Rote Versuchung im Winter…

…sind die Kirschen, die ich im Sommer eingeweckt bzw. zu Kirschgrütze eingekocht habe. Es ist ein Highlight im trüben nordischen Winterwetter, mit einem roten Tupfer im Frühstück in den Tag zu starten. Außerdem sind Kirschen aus Sicht der chinesischen Medizin mit zahlreichen Segnungen für den Körper ausgestattet:

  • Die Kirsche wird vom Geschmack her süss bis leicht sauer- je nach Sorte- und vom Temperaturverhalten wärmend eingeordnet.
  • Aus dieser Einordnung ergibt sich die positive Wirkung auf die Funktionskreise Milz, Leber und Niere.

Das Wirkspektrum aller Kirschsorten ist sehr vielfältig:

  • Die Haupteigenschaft- die Kirschen tonisieren das Blut, besonders Leber-und Herz-Blut, somit kann der Einsatz von Kirschen in der Ernährungstherapie positiv bei Anämie, Taubheitsgefühl der Extremitäten, Schwindel, Schlaflosigkeit, Palpitationen, Herzklopfen, Mundtrockenheit, Zungentrockenheit und bei trockerner Haut sein.
  • Gegen trockene Haut bzw. generell bei Leber- und Herz-Blut-Mangel könnte das nachfolgende Rezept positiv wirken: 40 Gramm getrocknete Kirschen in 1 Liter Rotwein ansetzen- nach täglichem Schütteln ist nach einer Woche der Stärkungswein fertig- morgens täglich ein Likörglas einnehmen…
  • Kirschen transformieren Schleim und lösen Feuchtigkeit auf- leiten diese aus dem Körper aus- sie wirken einer Übersäuerung des Körpers entgegen, wirken Blut reinigend und können erhöhte Cholesterinwert senken;
  • Kirschen sind ein besonderes Therapeutikum bei Rheuma und Gicht- leiten also Wind-Kälte und Nässe-Hitze(Bi-Syndrom) aus: bei Gicht, Rheuma, Arthritis, Muskelschwäche, Sehnenschwäche, Knochenschwäche, Hüftschmerzen, Knieschmerzen, Gliederschwäche mit Bewegungseinschränkung, Taubheit, Paralyse und auch bei Lähmung der Extremitäten kann folgende Rezeptur Linderung verschaffen: 250 g Kirschen in 1 Liter klarem Branntwein 1-2 Wochen einlegen- täglich 1/2 Tasse auf 3 Portionen verteilt einnehmen;
  • Kirschen tonisieren das Qi- besondersLeber-, Milz- und Nieren-Qi- d.h. sie wirken bei Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Energiemangel, Erschöpfung und bei vorzeitiger Ejakulation;
  • Bei Harnwegsentzündung wirken eher die Stiele- ein Tee aus Kirschenstielen kennt man auch in der Klostermedizin/ Medizin nach Hildegard von Bingen, bei einem ständig kalten unterer Rücken hilft ein angewärmtes Kirschkernsäckchen 😉 und täglich ein wenig Kirschenkompott
  • Achtung! Frische Kirschen und kaltes Wasser können unter Umständen sehr starke Blähungen und Koliken auslösen!

Holen wir uns ein bisschen Wärme in das Grau- im Sommer also nicht nur Kirschen naschen, sondern auch fleißig einkochen- dann hat man länger was davon.

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