Verdauung

Die Leber ruht, der Dünndarm „tobt“…

…nein, ganz so ist es nicht in der Zeit zwischen ca. 13 Uhr bis 15 Uhr, aber das Yang des Feuerelementes- der Dünndarmmeridian- arbeitet dann auf Hochtouren:

  • eine erhöhte Enzymaktivität durch die Nahrungsaufnahme sorgt für eine optimale Verwertung aller Makro- und Mikronährstoffe- unser Körper wird optimal versorgt.
  • Ist die Speise zu üppig gewesen, folgt Schwerstarbeit für den Dünndarm und da die Leber „ruht“ kann es zu einem Motivationsloch kommen- das Schlafhormon Melatonin wird ausgeschüttet- unsere Konzentrationsfähigkeit sinkt- Zeit für Regeneration und Sauerstoff- bloß nicht mit Kaffee nachhelfen!! Der würde die optimale Verwertung aller Nährstoffe blockieren und anstatt so ab 14 Uhr wieder leistungsfähiger zu werden, macht er uns müder als zuvor.
  • Das Immunsystem arbeitet eng mit dem Dünndarm zusammen 🙂 es läuft auch auf Hochtouren und sorgt für eine starke Abwehr- auch das Schmerzempfinden ist bis gg. 15 Uhr recht gering- also den Zahnarztbesuch auf diese Zeit legen 😉
  • Damit die Mitte geschützt wird, sollten starke körperliche Anstrengungen vermieden werden- die Verdauung muss reibungslos funktionieren.
  • Routinearbeiten, die keine große Konzentration erfordern, sind jetzt an der Reihe- arbeiten Sie diese langsam ab- dann haben Sie ab 15 Uhr wieder Kraft und Energie für Wichtiges!
  • Gedanken und Körper kommen mit einem kleinen Spaziergang in Ordnung- oft verschafft so eine Sauerstoffdusche eine gesunde Distanz zum Alltag und der Arbeit- ähnlich wie der Dünndarm auch alles Gute vom Nichtverwertbaren trennt.
  • Pflegen Sie Ihren Dünndarmmeridian als starkes Yang- Organ- leichte Kost, leicht verwertbar und mit allem versehen, was der Körper benötigt, ist jetzt wichtig: bspw. ein Feldsalat(+ 1 TL Mandelöl) mit Quinoa, Wacholderschinken und Honigmelone, danach ein Natur-Skyr mit Mandelsplitter- leicht und schmackhaft, genug langkettige Kohlenhydrate, Eiweiß und etwas gutes Fett, Vitamine und Spurenelemente, um den Nachmittag angehen zu können.

“ Der Mensch benötigt zum Leben auch das Trennen- von Unliebsamen, Altem und ganz wichtig- von Unnötigem- nur dann zieht Ruhe, Gelassenheit und Zufriedenheit in’s Herz“

Was ist dran….

…am neuen „Super“- Food, an den ganzen neuen Lifestyle- Produkten, die unsere Regale in den Biomärkten erobern. Sie wissen ja, dass zu meiner Therapie auch immer die Ernährungsberatung/ Ernährungstherapie gehört. Somit bin ich ständig mit Fragen zu Chia, Acerola, Spirulina & Co. konfrontiert. Schauen wir uns mal an, ob nicht auch unsere heimischen Varianten das Gleiche können- hier eine kleine Auswahl im Vergleich:

  1. Leinsamen oder Chiasamen- Zugegeben, Leinsamen hört sich nicht so hip an, aber letztendlich ist es unserem Körper egal, woher er Omega-3-Fettsäuren, Vitamine und Spurenelemente bekommt- nur in guter Qualität sollte es sein und natürlich gut verdaulich. Beide Produkte haben den gleichen Anteil an den wichtigen Omega-3-Fettsäuren, haben ähnlich viel pflanzliches Eiweiß zu bieten( Leinsamen sogar 25 Gramm/pro 100 Gramm) und auch der Anteil an Spurenelementen und Ballaststoffen ist fast identisch- nur…Leinsamen ist viel bekömmlicher. Bei Chiasamen darf man die Tagesdosis von 20- 25 Gramm nicht überschreiten, weil es sonst zu einer zu starken Entwässerung des Darminhaltes kommt- die Folge Verstopfung. Ein weiterer Vorteil von Leinsamen- der Preis, man zahlt nur ca. 3,50 Euro bis 4 Euro/ kg bei der Chiasaat sind es satte 25,00 Euro bis 30,00 Euro/ kg.
Leinpflanze blühend bei meiner Mama im Garten

Leinpflanze blühend bei meiner Mama im Garten

  1. Brokkoli oder Moringa- da haben wir wieder eine tolle exotische Pflanze und zugegeben, sie hat es in sich. Jedoch ist Brokkoli unser heimischen Gemüse und man kann ihn das ganze Jahr über frisch bekommen. Beide beinhalten neben anderen die Vitamine A, B2, C, E und K, aber Brokkoli liefert dafür noch mehr an Kalzium, Eisen und Kalium. Damit muss auch der Himalaya- Exot nicht unbedingt besser sein und schon gar nicht teuer eingekauft werden- Brokkoli ist vielseitig einsetzbar und einfacher(günstiger) zu bekommen.
  2. Rote Bete und Maca- Maca ist die Wurzel eines Kressegewächses aus den Anden, Rote Bete ist unsere heimische Superknolle, vor allem im Winter- beide sind reich an Folsäure, B-Vitaminen- wirken leistungssteigernd und auf die Konzentration. Allerdings ist es auch so, wie bei den anderen Lifestylprodukten- Maca ist deutlich teurer, Rote Bete hingegen bekommt man immer frisch und günstig- selbst in Bioqualität. Zudem sollte man bei Maca vorsichtg sein- die Wurzel beinhaltet pflanzliche Sterole, ähnlich dem Hormon Testosteron mit allen seinen Wirkungen- somit ist Maca nicht für alle Menschen gleich geeignet- denn durch die pflanzlichen Sterole kommt es zu einem Eingriff in den körperlichen Hormonhaushalt, welches auch erhebliche Nebenwirkungen haben kann(Steroidwirkung!). Greifen Sie lieber zur Roten Bete oder deren Saft- ein Likörglas morgens nach dem Frühstück ist ausreichend für eine gute Zufuhr an Folsäure und wichtigen Vitaminen und… Eisen!
  3. Sanddorn oder Acerola- der Sanddorn ist nun mal die orange Perle des Nordens- er hat zwar im Vergleich zur Acerola nur ca. 850 Milligramm/ 100 Gramm an Vitamin C- das ist aber immer noch höher, als unser Tagesbedarf. Sie wissen ja sicher, dass ein Zuviel an Vitamin C vom Körper ausgeschieden wird, also, warum sollte man dann teuer mehr zu sich nehmen, als man benötigt? Ansonsten ähneln sich beide sehr im Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. Die Acerola empfehle ich aber allen, die Krampfadern oder Venenprobleme habe, denn das Flavonoid Rutin wirkt positiv auf die Venen. Also, wenn Sie Probleme mit den Venen haben, dann nehmen Sie Acerolasaft, ansonsten tut es der Sanddornsaft in gleicher Weise für unser Immunsystem und die Augen 😉

    gepufftes Amarant, Chiasamen und ein Mix aus Acerola- und Moringapulver

    gepufftes Amarant, Chiasamen und ein Mix aus Acerola- und Moringapulver

  4. Heidelbeere oder Gojibeere- Die Goji gehört zu den Arzneipflanzen in der CM, aber sie ist natürlich auch ein Lebensmittel. Mittlerweile kann man sie getrocknet auch auf den Frischmärkten kaufen und sie wächst ja auch in unseren Gärten. Aber was soll der Hype darum? Nun gut, sie liefert Antioxydantien, ca. 16 Gramm Eiweiß, alle B-Vitamine und auch die wichtigen Vitamine A, C und E und Eisen sowieso, aber sie hat zuviel Zucker- Fruchtzucker, der bspw. für das viszerale Fett zuständig ist. Aus diesem Grund ist es für Menschen, die besonders auf den Zuckergehalt in der Nahrung achten müssen, eine bessere Wahl, wenn sie zur Heidelbeere greifen. Diese hat kaum Fruchtzucker, dafür aber auch alle anderen Inhaltsstoffe, die in der Goji zu finden sind. Die Wirkungen sind bei beiden Früchten gleich- positiv auf Augen und Gehirn, auf die Leber und den Stoffwechsel- dank der wertvollen Inhaltsstoffe- nur auch hier macht der Preis den Unterschied- Goji’s kosten ca. 20,00 Euro bis 30,00 Euro/ Kilo und die Heidelbeeren bekommt man selbst außerhalb der Saison für ca. 10,00 Euro- 15,00 Euro/ Kilo.

Das ist nur ein kleiner Exkurs gewesen- greifen Sie ruhig zu unseren heimischen Alternativen, das schont Ihren Geldbeutel und unsere Umwelt. Fragen Sie mich ruhig beim nächsten Termin, wenn Sie von einem „Superfood“ gehört oder gelesen haben, ich denke, ich finde für Sie die bessere oder günstigere Alternative!

Koriander – ein wahrlicher Wundertäter

 

… beim Essen und in der Heilkunde. Coriandrum sativum ist auch wieder kein typisch chinesisches Heilkraut, ist aber im asiatischen Raum sehr gebräuchlich. Nach Europa kam das meistens als Kückenkraut bekannte grüne Helferkraut für die Verdauung und den Darm über die Mittelmeerländer.

Seine Heilwirkung :

  • …entfaltet sich vor allem durch die ätherischen Öle Linalol, Geraniol, Pinen, Limonen, Terpinen, Borneol, aber auch durch die  Petroselinsäure, Palmitinsäure, Ölsäure, seine Gerbstoffe, Flavonoide, Cumarine, Sitosterin und Kaffeesäurerderivate.
  • …zielt besonders auf Appetitlosigkeit, Blähungen, Durchfall, Magen-Darm-Entzündung, Magenkrämpfe, Magenschwäche, Mundgeruch, Reizdarm, Reizmagen, Verstopfung und Völlegefühl, aber Koriander kann auf Grund seiner wirkstoffe auch bei Husten und Menstruationsschmerzen eingesetzt werden.
  • Koriander wirkt antibakteriell, appetitfördernd, carminativ, fungizid, krampflösend, milchbildend- wichtig für stillende Mütter- und verdauungsfördernd.
  • Ein Tee aus:je 25 Gramm Kümmel-, Fenchel-, Anis- und Koriandersamen wirkt gegen Blähungen und Verdauungsprobleme.
  • Koriander steht auch als Urtinktur zur Verfügung- mit der Wirkweise wie oben bereits geschrieben.
  • In der Küche könne die Früchte wie auch das frische Kraut verwendet werden, nicht umsonst heißt Koriander auch arabische oder asiatische Petersilie.

Wenn ich in Hamburg zur Weiterbildung bin, dann gehe ich gerne in ein persisches Lokal in der Nähe des S-Bahnhofes Berliner Tor, dort gibt es vor dem Essen immer eine gemischte Frischkräuterplatte u.a. mit Koriander. Ich liebe das Essen dort und dank des tollen Kochs und der Kräuterplatte ist es sehr bekömmlich.

Probieren Sie Koriander auch mal in der Küche und bei Verdauungsbeschwerden nutzen Sie ruhig den oben beschriebenen Tee!

langer Koriander- wie der bekannte Koriander zu verwenden, sehr intensiv

langer Koriander- wie der bekannte Koriander zu verwenden, sehr intensiv

 

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