Schnupfen

Die kleinen und großen Radieschen…

Wer kennt sie nicht- spätestens ab dem Frühjahr sind sie in den Gärten im Freiland zu ernten- die Rettiche oder Radieschen in den verschiedenen Formen, Größen und Schärfen:

  • Die Radieschen sind gemäß der Ernährungstherapie in der chinesischen Medizin leicht frisch- kühl im Temperaturverhalten, vom Geschmack scharf, süss und wirken auf die Funktionskreise Lunge und Magen; dank der enthaltenen Vitamin B9,C und K, der Elemente Kalium, Kupfer und Eisen sowie Senfölglycoside, Anthocyane, Phenole, Zimtsäuren und Indole wirken sie antientzündlich, gegen Pilze und sogar präventiv gegen bestimmte Krebszellen- die Senföle habe eine bis zu 90%ige Bioverfügbarkeit.
  • Achtung Diabetiker Typ 2 und 3– profitieren Sie von einem verstärkten Radieschen-Verzehr. So unterdrückt zum Beispiel das Sulforaphan laut neuesten Erkenntnissen eine erhöhte Zuckerproduktion in den Leberzellen und verbessert die Glukosetoleranz. Dies hat zur positiven Folge, dass der Körper auf Kohlenhydratverzehr nicht mehr so stark mit Blutzuckerschwankungen reagiert und den Zucker besser verarbeiten kann. Die gegen die typischen Diabetes-Symptome gerichtete Wirkung lässt sich laut einer Studie an der Jordan University of Science and Technology auf verschiedene Wirkmechanismen zurückzuführen: die enthaltenen Antioxidantien erhöhen zunächst die körpereigenen Abwehrmechanismen und reduzieren den oxidativen Stress- beides mindert das Diabetesrisiko. Darüber hinaus wird der Blutzuckerspiegel reguliert, indem die Glukoseaufnahme in die Zelle gefördert und gleichzeitig die Glukoseresorption im Darm gesenkt wird. Wenn dann dazu noch ausreichende, gezielte Bewegung und eine maßvoll- individuelle Ernährung kommt, dann ist Diabetes Typ 2 und 3 gut zu behandeln bzw. sogar zu eleminieren.
  • Die Heilwirkung auf einen Blick: hustenstillend, entgiftend, antibiotisch, diuretisch, appetitanregend, antiviral, galletreibend und lebergallefördernd.

Weitere Wirkung gemäß CM:

  • Schleim auflösend/transformierend- Erkältungen mit Schleimbildung, aber auch Halsschmerzen-zum Beispiel den Rettich mit Vollrohrzucker ansetzen und Saft ziehen lassen oder Saft aus 350 g Rettich; 30 g frischen Ingwer auspressen; mehrmals täglich trinken- auch einsetzbar bei Stoffwechselschlacken infolge von zuviel Fleischkonsum, Gallensteine, Nephrolithiasis, Nierensteine, Krebs-Prophylaxe und Fettleber;
  • Feuchtigkeit und Hitze ausleitend- zum Beispiel bei Gallensteinen, Nephrolithiasis, Nierensteinen (täglich 1 Esslöffel klein geschnittenen Rettich während mehreren Wochen einnehmen), Leberentzündung (roh essen, die kühlende Wirkung bringt die Hitze und Nässe aus dem Körper;)
  • Hitze eliminierend und Blut kühlend, Toxine ausleitend- zum Beispiel bei Blut im Sputum, Toxine im Körper, Blut im Stuhl u.s.w.
  • Nässe ausleitend und Diurese fördernd bei Ödemen(roh) und Wasseransammlungen,
  • Qi regulierend und bewegend- zum Beispiel bei Übelkeit und Brechreiz- senkt das Qi ab (gegart), bei verminderter Gallenproduktion roh essen,
  • Nahrungsretention auflösend- bei Verdauungsblockade (gegart), Magenschmerzen, Spannungsgefühl, Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, Blähungen (Rettich garen oder Rettichsaft mit in heißem Wasser aufgelöstem Kandiszucker vermischen; vor dem Schlafengehen an 3 bis 5 Abende einnehmen);
  • Yin tonisierend- vor allem in der Lunge bei Lungentrockenheit, Säftemangel (roh), begleitend zur Therapie bei Leberzirrhose
  • Qi tonisierend- bei Appetitlosigkeit, tonisiert das Wei-Qi bei Abwehrschwäche/Infektanfälligkeit/ Immunschwäche

Somit haben diese roten oder weißen, kleinen oder größeren- mild-scharfen Knollen eine so große Wirkung für unsere Gesundheit- perfekt, um ohne großen Aufwand gesund zu werden oder/und zu bleiben.

Übrigens- mein Favorit zum Mittag oder Abendessen ist tatsächlich ein Vollkorn-Dinkelbrot einfach mit Butter und Radieschen.

Guten Appetit und gute Gesundheit- alles Liebe!

Seeluft und Meerwasser für…

 

Kneipp war Vorreiter der Hydro-Therapie mit dem Wasser allgemein und die alten Griechen erkannten sehr früh, dass Meerwasser eine ganz besondere Wirkung auf den menschlichen Körper hat. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte dann der französische Biologe René Quinton, dass das Meerwasser ähnlich dem menschlichen Blutplasma ist. Seine Studien zur Aufnahme der Inhaltsstoffe durch den Menschen war der Durchbruch für die Therapie mit dem Wasser und den Stoffen aus dem Meer- endlich war eine wissenschaftliche Basis geschaffen 😉

Der Begriff Thalasso wird vom griechischen Wort „Thalassa“ für Ozean oder Meer abgeleitet- es ist die Behandlung von Erkrankungen oder Befindlichkeiten mit Meerwasser und Produkten aus dem Meer – früher reichte die Wattwanderung, der Strandgang an der Wasserkante oder im flachen Meerwasser, die Algenpackung auf der Haut- heute wird es teuer… teure Kosmetikprodukte und Nahrungsergänzungsmittel sollen besonders wirksam sein.

Was wahr ist…Meerwasser und Algen/ Tang/Seegras enthalten u.a. die Mineralstoffe Kalzium, Natrium, Kalium, Magnesium, Phosphor, aber auch die Spurenelemente Chrom, Eisen, Zink, Selen und besonders Jod- alles wichtige Stoffe für unsere Gesundheit. Wird das Meerwasser- natürlich vorher gereinigt- auf ca. 34 Grad erwärmt, entfaltet es seine besonders positive Wirkung. Trinkkuren mit Meerwasser lindern Magen-Darm- und Gallenbeschwerden, Schlick- und Algenpackungen wirken bei Akne, Schuppenflechte und Ekzemen,  Allergiker und Menschen mit chronischen Erkrankungen der oberen Luftwege schätzen das Meeresklima – ein Strandgang lässt alle durchatmen.
Nicht nur in Japan und in der asiatischen Küche kennen wir Algen und deren Präparate- diese gehören zum Ernährungsplan einer Thalasso-Therapie: als Tabletten, in Pulverform, als Ampulle oder in Lotionen sollen sie abwehrsteigernd, entschlackend und aufbauend wirken. Neben den Mineralstoffen und Spurenelementen enthalten sie Alginate, die Schadstoffe im Körper binden und damit zu einer Entschlackung/ Entgiftung des Körpers beitragen. Bei uns in Mecklenburg-Vorpommern kennt man zusätzlich noch die Behandlungen mit Kreide/Heilkreide von der Insel Rügen- die Haut dankt es sehr.

Die Form der Wassertherapie wird allerdings- wie so oft- nicht von den Krankenkassen übernommen; somit ist es eine Wellnessbehandlung und man findet sie oft nur in guten Wellnesseinrichtungen oder Hotels- ob es dann immer die richtige Qualität ist, muss jeder für sich herausfinden.

Achtung!!! Thalasso-Therapien/- Behandlungen sind nicht für jeden geeignet. Wer unter einer Jodallergie, einer Schilddrüsen-Überfunktion oder dem Hashimoto-Syndrom leidet, sollte unbedingt den Hausarzt/ Hausärztin und/oder HeilpraktikerIn konsultieren. Trotzdem können auch diese Betroffenen vom Meeresklima profitieren- denn alles ist Thalasso:

  • Strandgänge für längere Zeit- mindestens 30 Minuten, vor allem bei leicht windigem und nicht sonnigem Wetter- die Gischt oder der Gischt-Nebel klärt die Haut, wirkt befreiend auf die Atemwege und lindert Schmerzen im Kopfbereich- aber bitte entsprechend anziehen.
  • Barfuß durch das seichte Meerwasser, den Schlick oder Algenteppich laufen- prima für die Füße, die Haut und die Nägel- über den osmotischen Austausch werden „Giftstoffe“ aus dem Körper geschwemmt und die Spurenelemente/Mineralstoffe können auch so prima wirken. Das erkennt man daran, dass nach einem ausgiebigen Fußbad in Meerwasser die Haut seidenweich ist und bspw. harmlose Verfärbungen der Nägel verschwunden sind. Auch wenn die Ostsee keinen hohen Salzgehalt hat, ist es eine Wohltat für Ekzem-Geplagte und andere. Noch wirkungsvoller sind natürlich die Bäder im Ozean oder Toten Meer.
  • Algenpackungen lassen Akne deutlich zurück gehen; aber nicht nur das…Als ein echtes Kraftpaket der Natur wird nicht ohne Grund die Braunalge Kelp bezeichnet. In der asiatischen Kultur sind die vielzähligen Vorteile dieser Braunalge längst bekannt- nicht nur als Lebensmittel mit Eiweisspower. Reich an wichtigen Mineralstoffen, Spurenelementen, Ballaststoffen, Vitaminen und vor allem auch Jod, sollte sie auch bei uns immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Naturheilkunde macht sich die Braunalge schon länger zu Nutzen; bei Schilddrüsenunterfunktion, Hauterkrankungen, Diabetes und auch Fettstoffwechselstörungen sind sie eine wertvolle Ergänzung zur Therapie- natürlich neben der Ernährungstherapie. Durch die bereits oben beschriebenen Inhaltsstoffe des Meeresproduktes wirkt Kelp entzündungshemmend- somit eröffnet sie ein breites Wirkspektrum zur Behandlung unterschiedlicher Krankheitsbilder. In Dänemark und Norwegen werden Braunalgen mittlerweile auch gezüchtet und verarbeitet.

Sicher hat nicht jeder die Ostsee, Nordsee oder den Atlantik vor der Haustür- allerdings kann ein Urlaub an der See auch schon Einiges bewirken- wenn man denn den Spruch beherzigt „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung“ – raus an die Luft, an den Strand und ordentlich Seeluft getankt- kostengünstig und mit wunderbaren An- und Aussichten.

 

 

 

Noch einmal Liebstöckel- kurz und knackig…

Ich habe ja verschiedentlich schon zu Liebstöckel geschrieben- für diesen Beitrag habe ich ihn in einem Eintopf aus Topinambur, Wurzelgemüse, roten Linsen und wer mag- mit einem Wiener Würstchen vom Biometzger- verarbeitet- denn ich habe Schnief- richtigen Schnupfen, der bei Liebstöckel aber ziemlich schnell das Weite sucht:

  • Schnupfen durch Wind-Kälte-Schleim kommt man am besten mit warmen Kräutern bei…und das ist Liebstöckel…
  • …süss, scharf, leicht bitter, aromatisch macht er jede Suppe, Kräuterrezeptur zu einem unvergleichlichen Erlebnis- man riecht es förmlich, selbst bei Schnupfen…
  • …wirkt auf die Meridiane Leber, Niere, Blase, Lunge, Magen, Milz und alle Gedärme- ein Zuviel hat eine abführende Wirkunge- gewünscht übrigens, wenn die Erkrankung bereits im unteren Erwärmer angekommen ist…
  • …gemäß der TCM wirkt Liebstöckel Nässe/Schleim auflösend und Yang wärmend, Qi regulierend, bewegend und tonisierend, Inneres wärmend(besonders bei Flatulenz…) und jetzt entscheidend bei allen Atemwegserkrankungen- Schleim und Kälte auflösend und Wind- Kälte eleminierend…
  • …das Besondere bei Gicht und Rheuma- er wird beim Bi-Syndrom in unterschiedlichen Dosierungen und in der Nahrungstherapie sowohl bei Wind-Kälte-Nässe als auch bei Hitze-Nässe eingesetzt.
  • Achtung– und nun von wegen alles Palcebo- unsere Zweifler mal aufgepasst 😉 : Liebstöckel hat Nebenwirkungen- er darf während der Schwangerschaft( wehenfördernd, kann bei Nachgeburtverhalt zum Einsatz kommen…) ob seiner absenkenden Wirkung gar nicht eingesetzt werden(nur in der Nahrung in geringen Mengen) und er steigert die UV-Sensibilität- deshalb immer Rücksprache mit einem TCM- Therapeuten mit pharmakologischem Abschluss halten!!!

Topinambur, Wurzelgemüse, rote Linsen, etwas Salz, Hildegardgewürze und Liebstöckel- that’s it- wer will nimmt noch etwas Rindfleisch bei viel Kälte

Also, sollte Sie der Schnupfen mal kalt erwischen- Liebstöckel oder auch Maggikraut genannt im Haus ? Dann brühen Sie sich davon einen Tee oder kochen einen leckeren Eintopf!

Gelbe Blüten…

und ein saftig- grünes Kraut zeichnen die Narzissen aus. Sie gehört zu den ersten Blumen, die im Frühling ihre Blüten öffnen. Früher war die gelbe Narzisse in Deutschland an vielen Standorten zu finden, mittlerweile ist sie in Ihrer Wildform fast ausgestorben und daher an bekannten Standorten streng geschützt.

Die Narzisse ist eine alte Heilpflanze- bereits Hippokrates setzte sie ein und im 19. Jahrhundert wurde sie in das Heilpflanzenbuch aufgenommen, wird heute aber ob ihrer Giftigkeit nur noch als Homöopatisches Mittel eingesetzt:

  • Früher wurde die gelbe Narzisse bei Durchfall und gegen Krämpfe verwendet. Aufgrund der hohen Toxizität dieser Pflanze in allen Teilen ist von einer Verwendung als Rohdroge in der Naturheilkunde dringend abzuraten.
  • Sie enthält als Wirkstoffe das Alkaloid Narcissin, viele ätherische Öle, Quercetin, Carotine, rückfettende Öle und Wachs- die Alkaloide wirden sehr giftig- daher meiden Weidetiere die  Narzisse.
  • In der Homöopathie wird die Narzisse gegen Bronchitis, Schnupfen und Durchfall eingesetzt, findet aber auch Anwendung bei Asthma, Pertussis, Migräne und Stirnkopfschmerz sowie unter Umständen bei Epilepsie- immer mit dem gebotenen Maß an Verantwortung zum Nutzen der Patienten!
  • Sie wirkt krampflösend und sedativ und einsetzbar sind Potenzen der weißen Narzisse von D12 bis C200- aber V O R S I C H T !! bitte nicht selbst behandeln- es muss immer eine Rücksprache mit einem naturheilkundlich ausgebildeten Arzt oder Heilpraktiker erfolgen!!

Erfreuen wir uns im Garten und in der wilden Natur an den quittegelben Blüten- schließlich kündigen sie vom Frühling- der seit dem 1.3. zumindest meterologisch Einzug hält.

Petit-Narzisse in meiner Frühlingspflanzschale

Die Unvergleichliche…

…ist Tulsi- das indische Basilikum und bei uns als Zimmerpflanze und als Gewürz sehr einfach zu ziehen. Es ist bei den Hindus die heiligste aller Pflanzen, nicht ohne Grund:

  • Tulsi wirkt beruhigend und entspannend, immunsystemstärkend, verdauungsfördernd, antiseptisch, blähtreibend, krampflösend, schlaffördernd, wärmend und nicht zuletzt auch wurmtreibend durch die Inhaltsstoffe ätherische Öle- Eugenol, Flavanoide, Gerbstoffe, Kaffeesäure, Kampfer, Methylchavicol und Pinen.
  • Seinen Einsatz findet diese aromatische Basilikumart in der Phytotherapie als Tonikum, zur Stärkung des Immunsystem und zur Regulation der Verdauung, aber auch bei Angina, als pflanzliches Antibiotikum, bei Arthritis, Asthma, Bronchitis, Grippe, Hautkrankheiten, Halsschmerzen und Heiserkeit, bei und gegen Insektenstiche, Kehlkopfentzündung, Koliken, Kopfschmerzen und Migräne, gegen Krämpfe, Mundschleimhautentzündung, Nebenhöhlenentzündung, Rheuma, Schmerzen jeglicher Art- besonders bei Kälteschmerzen und Unterleibschmerzen während der Mens, gegen Stress, als Tonikum bei Überanstrengung.
  • Wir haben aber ob der Inhaltsstoffe Kontraindikationen und Nebenwirkungen: Schwangerschaft, Stillzeit, Kleinkinder und ein Dauergebrauch führt zu Müdigkeit und kann die Leber stark belasten.
  • Gemäß der CM wirkt es auf die Meridiane Magen/ Milz, Lunge/ Dickdarm und Leber/ Gallenblase- eine gute Wirkung zeigt es auch bei Dysbalancen in den Meridianen Herz/ Dünndarm durch die ausgleichend- beruhigende Wirkung.
  • Verwendung finden die frischen Blätter in der Nahrung- Achtung! nicht mitkochen!, die Samen als abkochung bei Hautkrankheiten, das Öl und der Frischsaft zur abwehr von Insekten bzw. nach Insektenstichen- übrigens Zecken mögen den Duft gar nicht- und als Tee kann man Tulsi gegen Mundschleimhauterkrankungen und bei Rachenbeschwerden einsetzen.
  • Zum Gebrauch bei schwerwiegenderen Erkrankungen empfehle ich immer die Konsultation zur Bestimmung des Dysharmoniemusters- gerade wenn es im Migräne oder andere Schmerzen geht.
  • Tulsi ist sicher ein sehr gutes Heilkraut, wenn Sie diese Sorte nicht zur Hand haben, tut es auch unser Küchenbasilikum als Notfallmittel 😉

Im Garten besticht Tulsi durch ein wunderbares Grün und tolle Blütendolden- es verbreitet einen aromatischen Geruch und lässt sich wunderbar im Kräuterbeet ziehen oder als Zimmerpflanze zur Würze über den Winter bringen.

Wie pfeffern Sie?

 

Zugegeben, Pfeffer ist ein Gewürz…nicht unbedingt in erster Lienie eine Heilpflanze werden Sie denken, aber…Irrtum.

Pfeffer ist seit Jahrtausenden bereits eine Heilpflanze, die als purer Luxus auch als Gewürz genutzt wurde. Pfeffer oder Piper nigrum wurde gegen Gold aufgewogen, nicht umsonst war Kolumbus so scharf- 🙂 – drauf, Indien zu entdecken und ist als Heilpflanze gerade in der Antike weit verbreitet gewesen. Selbst die altehrwürdige Hildegard von Bingen schätzt die Wirkung:

  • Verdauungsfördernd, aus chinesischer Sicht mit Wirkung auf die Funktionskreise Herz, Leber, Magen, Milz und Nieren.
  • Pfeffer wirkt durch seine ätherischen Öle und das Piperin bei Fieber, Halsentzündung und Magenschwäche.
  • Pfeffer ist das älteste bei uns bekannte Gewürz. Es stammt aus Indien, China, Sumatra und Java. Pfefferöl hat wärmende Eigenschaften und kann bei Husten und Schnupfen das Atmen erleichtern. In einem wärmenden Massageöl wirkt Pfefferöl nicht nur günstig bei einem Muskelkater, sondern auch erwärmend bei „seelischen und körperlichen Kältezuständen“- „ich bin wie eingefroren“- dieses Gefühl kann eine Massage mit einem Pfefferöl vertreiben._MG_7436
  • Das ätherische Pfefferöl hilft gegen Viren und Bakterien, es löst den Schleim, so dass man dieses Öl bei Erkältungen anwenden kann. Das Abhusten des Schleims wird erleichtert, man kann leichter atmen, Fieber wird gesenkt und die körpereigene Abwehrkraft gestärkt.

Es gibt ganz viele verschiedene Pfeffersorten:

  • Roter, grüner, weißer und schwarzer Pfeffer sind die bekanntesten Sorten- je nach Einsatzgebiet in der Küche zu verwenden, alle als Heilmittel geeignet- die einen mehr oder weniger scharf, einige Sorten mild und exotisch, manchmal mit einem Muskat- oder Zimt- Geschmack. Dann gibt es noch den:
  • Kubebenpfeffer- mild scharf und süßlich, mit einem Hauch von Eukalyptus und Zitrus betört er die Sinne und ist eher unbekannt in der Küche, aber in meiner „Kräuterhexenküche“ ein oft eingesetztes Kräutlein. Mittlerweile hat es sich wohl herum gesprochen, denn 2016 – und das Jahr ist noch jung- wurde diese Pflanze Heilpflanze des Jahres. Verwendet werden die Früchte, welche eine unwahrscheinlich breite Wirkung entfalten- sie sind angebracht bei entzündlichen und infektiösen Erkrankungen des Urogenitalapparates. Einzelindikationen sind: Prostatitis, Epididymitis, bei akutem Harnröhren- und Blasenkatarrh , Blasentenesmen, Nierenleiden mit Hautaffektionen und Fluor. In China sind die Cubeben- Früchte seit dem 10. Jahrhundert unter dem Namen Pi Cheng Chieh als Mittel gegen Magenkrankheiten, Erbrechen und Sonnenstich bekannt und vielfältig eingesetzt.DSCI0214
  • Einsatz finden die Früchte als Tee, als ätherisches Öl, als Tropfen und auch in der Homöopathie findet Cubebae Einsatz- schließlich enthalten die Früchte uter anderem Copaen, Apiol, Sabinen, Pinen … ich verwende die pulverisierte Droge, von der täglich im Durchschnitt 2 bis 4 g bis maximal 10 Gramm eingenommen werden darf, oder 2 bis 4 ml des aus der Droge hergestellten Extrakts (1:1) bzw. der Tinktur (1:5). Eine Überdosierung hat Nebenwirkung von milden Reizungen bis hin zu Kopfschmerzen und Übelkeit- es ist eben eine Droge und sie wissen ja bereis“… die Dosis macht das Gift“ 😉 Also bitte, experimentieren Sie mit den Früchten nicht selbst herum, sondern fragen Sie immer nach, wenn Sie Cubebae Fructus einsetzen möchten- außer in der Küche…
  • In der Küche verwendet passt er u.a. zu Kardamom, Kurkuma, Curryblättern, Ingwer, Koriander, Kreuzkümmel (Cumin), Lorbeer, Muskat, Nelken, Paprika, Rosmarin, Thymian und Zimt, ist hervorragend einzusetzen in der veganen und vegetarischen Küche, aber gibt auch Fisch und Fleisch eine wunderbar exotische Note.
Kubebenpfefferfrüchte

Kubebenpfefferfrüchte

Pfeffern Sie ruhig mal anders und öfter- nicht zuletzt gelten Pfeffer und auch Cubeben- Früchte als Aphrodisiakum 😉

Tropaeolum majus oder…

 

die Kapuzinerkresse blüht bis in den späten Herbst hinein als robuste Rankenpflanze in vielen Gärten. Sie erfreut uns mit gelben bis teilweise tief dunkelroten Blüten und kann bei feucht- durchlässigen Böden auch schon mal zur „Plage“ werden. Als Küchenkraut sind alle Pflanzenteile, außer die Wurzel, zu verwenden, die Blätter, Blüten und Samen lassen sich wunderbar in Salaten verarbeiten. Aber der Reihe nach:

  • Der wissenschaftliche Name ist Tropaeolum majus, die Pflanze enthält die Wirkstoffe Vitamin C und Senfölglykoside. Dadurch wirkt dieser “ Einwanderer“ aus Mittelamerika anregend, antibiotisch, blutreinigend, pilztötend und schleimlösend.
  • Durch die Wirkweise- in der chinesischen Medizin wirkt sie vor allem auf die Funktionskreise Lunge, Leber und Milz- wird die Pflanze in unterschiedlicher Zubereitung bei Erkältungen, Bronchitis, Grippale Infekten, Halsentzündung, Verstopfung, Infektion der Harnwege und bei ausbleibender oder verzögerter Menstruation eingesetzt. Bei schwachem Immunssystem ist eine Präventivkur mit diesem auch im Schatten wachsenden Kräutlein hervorragend wirksam.
  • Medizinisch setze ich die Urtinktur ein- Lichtdurchdringung des Feuchten und Dunklen-so wird die Kapuzinerkresse in der Welt der Urtinkturen beschrieben. Mykosen(Pilzinfektionen) sind ein verbreitetes und schwerwiegendes Gesundheitsproblem unserer Zeit, welches mit schulmedizinischen Antimykotika nicht dauerhaft gelöst werden kann. Auch in der Naturheilkunde als ganzheiliche Medizin können sie nur durch die kombinierte Anwendung von mehreren Heilmitteln und Therapien sowie einer strengen Diät eingedämmt werden. Die CM beschreibt Pilzinfektionen als Hauptproblem der Milz mit Schleim und häufig auch Hitze(gelblicher, stark riechender Ausfluss bspw.).
    Tropaeolum majus ist durch ihre Charakteristik dabei sehr hilfreich. Die Erklärung: Pilze benötigen für ihr Wachstum neben den richtigen Nährstoffen geeignete Umweltbedingungen. So finden wir Pilze bevorzugt an dunklen, feuchten Stellen, an Orten also, die ungenügend mit Licht und Wärme durchdrungen sind. In Analogie dazu benötigen auch die inneren Mykosen neben den Nährstoffen, die aus falscher Ernährung (zu hoher Zuckerkonsum, zuviel an Hitze erzeugenden Nahrungsmitteln) stammen, ein geeignetes Milieu. Physiologisch wird das Milieu durch den pH-Wert und die Elektrolytzusammensetzung von Blut und anderen Körperflüssigkeiten bestimmt. Energetisch betrachtet deutet das Auftreten von Mykosen darauf hin, dass die Körperflüssigkeiten zu wenig von Licht- und den geeigneten Wärmekräften durchdrungen werden können. Die Kapuzinerkresse führt Licht- und Wärmekräfte in das “ Dunkel des Stoffwechsels“ ein und schafft auf diese Weise die Voraussetzungen für eine Änderung des Milieus, die Pflanze lässt die Pilze förmlich „austrocknen“. Aber nicht nur bei Pilzen wirkt dieses „Durchdringen“, sondern auch bei ausbleibender Menstruation oder Menstruationsstörungen- insebesondere, wenn die betroffene Frau häufig unter Pilzinfektionen leidet oder ständig innerlich friert, setze ich diesen „Lichtbringer“ ein.
  • Von der Kapuzinerkresse kann man sowohl die runden Blätter als auch die Blüten essen und sogar die Samen(als Kapern) lassen sich einlegen. Alle Pflanzenteile haben einen leicht scharf- würzigen Geschmack, der ein wenig an die auch bekannte Gartenkresse erinnert. Die beiden Pflanzenarten sind jedoch nicht miteinander verwandt. Die farbenfrohen, schönen Blüten machen sich gut als Zierde in Salaten. Die Blüten mit ihrem milden Geschmack sind auch für Süßspeisen geeignet. Die Blätter werden kleingehackt in Salaten, Kräuterquark, Eierspeisen, auf Kartoffeln, in Kräuterbutter und, und, und….eingesetzt.

Die wunderbar blühende Pflanze kann auf dem Balkon und in jeder Gartenecke gezogen werden. Probieren Sie es aus und freuen Sie sich an diesem ausdauernden Blüher!

Kapuzinerkresse in meinem Garten unter einer Weide

Kapuzinerkresse in meinem Garten unter einer Weide

Immunsystem in der Chinesischen Medizin

Zur Zeit meint es das Wetter nicht gut mit uns. Regen, Wind und dazu Temperaturen, die im Januar gar nichts zu suchen haben, provozieren unser Immunsystem mächtig. Was macht also ein(e) Therapeut(in) für Chinesische Medizin? Mithilfe der Akupunktur und Kräutermedizin sowie den Verfahren Schröpfen, Gua sha und Tuina lässt sich das Immunsystem wunderbar regulieren, aufbauen und anregen. Es lässt sich die spezifische als auch die unspezifische zelluläre und humorale Abwehr beeinflussen.

  • CM mit ihren verschiedenen Methoden im Einzelnen oder in Kombination verbessert die Proliferation( den „Nachwuchs“) der Abwehrzellen.
  • … verbessert die Produktion von Antikörpern, Komplementfaktoren und Interferonen.
  • … entfaltet ihre Wirkung auf das Immunsystem über das Hypothalamus- Hypophysen- System. Da dieses System das autonome und endokrine System kontrolliert, weitet sich die Immunstimulanz auch darauf aus.

Neben der Akupunktur an verschiedenen Punkten, die das Immunsystem stimulieren, spielt die Moxibustion gerade in der kalten Jahreszeit eine wesentliche Rolle( siehe Methoden der CM). Eher flächige Methoden mit Moxa stärken Qi und Yang, punktuelle Anwendungen haben eine zerteilende und auflösende Wirkung. Schröpfen und Gua Sha wirken sofort stimulierend und führen oft schon während der Anwendung zur deutlichen Linderung von Beschwerden z. B. des Schnupfens oder der Atembeschwerden bei einer Erkältung.

Moxa und akupunktur an Dickdarm 4 zur Behandlung einer Erkältung mit Kälte-Nässe

Nadelmoxa an Dickdarm 4 zur Behandlung einer Erkältung mit Kälte-Nässe

Mein Favorit zur Stimulation sind jedoch die verschiedenen Kräutermischungen je nach Syndrom- Schleim, Hitze, Kälte, Wind- diese pathogenen Faktoren spielen die Hauptrolle bei Erkrankungen mit schwachem Immunsystem, dazu kommen noch Stagnation von Qi und eventuell auch Trockenheit.

Aber auch die chinesische und westlich- naturmedizinische „Hausapotheke“ kennt gute Methoden:

  • Hühnersuppe- nach altem Rezept der Oma gekocht mit einem Bio- Suppenhuhn, einem großen Bund Wurzelgemüse wie Möhre, Petersilienwurzel, Pastinake, Porree und einer Zwiebel, dazu bspw. Angelikawurzel, Ingwer und Knoblauch geben- 3 Stunden in einem großen Topf kochen, dann das Fleisch vom Knochen trennen, das verkochte Gemüse entfernen und den Sud mit frischem Gemüse und dem Fleisch noch einmal 20 Minuten köcheln- wärmt durch und vertreibt Keime!
Angelika( Bild aus Heilpflanzenpraxis Heute)

Angelika( Bild aus Heilpflanzenpraxis Heute)

  • Ingwerwasser- ein daumendickes Stück Ingwer gut waschen und mit einem Liter Wasser 15 Minuten köcheln- hilft bei allen Erkältungen.
  • Salbeitee- damit gurgeln und die Viren haben keine Chance!
  • Sollte Sie der Schnupfen erwischt haben, dann hilft folgendes Kräuterrezept: je 20 Gramm Kamillenblüten, Salbeiblätter, je 15 Gramm Eukalyptusblätter, Minzblätter und 30 Gramm Primelwurzel mischen, davon dann einen Esslöffel mit 300ml Wasser ansetzen und ca. 10 Minuten köcheln lassen, abseihen und mehrfach am Tag trinken- die Kräuter wirken schleimlösend, durchblutungsfördernd und entgiftend.
  • Frische Luft!! Ein Spaziergang an frischer Luft mit mittlerem Tempo sorgt für eine bessere Sauerstoffbindung und damit kann das Spurenelement Eisen besser wirken. Allerdings sollten Sie dazu frei von Fieber sein, mit Fieber- ab 38 Grad Celsius Körpertemperatur- ist Ruhe im Bett angesagt. Dann reicht es, alle zwei Stunden stoßweise zu lüften.
  • Inhalationen mit Thymian, Fenchel und Ysop sind gut für die Schleimhäute und lindern die typischen Beschwerden einer Erkältung.
  • Ein Teelöffel Honig morgens genommen, löst Schleim, baut Energie auf und versorgt den Körper mit Eisen und Mangan.
  • Schüssler Salze Nr. 3, 4, 6 und 21 wirken bei typischen Erkältungen lindernd, die für Sie richtige Kombination kann ich nach der entsprechenden Untersauchung zusammen stellen.

Ein ganz wichtiger Faktor ist die Ruhe, wenn es Sie erwischt hat. Der Körper m u s s  sich erholen! Gönnen Sie sich ein bis drei Tage Auszeit bei einer leichten „Fastenkur“ mit Gemüsesuppe und Tee, danach bauen Sie Ihr Immunsystem mit basischen Nahrungsmittel und vielen Vitaminen aus der Nahrung wieder auf.

Prävention ist das beste Mittel- Konstitutionsakupunktur bei einem schwachen Immunsystem bringt Sie aus dem Kreislauf ewiger Erkältungen heraus, dazu kommen geeignete Kräuter und ggf. eine Darmsarnierung.

Ich wünsche Ihnen eine schnupfenfreie Zeit!

 

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