Archillessehne

Der Fersensporn…

… ist ein dornartiger, knöcherner Fortsatz am Ansatz einer überbeanspruchten Sehne und der Sehnenplatte(siehe Beitrag“ laufende Verletzungen“ hier) der Fußsohle.
Oft ist die Ursache für Schmerzen im Hacken kein echter Sporn , sondern eine akute und/oder chronische Entzündung, die auch den Schleimbeutel am Fersenbein mit einbeziehen kann. Ob der knöcherne Fersensporn, der ggf. auf einem Röntgenbild erkenntlich ist, direkt durch diese Entzündung entsteht- darüber streiten sich die Geister und Mediziner schon immer. Dieser „Dorn“ kommt nämlich auch ohne Fersenschmerzen vor. Umgekehrt kann man genauso häufig bei Patienten mit Fersenschmerzen röntgendiagnostisch keinen knöchernen Sporn feststellen.
Dieser recht gemeine und langwierige Quälgeist zeigt sich durch einen starken stechenden Schmerz unter oder auf der Innenseite der Ferse. Stehen ist sehr quälend, häufig klingt der Schmerz  beim Ausruhen ab, wird beim Aufstehen aber sofort wieder stärker. In der Zeit, in der der Fuß zur Ruhe kommt, eben auch in der Nacht, schwillt der Schleimbeutel stark an. Der erste „Auftritt“  tut dann besonders weh. Die Schmerzen verschlimmern sich auf hartem Untergrund oder bei längeren Fußmärschen schnell und bis in’s Unerträgliche:

  • Der Fersensporn kann als Alterserscheinung auftreten,
  • durch sportliche/ bewegungstechnische Überlastung, durch muskuläre Dysbalancen(Fehlbelastung) und verkürzte Muskeln und Sehnen(Archillessehne-Dauerzug) hervorgerufen werden: Jedes Mal, wenn Sie einen Schritt machen, tragen Ihre Fersen die Belastung des ganzen Körpers. Das Fettkissen unter der Ferse und eine große Sehnenplatte unter der Fußsohle dämpfen die Belastung.
    Wenn Sie sich nicht genügend vor dem Sport aufwärmen, sind Ihre Muskeln (z. B. Wadenmuskeln), Sehnen (z. B. Achillessehne) und Bänder nicht geschmeidig genug. Das kann zu Zerrungen, Entzündungen oder sogar zu kleinen Rissen der Sehnenbänder führen. Um das beschädigte Sehnenband zu entlasten, erschlaffen die Muskeln der Fußsohle beim Sitzen, Schlafen oder Ausruhen des Beines. Die Schmerzen in der Ferse verschwinden. Beim Aufstehen ist der Schmerz wieder da.
  • Ursache für den Fersensporn ist eine lang dauernde Überbelastung des Fußes in irgendeiner Form wie sportliche Aktivität in untrainiertem Zustand, Übergewicht oder Langzeitbelastung auf harten Böden in ungeeigneten Schuhen. Aber auch Fußdeformationen und Krankheiten können verantwortlich sein, wie Knick-Senkfuß, Hohlfuß, Polyarthritis oder Gicht.
    Im Speziellen wird die große Sehnenplatte unter der Fußsohle überbelastet. Dadurch entstehen wiederholt Risse in der Sehne. Wie bei einem gebrochenen Knochen lagert der Körper Kalk ab, um die Risse der Sehne zu heilen. Dadurch entsteht ein kleiner Auswuchs auf der Ferse, der Fersensporn
  • Risikogruppen sind Übergewichtige…zu viel Gewicht sorgt für eine chronische Überlastung beim Gehen…
  • Da das stoßdämpfende Fettpolster unter dem Fuß mit zunehmendem Alter schrumpft, sind besonders Männer und Frauen im mittleren und fortgeschrittenen Alter gefährdet…
  • Wochenendsportler- wer sich nur einmal/ Woche stark belastet kommt in eine Überlastung- das kann zum Sporn führen bzw. die Plantarsehnenplatte überreizen…
  • Personen mit unkorrigierter Fehlstellung des Fußes- unser Fußgewölbe und die Bein-Fuß-stellung haben einen großen Einfluss auf entstehende Schmerzen oder eben Schmerzfreiheit

Hinweise

  • Wird die chronische Überbeanspruchung nicht behandelt, kann das starke Schmerzen verursachen und der Fuss dauerhaft geschädigt werden…
  • Vorbeugen ist besser als heilen- bewegen Sie sich , trainieren Sie Ihre Füße, halten Sie Ihr Normalgewicht, tragen Sie passende und gute Schuhe… oder laufen öfter mal barfuss…
  • Sport darf nicht weh tun- nehmen Sie sich Zeit zum Aufwärmen und Dehnen…
  • Schmerzen in der Ferse sind ein Signal für Überbeanspruchung- handeln Sie nach der PECH ….. PauseEisCompressionHochlegen- Regel– sie sollten keinen- den Fuß belastenden- Sport treiben, solange Sie Schmerzen haben…
  • Passgenaue Schuhe sind unabdingbar, wenn Sie erst einmal diesen „Störer“ besitzen – sowohl für die Freizeit, als auch für die Arbeit, wichtig ist eine gute Fersenstütze und ein dämpfendes Kissen unter der Ferse…

Behandlung in meiner Praxis

Anhand der Symptome kann die Diagnose relativ sicher gestellt werden, haben Sie ein MRT/ Röntgenbild, dann bringen Sie dies ruhig mit.

Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten:

  • Tapen– erst einmal den Druck und Schmerz raus nehmen, vorher Akupunktur und/oder das neuraltherapeutische Spritzen von homöopatischen Mitteln, die den Schmerz lindern und die Entzündung abheilen lassen, das Tapen zeige ich jedem „Spornpatienten“, damit diese gute Methode auch zu Hause durchgeführt werden kann…,
  • Fußübungen mit oder ohne Physio- Rezept, z.b. „kurzer Fuss nach Janda“
  • chinesische Kräutermedizin, die direkt und gezielt bei solchen „Dornfortsätzen“ das Blut bewegt, die „Entzündung“ nimmt, die Feuchtigkeit ausleitet und Schmerzen stillt…
    Bei einem Fersensporn handelt es sich um eine Erkrankung, die langfristig zu sehen ist. Generell muss man von einer Zeitdauer von mindestens zwei/ drei Monaten ausgehen, je chronischer um so länger dauert die Behandlung. Bis zur Rückbildung eines Fersensporns ist mit einem halben Jahr zu rechnen. Danach sollte sich ein weiteres halbes Jahr zur Stabilisierung der Situation anschließen.
    Wichtig ist, sich um die Körperachse, das Gangbild und Schuhwerk zu kümmern. Bei besonders schweren Aktivitäten (Sport, Arbeit) muss die Belastung im Fußbereich vorübergehend reduziert werden:

Für zu Hause:

Rhododendron -Salbe
– Salbenverband über Nacht in hartnäckigen Fällen, im täglichen Wechsel in der Schmerzphase mit Traumeel von der Firma Heel

Gw4 Symphytum cp JSO
– Förderung des Knochenaufbaus, Festigung der Knochensubstanz
– 3-mal täglich 10 Globuli, mindestens ein halbes Jahr lang

Wichtig zur Behandlung aus meiner Erfahrung:
– Hekla-Lava D3, 3-mal täglich 2-3 Tabletten, mindestens ein halbes Jahr lang

Lassen Sie sich von „Ihrem“ Sporn nicht unterbuttern- Sie wissen ja, gegen jede Krankheit ist ein Kräut gewachsen 😉  und auch hier kann die Naturheilkunde helfen- wenn Sie auch mitmachen!!!

 

Tipps gegen „laufen“de Verletzungen

Laufen“ ist gesund! Es bewegt das Qi, beugt Übergewicht vor oder verringert dieses und stärkt unser Immunsystem! Egal ob Jogging/ Walking oder der flotte Spaziergang- es ist gut für Körper und Seele. Wenn… ja wenn da nicht das schmerzende Knie nach den ersten Kilometern wäre, die schmerzende Hüfte nach einer Woche Lauftraining oder die dumpfen Schmerzen in der Lendenwirbelsäule. Hatte Churchill Recht “ No Sports“- auch wenn dieser Ausspruch gar nicht historisch verbrieft ist??

Schmerzen sind generell- mit der chinesischen Medizin betrachtet- erst einmal ein Zeichen von stagnierendem Blut und Qi. Modern gesagt sind Schmerzen beim oder nach dem Laufen/ Gehen ein Hinweis auf Dysbalancen und ggf. Überlastungen. Bis zu 50% aller Freizeit- „Läufer“ haben oder hatten schon einmal Beschwerden der Muskeln/ Gelenke im Zusammenhang mit dem Laufen/ Walking/ Spazieren gehen. Egal was… es gibt Beschwerden von A- wie Archillessehnentendopathie bis Z- wie Zeh- Verletzungen.

Die Bewegung an sich ist nicht die Ursache für die Schmerzen/ Verletzungen, die finden wir in:

  • muskuläre Dysbalancen oder unzureichend vorhandener Muskulatur,
  • einseitiger Belastung,
  • verkürzter Muskulatur, geringe Flexibilität
  • falschem „Lauf“-Stil
  • falschen Schuhen
  • falscher Ausrüstung- z. Bsp. die falsche Größe bei den Walking- Stöckern,
  • fehlerhafte Handhabung der Walking- Stöcker, falsche Durchführung des Nordic-Walking,
  • falsche Ernährung, zu wenig Nahrung, zuviel Nahrung, einseitige Nahrung
  • zu starke Belastung
  • zu wenig oder zu viel Training

Es lassen sich noch mehr Gründe für Verletzungen/ Schmerzen aufzählen…

Tape bei Verletzung der Wade

Tape bei Verletzung der Wade

Die häufigsten Beschwerden sind:

  • Rückenschmerzen- Mißverhältniss zwischen Beinmuskulatur und Oberkörpermuskulatur
  • Femoropatellares Schmerzsyndrom- Sammelbgriff für kausal nicht eindeutig einzuordnende Schmerzen im Bereich des vorderen Knies/Kniescheibe(Patella),
  • mediales(inneres) Schienenbeinkantensyndrom- shin splint- schwache und überanstrengte Muskulatur,
  • Stressfrakturen/ Ermüdungsfrakturen- zu hohe Belastung und/oder zu schwache Knochenstruktur
  • Piriformissyndrom- Schmerzen im Bereich des Gesäß/ Hüfte, die durch Reizung des N. ischiaticus durch den Piriformismuskel entstehen,
  • Streckungsschwierigkeiten von Knie und Hüfte- vekürzte Muskeln an Oberschenkeln und Hüfte/ Dehnungsproblematik,
  • Patellaspitzensyndrom- Sehnenproblematik und verkürzte Muskulatur/ Dehnungsmanko
  • Traktussyndrom/ ITBS- Ilio-tibialen Bandsyndrom/Läuferknie- Überlastungs- und Reizzustände, oft Schmerzen an der außenseite der Knie
  • „Runners-Knee“- Chondropathia patellae/ degenerative Veränderungen am Gelenkknorpel an der Rückfläche der Kniescheibe- falscher Laufstil, falsche Schuhe u.s.w.
  • Plantarfasziitis/ Fersensporn- chronische entzündliche Veränderung im Bereich der Plantarfaszie, oft zusätzlich zu einem Fersensporn- Dehnungsproblematik/ Verkürzungsproblematik der Wadenmuskulatur/ Flexibilitätsproblematik der Sehnen,
Akupunktur nach einer Verletzung beim Laufen

Akupunktur nach einer Verletzung beim Laufen

Auch diese Aufzählung ließe sich noch fortführen. Was also tun?

  • Muskeltraining- Rücken, Bauch, Gesäß, Füße- alle großen Muskelgruppen und die tiefliegenden Muskeln an der Wirbelsäule trainieren- bspw. mit dem Flexi- Bar®
  • Dehnung- regelmäßig und effektiv z. Bsp. mit Übungen aus dem Qi Gong oder die gängigen Dehnungsübungen,
  • moderates Training- immer daran denken, sie müssen niemandem etwas beweisen, Sie trainieren für sich, Ihren Körper und Ihre Gesundheit,
  • Trainingspläne- sind wichtig, gerade für Neu- oder Wiedereinsteiger
  • Essen und trinken Sie ausreichend, regelmäßig und geeignet,
  • Wechseln sie regelmäßig das Gelände,
  • Wechseln Sie regelmäßig Ihre Schuhe aus und lassen Sie sich in einem richtigen Fachgeschäft beraten/ Ihre Füße vermessen und den geeigneten Schuh anpassen,
  • Machen Sie Pausen- Haben Sie Schmerzen, dann pausieren Sie mit dem Laufen/ Walking/ Spazieren und trainieren dafür die Muskeln und die Flexibilität,
  • Regelmäßiger Check up ist wichtig- ggf. müssen Spurenelemente zugeführt werden(s. Beitrag Sport im Sommer),

War’s das jetzt? Nein! Eine Erkrankung habe ich noch gar nicht erwähnt:

  • Erkältung- Myokarditis- plötzlicher Herztod

Das liest sich jetzt dramatisch, aber bei Fieber und bakteriellen Infektionen wie Tonsillitis(Mandelentzündung) darf nicht „gesportelt“ werden. Die Bakterien können sich im Muskelgewebe des Herzens festsetzen und dort erheblichen Schaden anrichten. Besonders junge Sportler unterschätzen dieses Risiko! Aber… das ist kein Spaß, sondern leider „Tod“ ernst- plötzlicher Herztod, ein zu schwaches Herz u. s. w. können die Folge sein. Also lieber pausieren, regenerieren und wenn die Infektion vorbei ist, langsam wieder einsteigen in ein „bewegtes“ Leben!

Sie bekommen bei mir in der Praxis den Einsteiger- Check up, Übungen zur Prävention und ggf. wenn gewünscht Trainingspläne oder auch eine Einweisung ins Walking/ Nordic Walking! Für das Nordic Walking können Sie sich auch bei mir die Walking- Stöcker ausleihen- probieren geht über studieren.

Sollte Sie der „Verletzungsteufel“ doch erwischen, dann helfen Akupunktur, Tapen, Kräutermedizin und manuelle Therapie(Tuina).

Moxa nach einer zu starken Belastung beim Sport

Moxa nach einer zu starken Belastung beim Sport

 

Ein verletzungs- und schmerzfreies Training!

 

 

 

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