Schäfchen zählen…

oder Hopfen trinken…nein, nicht in Form von Bier, auch wenn dies- als Leichtbier- bei diesen heißen Tagen manchmal auch in Ordnung ist. Heute geht es um Hopfen als Heilpflanze- altbekannt und schon zu Zeiten der ehrwürdigen Hildegard von Bingen ein Multitalent. Gerade jetzt, wo die Nächte heiß sind und wir unter Umständen nicht zur Ruhe kommen, kann Hopfen sehr hilfreich sein. Aber der Reihe nach:

  • Hopfen wirkt durch seine Inhaltsstoffe Hopfenbitterstoff, Humulon, Humulen, Lupulon, Lupulin, ätherisches Öl, Gerbsäure, Harze, Campesterol, Stigmasterol, Beta-Sitosterol, Eugenol, Farnesol und Isovalerinsäure antibakteriell, beruhigend, blutreinigend, entzündungshemmend, schmerzstillend aber auch in entsprechenden Dosierungen tonisierend(etwa in einem Leichtbier;)- schmerzstillend auch durch seine Verwandschaft zum Hanf.
  • Schon seit dem Altertum findet diese in jedem Garten zu ziehende Heilpflanze allein oder in Kombination mit anderen Heilpflanzen ihre Anwendung bei Fieber, nervösem Magen, Magenkrämpfen, Darmkrämpfen,Verstopfung,
    Blasenproblemen, nervöse Herzbeschwerden, Herzklopen und nervöser Unruhe, bei Schlafstörungen, Migräne, Ängsten, Wechseljahresbeschwerden, Menstruationsstörungen, Haarausfall, Wunden und Furunkeln. Nach der Entbindung fördert Hopfen den Milchfluss.
Hopfen in meinem Garten im Juli

Hopfen in meinem Garten im Juli

Für einen heilsamen Schlaf und Nerventee nehmen Sie folgende Rezeptur:

Trinken Sie den Tee abends, eine halbe Stunde vor der gewünschten Einschlafzeit, oder auch wenn Sie sehr unruhig sind und entspannen möchten- ganz in Ruhe und mit kleinen Schlucken…

  • ein Teelöffel Melissenblätter, ein Teelöffel Hopfenzapfen, ein Teelöffel Mädesüßblüten und einen Teelöffel Baldrianwurzel
  • Für den Tee die Zutaten leicht mörsern, einen Esslöffel mit 300ml Wasser ca. 10-15 Minuten sieden lassen, abseihen…maximal 3 Tassen zum Abend hin oder bei Unruhe trinken

Hopfen als Phyto-Östrogen gegen Wechseljahrsbeschwerden

Hopfen enthält dem Östrogen ähnliche Phytohormone. In der Anfangsphase der Wechseljahre besteht jedoch eher ein Progesteron-Mangel und dadurch ein relativer Östrogen-Überschuss. Daher ist in dieser Phase der Hopfen eher ungeeignet, um die beginnenden Wechseljahresbeschwerden zu lindern. Stattdessen sollten eher  Mönchspfeffer, Schafgarbe oder Frauenmantel eingesetzt werden- lassen Sie sich bei mir beraten. Auch außerhalb des Wechsels, bei einem Östrogenmangel, kann der Hopfentee getrunken werden. Allerdings kann ein Zuviel zu einem starken Unterbauch („Bierbauch“) führen, deshalb sollten Sie bei Neigung zu einem Bauchansatz Hopfen sehr sparsam einsetzen.

Aber nicht nur als Heilpflanze nutze ich den Hopfen, sehr dekorativ rankt er seit mehr als 10 Jahren an meiner Pergola und erfreut uns im Herbst mit seinen Zapfen, die eine tolle Deko darstellen.

 

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