“ möchtest, kannst du einen Teil der Suppe pürieren und den Rest stückig lassen.

Anwendung:

  • 2–4x/Woche als warmes Gericht für einen Zeitraum von 1–2 Wochen testen, dabei beobachten: Werden Steifigkeit/Schweregefühl besser? Wird die Verdauung optimaler?

Konkrete Hinweise (kurz & praxisnah und für Deine Sicherheit)…

  • Wildkräuter nur sammeln, wenn die Art sicher identifiziert werden kann oder aus vertrauenswürdigen Quellen stammen.
  • Bei Medikamenten oder starken Entzündungs-/Schub-Symptomen dieses Muster ergänzend betrachten (Ernährung ersetzt keine ärztliche Behandlung).

Diese Suppe arbeitet nicht „gegen“ deinen Körper, sondern mit einer naturheilkundlichen Logik: warm, gekocht, kräuterreich, mit Wildpflanzen, die das System wieder in Bewegung bringen sollen.

UND nun? Schau genau hin- integriere die Ernährungshinweise, die Du bspw. von mir bekommst, langsam und ohne Stress in Deine Mahlzeiten- beginne mit der wichtigsten Mahlzeit- der ersten des Tages zwischen 6-11 Uhr 🙂

Nimm den „Druck“ und Deinen Perfektionismus aus der Umsetzung- erinnere Dich bspw. an die Ernährung von früher- oft reichen 3-5 Zutaten für eine nährende und „heilende“ Ernährung.

Du benötigst Hilfe- dann melde Dich für einen termin gerne über das Kontaktformular; diese Termine sind auch per Video-Call möglich.

Ich wünsche Dir eine gute Woche; bleib gesund… herzlichst

Kira

Wildkräuter- einwunderbarer Ersatz für zu starke Gewürze 🙂

Trinkkuren- gar nicht altbacken…

Guten Tag an Dich an diesem Pfingstmontag; Du hast hier zu meinem Blog gefunden- dann freue Dich auf zahlreiche Berichte von der Naturheilkunde, zu Heilverfahren, meiner Arbeit und natürlich ganz viel Wissen rund um Kräuter, Traditionelle Europäische Heilkunde, Klostermedizin und Klassische Chinesische Medizin. Heute habe ich Dir dies zusammen gestellt:

Alt bewährt- gar nicht eingestaubt und heute eine sehr einfache therapeutische Anwendung in der Naturheilkunde- eine „Trink-Kur“…

Trinkkuren gehören zu den ältesten Heilverfahren und sind – gerade in Europa- eng mit der Geschichte der Bäderorte verbunden. Sie stehen für eine Zeit, in der Wasser nicht nur als Nahrungs- und Reinigungsmedium verstanden wurde, sondern als Träger von Mineralien, Temperaturreizen und beliebte Heilpraxis. Gerade in den klassischen Kurorten entwickelte sich daraus eine Kultur der „Heilquellen“, in der das Trinken von Quellwasser, das „Baden“ und das Verweilen im Ort als zusammengehörige Therapie verstanden wurden.

Ein wenig Historie zur Trinkkur

Die Idee, Wasser gezielt zu trinken, ist sehr alt. Schon in der Antike wurden Quellen aufgesucht, denen eine besondere Wirkung zugeschrieben wurde. Im Mittelalter und besonders in der Neuzeit erlangten Mineral- und Heilquellen eine zentrale Stellung. Mit der Entwicklung der europäischen Bäderkultur im 17. bis 19. Jahrhundert- bspw. in Karlsbad oder Bad Lauterbach… wurde die Trinkkur zu einem festen Bestandteil der Kurmedizin.

In vielen Bäderorten entstand eine eigene Routine:

  • morgens frisches Quellwasser trinken
  • anschließend spazieren gehen
  • danach Ruhe, leichte Kost und wiederholte Anwendungen, wie Wassertreten oder Wickel

Dieses Zusammenspiel war nicht zufällig aufgestellt worden, sondern Teil einer frühen, ganzheitlichen Sicht auf Gesundheit. Die Quelle selbst galt als heilkräftig, aber ebenso der Ort, die Luft, die Bewegung, die leichte „Kurkost“ und der geregelte Tagesrhythmus.

Der Tollensesee bei uns in MV ist bspw. zum Teil ein Quellensee; sehr klares und kühles Wasser selbst im Sommer sind bezeichnend

Bäderorte als Heilräume

Bäderorte waren historisch nicht einfach „Orte mit Wasser“, sondern komplette Heilräume. Sie vereinten:

  • Heilquelle oder Mineralquelle
  • Badekultur
  • Trinkhalle
  • Promenaden und Kurwege
  • ärztliche Begleitung
  • gesellschaftliche Ordnung und Erholung

Die Trinkhalle war dabei ein zentrales architektonisches und kulturelles Element. Noch heute kannst Du bspw. in Karlsbad- dem tschechischen Karlovy Vary- diese Architektur bewundern. Dort wurde das Wasser nicht nebenbei konsumiert, sondern bewusst, in Etappen und oft nach ärztlicher Empfehlung zu sich genommen. Das Trinken wurde ritualisiert: langsam, in bestimmter Menge, zu bestimmten Zeiten und kombiniert mit Bewegung.

Was unter „Heilquellen“ verstanden wurde

Der Begriff Heilquelle beschreibt Wasserläufe, denen aufgrund ihrer natürlichen Zusammensetzung eine therapeutische Wirkung zugeschrieben wurde. Entscheidend waren vor allem:

  • Mineralgehalt
  • Temperatur
  • Kohlensäuregehalt
  • Sulfat-, Natrium-, Calcium- oder Magnesiumanteile
  • Geruch und Geschmack

Je nach Zusammensetzung wurden die Quellen unterschiedlich eingesetzt. Manche galten als anregend für die Verdauung, andere als unterstützend bei Stoffwechsel- oder Harnwegsproblemen. In der historischen Balneologie war das Wasser nicht neutral, sondern charaktervoll: Jede Quelle hatte ihren eigenen „Arztbrief“ aus der Natur.

Die kulturelle Bedeutung der „Trinkkur“

Die Trinkkur war nie nur medizinisch, sondern auch kulturell geprägt. Der Bäderort wurde zum Ort von:

  • Heilung
  • Beobachtung
  • sozialem Austausch
  • Spaziergang und Rhythmus
  • Disziplin und Selbstfürsorge

Der Tagesablauf im Kurort strukturierte den Körper neu. Das langsame Trinken am Morgen, das Gehen an der frischen Luft und die wiederkehrenden Anwendungen sollten den Organismus ordnen und stärken. In diesem Sinn war die Trinkkur auch eine frühe Form von Regeneration durch Rhythmus.

Verbindung zur Naturheilkunde heute

In der heutigen Naturheilkunde lässt sich diese Tradition neu „lesen“. Trinkkuren mit Kräutern greifen das alte Prinzip auf, Flüssigkeit nicht nur als Menge, sondern als Träger von Wirkung, Rhythmus und Qualitätzu verstehen. Während früher die Heilquelle selbst im Mittelpunkt stand, übernehmen heute oft Kräutermischungen diese Rolle: Sie verbinden Wasser mit pflanzlicher Information und einem klaren Kurkonzept.

Das macht die Trinkkur bis heute interessant:

  • als sanfte Unterstützung
  • als ritualisierte Gesundheitsroutine
  • als Brücke zwischen historischer Heiltradition und moderner Phytotherapie

Die Geschichte der Trinkkuren ist untrennbar mit den Bäderorten und ihren Heilquellen verbunden. Aus dem Trinken mineralischer Quellwässer entstand eine ausgeprägte Kurkultur, in der Wasser, Bewegung, Luft, Ruhe und ärztliche Ordnung zusammenwirkten. Diese historische Tradition prägt bis heute die naturheilkundliche Vorstellung von Trinkkuren: nicht als schnelle Maßnahme, sondern als rhythmische, mild wirkende Form der Unterstützung von Körper und Regeneration.

Trinkkuren sind daher in der modernen Naturheilkunde ein klassisches, alltagsnahes Verfahren, um den Flüssigkeitshaushalt zu unterstützen und bestimmte Stoffwechsel- und Ausscheidungsprozesse sanft zu begleiten. Wissenschaftlich betrachtet wirken sie nicht nicht nur als „Motor“ der Autophagie, sondern vor allem über ausreichende Hydrierung, die Zufuhr pflanzlicher Inhaltsstoffe und die gezielte Auswahl mild wirkender Drogen. Besonders interessant sind dabei bspw. LabkrautBrennnessel und Holunderblüten, weil sie zwar traditionell unterschiedlich eingesetzt werden und sich gut für eine kurartige Anwendung kombinieren lassen.

Trinkkur in der Naturheilkunde:

Eine Trinkkur bedeutet meist, über einen begrenzten Zeitraum regelmäßig Wasser, einen Kräutertee oder Auszug zu trinken. Dabei geht es um:

  • Unterstützung der Flüssigkeitszufuhr
  • Anregung der Diurese
  • Begleitung des Stoffwechsels
  • Sanfte Regulation bei innerer Hitze, Stauung; „Winter- oder Frühjahrs“müdigkeit
  • Ergänzung einer ernährungsmedizinisch sinnvollen Routine

Aus naturheilkundlicher Sicht ist entscheidend, dass eine Trinkkur mild, regelmäßig durchgeführt, aber auch zeitlich begrenzt bleibt. Kräuter mit stark harntreibender, stoffwechselaktiver oder pharmakologisch intensiver Wirkung gehören nicht unkritisch in den Alltag, sondern brauchen Indikationsbezug und Kontext.

1. Labkraut: sanfte Lymph- und Stoffwechselbegleitung

Echtes Labkraut (Galium verum) und in der Praxis oft auch verwandte Labkrautarten werden traditionell bei „Stockungen“, Lymphthemen und einem Gefühl von Schwere verwendet. Die Pflanze enthält unter anderem:

  • Gerbstoffe
  • Flavonoide
  • Iridoide
  • Saponine in geringerem Ausmaß

Aus naturheilkundlicher Perspektive wird Labkraut geschätzt, weil es mildgut integrierbar und langsam wirkend ist. In Trinkkuren passt es besonders dann, wenn nicht ein aggressiver Effekt, sondern eine sanfte Regulation gewünscht ist. Dabei sind Kaltauszüge ebenso wirksam wie Teezubereitungen.

Für die Praxis:

  • gut geeignet für kurmäßige Mischungen
  • eher als Begleitpflanze als als starkes Einzelmittel
  • traditionell bei „Verschleimung“, „Stauung“ und leichten Lymphbeschwerden verwendet

Wissenschaftlich lässt sich die Wirkung vor allem als milde pflanzliche Modulation einodnen, nicht als spektakulärer Einzelmechanismus.

Im Sommer lassen sich Trinkkuren auch mit Obst im Wasser durchführen- bspw. Wassermelone- reich an Mineralien 🙂

2. Brennnessel: mineralstoffreich und klassisch harntreibend

Die Brennnessel (Urtica dioica) ist eine der bekanntesten Trinkkurpflanzen. Sie enthält unter anderem:

  • Mineralstoffe
  • Flavonoide
  • Kieselsäure
  • Phenolcarbonsäuren
  • weitere sekundäre Pflanzenstoffe

Traditionell wird sie vor allem zur Durchspülung der Harnwege und als stoffwechselunterstützende Pflanzeeingesetzt. Im naturheilkundlichen Kontext wird sie oft verwendet bei:

  • leichtem Wasserstau
  • Frühjahrskuren
  • allgemeiner Rekonvaleszenz
  • begleitender Ausleitung über die Niere

Die Brennnessel ist dabei nicht nur „harntreibend“, sondern auch ein Nährkraut. Gerade das macht sie für Trinkkuren attraktiv: Sie verbindet Ausscheidungsunterstützung mit einer gewissen mineralischen Dichte.

Wichtig in der Praxis:

  • nicht als Daueranwendung ohne Anlass
  • bei eingeschränkter Nierenfunktion, Herzinsuffizienz oder relevanter Medikation zurückhaltend verwenden
  • auf ausreichendes Trinken achten, damit die Kur funktional bleibt

3. Holunderblüten: Schwitzen, Atemwege, sanfte Regulation

Holunderblüten (Sambucus nigra) gehören zu den klassischen Blüten der Hausapotheke. Sie enthalten unter anderem:

  • Flavonoide
  • Schleimstoffe
  • ätherisch wirksame Begleitstoffe

Traditionell werden sie eingesetzt, um:

  • Schweißbildung zu fördern– besonders, wenn dieser natürliche Mechanismus verloren gegangen ist
  • die Atemwege zu begleiten
  • bei frischem Kältegefühl oder beginnender Erkältung unterstützend zu wirken
  • das allgemeine „Lösen“ im Körper zu fördern

In Trinkkuren bringen Holunderblüten eine wärmend-sanfte, bewegende Komponente ein. Sie passen besonders dann, wenn neben Ausscheidung auch eine gewisse Oberflächenregulation und lymphatische Entlastung gewünscht wird.

Vergleich der drei Pflanzen auf einen Blick:

PflanzeTraditioneller SchwerpunktCharakterGeeignet für Trinkkuren
LabkrautLymphe, Stauung, sanfte Regulationmild, ausgleichendsehr gut
BrennnesselHarnwege, Stoffwechsel, Mineralstoffzufuhrklar, aktivierendsehr gut
HolunderblütenSchwitzen, Atemwege, Bewegung von außen nach innensanft wärmendgut

In einer ausgewogenen Trinkkur sind diese drei Pflanzen sinnvoll miteinander verbunden:

  • Brennnessel für die Ausscheidung und Mineralstoffbegleitung
  • Labkraut für die sanfte Regulation und das Gefühl von Leichtigkeit
  • Holunderblüten für die unterstützende Wärme- und Oberflächenwirkung

So entsteht eine Mischung, die nicht zu stark, aber dennoch spürbar ist. Gerade in der Naturheilkunde ist diese Balance entscheidend: Eine gute Trinkkur soll den Organismus nicht überfordern, sondern rhythmisierend und unterstützend wirken.

Praktische Anwendung:

Für eine alltagstaugliche Trinkkur werden verwendet:

  • 1–2 Teelöffel Kräutermischung pro Tasse
  • 2–3 Tassen täglich
  • über 5–14 Tage, je nach Zielsetzung
  • möglichst warm und frisch zubereitet

Ein Beispiel für eine milde Mischung wäre:

  • 40 % Brennnessel
  • 30 % Labkraut
  • 30 % Holunderblüten

Diese Mischung ist besonders geeignet, wenn eine Kur sanfthausapothekennah und alltagstauglich bleiben soll.

Grenzen und Vorsicht!!!

Trinkkuren sind nicht für jede Situation gleich passend. Daher sollten diese Kuren auch immer mit Deiner Kompetenzperson- HPin oder Badearzt/Badeärztin abgesprochen werden.

Vorsicht ist geboten bei:

  • Herz- oder Nierenerkrankungen
  • starker Ödembildung unklarer Ursache
  • akuter Infektion mit hohem Fieber
  • Schwangerschaft und Stillzeit, je nach Pflanze und Dosierung
  • gleichzeitiger Einnahme entwässernder Medikamente

Es gilt immer: Eine Trinkkur ist kein Ersatz für eine vernünftige Diagnostik und Behandlung, sondern eine begleitende naturheilkundliche Maßnahme.

JiaoGulan- sehr gut für eine Trinkkur über das frühjahr und den Herbst- eine Tasse täglich

Kurmischung für 7–14 Tage

Mischung:

  • 40 g Brennnesselblätter
  • 30 g Labkraut
  • 30 g Holunderblüten

Anwendung

  • 1 Esslöffel der Mischung mit 250 ml heißem Wasser übergießen
  • 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen
  • 2–3 Tassen täglich frisch zubereitet trinken
  • Ideal über 7–14 Tage
  • Diesen Trank tatsächlich pur zu sich nehmen, keinen Honig oder Zucker verwenden!!!

Naturheilkundliche Einordnung:

  • Brennnessel: unterstützt die Durchspülung und bringt mineralische Begleitung
  • Labkraut: wird traditionell bei Stauung und zur sanften Regulation eingesetzt
  • Holunderblüten: ergänzen die Mischung mit einer wärmend-lösenden Komponente

Geschmack und Charakter

Die Mischung ist:

  • mild herb
  • leicht blumig
  • angenehm alltagstauglich
  • gut geeignet für eine sanfte Trinkkur im Frühjahr oder bei allgemeinem „Schweregefühl“

Diese Mischung passt besonders gut, wenn die Kur nicht zu stark, sondern sanft und regulierend wirken soll. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen, unklaren Schwellungen oder relevanter Medikation sollte eine Trinkkur individuell abgestimmt werden.

Wasser-Lebenselixier für alles in der Natur; in Norwegen bspw. kannst Du problemlos aus den Gebirgsläufen trinken; das Wasser hat eine unglaubliche Kraft dort- vor allem mental ist es zu spüren

In der Chinesischen Medizin würde man diese Mischung vor allem als mild bewegend, ausleitend und leicht kühlend einordnen. Sie passt besonders dann, wenn sich Hitze, leichte Stagnation oder Feuchtigkeit zeigen, etwa bei:

  • Schweregefühl
  • innerer Unruhe
  • leichtem „Stau“ im Körper
  • Neigung zu Ödemen
  • Frühjahrsmüdigkeit mit Trägheit

Die Mischung unterstützt aus Sicht der CM vor allem:

  • Qi-Bewegung
  • Feuchtigkeitsausleitung
  • leichte Hitze-Reduktion
  • Sanftes Harmonisieren von Leber und Niere

Wirkprofil der Kräuter gemäß CM:

PflanzeCM-ZuordnungWirkung im CM-Verständnis
Brennnesselleicht kühlend, bewegendklärt leichte Hitze, fördert Ausleitung über Urin
Labkrautausleitend, regulierendunterstützt Stauungsabbau und Flüssigkeitsbewegung
Holunderblütenleicht kühlend bis neutrallöst, öffnet und unterstützt die Oberfläche

Wann sie aus dem Blickwinkel der CM gut passt

Diese Mischung ist besonders passend bei:

  • Qi-Stagnation mit Feuchtigkeit
  • leichter Hitze im oberen oder mittleren Erwärmer
  • Schweregefühl und „verklemmter“ Dynamik
  • milder Frühjahrskur

Wann NIE anwenden:

  • ausgeprägtem Yin-Mangel mit Trockenheit
  • deutlicher Kälte im Verdauungstrakt
  • starkem Erschöpfungszustand
  • Schwangerschaft – hier Einzelfall streng prüfen!!

Trinkkuren sind ein sehr brauchbares Instrument der Naturheilkunde, wenn sie gezielt, mild und zeitlich begrenzt eingesetzt werden. Als Beispiel hier: Labkraut steht für sanfte Regulation und Stauungsabbau, Brennnessel für Durchspülung und mineralische Unterstützung, Holunderblüten für die wärmende, schweißtreibende und ausgleichende Komponente. Zusammen ergeben sie eine gut verständliche und praktisch einsetzbare Phytotherapie für den Alltag.

Meine Empfehlung: Lass doch mal Deinen Mineralstoffhaushalt über das Blut bestimmen- eventuell ist eine Trinkkur auch für Dich sinnvoll- vor allem bei ständiger Müdigkeit, was auf eine Dysbalance im Leber- und Nieren-Stoffwechsel hinweist.

Trinkkuren gehören aber in die Hände des Fachpersonals- halte Rücksprache. Bei Interesse vereinbare gerne einen Termin in meiner Praxis; ggf. lässt sich der Termin auch telefonisch abhalten.

Trinktipp für den Alltag: Trinke alle Stunde ein kleines Glas Wasser und etwa eine Stunde vor den Mahlzeiten ein großes Glas- möglichst ohne Sprudel und lauwarm- dann arbeitet Dein Körper sinnvoll und „leidet“ nicht unter Trockenheit 😉

Hab eine angenehme Woche- liebe Grüße in Deinen Tag…

Kira

Trinkkur bei Migräne-Anfälligkeit bspw. u.a. mit Mutterkraut-Auszug

Schröpfen… Tradition trifft auf Wissenschaft

Sei WILKOMMEN hier auf meinem Blog- lehne Dich zurück, trink Dein morgendliches Getränk und genieße das Lesen…

Schröpfen ist eine traditionelle Behandlungsform, die seit Jahrhunderten in verschiedenen Medizinsystemen verwendet wird – unter anderem in der Chinesischen Medizin, in der europäischen Naturheilkunde, in der Klostermedizin und in der arabisch-persischen Medizin. Dabei werden mit Hilfe von Schröpfgläsern Unterdruckreize auf der Haut erzeugt. Das Ziel ist, die lokale Durchblutung anzuregen, muskuläre Spannungen zu lösen und den Körper in seiner Regulationsfähigkeit zu unterstützen.

In der naturheilkundlichen Praxis wird Schröpfen häufig bei Verspannungen, myofaszialen Beschwerden, Rückenschmerzen und einem Gefühl von „Stau“ oder „Schwere“ eingesetzt. Aus Sicht der chinesischen Medizin kann es helfen, Stagnationen zu bewegen. Wissenschaftlich betrachtet lassen sich vor allem lokale Effekte auf Haut, Muskulatur, Mikrozirkulation und Schmerzverarbeitung diskutieren.

Was ist Schröpfen?

Beim Schröpfen werden spezielle Gläser oder Silikonkappen auf die Haut gesetzt. Durch Unterdruck wird die Haut leicht angehoben, wodurch eine intensive Reizung des darunterliegenden Gewebes entsteht. Es gibt verschiedene Formen:

Schröpfkopfmassage bei Schmerzen
  • Trockenes Schröpfen: Die Gläser werden ohne Hautverletzung aufgesetzt
  • Bewegtes Schröpfen: Die Haut wird mit Öl eingerieben und das Schröpfglas über das Gewebe bewegt- s.g. Schröpfkopf-Massage
  • Blutiges Schröpfen: Nach einem kleinen Hautanriss(Nadel oder Lanzette) wird geschröpft; diese Form ist deutlich invasiver und gehört in fachkundige Hände

In der Praxis ist das trockene und bewegte Schröpfen am häufigsten, insbesondere im naturheilkundlichen und physiotherapeutischen Umfeld.

Schröpfen in der CM

In der Chinesischen Medizin wird Schröpfen als Methode verstanden, Blockaden zu lösen und den Fluss von Qi und Blut anzuregen. Besonders relevant ist es bei Mustern wie:

  • Qi-Stagnation
  • Blut-Stagnation
  • Kälte-Disharmonie
  • Feuchte-Ansammlungen
  • muskelbedingter Spannung im Rücken- und Nackenbereich

Typische Ziele sind:

  • Entlastung von Stagnation
  • Auflösung von Spannung und „Druck“
  • Förderung der lokalen Zirkulation
  • Unterstützung bei Beschwerden, die mit Kälte oder muskulärer Verhärtung zusammenhängen

Schröpfen erfolgt häufig entlang der Blasen-Meridian’s am Rücken eingesetzt, weil diese Region als besonders zugänglich für eine regulierende Behandlung des Körpers gilt; aber auch das Setzen von kleineren schröpfköpfen an den großen Gelenken oder an den großen Muskelgruppen ist verbreitet.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Studienlage zum Schröpfen ist recht „dünn“, aber es gibt Hinweise auf positive Effekte bei bestimmten Beschwerden, vor allem bei Schmerzen und muskulären Verspannungen. Diskutierte Wirkmechanismen sind:

  • Steigerung der lokalen Durchblutung
  • Beeinflussung der Schmerzrezeptoren
  • Reizsetzung auf Faszien und Muskelstrukturen
  • modulierende Effekte auf das Nervensystem
  • Veränderung der Gewebespannung

Viele Studien weisen jedoch methodische Schwächen auf, etwa kleine Teilnehmerzahlen, fehlende Verblindung oder unterschiedliche Behandlungsprotokolle. Deshalb gilt Schröpfen gemäß der modernen Medizin nicht als Ersatz für eine alleinige Therapiemethode, sondern als ergänzende Methode.

Wann kann Schröpfen sinnvoll sein?

Schröpfen wird in der Praxis häufig eingesetzt bei:

  • Nackenverspannungen
  • Schulter-Arm-Beschwerden
  • Rückenschmerzen
  • muskulären Verhärtungen
  • tension-related headaches
  • Erschöpfungszuständen mit Spannungsgefühl
  • Beschwerden nach körperlicher Überlastung

Besonders gut passt es oft dann, wenn Beschwerden als „ziehend“, „dumpf“, „druckvoll“ oder „blockiert“ erlebt werden.

Kontraindikationen…

Schröpfen ist nicht für jede Person geeignet. Vorsicht oder ein Verzicht ist sinnvoll bei:

  • akuten Hauterkrankungen
  • offenen Wunden
  • Gerinnungsstörungen
  • Einnahme stark blutverdünnender Medikamente
  • Fieber oder akuten Infekten
  • ausgeprägten Gefäßerkrankungen
  • während der Schwangerschaft im Bauch- und Lendenbereich; aber auch in der Region von wehenauslösenden Akupunkturpunkten
  • stark geschwächter Konstitution

Nach dem Schröpfen bleiben oft runde, teils dunkle Hautverfärbungen. Diese „Petechien“ sind eine gewünschte Reaktion, harmlos und verschwinden in einigen Tagen bis Wochen. Sie zeigen die Reizintensität und die Wirkung an. Gleichzeitig „eröffnen“ sich die Poren und die „Oberfläche“ in der region- daher Zugluft und Kälteeinwirkung vermeiden!!

Ablauf einer Schröpfbehandlung…

Eine typische Behandlung beginnt in meiner Praxis immer mit einem Anamnese-Gespräch über Beschwerden, Konstitution und Kontraindikationen. Danach wird die Haut vorbereitet, häufig mit etwas Öl oder einer kurzen manuellen Vorbehandlung. Anschließend werden die Schröpfgläser gesetzt oder bewegt.

Viele Menschen empfinden die Behandlung als:

  • angenehm durchwärmend
  • entlastend
  • lockernd
  • tief entspannend

Die Intensität sollte immer individuell angepasst werden. Gerade bei sensibler Haut, schwacher Konstitution oder älteren Personen gilt: weniger ist oft mehr.

Petechien nach einer Schröpfkopfmassage bei starker Stagnation

Schröpfen im ganzheitlichen Behandlungskonzept

Schröpfen entfaltet seine Stärke besonders dann, wenn es in ein Gesamtkonzept eingebettet ist. Dazu können gehören:

  • Bewegung und Dehnung
  • Wärmeanwendungen
  • Atemübungen
  • Ernährungstherapie
  • Akupressur oder Akupunktur
  • manuelle Therapie
  • Stressregulation

In der Naturheilkunde und CM ist das Ziel nie nur die lokale Symptomlinderung, sondern immer auch die Betrachtung des Gesamtbildes: Was bringt das System in Stagnation? Was braucht es, um wieder in Fluss zu kommen?

Ein kleines Fazit…

Schröpfen ist eine traditionsreiche Methode mit klarer physiologischer Reizwirkung und einem festen Platz in der naturheilkundlichen und CM-orientierten Praxis. Das Setzen von Schröpfköpfen kann bei muskulären Spannungen, Schmerzen und Stagnationszuständen eine wertvolle Unterstützung sein. Wissenschaftlich ist die Datenlage noch nicht in allen Punkten eindeutig, zeigt aber interessante Hinweise auf schmerzlindernde und durchblutungsfördernde Effekte…leider wird die Forschung dazu mnicht oder nur zögerlich voran getrieben… etwas ketzerisch gesagt: „es lässt sich damit kaum Geld verdienen 😉 „

Als Heilpraktikerin und Fachtherapeutin für CM/TEM sehe ich Schröpfen als ein kraftvolles, aber differenziert einzusetzendes Verfahren: nicht als Allheilmittel, sondern als gezielten Impuls für Entlastung, Bewegung und Regulation.

Ich finde den folgenden Ausspruch sehr treffend:

„Schröpfen wirkt nicht „gegen den Körper“, sondern mit einem gezielten Reiz auf seine Selbstregulation.“

Ich danke Dir für Dein Interesse, wünsche Dir eine angenehme Woche und würde mich freuen, wenn Du sowohl meinen Blog/ meine Website als auch meinen Instagram-Account als wertvoll weiterempfiehlst- DANKE.

Herzlichst- Kira

Naturheilkunde mit feinen, kleinen NADELN- AKUPUNKTUR

Guten Morgen und HALLO an Dich- heute mit dem Bereich aus der Naturheilkunde, die mein persönlicher Favorit ist- der Bereich, in dem ich täglich mehrfach arbeite- der Akupunktur. Kleine Nadeln- große Wirkung…

Akupunktur ist eine der ältesten und zugleich lebendigsten Behandlungsmethoden in der asiatischen/chinesischen Medizin. Sie verbindet präzise Beobachtung des Körpers mit einem energetischen Verständnis von Gesundheit, Regeneration und innerem Gleichgewicht. Aus schamanischer Sicht berührt sie zudem etwas sehr Ursprüngliches: den Menschen nicht nur als Körper, sondern als durchlässiges Wesen zwischen Erde, Atem, Emotion, Geist und Lebenskraft.

Die Entstehung der Akupunktur

Die Wurzeln der Akupunktur reichen mehrere dreitausend Jahre zurück. Sie entstanden in einem kulturellen Umfeld, in dem Naturbeobachtung, Medizin, Philosophie und Spiritualität nicht getrennt voneinander gedacht wurden. In China und auch anderen asiatischen Ländern entwickelte sich früh die Vorstellung, dass im Körper Lebensenergie, das Qi, durch Leitbahnen, die Meridiane, fließt. Gesundheit bedeutete, dass diese Bewegung frei, harmonisch und ausreichend vorhanden ist.

Die ersten therapeutischen Techniken waren vermutlich deutlich einfacher als die heutige Akupunktur. Die ersten Anwender/Behandler nutzten spitze Steine, später Metallnadeln von enormer Dicke und Größe, um auf Schmerzen, Spannungen und Funktionsstörungen einzuwirken. Über die Jahrhunderte wurden diese Erfahrungen systematisiert, mit der Lehre von Yin und Yang, den fünf Wandlungsphasen und den Organbezügen verbunden und in klassischen, medizinischen Texten wie dem Su Wen festgehalten.

Besonders prägend war die Vorstellung, dass Beschwerden nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Ausdruck eines Ungleichgewichts im gesamten System. Akupunktur ist deshalb keine rein symptomorientierte Methode, sondern Teil einer ganzheitlichen Diagnose- und Behandlungsweise.

Wie Akupunktur wirkt

Akupunktur reguliert und balanciert den Fluss von Qi und Blut, löst Stagnationen, harmonisiert innere Prozesse und unterstützt die Selbstregulation des Organismus. Je nach Punktauswahl kann sie beruhigen, aktivieren, schmerzstillend, ausleitend oder stärkend wirken.

Moderne medizinische Erklärungsmodelle beschreiben zusätzliche Wirkmechanismen. Dazu gehören die Beeinflussung von Nervensystem, Schmerzverarbeitung, Muskeltonus, Entzündungsreaktionen und vegetativer Regulation. Viele Patientinnen und Patienten erleben Akupunktur als tief entspannend, strukturierend und klärend.

Typische Wirkbereiche sind:

  • Schmerzreduktion
  • Muskelentspannung
  • Stressregulation
  • Unterstützung bei Schlafstörungen
  • Begleitung bei funktionellen Beschwerden
  • Regulation von Verdauung, Zyklus und vegetativer Übererregung

Die Wirkung ist nicht nur lokal, sondern systemisch. Eine Nadel an einem Punkt kann eine ganz andere Region, ein Organmuster oder einen emotionalen Zustand beeinflussen.

Grenzen der Akupunktur

Akupunktur ist wirksam, aber nicht grenzenlos. Sie ersetzt keine Notfallmedizin, keine operative Versorgung und keine notwendige schulmedizinische Abklärung bei schweren oder unklaren Beschwerden.

Ihre Grenzen liegen vor allem dort, wo:

  • akute lebensbedrohliche Zustände vorliegen
  • strukturelle Schäden eine andere Behandlung erfordern
  • starke Infektionen, Blutungen oder neurologische Ausfälle abgeklärt werden müssen
  • psychische oder körperliche Krisen eine multimodale Versorgung brauchen

Auch innerhalb der asiatischen Heilkunde ist Akupunktur nicht das alleinige Mittel der Wahl. Je nach Muster braucht es zusätzlich Kräutertherapie, Ernährung, Bewegung, Moxibustion, Tuina, Lebensstilarbeit oder emotionale Stabilisierung.

Akupunktur ist besonders stark in funktionellen und regulativen Feldern. Dort, wo der Organismus noch antworten kann, kann sie sehr viel bewegen. Dort, wo Gewebe, Struktur oder Vitalität stark beeinträchtigt sind, braucht es oft ein erweitertes therapeutisches Konzept.

Akupunktur IST Energiearbeit

In der Energiearbeit wird Akupunktur oft als präzise Form der Information und Regulation verstanden. Die Nadeln setzen an Punkten an, die wie Zugänge oder Schaltstellen wirken. Über sie kann man Spannungen lösen, Energie verteilen, blockierte Bereiche öffnen und das Gesamtsystem neu ordnen.

Aus dieser Sicht ist Akupunktur nicht nur eine Technik, sondern eine Art Dialog mit dem Energiefeld des Menschen. Sie kann helfen:

  • festgehaltene Muster in Bewegung zu bringen
  • den Kontakt zum Körper wiederherzustellen
  • innere Polaritäten zu harmonisieren
  • das Nervensystem zu beruhigen
  • die Mitte zu stärken

Gerade bei Menschen, die sich „auseinandergezogen“, erschöpft oder innerlich zersplittert fühlen, kann Akupunktur wie eine Einladung sein, wieder in die eigene Ordnung zurückzufinden.

Die Schamanische Sichtweise auf Akupunktur

Schamanisch, aber auch generell in der Natur betrachtet, ist Gesundheit mehr als funktionierende Biologie. Sie bedeutet Verbundenheit: mit dem Körper, mit der Seele, mit den Ahnen, mit der Natur und mit dem eigenen inneren Rhythmus. Krankheit oder Beschwerde können als Zeichen gelesen werden, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist, dass etwas verloren ging, festhielt oder nicht mehr fließen konnte.

In dieser Perspektive ist Akupunktur eine Form der feinen Rückverbindung. Die Nadeln markieren Punkte, an denen der Mensch wieder „angesprochen“ wird. Nicht grob, sondern präzise. Nicht dominant, sondern lauschend.

Schamanisch könnte man sagen:

  • Akupunktur bringt das, was fest geworden ist, wieder in Bewegung
  • sie erinnert den Körper an seine innere Weisheit
  • sie öffnet Räume, in denen Heilung geschehen kann
  • sie unterstützt die Rückkehr von Präsenz, Erdung und Ordnung

Dabei liegt die Kraft nicht allein in der Nadel, sondern in der Beziehung, in der Intention und im Raum, der gehalten wird. Wie bei schamanischer Arbeit ist auch in der Akupunktur die Qualität des Feldes entscheidend: Ruhe, Klarheit, Präsenz und Respekt für den Menschen an und mit dem gearbeitet wird.

Akupunktur ist eine jahrtausendealte Methode mit tiefen Wurzeln in der chinesischen Medizin und einem breiten Wirkfeld auf Körper, Psyche und vegetatives Nervensystem. Ihre Stärke liegt in der Regulation, nicht im schnellen Überdecken von Symptomen. Ihre Grenzen liegen dort, wo andere medizinische Verfahren notwendig sind.

Im energetischen und schamanischen Verständnis ist Akupunktur eine Kunst der feinen Korrektur: Sie unterstützt das Fließen, das Ordnen und das Wiederverbinden. Gerade darin liegt ihre besondere Tiefe.

Heilung beginnt oft dort, wo etwas wieder in Fluss kommt- und in diesem Sinne wünsche ich Dir:

„Lass es fließen!“

Herzlichst-Kira

Spagyrik…die sehr praktikable Form der Kräuter-Heilkunde

Hallo an DICH und sei WILLKOMMEN im Mai. Ich starte heute mit einer neuen, kleinen Serie hier auf meinem Blog- in den nächsten Wochen- wie immer am Montag- erfährst Du Neues oder Bekanntes zu Methoden in der Naturheilkunde aus einer anderen Sichtweise.

In der ursprünglichen Naturheilkunde, so wie ich sie praktiziere, ging es NIE NUR um Symptome, sondern dem Menschen die Gesundheit in erster Linie zu erhalten und im Falle einer Erkrankung erst die Symptome zu lindern, die Heilung anzukurbeln und dann an die Wurzel des Übels heranzugehen.

Dabei gibt es für den Einsatz der Kräuterheilkunde verschiedene Möglichkeiten; eine ist die Form der Spagyrik:

Spagyrik ist eine besondere Art, Pflanzen nicht nur als Kräuterextrakt, sondern in ihrer ganzen geordneten Wirkweise zu betrachten. In der spagyrischen Aufbereitung werden Pflanze, Mineralisches und der feine, ausgleichende Anteil in ein harmonisches Mittel überführt, das traditionell für körperliche und seelische Themen genutzt wird.

Im Alltag ist Spagyrik besonders praktisch, weil sie einfach anzuwendengut dosierbar und oft sehr alltagstauglich ist. Tropfen oder ein Pump-Spray lassen sich leicht in den Tagesablauf integrieren, ohne dass man aufwendige Tees, Tinkturen oder Zubereitungen braucht. Gerade für Menschen, die Kräuter sanft und regelmäßig nutzen möchten, ist das ein großer Vorteil. Damit ist diese Form eine Brücke zwischen klassischer Pflanzenkunde und moderner, unkomplizierter Anwendung. Sie eignet sich gut, wenn man Kräuter nicht nur punktuell, sondern als kleine tägliche Begleitung einsetzen möchte- individuell, klar strukturiert, handlich und einfach in der Praxis.

Einzelkräuter für eine spagyrische Mischung- Foto mit Hilfe von KI bearbeitet

Im Folgenden findest Du eine praxisnahe, genaue Spagyrik-Mischung zur Unterstützung bei Anspannung, die sich besonders im oberen Körperbereich durch einseitige Belastung, Stress, Trauer oder auch Wut manifestiert( Schulter-Starre, wie „erfroren“, kann Gefühle nicht zeigen, ist „hart“ zu sich selbst, Schmerzen im oberen Rücken…). Sie ist aus den unten aufgeführten Pflanzen zusammengesetzt. Ich halte die Mischung bewusst harmonisierend und nicht zu „scharf“, weil mehrere kräftige Wirkprinzipien kombiniert werden: Schafgarbe, Wacholder, Johanniskraut, Angelika und Teufelskralle sind alle wirksam und sollten in einer Einzeldosierung klar austariert werden.

Der Inhalt

auf 50-ml-Mischung:

  • Schafgarbe – 20 %
  • Wacholderbeeren – 15 %
  • Lavendel – 15 %
  • Johanniskraut – 20 %
  • Angelikawurzel – 10 %
  • Spitzwegerich – 10 %
  • Teufelskralle – 10 %

Einordnung der Mischung

  • Schafgarbe: regulierend, krampflösend, ausgleichend auf Verdauung und Zyklus.
  • Wacholderbeeren: bewegend, ausleitend, stark wärmend; in der Mischung nur moderat dosiert.
  • Lavendel: beruhigend, spannungslösend, nervlich ausgleichend.
  • Johanniskraut: nervenstärkend, stimmungsaufhellend, regulierend bei Spannung und innerer Unruhe.
  • Angelikawurzel: wärmend, aufbauend, bewegend für „Verdauung“- mental wie körperlich- und umwandelnd bei innerer Kälte.
  • Spitzwegerich: mild, schützend, schleimhautberuhigend.
  • Teufelskralle: klassisch für Bewegungsapparat, Schmerzen, Steifigkeit und entzündliche Reizzustände.
Kraftvoll in der Wirkung; Foto mit KI bearbeitet

Wie erfolgt die Einnahme einer Spagyrik?

  • 10 Tropfen 3-mal täglich in lauwarmem Wasser- langsam trinken und einspeicheln
  • bei Bedarf zusätzlich 10 Tropfen abends
  • am besten vor dem Essen oder zwischen den Mahlzeiten
  • als Testphase zunächst 5–7 Tage, dann Wirkung und Verträglichkeit beurteilen lassen
  • als Spray werden 1-3x zwei Sprühstöße unter die Zunge gegeben, langsam einspeicheln

Diese Mischung muss zwingend angepasst werden…

  • Bei empfindlichem Magen: Wacholder und Angelika reduzieren
  • Bei starker Nervosität oder Schlafproblemen: Lavendel erhöhen
  • Bei deutlicher Schmerzsymptomatik am Bewegungsapparat: Teufelskralle etwas stärker wichten
  • Bei trockenen Schleimhäuten: Spitzwegerich leicht erhöhen
  • Bei sehr warmer, gereizter Konstitution: Johanniskraut und Angelika eher vorsichtig dosieren

Wichtige fachliche Hinweise

  • Johanniskraut kann mit vielen Medikamenten interagieren, vor allem mit hormonellen Präparaten, Antikoagulanzien, Immunsuppressiva, Antidepressiva und weiteren Arzneien- daher immer Rücksprache halten
  • Wacholderbeeren sind bei Nierenerkrankungen, Schwangerschaft und starker Reizung der Harnwege nicht geeignet.
  • Teufelskralle wird bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren vorsichtig eingesetzt oder ersetzt
  • Achtung! Dieser Beitrag enthält kein Heilversprechen und ich verweise eindrücklich auf eine Rücksprache mit Deiner Kompetenzperson!
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Deine individuellen Spagyrischen Mischungen kannst Du in den Fachapotheken herstellen lassen oder Du bekommst einige allgemeine Mischungen bereits fertig zu kaufen. Lass Dir zur Sicherheit ein Rezept ausstellen, damit Du die richtige Zusammenstellung erhälst!

Frage doch mal bei Deine(r)m AnsprechpartnerIN gezielt nach- Spagyrik lässt sich wunderbar auch in der Arbeitszeit oder im Urlaub anwenden 😉 – da gibt es dann keine „Ausreden“ mehr ; ;

Alles Liebe und eine sonnige Zeit wüncht Dir von herzen

Kira

Auch Nadelgehölze finden in der Fachrichtung Spagyrik ihre Anwendung 🙂
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