Brennen beim Wasser lassen- Was tun, wenn die Blase streikt?

Brennen beim Wasser lassen- ist es eine Zystitis(Blasenentzündung) oder nur eine Reizung? Viele Frauen und Männer stellen sich manchmal mehrfach im Jahr diese Frage. Gerade jetzt, zumal noch bei diesem unbeständigen und regnerischen Wetter ist die Gefahr des Eindringens von Wind und Kälte in den unteren Sanjiao- also den Bereich des Urogenitaltraktes, besonders hoch. Es beginnt oft mit einem unangenehmen Druck im Unterleib und dann stellen sich Brenngefühl beim Urinieren und Schmerzen im Unterleib ein. Der Arzt diagnostiziert anhand der Symptome eine Zystitis und oft werden dann bereits Antibiotika verordnet. Dabei muss es gar nicht dazu kommen. Ich möchte Ihnen heute einige Hinweise geben, wie Sie auch ohne Antibiotika mit diesem „unangenehmen Zeitgenossen“ klar kommen.

Erst einmal ist es wichtig zu wissen, was ich eigentlich habe:

  • Reizung– zu lange draußen gesessen, obwohl ein kühler Wind ging, zu lange im kalten Wasser gebadet… Jetzt haben Sie alle paar Minuten Harndrang und wenige Tröpfchen Urin verlassen unter Brennen Ihren Körper- das ist eine Reizung der Harnröhre und der Blase. Die chinesische Medizin diagnostiziert Wind-Kälte oder nur Kälte und richtig, Wärme lindert die Beschwerden. Meistens finden sich auch bei wiederholten Blasenreizungen keine Bakterien, das Brennen und der Drang, Wasser zu lassen, bleibt über Monate bestehen. Bei der Reizblase steht der Harndrang im Vordergrund, verursacht wird er nicht selten durch übererregbare Nervenendigungen, die die Blasenmuskulatur schon bei kleinsten Harnmengen zusammenzieht. Auch ein Östrogenmangel bzw. generell eine Hormonumstellung wie bspw. in der Schwangerschaft und den Wechseljahren sind ursächlich für eine Reizblase. Ständiger Stress, seelische Belastungen, Nervosität oder Ängste spiegeln sich bei nicht wenigen Frauen in einer Reizblase wieder.
  • Entzündung– tritt ein durch in die Harnröhre eingedrungene Keime oder im Zusammenhang mit einer Erkältung. Die Symptome ähneln denen einer Reizung, aber es kommt ein starkes Brennen, ggf. Blut im Urin und oft starke Schmerzen im Unterleib dazu. Das bedeutet in der chinesischen Medizin dann häufig feuchte Hitze im unteren Sanjiao und Stagnation von Qi. Zu der Entzündung zählt beim Nachweis von Keimen auch die „Honeymoonzystitis“, die bei Frauen mit aktivem Liebesleben auftreten kann.
  • Reizblase- ist der ständige Harndrang, oft verursacht durch Stress oder Aufregung, aber auch durch falsche Bekleidung, Vibrationen oder sogar durch die Harnsäure- siehe auch oben.

Warum sind nun soviele Frauen betroffen und Männer eher weniger. Das liegt an der Anatomie der Frau- die Harnröhre der Frau ist recht kurz und liegt „frei“ in der Vagina. Dadurch können Bakterien sehr leicht eindringen. Oft sind es Darmbakterien, die physiologisch im und am Körper vorhanden sind, aber in der Harnröhre und Blase nichts zu suchen haben, dort die Symptome verursachen. Sie können durch sexuelle Praktiken, durch eine falsche Intimhygiene und andere Gegebenheiten in den Bereich gelangen.

Meine Tipps gegen:

  • Reizungen– Trinken, trinken, trinken und zwar einen Tee aus Bärentraube, Quecke und Schafgarbe (aus der Apotheke) zu gleichen Teilen, geben 3 TL auf 1 l heißes Wasser, lassen den Tee 10 min ziehen und trinken stündlich einen Becher. Vermeiden Sie Stress oder die Auslöser „Ihrer“ Reizblase und halten Sie sich warm. Für Sie ist Verreisen unerträglich, weil Ihre Harnröhre bereits auf leichte Vibrationen, z. B. bei der Reise im Auto oder der Bahn „gereizt“ reagiert? Nehmen Sie ein weiches Sitzkissen mit und beginnen Sie bereits Tage vor der Fahrt mit einem ausgiebigen Trinkprogramm, um den Harnsäuregehalt Ihres Urins gering zu halten. Trinken Sie auch während der Reise viel, mischen Sie vor dem Start 1 TL Natron unter die Flüssigkeit. Auch Brennnesselurtinktur oder Kapuzinerkresseurtinktur helfen bei einer Reizblase. yoga und Beckenbodentraining runden das Behandlung- und/oder Präventionsprogramm ab.
  • Entzündungen– Trinken, trinken….In der CM setze ich als Ernährungstherapie viel Gemüse und Getreide ein: Neben Fenchel, Gurke, Mais, Mungbohnen, Rettich, Staudensellerie und Tomate eignen sich Amaranth, Gerste, Hafer und Hirse. Die Teemischung wird anhand der Zungendiagnose zusammen gestellt. Aber auch hier greife ich gerne zu Verordnungen mit Brennnessel und Kapuzinerkresse zurück.
  • Bei allen Blasenbeschwerden können Sie Homöopatika anwenden- bei schneidenden Schmerzen und starkem Harndrang eignen sich Cantharis oder Aconitum D6; haben Sie stechende Schmerzen, die sich durch Wärme verschlimmern, dann wenden Sie Apis D6 an. Werden die Beschwerden durch Kälte ausgelöst und sind Sie kälteempfindlich, ist Sarsaparilla D6 das Richtige; treten die Schmerzen plötzlich auf und haben Sie eher ein Hitzegefühl und ein gerötetes Gesicht eignet sich Belladonna D6, verspüren Sie zusätzlich heftigen Harndrang hilft Dulcamara D6. Capsicum D6 nehmen Sie bei ständig andauernden Harndrang, wobei kein Urin absetzbar ist. Es sind bei allen Mitteln jeweils 3-5 mal täglich 3- 5 Globulie einzunehmen.
  • Schutz auf lange Zeit- schützen Sie Ihre Blase vor Keimen, in dem Sie Tees oder Getränke zu sich nehmen, deren Inhaltsstoffe keimhemmend wirken; trinken Sie genügend und sorgen Sie so für eine ausreichende Harnmenge. Eine mehrwöchige Kur(3-4Wochen) hat sich bewährt: 3-mal täglich trinken Sie einen Tee aus 40 g Goldrutenkraut und Bärentraubenblätter, 50 g Brennnesselkraut und Löwenzahnwurzel, . 1 TL der Mischung mit 250 ml Wasser sanft 10 min köcheln lassen, abseihen und langsam trinken, dazu immer ein Glas lauwarmes Wasser zusätzlich trinken. Ebenfalls bewährt hat sich eine 4 Wochen Kur mit Kapuzinerkresseurtinktur oder Meerrettichpräparaten. Cranberrys helfen ebenfalls sehr gut, um den Zustand der Blase und der Harnröhre zu stabilisieren.
  • Wichtig ist, dass sie immer abklären lassen, was Sie haben. Kommt Fieber dazu, kann es eine ernste Erkrankung sein, besonders wenn Sie auch Schmerzen um die Nierengegend feststellen. Mit einer Nierenentzündung oder Nierenbeckenentzündung ist nicht zu spaßen, da muss der Fachmann/ die Fachfrau ran und erst dann sollte Antibiose als Therapiemöglichkeit in Betracht gezogen werden, begleitend dazu aber Akupunktur, Kräutermedizin/ Homöopathie und Ernährungstherapie.

Die Kräuter, die bereits oben aufgeführt wurden und auch Kürbiskerne, Birkenblätter, die chinesischen Kräuter Bian Xu, Chuan mu tang, Du huang, Ju hua und viele andere werden von mir in Rezepturen gegen Blasenreizung oder Blasenentzündung eingesetzt. Dazu kommen Akupunktur und Ernährungstherapie, die bei akuten Beschwerden umgehend Linderung verschaffen. Wichtig ist bei allen immer wieder auftretenden Blasenbeschwerden eine Ordnungstherapie und die Selbstreflektion zu den genauen Umständen.

Aus Sicht der chinesischen Medizin gibt es vielfältige Muster, die zu einer „empfindlichen“ Blase führen:

  • Die Zunge ist rot mit einem gelblichen Belag- vor allem im hinteren Beriech der Zunge- dann liegt Hitze im unteren Erwärmer vor, die klassische Entzündung- Kräuter, Akupunktur, Diätetik und Ruhe sorgen für eine Linderung und Heilung. Dabei werden starke Kräuter eingesetzt, die wie ein Antibiotikum wirken, ohne den Körper zu schädigen.
  • Die Zunge ist blass und hat einen weißen Belag- dann liegt Feuchtigkeit im Zusammenhang mit Kälte vor- eine klassische Erkältung mit Blasenbeschwerden. Auch dabei setze ich Kräuter ein, arbeite aber mehr mit Moxa und öffne die Oberfläche, um die Pathogene abzuleiten.
  • Die Zunge hat kaum Auffälligkeit, nur die Unterzungenvenen sind gestaut, dann handelt es sich um eine Blutstagnation. Dies kann sich über Schmerzen äußern und tritt oft nach dem Geschlechtsverkehr oder einer stärkeren Reizung des Unterleibes(starke Erschütterungen beim Fahrrad fahren oder bei anderen Sportarten) auf- keine Entzündung, es ist eine Reizung der Harnröhre, die zu schmerzhaften Verkrampfungen beim Wasser lassen und im Genitalbereich führen kann. Hier helfen entspannende Kräuterbäder, Kräutermischung, die Blut bewegen und die Akupunktur, welche oft schon direkt nach dem Setzen der Nadeln die Linderung bringt.

Die Aufzählung lässt sich noch weiter fortführen. Jede Diagnose erfordert unterschiedliche Methoden oder die unterschiedliche Wichtung der möglichen Methoden.

Meine Empfehlung an Sie : Lassen Sie ggf. abklären, ob eine echte Entzündung vorliegt, aber nehmen Sie nicht gleich Antibiotika. Es ist wichtig, dass wir mit dieser starken und hilfreichen Medizin sorgsam umgehen, denn jede Medizin verliert an Wirkung, wenn sie ständig als Allheilmittel eingesetzt wird. Achten Sie auf eine gute „Blasenhygiene“- die Blase immer vollständig entleeren, ggf. auch präventiv Kräuter einnehmen und wie oben bereits beschrieben Kuranwendungen durchführen. Absolvieren sie regelmäßig Übungen für den Beckenboden, das stärkt die Muskulatur und hilft gegen Organsenkungen im Unterleib.

 

Kapuzinerkresse( Bild aus " Die Kräuterbibel"

Kapuzinerkresse( Bild aus “ Die Kräuterbibel“)

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