Heimisches Würzkraut mit medizinischer Wirkung

Der Majoran oder Dost ist ein Würzkraut, welches in erster Linie aus der Küche bekannt ist; Wurstkräutle ist einer der zahlreichen Namen. Allerdings wird diese Beschränkung der Wirkung- auch als Heilkraut- nicht gerecht:

  • die chinesische Medizin nutzt den Dost vielfältig ob seines warmen Temperaturverhaltens; des scharf- aromtisch- leicht bitterem Geschmacks und seiner positiven Wirkung auf die Funktionskreise Lunge, Gedärme, Leber, Magen, Milz, Herz und dem Sondermeridian Chong Mai.
  • Seine Inhaltsstoffe ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Gerbsäure, Saponine, Arbutin, Borneol, Eugenol, Geraniol, Limonen, Menthol, Oleanolsäure, Rosmarin-Säure, Terpinolene, Terpentin, Thymol, Vitamin C und Zink haben einen Einfluss auf Qi- regulierend und bewegend; Xue(Blut)- Blut bewegend; Majoran leitet Kälte aus und eliminiert Wind-Kälte bei echten Erkältungen und Kälte-Erkrankungen; innerer Wind wird unterdrückt, Shen-Geist- wird beruhigt; das Rheuma-Bi mit Nässe-Kälte/Nässe-Hitze kann dank der Inhaltsstoffe wirksam behandelt werden, ebenso wie die Kälte im Inneren(Li); Majoran wirkt auch Schleim-Kälte auflösend…
  • …die bekannten Wirkungen sind antibakteriell, beruhigend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, schweisstreibend und tonisierend.
  • Die Einsatzgebiete reichen weit: Asthma, Appetitlosigkeit, Erkältung, Husten, Keuchhusten, Schnupfen, chronischer Schnupfen, Verdauungsschwäche- und -störungen, Magenkrämpfe, Magenkoliken, Reizmagen, Darmkoliken, Durchfall, Verstopfung, Reizdarm, Reise- und Seekrankheit, Gicht, Rheuma, Nervenschwäche, Kopfschmerzen und Migräne, Schlafstörungen, verstärkend auf die Menstruation; Dysmenorrhoe, positv auf die Wundheilung, Krampfadern, Juckreiz und auch beim so genannten Grind.

Nun ist Majoran ja in erster Linie ein Würzkraut- ich verwende es in Eintöpfen, zu Fleisch- und Eierspeisen und auch für Ofengemüse- schließlich fördert Majoran die Verdauung und macht Vieles bekömmlicher. Ich kann mich allerdings auch noch gut daran erinnern, dass meine Oma und Tante beim Wurst herstellen reichlich Majoran verwandt haben- duftend gab er den Würsten ein unvergleichliches Aroma.

Majoran gerebelt

Salbe aus Majoran:

  • Die Salbe kann bei Babys mit Verdauungsstörungen/ Blähungen genommen werden 🙂 – allerdings nur kurzfristig auf Grund des Arbutingehaltes im Dost.
  • 1 EL getrocknete Majoran-Blätter
  • 1 EL Weingeist 95%
  • 1 EL Butter (ungesalzen)

Man kann auch eine kleinere Menge zubereiten, von jeder Zutat nur einen Teelöffel- einfach das gemörserte Majoranpulver in ein feuerfestes Glas geben; den Weingeist darauf füllen und einige Stunden stehen lassen- dann die Butter dazu geben- gut rühren, damit sich alles vermischt. In der Zwischenzeit ein Wasserbad bereiten, das Glas hinein stellen und so lange alles rühren, bis sich alles gut vermengt hat- über ein Sieb in eine Salbendose abseihen, noch einmal alles aus dem Sieb ausdrücken und die Menge abkühlen lassen- fertig ist eine wunderbar duftende, grünliche Salbe. Diese gehört in den Kühlschrank und sollte zügig verbraucht werden(Etikett mit Datum).

Die Salbe kann aber auch zum Einreiben von Gliedmaßen, Gelenken und schmerzenden Füßen/Händen durch Kälte genutzt werden.

Majorankraut ist als Tee ein sehr schätzenswertes Heilkraut- einfach ein- zwei Teelöffel des frischen oder getrockneten Kraut’s mit kochendem Wasser aufgießen, 5-8 Minuten ziehen lassen und trinken- Tagesdosis maximal 6 Teelöffel/ wegen des Arbutingehaltes sollte die Rohdroge nicht länger als eine Woche verwandt werden- Majoran ist eher ein Kraut der ersten Hilfe. In der chinesischen Medizin ist der Einsatz für Babys und Kleinkinder bis zum 2.Lebensjahr daher ebenfalls nicht zu empfehlen.

Tee mit Majoran bei Schnupfen oder Kälte-Erkrankungen

Wenn demnächst mal ein Schnupfen, eine Erkältung oder Kälte- Gelenkschmerzen an die Tür klopfen sollten- dann daran denken- Majoran könnte erste Hilfe bieten 😉 – bleiben Sie gesund!

Alles Liebe- Ihre/ Eure Kira Schwarzrock

Majoran und Thymian– ein Gedicht von Dr. Karg

Es sind nicht die Großblüher,
nicht die Rosen und Tulpen,
welche unsere Flugfleißigen
zu sich beständig herziehen.

Es sind Majoran und Thymian,
diese kleineren Blühwunder,
bei denen heute alles summt,
weil die Sonne sie emsig treibt.

Hunderte Bienen und Hummeln
beschwirren diese göttlichen Wunder
und geben dem Frühsommer Würde,
als gäbe es nur diese eine Natur.

Reader Interactions

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*

↑ Top of Page