Guten Morgen an Dich und danke für’s Lesen hier… heute stelle ich Dir in einem kleinen Abriss die Ernährungstherapie in der Naturheilkunde vor.
Ohne Ernährungstherapie und langfristige Ernährungsumstellung ist keine Gesundung möglich- frei nach “ Gesundheit geht nicht über die Apotheke sondern durch und mit der Küche“ 🙂
Die Therapie mit Lebensmitteln hat eine tausende Jahre alte Tradition- egal ob unsere heimischen Lebensmittel mit Überlieferungen aus den Familien(jede familie hat DAS spezielle Suppenrezept 😉 ), die Ernährung gemäß der Klosterheilkunde; Ernährung im Ayurveda und der asiatischen Heilkunde- alles hat seine Daseinsberechtigung und individuellen Ansätze.
Ich gehe für DICH näher auf die klösterliche und asiatische Ernährungstherapie ein- denn damit arbeite ich täglich; Ernährungstherapie in diesem Kontext ist eine „Küchenstrategie“, die Symptome nicht „wegdiäten“ will, sondern das Muster im Körper beeinflusst: Verdauung (Mitte), Wärme/Kälte-Balance, Nässe/Schleim, Qi- und Blutfluss, ggf. auch Hitze/Entzündungsumfeld. Wenn diese Grundmechanik stabil ist, werden viele Beschwerden deutlich weniger oder „verschwinden“; auch dann, wenn die Diagnose komplett unterschiedlich ist.
Was Ernährungstherapie grundsätzlich anders macht…
- Die Mitte stärken (Milz/Magen-Funktion): Wenn die Mitte schwach ist, entsteht leichter „Nässe/Schleim“ und alles wird schwerer: Antrieb, Verdauung, Immunsituation, Regeneration. Ernährungstherapie setzt daher bei warm, regelmäßig, gut verdaulich und nährend an.
- Kälte/Hitze ausbalancieren: Viele chronische Muster reagieren auf „zu kalt“, „zu roh“, „zu lange unregelmäßig“ oder auf stark reizende Kost. Naturheilkundeliche Ernährungstherapie nutzt dafür besonders häufig warme und gegarte Mahlzeiten und natürlich gezielt eingesetzte Kräuter und Gewürze.
- Nässe transformieren statt nur zu „entziehen“: Gemäß der CM aber auch bspw. bei Hildegard von Bingen ist Nässe nicht nur Flüssigkeit, sondern auch „Trübes/Schweres“ im System: Schwellung, Müdigkeit, Benommenheit, Brain Fog, zähe Verdauung, Schleimgefühl… Transformieren heißt: erwärmen, strukturieren, regelmäßig essen, weniger schwer/fettig/schleimfördernd; je nach Person und Muster.
- Bewegung in den „Stau“ bringen (Qi- & Blutfluss): Wenn etwas „fest sitzt“ (Schmerzen, Verspannung, Zyklus-/Stoffwechselthemen, schlechte Durchblutungsempfinden), kombiniert Ernährungstherapie häufig eine „Küche“, die nicht noch mehr bremst, sondern sanft aktiviert: passende Gewürze, bessere Essensrhythmen, ausreichend Eiweiß und „bewegende“ Zutaten.
- Entzündungsumfeld modulieren (ohne Superdiät): Je nach Muster (z. B. mit Hitzezeichen) wird die Küche leichter, weniger süß/stark verarbeitet, mehr sanft/mild gekocht, mit passenden Kräutern/ Gewürzen und einer sauberen „Süß“-Strategie.
Die 5 entscheidenden Hebel im Alltag
| Hebel | Ziel | Typische TCM-Ausrichtung in der Praxis |
|---|---|---|
| Warm + gekocht | transformieren & entlasten | Suppen, Eintöpfe, gedünstetes Gemüse, Congee/Grütze |
| Regelmäßigkeit | weniger Stau/Schwankungen | feste Essenszeiten, nicht „durchhungern“ |
| Mitte/Verträglichkeit | bessere Verdauung | milde, gut verdauliche Kombinationen; nicht zu schwer auf einmal |
| Sanfte „Wärmung“ | Kälte-Anteile ausgleichen | Ingwer/Fenchel/Kreuzkümmel (je nach Verträglichkeit), eher abends warm |
| Ein Muster statt Standard | individuell wirken | Essen richtet sich nach Symptommuster (z. B. schwer/schleimig vs. hitzig vs. kältegetriggert) |
Wie du Ernährungstherapie konkret „richtig machst“ (nicht nur Lebensmittel wählen)…
- Muster beobachten (1–2 Wochen): Nicht nur „was“ du isst zählt, sondern auch wann, wie warm, wie groß die Portion, wie kombiniert und wie regelmäßig. Viele Veränderungen sieht man eher in Rhythmus und Verdauung als in einzelnen Superfoods.
- „Küchenstruktur“ vor Supplements: Für den Alltag ist die Basis meist: warm und gegart, gute Proteine, Gemüse in passender Garform, gesunde Fette moderat, Zucker/Industrieprodukte zurückfahren (besonders abends und in Schubphasen).
- Kräuter gezielt statt wild mischen:Kräuter (auch Wildkräuter) sind „aktive“ Bausteine. In der Praxis kommen sie dosiert in die Suppe/den Tee, statt täglich große Mengen in roher/nicht definierter Form(Life-Style-Produkte…)
- Verträglichkeit ist das Qualitätskriterium: Wenn etwas die Mitte belastet (Blähungen, Völlegefühl, „schwere Verdauung“), muss die „Küche“ angepasst werden; nicht durchhalten und aushalten… Veränderung- auch in KLEIN- bringt den Durchbruch!
Beispiele für „Küchenrichtungen“ nach typischen Dysbalancen…
- Wenn es sich eher schwer/schleimig/feucht anfühlt: mehr warm und gekocht, weniger roh, weniger zu fettig/schwer, mehr klare, leichte Brühen & Gemüse-Struktur integrieren;
- Wenn Kälte triggert (steife, kalte Gelenke, Durchfrieren): wärmende Zubereitung (Eintopf/Suppe), weniger Kaltes, Rohes, Eis/Kaltgetränke, maßvoll Gewürze;
- Wenn es eher hitzig/aktiv entzündet wirkt: leichter, gut gegart, weniger süß und zu stark verarbeitet(zu heiße Zubereitung durch Backofen, Grill…), Zuckerlast und große Fettmengen reduzieren; passende Kräuter/ Gewürze eher mild halten einsetzen;
- Wenn Stagnation/„Festhalten“ dominiert: „Küche“, die den Kreislauf/die Bewegung unterstützt: ausreichend Eiweiß, regelmäßig essen, Gewürze, die „bewegen“ und etwas mehr Bewegung im Alltag.
Ein einfacher Einstieg (ohne Overload)…
- Jeden Tag eine warme Mahlzeit: Suppe, Eintopf, Congee oder ein warm gegartes Gemüsegericht.
- Jede Mahlzeit mit Protein-Baustein: so unterstützt du Gewebe & Regeneration (auch bei vielen „chronischen“ Mustern ein Schlüssel).
- Abends eher mild & warm: damit die Mitte nachts nicht überfordert ist und sich ein Hitze-Kessel bildet
- 1–2 Gewürz-/Kräuter konstant integrieren: z. B. Ingwer/Fenchel oder Ingwer/Kreuzkümmel (verträglich dosiert), statt täglich alles zu wechseln
Allgemein ist Ernährungstherapie in der Naturheilkunde vor allem „Küchenarbeit an der Steuerzentrale“ 😉 : Verdauung, Wärmebalance, Nässe/Schleim-Umfeld und Energiefluss. Wenn du warm, regelmäßig und verträglich isst und die Mahlzeiten nach deinem Muster ausrichtest, verändert sich nicht nur die Symptomlast, sondern auch deine Energie, Schlafqualität und Regenerationsfähigkeit.
Ich selbst habe erblich bedingtes Rheuma und lebe sehr gut damit: ohne „moderne“ Medikamente, mit Kräutern, die zu meinem Rheuma-Typ passen, Bewegung, Ernährung… und so zeige ich Dir an meinem Beispiel, wie Ernährungstherapie die Gesundheit beeinflusst:
Rheuma aus Sicht von CM & Ernährungstherapie
In der CM werden „rheumatische“ Beschwerden nicht als eine einzelne Krankheit verstanden, sondern als Muster. Häufige Kombi-Mechanismen sind:
- Wind-Kälte / Wind-Nässe: Beschwerden sind wechselhaft, ziehen/kribbeln, werden durch Kälte oder feuchte Witterung verstärkt.
- Nässe- und Schleimbelastung: Schwellungen, „Schweregefühl“, steife Gelenke, träge Beweglichkeit.
- Stagnation: Schmerzen, die „fest sitzen“ – Bewegung bringt oft Erleichterung, aber der Körper bleibt blockiert.
- (Sekundär) Hitze: bei stärkerer Entzündungsneigung können Rötung/Überwärmung dazukommen.
Ernährungstherapie zielt daher in der Regel auf drei Dinge:
Wärme auf- bzw. abbauen, Nässe/Schleim reduzieren, Bewegung fördern und dabei den Körper konstitutionell unterstützen(damit Entzündung nicht ständig „nachgefüttert“ wird).
Ernährungstrategie anhand einer Suppe- was diese Suppe ernährungstherapeutisch bewirkt…
Diese Suppe ist als warmes, gekochtes Gericht angelegt (statt roh/„kalt“), weil warm und gegart aus Sicht der Naturheilkunde/CM hilft, Nässe zu transformieren und „Kälte-Faktoren“ abzupuffern.
- Ackerhornkraut (Wildpflanze): wird in der CM als regulierendes Wildkraut eingesetzt, das Nässe/„Trübes“ nicht einfach nur „wegdrückt“, sondern das System wieder in Bewegung bringen kann.
- Brennnessel: unterstützt aus Sicht der CM die Nässe-Ausleitung und kann das „Schwere“ aus dem System nehmen.
- Löwenzahn: wird häufig genutzt, um die Funktion von Leber/Magen-Dynamik(Verdauung & Bewegung) zu fördern.
- Gundermann: passt als Wildkräuter-Baustein gut in „leichter öffnende“ Ernährungssysteme.
- Möhre/Pastinake/Lauch/Kartoffel: liefern „milde Basis“ für die Mitte und machen das Gericht verträglich und sättigend.
- Ingwer + Knoblauch (frisch und sehr zurückhaltend dosiert): wirken wärmend und unterstützen „Gegenkälte“ und Bewegungsimpuls.
- Kurkuma (optional): ergänzt die antientzündliche Küche, ohne die Suppe „zu schwer“ zu machen.
Rezept: Antientzündliche Rheuma-Suppe mit Ackerhornkraut:
Zutaten (ca. 4 Portionen)
- 1 EL Olivenöl oder Ghee
- 1 Zwiebel (klein gewürfelt)
- 1–2 Stangen Lauch (in Ringe geschnitten)
- 1 Stück Ingwer (ca. 1–2 cm), fein gerieben
- 1 Knoblauchzehe (optional, fein gehackt)
- 1 Möhre (gewürfelt)
- 1 Pastinake (gewürfelt, optional)
- 1 Kartoffel (würfeln, macht die Suppe „milder“)
- 800–1000 ml Gemüsebrühe (oder Wasser + Algen/Salz nach Wahl)
- 1–2 TL Kurkuma (optional)
- 1/2 TL Kreuzkümmel oder Fenchel (hilft, Nässe leichter zu transformieren)
- Salz & frisch gemahlener Pfeffer
Wildkräuter (frisch oder tiefgekühlt, Menge insgesamt ca. 250–350 g):
- Ackerhornkraut (ca. 80–120 g)
- Brennnessel (ca. 80–120 g, blanchiert)
- Gundermann (ca. 30–60 g, fein gehackt)
- Löwenzahn (ca. 30–60 g, kleingeschnitten; Blätter statt viel Blüten, je nach Geschmack)
Optional zum Abrunden:
- 1–2 TL Zitronensaft am Ende (nicht mitkochen, wenn du sehr empfindlich reagierst)
- 1–2 EL Apfelessig ganz am Schluss (nur wenn Du ihn gut verträgst)
Zubereitung
- Basis ansetzen: Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebel und Lauch 5–7 Minuten anschwitzen. Ingwer (und optional Knoblauch) 30–60 Sekunden mit anrösten.
- Gemüse & Gewürze: Möhre, Pastinake (optional) und Kartoffel zugeben. Kurkuma und Kreuzkümmel/Fenchel dazugeben und kurz mitrösten.
- Kochen: Mit Gemüsebrühe auffüllen und alles 20–25 Minuten sanft köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.
- Wildkräuter „zum richtigen Zeitpunkt“:
- Brennnessel kurz blanchieren oder bereits blanchiert verwenden.
- Ackerhornkraut, Gundermann und Löwenzahn erst in den letzten 5–7 Minuten einrühren, damit Aroma und Vitalität erhalten bleiben.
- Abschmecken & optional verfeinern: Mit Salz/Pfeffer abschmecken. Optional am Ende ganz wenig Zitronensaft oder Essig zugeben (nur wenn verträglich).
- Optional cremiger: Wenn du es mehr „wärmend und Mitte regulierend“ möchtest, kannst du einen Teil der Suppe pürieren und den Rest stückig lassen.
Anwendung:
- 2–4x/Woche als warmes Gericht für einen Zeitraum von 1–2 Wochen testen, dabei beobachten: Werden Steifigkeit/Schweregefühl besser? Wird die Verdauung optimaler?
Konkrete Hinweise (kurz & praxisnah und für Deine Sicherheit)…
- Wildkräuter nur sammeln, wenn die Art sicher identifiziert werden kann oder aus vertrauenswürdigen Quellen stammen.
- Bei Medikamenten oder starken Entzündungs-/Schub-Symptomen dieses Muster ergänzend betrachten (Ernährung ersetzt keine ärztliche Behandlung).
Diese Suppe arbeitet nicht „gegen“ deinen Körper, sondern mit einer naturheilkundlichen Logik: warm, gekocht, kräuterreich, mit Wildpflanzen, die das System wieder in Bewegung bringen sollen.
UND nun? Schau genau hin- integriere die Ernährungshinweise, die Du bspw. von mir bekommst, langsam und ohne Stress in Deine Mahlzeiten- beginne mit der wichtigsten Mahlzeit- der ersten des Tages zwischen 6-11 Uhr 🙂
Nimm den „Druck“ und Deinen Perfektionismus aus der Umsetzung- erinnere Dich bspw. an die Ernährung von früher- oft reichen 3-5 Zutaten für eine nährende und „heilende“ Ernährung.
Du benötigst Hilfe- dann melde Dich für einen termin gerne über das Kontaktformular; diese Termine sind auch per Video-Call möglich.
Ich wünsche Dir eine gute Woche; bleib gesund… herzlichst
Kira







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