Mittsommer…

… der längste Tag, die kürzeste Nacht und sicher die schönste Zeit des Jahres. In diesem Jahr habe ich einige Frauen eingeladen, um einen Mittsommer- Yoga-Kreis zu zelebrieren bzw. in’s Leben zu rufen.

Wir entfernen uns mit SocialMedia, Moderne und einer immer schneller vergehenden Zeit so sehr von schönen und überlieferten Ritualen- somit liegt es nur auf der Hand, die alten Bräuche vielleicht in einer eigenen Form und mit eigenen Ritualen wieder aufleben zu lassen. Yoga verbindet und öffnet das Herz und so soll es heute auch sein:

  • Es gibt Asanas, die einen besonderen Bezug zu den Feuer-Meridianen des Sommers haben- es sind die Herzöffner und sehr kraftvolle Übungen wie Virabhadrasana 1 und 2(Krieger/Held 1 und 2) in verschiedenen Ausführungen, aber auch…

  • …die Meditationshaltungen oder …

  • … Übungen, die den Herzraum öffnen- alle Rückbeuge-Asanas vitalisieren und öffnen, lassen Kraft und Energie sprudeln.

kraftvoller Herzöffner zu beiden Seiten

 

Was bedeutet jetzt aber Mittsommer? Es sind die leuchtend hellen Nächte, die immer schon fasziniert haben, egal ob bei den Kelten, Germanen oder Wikingern.

In Schweden bspw. gibt es Überlieferungen, die besagen,  dass die weißen Nächte schon seit dem sechsten Jahrhundert gefeiert werden und die Menschen bereits seit dieser Zeit in der Nacht des 21. Juni Freudenfeuer entzünden und im Schein des Feuers tanzen.

Die Kelten feierten Litha- die Sommersonnenwende- es ist ein Sonnenfest im keltischen Jahreskreis und hat, wie auch die anderen Festtage, eine besondere Bedeutung zur Anbetung der alten Götter.

Auch in Irland oder im Baltikum erinnert man sich dieser Tage an die Feiern der Ahnen und zelebriert Rituale mit Sonnenfeuern, Kräutersträußen und Segenswünschen.

Es ist der offizielle Beginn des Sommers. Auch im Tier- und Pflanzenreich gibt es Parallelen dazu. Die Aussaat ist vorbei und die Reife beginnt. Die Sommersonnwende wird als das heiligste Fest im Jahreskreis gefeiert. Der Sommer und speziell die Zeit um den 21.6. steht für Heilung im Körper und Herzen- Wehmut verschwindet und weicht einer liebenden Kraft.

Zur Sommersonnenwende werden Feuer entzündet. Man huldigt noch einmal dem „Sonnengott“, bringt ihm Rauchopfer und beginnt die zweite Jahreshälfte. Es wird noch einmal richtig mit der Sonne gefeiert und ums Feuer getanzt- dabei gehen die Gedanken zurück in die erste Jahreshälfte, allem Guten wird gedankt, Schlechtes verbrannt.

Die Kirche hat das Mittsommerfest Jahrhunderte lang bekämpft und dafür den Johannistag in’s Leben gerufen- jeder nach seinem Gusto.

Das Johanniskraut steht allerdings mit Mittsommer in besonderem Zusammenhang. Man sagt, dass es an diesem Tag gesammelt, die größte Heilkraft entwickelt. Auch hier werden Feuer, die sogenannten Johannisfeuer entzündet. Die Natur bietet uns die schönsten Zutaten mit voller Kraft. Es heißt, dass die Asche jener Feuer – wird sie auf die Felder gestreut- besondere Fruchtbarkeit bringt. Das Springen über oder durch das Feuer gilt als Reinigungsritual. An der Höhe des Sprunges wird auf gute oder schlechte Ernte geschlossen. Alles Alte, Unbrauchbare, Lebensbehindernde kann symbolisch ins Feuer geworfen werden. Auch Sonnenräder werden oft gerollt, um dem Jahresrad zu huldigen. Es heißt auch, dass die Sommerfeuer eine kraftvolle Liebe bringen- nur echte Liebe und Liebespaare finden sich am Mittsommerfeuer und je höher beide springen, um so länger dauert ihre Liebe…

Ein sehr schönes Ritual ist das der gebenden Liebe:

  • Es werden zwölf blühende Kräuter oder Blumen gesammelt, eventuell auch einfach nur zwölf blühende Pflanzen, die zu einem Strauß gebunden, zwölf Wünsche und Segenssprüche enthalten- es soll die Kraft und Energie der Kräuter auf die Menschen der Familie, auf Freunde und auf alle Menschen übergehen, auf dass Gesundheit, Freude, Liebe und Frieden zwischen den Menschen herrsche. Die Kraft der Kräuter soll auch für die Tiere und den Garten/ den Acker der Familie gelten!
  • In der Überlieferung  birgt das Sonnenwendensträußchen einen Gesundheitszauber fürs neue Jahr, bringt Kraft und Stärke. Aus Johanniskraut, Margeriten und Klee kann man auch einen kleinen Kranz binden, den man unter das Kopfkissen legt und der vor Krankheiten schützt.
  • Der Strauß z. B. wird dann im Haus oder auf dem Grundstück aufgehängt und zur Wintersonnenwende verbrannt. Dann folgt das neue Jahr mit neuen Wünschen(siehe Beitrag zu den Rauhnächten hier).
  • Man kann auch die Wünsche an jemand konkret richten oder einfach für sich behalten.

Mittsommer- kraftvoll und geheimnisvoll- eine der schönsten Zeiten des Jahres mit ein bisschen Magie!

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