Schlafstörungen

Schlafen Sie schon oder wachen Sie noch?

Ein gesunder Schlaf- für jeden natürlich individuell- ist nicht nur für einen Tag voller Kraft und Ausdauer notwendig. Viele Stoffwechselvorgänge, unsere Laune, unsere Belastbarkeit und noch viel mehr hängt von einem guten, erholsamen und ausreichenden Schlaf ab.

Frühes Erwachen?

Gemäß der chinesischen Medizin ist Schlaf dem Yin zugeordnet; es ist die höchste Zeit im Yin- die Nacht- die uns zur Ruhe kommen lässt. In diesen Zeiten erholen sich bspw. die Organe/Meridiane Leber, Gallenblase, Lunge und Dickdarm; arbeiten aber trotzdem auf Hochtouren an der Erholung des gesamten Körpers. Wacht man bspw. immer zwischen 1 und 4 Uhr auf sind diese Meridiane energetisch nicht ausgeglichen(siehe Beiträge hier auf dieser Seite zur Meridianuhr).

Es gibt zahlreiche Ursachen für einen gestörten Schlaf:

  • Unpassender Wach-Schlaf-Rhythmus
  • Elektronische Geräte, die exzessiv auch am Abend genutzt werden
  • Hormonschwankungen
  • Elektronische Geräte im Schlafraum
  • spätes und zu schweres Essen am Abend
  • Schlafapnoe
  • Schichtarbeit
  • Sorgen, Nöte, psychische Beschwerden
  • Schmerzen
  • ein zu warmer Schlafraum
  • eine unpassende Matratze
  • ….

Schlafstörungen zeigen sich bspw. durch:

  • Einschlafstörungen
  • Durchschlafstörungen
  • frühes Erwachen
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Tagesschläfrigkeit
  • leichter Schlaf
  • mehrfaches Erwachen in der Nacht

Unser Immunsystem mit allen seinen Facetten ist der größte Nutznießer eines ungestörten, erholsamen Schlafs- bereits zwei bis drei Stunden zu wenig Schlaf erhöhen das Infektrisiko; wer generell zu wenig schläft hat ein erhöhtes Risiko für schwere Erkrankungen wie KHK, Krebs, Stoffwechselstörungen…

Zum Glück bietet die Natur gesunde Helfer und auch wir können selbst etwas für einen guten Schlaf tun:

  • Nicht zu spät am Abend essen- 16-19 Uhr ist eine optimale Zeit für die letzte Mahlzeit des Tages; es kommt darauf an, ob wir früher Vogel oder eher der Nachtschwärmer sind;
  • Schlafzeit immer gleich wählen; für Schichtarbeiter ist es wichtig, dass sie auch nur drei Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen und in der Nacht n i c h t essen;
  • Keine schweren Gerichte- leicht gekochte Suppen, Gemüse, ein wenig Quark, etwas Fisch oder Eierspeisen können unser Magen/Darm besser verdauen; Fleisch ist sehr schwer verdaulich, ebenso Rohkost und Salat in Massen;
  • Ein wenig Sport oder ein Spaziergang zum Abend sind förderlich; zu viel Sport jedoch kann auch zuviel Yang erzeugen- das ist Typabhängig- und dann kann man schlecht schlafen;
  • Keine Computerarbeit nach 20 Uhr; möglichst auch nicht immer bis zum Schlafen am Fernseher sitzen und auch nicht davor einschlafen- blaues Licht fördert das Wachsein;
  • …den Schlafraum gut durchlüften und die Betten aufschütteln- es schläft sich leichter
  • Probleme nicht mit in’s Bett nehmen- diese lösen oder aufschreiben- dann den Zettel zerreißen; das hilft nicht immer, aber wäre eine Möglichkeit
  • Emotionen klären
  • Kräutermedizin nutzen

Ein wunderbares Rezept bei nervös bedingten Schlafstörungen/ auch bei stressigem Alltag gebe ich hier gerne mit auf den Weg:

  • je 20 Gramm Passionsblumenkraut und Hopfenzapfen; je 15 Gramm Orangenblüten und Melissenblätter miteinander mischen;
  • 2-3 Teelöffel der Mischung werden mit 250 ml kochendem Wasser übergossen; 10 Minuten ziehen lassen(zugedeckt) und dann abseihen;
  • die Kräuter können Sie für einen Leberwickel nutzen
  • eine Tasse zum Abend und eine etwa 30 Minuten vor dem Schlafengehen trinken

Manchmal hilft Tee trinken, manchmal benötigt man anderweitig Unterstützung:

  • Akpunktur unterstützt die Normalisierung des Wach-Schlaf-Rhythmus, reguliert Ihre Emotionen, löst Stagnationen
  • TuiNa entspannt die Muskulatur und kann so den gesunden Schlaf unterstützen
  • Schröpfen löst Verspannungen und sorgt für einen entspannten Schlaf
  • Yoga, QiGong, TaijiJuan, Entspannungsverfahren sind förderlich für die notwendige Entspannung für einen gesunden Schlaf
  • Kräutermedizin- individuell abgestimmt auf jeden persönlich- reguliert das Yang-Yin-Verhältnis im Körper, reguliert das Qi und besänftigt Shen

Sie haben Schlafprobleme? Dann vereinbaren Sie gerne einen Termin – wir finden gemeinsam Lösungsansätze- damit „Gute Nacht“ nicht nur ein Wunsch bleibt!

Alles Liebe- Ihre Kira Schwarzrock

Seit alten Zeiten bekannt- die…

 

Zahlreiche Mythen ranken sich um das Johanniskraut, welches jetzt so zahlreich blühend zu finden ist. Es ist die typiche Mittsommerpflanze- oft um den Johannistag(24.6.) herum fängt es an zu blühen. Wie kaum eine andere Pflanze ist das Johanniskraut mit der Sonne assoziiert, dessen Kraft sie an den längsten Tagen des Jahres aufnimmt, um sie in den dunkleren Tagen des Winters an uns Menschen abzugeben. Zahlreiche Namen aus unterschiedlichen Regionen gibt es- von Blutkraut, über Frauenkraut, Sonnenkraut bis hin zu Teufelsfluch und Wundkraut haben sich überliefert- alle weisen auf die Heilwirkung hin.

Hypericum perforatum…:

  • …so die lateinische Bezeichnung, wirkt gemäß der chinesischen Kräuterlehre wärmend, ist eher von bitterem, sauerem und nur leicht süssem Geschmack- daher erklärt sich die Wirkweise auf die Funktionskreise Herz, Niere, Milz, Magen, Perikard, Leber und Gallenblase.
  • Durch die Inhaltsstoffe- Schleimstoffe, Flavonoide wie Tilirosid, ätherisches Öl mit Linalool, Geraniol, Cineol…, Phenolcarbonsäuren und Gerbstoffe- wirkt es antidepressiv, aufhellend, wundheilend, blutbildend, schmerzstillend (v.a. bei Nervenschmerzen), durchblutungsfördernd, stoffwechselanregend, blutreinigend, antibakteriell, krampflösend, entzündungshemmend, und adstringierend.
  • In der chinesischen Kräutermedizin setze ich es ob seiner positiven Wirkung auf Shen(Geist), Qi und Blut, auf Grund der Hitze und Nässe ausleitenden Wirkung sehr gerne in Kräutermischungen ein, die sich aus westlichen und chinesischen Kräutern zusammen setzen.
  • Eine sehr bekannte Anwendung ist die Einreibungen mit Johanniskrautöl- besonders hilfreich bei Kälte-Nässe, aber auch Hitze-Nässe-Bi-Syndrom(rheumatische Erkrankungen).
  • Das Öl ist eines der wenigen Mittel, welche direkt auf frische OP-Narben aufgetragen werden können(es eliminiert Entzündungshitze)- dadurch kommt es zu einer besseren Wundheilung und die Narbe bildet sich sauber aus. Ich selbst habe diese Anwendung nach meinen Operationen(Kaiserschnitt 3x und Schulter-OP), OP-Narbe meines Mannes im Bauchbereich erfolgreich praktiziert; allerdings muss das Öl aus biologischer Herstellung stammen und sehr rein sein!
  • Johanniskraut ist ein Frauenkraut, welches besonders positiv auf das Yin wirkt- daher gehört es in jede Frauenmischung bzgl. Zyklusstörungen mit Unruhe, Wechseljahresbeschwerden und darf auch nach der Menopause nicht fehlen.
  • Hypericum ist neben Weißdorn ebenfalls eines der Kräuter, die eine positive Wirkung auf den Blutdruck erzielen- besonders bei stressbedingter Hypertonie ist es sehr wirksam- zusätzlich zu einem moderaten Ausdauertraining, Ernährungsumstellung und dem Anti-Stress-Training kommt es in Teemischungen zum Einsatz.
  • Als eines der westlichen Heilkräuter hat es eine direkte Wirkung auf die Wanderseele HUN- diese wird wieder verankert und der Geist kommt zur Ruhe.
  • Auch bei Verletzungen ist Johanniskraut ein hervorragender Helfer- dabei kommt es ja fast immer zu Nervenverletzungen und somit ist es sowohl als Kraut als auch als Öl oder homöopatisch einsetzbar.

In der westlichen Naturheilkunde hat sich Johanniskraut bei Folgendem bewährt:

  •  bei Bronchitis Halsentzündung, Fieber,
  • bei Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche,  Magenbeschwerden, Darmentzündung, Durchfall,
    Hämorrhoiden,
  • bei Stoffwechselstörungen, Rheumatismus, Gicht,
  • bei Erkrankungen der Harnorgane, auch bei nervlichen bedingtem Bettnässen,
  • in der Frauenheilkunde bei Gebärmutterkrämpfe, Menstruationsbeschwerden, Endometritis,
    Zyklusunregelmässigkeiten, Wechseljahresbeschwerden,
  • bei Erkrankungen des ZNS und Nervensystems allgemein wie Depressionen, Nervosität, Schlafstörungen, Epilepsie, Migräne und allgemeinen Kopfschmerzen, Hypochondrie, Angstzustände, Neuralgien, aber auch Ischialgie und Hexenschuss,
  • bei Schmerzen und Beschwerden im Bewegungsapparat wie allgemeinen Rückenschmerzen, Muskelzerrungen, Blutergüssen, Quetschungen, Verrenkungen, Verstauchung,
  • bei Pfortaderkreislaufstörungen und Venenschwäche, die sich durch Krampfadern zeigt,
  • bei Hautproblemen-Wunden, Verbrennungen, Geschwüre, Ekzeme, Schrunden, Stich- und Schnittwunden, bei trockener Haut, Juckreiz und Narben/Narbenschmerzen/ schlecht heilenden Narben.

Einsatz findet:

  • frisches oder getrocknetes Kraut
  • Öl
  • Urtinktur und Tinkturen
  • homöopatische Dilutationen und Globulie in unterschiedlichen Potenzen
  • Kapseln
  • Außer als Tee kann man gegen Verdauungsbeschwerden auch das Johanniskrautöl innerlich einnehmen- dreimal täglich einen Teelöffel des Öls helfen z.B. bei Reizdarm und nervösem Durchfall.

A c h t u n g !!!

  • Johanniskraut macht empfindlich gegen Sonneneinstrahlung- nicht vor Sonnenbädern einnehmen oder einreiben.

  • Die Wirkung mancher Medikamente, vor allem immunsuppressive Medikamente wird durch Johanniskraut abgeschwächt. Auch die Wirkung von manchen AIDS-Medikamenten, Antibiotika, chemischen Antidepressiva, Herzglykoside, Gerinnungshemmer, Asthmamittel und manche Antiepileptika wird gehemmt.

  • Außerdem steht Johanniskraut im Verdacht, die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln (Pille, eventuell auch NuvaRing) herabzusetzen. Dieser Verdacht konnte zwar bisher in zahlreichen medizinischen Studien nicht bestätigt werden, aber man sollte ihn sicherheitshalber berücksichtigen.

  • Bei Veranlagung einiger Menschen- Leberdisposition- kann Johanniskraut die Leberwerte ungünstig verändern. Bei längerer Einnahme sollten daher die Leberwerte überwacht werden.

Trotz aller o.g. Achtungszeichen ist und bleibt Johanniskraut eines der wichtigsten und mächtigsten Heilmittel in der Naturheilkunde- gehört aber in die Hände des fachkundigen Naturheilarztes/- ärztin, Heilpraktikers/-praktikerin und sollte nur nach Rücksprache und mit Maß und Bedacht eingesetzt werden.

Es ist schützenswert und beschützt uns- sein wir behutsam in der Ernte und lassen dem Johanniskraut seinen Platz in der Natur!

Legenden:

Der Legende und Überlieferung nach, stand das Kraut unter dem Kreuz Jesus Christus und fing die Blutstropfen auf- daher auch Christkraut oder Blutkraut genannt. Damit begründeten die Menschen in früherer Zeit seine positive Wirkung auf das Blut und die Blutung der Frau.

Der Teufel war erbost über die Wirkung des Johanniskrautes- daher stach er mit Nadeln auf die Blätter ein. Hält man ein Blatt des „Tausendlöcherlkrautes“ gegen das Licht, dann sehen die Exkretbehälter wie kleine Löcher aus. Auch diese Signatur weist auf die positiver Wirkung bei Wunden hin.

 

 

Sommer-Feeling und…

 

Klatschmohn ist Sommer-Feeling pur- als Kind habe ich meiner Mama öfter einen Feldblumenstrauss mit nach Hause gebracht- Klatschmohn durfte nie fehlen. Das dieser auch eine Heilpflanze ist, weiss ich seit meinem 8en Lebensjahr- als meine Oma mir die Heilwirkung der verschiedenen Wildkräuter erklärte:

  • Klatschmohn ist eines der ältesten Schmerz- und Schlafmittel der Menschheit- zwar deutlich milder als die Mohnpflanzen(Schlafmohn), aus denen Opium gewonnen wird; dennoch recht wirksam und auch leicht giftig!!! Daher darf auch Klatschmohn nicht ohne Achtsamkeit eingesetzt werden.
  • Diese rot blühende Feldblume hat neben dem roten Farbstoff in den Blüten noch die Inhaltsstoffe Alkaloid Rhoeadin, Anthocyanglykoside, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Saponine und Schleimstoffe; wirkt auf die Meridiane Herz, Leber, Gallenblase, Uterus als Sonderorgan und Magen; durch Erfahrungen der Volksmedizin auch auf die Lunge.

  • Die Wirkungen auf den Körper sind beruhigend, erweichend, schleimlösend, schmerzlindernd und tonisierend bei Husten, Nervosität, Schlaflosigkeit, nervöser Unruhe, leichter Erschöpfung, Heiserkeit, verhaltener und schmerzhafter Menstruation , Schmerzen und auch Hautproblemen. Die Volksmedizin nennt den Klatschmohn auch Blutblume- daher erklärt sich auch die Wirkung gemäß CM auf das Blut und die Funktionskreise Leber, Uterus als Sonderorgan und Herz.
  • Verwendet werden alle Pflanzenteile; ich selbst nutze nur die Samen und Blüten für Teezubereitungen und einen Hustensirup. Blätter, Stiel und Blüten können aber auch als Abkochung bei Hautproblemen genommen werden- damit werden dann betroffene Hautstellen abgewaschen oder mit Kompressen versehen.
  • Beim Klatschmohn- wie übrigens bei allen anderen Kräutern auch- erkennt man durch die Blühzeit auch die Wirkweise- er wirkt besonders auch gegen Hitzeerkrankungen, die im Frühsommer und Sommer auftreten.
  • Klatschmohn in der Küche- die Mohnblüten- und -blätter können als Zutat in Salaten eingesetzt werden. Sie haben einen angenehmen gurkenähnlichen und leicht nussigen Geschmack. Gut eignen sich die vor allem jungen Blätter in Kombination mit Nüssen oder Pinienkernen. Außerdem lassen sich die Blätter als Spinatersatz verwenden- der Geschmack ist allerdings nicht vergleichbar. Die Klatschmohnblüten können als Dekoration für Obstsalate oder Torten. Die kleinen schwarzen Samen des Klatschmohns lassen sich ebenfalls als Kuchenbelag verwenden. Aber Achtung- keinen ganzen Mohnkuchen daraus backen- größere Verzehrmengen führen zu Vergiftungserscheinungen. Der typische Backmohn stammt übrigens vom Samen des Schlafmohns, der u.a. für die Herstellung von Morphin bzw. Heroin verwendet wird. Die Samen selbst enthalten zwar auch einige geringe Anteile an Alkaloiden, sind aber für gesunde Erwachsene unproblematisch, Kinder und Schwangere sollten nicht davon essen!!!

Klatschmohnsirup bei Heiserkeit und Husten:

  • Schraubflaschen oder Schraubgläser
  • 100 g Zucker
  • Zitronensaft
  • 150 ml Wasser
  • eine Handvoll Blütenblätter
  • Die Blütenblätter mit dem Wasser aufkochen lassen; vorher ein paar Tropfen Zitronensaft als Farbstabilisator beigeben.
  • Über Nacht stehen lassen und am nächsten Tag abseihen.
  • Mit Zucker und etwas Zitronensaft aufkochen- dann sofort steril in Flaschen oder Gläser abfüllen, diese fest verschließen und auf den Kopf gestellt abkühlen lassen.

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Klatschmohn- altes Heilmittel, Kindheitserinnerung und elfengleiche Feldblume; Bienenblume und Farbtupfer. Ich wünsche mir, dass alle Bauern immer ein Stück Feldrain übrig lassen, damit wir in Zukunft immer diese schöne Feldblume im Sommer blühen sehen können.

Wer hat an der Uhr gedreht…

…alle Jahre wieder- die Zeitumstellung. Sommerzeit- Winterzeit- Sommerzeit- einige sind genervt, andere freut es. Ich bin zwar mehr der Typ Sommerzeit 😉 , allerdings habe auch ich einen kleinen Jetlag- wie so viele von uns.

Mal ein paar Fakten- nachzulesen in diversen Studien:

  • Der Biorhythmus steuert alle physiologischen Vorgänge, den Stoffwechsel, den Hormonhaushalt, den Schlaf- und Wach-Rhythmus…
  • Fehlt uns jetzt eine Stunde oder gewinnen wir eine Stunde, muss sich der Körper daran erst gewöhnen- wie nach einem Flug… bei dem einen geht es schneller, ein anderer braucht eine Woche, wieder andere gewöhnen sich gar nicht um und…
  • … es können sich unbestimmte Dysbalancen einstellen- Aufmerksamkeitsstörungen, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden…
  • Erwiesen ist gemäß einiger bekannter Studien aus Finnland, Amerika und Frankreich, dass sowohl das Risiko für Herzinfarkte als auch Schlaganfälle nach Zeitumstellungen steigt; auch die Rate für Verkehrsunfälle nimmt nach den Zeitumstellungen für eine kurze Zeit zu.

Was also tun? Es gibt leider kein Patentrezept, allerdings können einige der nachfolgenden Hinweise helfen:

  • Bewegung an frischer Luft- Walking, Jogging, Spaziergänge, Outdoorsport wirken sich positiv auf den Stoffwechsel und den Schlaf- Wach-Rhythmus aus. Der Körper ist dankbar für einen Spaziergang am Abend- er kommt schneller zur Ruhe und dankbar für Bewegung am Morgen- er wird schneller wach.
  • Yoga und Meditation- einige Asanas sorgen für einen erholsamen und tieferen Schlaf; damit ist das morgendliche Aufstehen dann auch einfacher.
  • Langsame Anpassung- jeden Tag 10 Minuten den neuen Tagesrhythmus anpassen; dass kann helfen.
  • Den Tag entrümpeln- gerade nach Zeitumstellungen haben wir oft das Gefühl, nicht mehr alles zu schaffen… entrümpeln wir den Tag; unwichtige Aufgaben und Termine einfach um ein paar Tage verschieben und schon können wir uns besser um uns kümmern.
  • Wirf den vor Tagen gefassten Plan über Bord und kümmere Dich um Dich und die Familie- Vorkochen, Vorbereiten, Umstellen…alles macht die Zeitumstellung einfacher 😉 ; Was spricht dagegen, das Frühstück am Abend vorzubereiten, die Abendmahlzeiten vorzukochen und die Ernährung auf leichte Kost umzustellen…
  • … leichte Kost ist ein weiterer Helfer- Suppen am Abend, gedünstetes Gemüse und nicht zu spätes Essen helfen ebenfalls bei der Eingewöhnung.
  • Eine kleine Hilfe aus der Naturheilkunde sind Schüssler Salze: Die Nummer 3 Ferrum phosphoricum sorgt für eine bessere Sauerstoffbindung und holt abends das Yang zum Anker zurück(5 Pastillen abends vor dem Schlafen); die Nummer 7 Magnesium phosphoricum sorgt morgens mit 10 Pastillen in heißem Wasser für einen munteren Start und die Nummer 5 Kalium phosphoricum für den Ausgleich mit 3x 2 Pastillen.

Für einen guten Schlaf, der ein erholtes und munteres Aufstehen ermöglicht, wäre dieser Yofgaflow geeignet:

 

Spruch des Konfuzius- von Friedrich Schiller
Dreifach ist des Raumes Maß:
Rastlos fort ohn Unterlaß
Strebt die Länge, fort ins Weite
Endlos gießet sich die Breite,
Grundlos senkt die Tiefe sich.
Dir ein Bild sind sie gegeben:
Rastlos vorwärts mußt du streben,
Nie ermüdet stille stehn,
Willst du die Vollendung sehn;
Mußt ins Breite dich entfalten,
Soll sich dir die Welt gestalten;
In die Tiefe mußt du steigen,
Soll sich dir das Wesen zeigen.
Nur Beharrung führt zum Ziel,
Nur die Fülle führt zur Klarheit,
Und im Abgrund wohnt die Wahrheit.

Wenn das Qi streikt…

 

ist die Nummer 5 der Biochemie das Mittel der Wahl. Kalium Phosphoricum(Kaph) finden wir in den Zellen von Gehirn, Nerven, Muskeln und Blut, aber auch im Zwischenzellgewebe.

Eine Störung in der Bewegung von Kaph- Molekülen führt sehr schnell zu einer überaus schnell eintretenden Schwäche, Ermüdung, Melancholie bis Depression, aber auch zu Gewebezerfall und nervöser Erschütterung.

Kalium phosphoricum als Heilmittel für das ausgebrannte Feuer:

  • Sollte das Yang-Feuer und das Qi zu stark herunter gebrannt sein, dann ist Kaph das Mittel der Wahl. Als Nervenmittel der Biochemie dient es der Lebenserhaltung- es wirkt direkt auf Shen und damit auf das Herz gemäß der TCM!
  • Die Nervenzellen mit ihrer natürlichen Beschaffenheit sind im Yin fixiert- Gehirn ist Yin, den Nieren zugeordnet und somit bestimmt durch die Essenz- Yin und Yang. Vorherrschend ist die Energie des Dunklen und wenn alles grau in grau ist, fehlt das Yang-Feuer und das Qi. Kaph aktiviert das Qi und das Yang-Feuer der Nervenzellen und hat somit auch eine belebende und kräftigende Wirkung auf den gesamten Körper.
  • Kaph immer dann, wenn Farbe und Energie, Licht und Freude fehlen– bei depressivem Qi und großer Qi-Leere z.B. bei Depressionen, Melancholie, psychischen Verstimmungen, Missmut, Ängsten, Angststörungen, Weinerlichkeit, allen Beschwerden, die mit Depressionen einher gehen, Lustlosigkeit, Schlafsucht mit ggf. Fieber über 38,8(Apathie und Benommenheit), Krankheiten mit großer Schwäche der Lebensenergie.
  • Kaph immer dann, wenn das Nerven-Qi ohne Kraft ist– Gereiztheit und Nervosität bestimmen den Alltag, dazu kommen Aggressivität, Nervenschwäche, nervöse Schlaflosigkeit, Krämpfe, Gedächtnisverlust, ggf. auch Lähmungserscheinungen und Muskelschwäche; die Beschwerden verschlimmern sich zu Beginn der Bewegung, bessern sich bei fortdauernder moderater Bewegung und werden wieder schlimmer bei Anstrengungen; die Farbe des Gesichts erscheint grau und bleich.
  • Kaph immer dann, wenn Fäulnis-Qi, also die Absonderungen und Ausscheidungen stark faulig, stinkend und unangenehm sind- dazu zählen Schweiß, Urin, Stuhl, Absonderungen aus den Augen, Nase, Ohren, Mund, Mundgeruch, Scheiden- und Samenflüssigkeit.
  • Kaph immer dann, wenn es gilt das lebenserhaltende Yang-Qi zu stärken- bei Zellverfall, Magengeschwüren, Geschwüren jeglicher Art, Muskelschwäche und Muskelatrophie, größter Energieschwäche; eingefallene Schläfen, verschleierte Augen(Shen ist nicht mehr klar zu erkennen) und Zahnfleischbluten sind wesentliche Merkmale für diesen Zustand.
  • Kaph charakterisiert folgenden energetischen Zustand: Gewebe und Energie sind zusammen gezogen, sehr stark nach innen gekehrt, dunkel; das Nerven-Qi ist schwach und damit nicht mehr in der Lage sich auszudehnen; es herrscht Yin-Leere(…nicht mehr wollen und können);
  • Kaph hat die energetische Wirkung des Ausdehnens, Belebens, wirkt wärmend und kräftigend. Es öffnet das Yang-Qi und bringt „Ausstrahlung“ und Shen zurück.
  • Leitsymptome für Kaph: nervöse Schwäche und Depressionen, schlechtes Gedächtnis, Fäulnis, fehlende Ausstrahlung und Shen ist nicht oder schwach erkennbar, Schlafstörungen,
  • Ein Mensch, der Kaph benötigt, zeigt immer eine nervöse Schwäche gepaart mit Melancholie oder Depressionen- alle Beschwerden sind begleitet von Nervosität, Depressionen, Gereiztheit, Aggressionen(auch Autoaggressionen); es zeigt sich ein schlechtes Gedächtnis, geistige Überarbeitung, schnelle Ermüdung und Erschöpfung, nervöse Organbeschwerden(z.B. „Alles schlägt auf den Magen“ oder „Es zerbricht mir das Kreuz“…), Schwäche am Herzen, Muskelschwäche, Kreuzschmerzen, nervöses Kribbeln, lähmende Beschwerden; die Ausscheidungen zeigen Fäulnis an, die Ausstrahlung wirkt grau und fahl, die Augen haben den Glanz verloren, der Schlaf ist gestört, die Pulse sind leer, dünn, wechselt von schnell- fein zu langsam.

Spaziergänge unterstützen

Anwendungen:

  • Kaph ist das Schüssler Salz Nummer 5 und wird in der Regelpotenz D6 oder D12 eingesetzt.
  • Es ist das Mittel der Wahl, wenn alle anderen Künste der Behandlung nicht mehr greifen
  • akut: alle halbe Stunde eine Pastille luschen lassen; chronisch: mindestens 2x 2 Pastillen/ Tag, eher noch bis zu 8x täglich eine bis zwei Pastillen
  • Ist der Schlaf gestört muss es am Tag genommen werden; es ist die Hilfe für einen regenerierenden Schlaf- 3x 2 Pastillen, dann sehen, ob es besser wird; ggf. höher dosieren.
  • D3- bei Qi-Schwäche, D12- Qi dämpfende und regulierende Wirkung
  • Salbe und wässrige Auflagen: bei Nervenschmerzen jeglicher Art, Nervenlähmungen, hartnäckige und/oder schlecht heilende Wunden, Gewebequetschungen, alle Hautausschläge mit stinkenden Absonderungen, Überanstrengungen der Extremitäten, auch bei Wadenkrämpfen und Krämpfen durch Krampfadern,

Allgemein:

  • „Wer keinen Shen mehr hat, der stirbt“- das ist die Aussage in der TCM- für uns bedeutet es, wer seine Lebenslust verliert, muss zwingend sein Leben überdenken und überarbeiten- bei großen Erschöpfungszuständen(z.B. Burnout)ist es besonders wichtig, jeglichen Stress zu vermeiden und sich s e i n Leben zurück zuholen- mindesten 14 bis 21 Tage komplette Pause von allem- erst dann kann eine Regeneration greifen; Sonnen- und Luftbäder, Spaziergänge, Atemtherapie… unterstützen genauso wie moderate Bewegung und gute Gespräche in angenehmer Gesellschaft. Der Betroffene/ die Betroffene muss zwingend das wirklich Wichtige im eigenen Leben erkennen, sich freuen und die Schönheit des Lebens wieder entdecken. Kaph ist ein Helfer auf dem Weg!

„Die Lust am Leben, die Lebensfreude ist das wichtigste Lebensprinzip!“

Heilendes Essen- Sorghum-Hirse…

 

… wird in der TCM seit 1596 als heilendes Lebensmittel eingesetzt. Diese Hirseart- auch Mohrenhirse genannt- stammt ursprünglich aus Afrika, wurde aber auch in Indien und im asiatischen Festland bekannt. Sorghum oder  GaoLiang ist ein anspruchsloses Süßgras und erlangte deshalb gerade in kargen Regionen eine gewisse Berühmtheit auch als Nahrungsmittel:

  • Aus TCM-Sicht wirkt Sorghum wärmend, süß und etwas aufrauend( „raut“ den Darm auf um dadurch Durchfall zu beenden), wirkt stützend auf den oberen Erwärmer, die Mitte und den mittleren Erwärmer regulierend, außerdem mittelbar über die Regulation von Milz und Magen Shen- beruhigend.
  • GaoLiang wird in zahlreichen Kräuterrezepturen zum Ausleiten von Stauungen in Magen, Darm und Leber eingesetzt, um dadurch bspw. einen Einfluss auf die Schlafqualität zu nehmen.
  • Im Zusammenhang mit Jujube-Datteln oder auch YiYiRen können Verdauungsbeschwerden(Durchfall) oder auch verminderte Appetit gelindert werden.
  • Aus westlicher Sicht beinhaltet Mohrenhirse einen hohen Anteil aus Eiweiß, relativ wenig Kohlenhydrate und kaum Fett, die Spurenelemente Phosphor, Eisen, Silicium und Kalzium, Niacin und die Vitamine B1 und 2…
  • …durch die Zusammensetzung wirkt sie stark Blutzucker regulierend und kann mit den Ballaststoffen den Darm von giftigen Substanzen reinigen( Krebsprävention).
  • Da Sorghum auch roh gegessen werden kann, wäre ein Einsatz als günstiges Nahrungsergänzungsmittel möglich- maximal 10 Gramm täglich sind eine gute Dosis, um dem Körper eine Portion Gesundheit zu geben!

         Dekokt mit Mohrenhirse

Duftend, lecker und voller Kraft…

…kommt sie daher- eine der Südfrüchte, die trotz aller Regionalität im Sommer ruhig ab und zu einmal auf dem Speiseplan stehen darf- die Papaya oder MuGua:

  • Ein bisschen süß, ein bisschen scharf und auch bitter wirkt sie- das Fruchtfleisch- ausgleichend auf den Körper und reguliert sowohl Hitze als auch Kälte, die Samen, die essbar sind, wirken eher scharf…
  • MuGua wirkt auf die Meridiane Milz, Magen, Leber, Därme und Gallenblase und entzündungshemmend, bakteriostatisch, antioxidativ und blutverdünnend.
  • Die Papaya lässt sich bei vielfältigen Syndromen einsetzen- als Qi- Tonicum, gegen Nässe, Hitze, Schleim, als Yin- Tonicum, zur Blut- Regulation, um Blut-Stasen aufzulösen und zu verhindern, bei Stagnationen im Darm(Kerne, abführend), kann bei Parasiten im Darm eingesetzt werden und sie ist ein hervorragendes Nahrungsmittel bei Kälte-Bi-Syndromen(Rheumatische Erkrankungen).
  • Besonders Sportler und Personen, die viel tierisches Eiweiß zu sich nehmen, sollten regelmäßig Papaya essen, da diese die Eiweißschlacken im Darm beseitigt und generell bei Stoffwechselschwäche, Verdauungsschwäche, Eiweiss-verdauungsschwäche, Fettverdauungsschwäche und Kohlehydratverdauungsschwäche stimulierend wirkt.
  • Durch das Enzym Papain, zahlreiche Mineralien und Spurenelemente, eine große Anzahl an Vitaminen und Flavonoiden gehört die Papaya zu den Nahrungsmittel für eine Krebsprävention, aber auch auf den Speiseplan während einer Krebsbehandlung- sie wirkt antientzündlich und wundheilend.
  • Cave! Da die Papaya über eine absenkende Eigenschaft verfügt, sollte sie während der Schwangerschaft nicht oder nur sehr maßvoll gegessen werden!!! Auch Allergiker auf Kernobst sollten maßvoll mit dieser hilfreichen Frucht umgehen.
  • MuGua ist eine Frucht, die sehr hilfreich bei der Gewichtsregulation unterstützt- allerdings sollten Menschen mit einem eher dünnen Stuhlgang die Kerne nicht mitessen!

Südfrüchte sollten trotz aller positiven Wirkungen sehr maßvoll und möglichst nur im Sommer gegessen werden- in den Heimatländern haben sie bestimmte Funktionen(kühlend…), diese Funktion ist bei uns unter Umständen nur zu bestimmten Jahreszeiten nützlich. Übrigens…die Kerne sind eine Delikatesse- doch auch nur in Maßen. Wie man sieht, dekorieren sie wunderbar einen leckeren Sommersalat aus Papaya, gelber Melone und Heidelbeeren.

Das Yin stärken

Unser Yin- das Tiefe, Verborgene, Weibliche- in dieser hektischen Zeit manchmal sehr schwer zu finden. Möglichkeiten bieten da Sequenzen aus dem Yoga:

  • Durch besondere Atem- und Haltetechniken- das Sinken in den Atem und die Asana- gelangt der Körper stärker in Ruhe.
  • Der Atem trägt uns in die Technik hinein- der Körper folgt dem Atem. Dadurch werden Spannungen gelöst und die Erholung und Regeneration kann viel schneller erfolgen als sonst üblich.
  • Es geht generell beim Yoga nicht um Akrobatik oder schneller, weiter , höher- sondern um das Erkennen des im Moment individuell Machbaren.
  • Über Yin- Sequenzen, d.h. es sind Techniken die in der möglichen Endposition besonders lange gehalten und mit der Atmung vertieft werden, lassen sich Spannungen lösen, Verklebungen lösen und der Stoffwechsel lässt ein Ausschleusen von Giftstoffen zu.
  • Dadurch kann gerade am Abend ein positives Gefühl erreicht werden, welches dann zu Ruhe und Ausgeglichenheit führt- besserer Schlaf, tieferer Schlaf, erholsamer Schlaf sind bereits nach einigen Übungstagen bemerkbar.

Mögliche Asanas sind:

  • Der Drehsitz in verschiedenen- immer für den Jeweiligen machbaren- Positionen,
  • die Taube- besonders die liegende Taube dehnt verspannte Muskeln, die aufrechte Taube sorgt für die Öffnung des Brustkorbes und befreit Herz und Lunge, gleichzeitig baut diese Position Spannungen im Nervensystem ab,
  • der Schmetterling befreit die Meridiane Leber und Gallenblase…,
  • der Fisch dehnt die Bauchmeridiane und sorgt für eine positive Stimulanz der Schilddrüse- Hormonausgleich zur Stärkung des Yin- Pols im Körper,
  • die Rückenlage mit beiden Knien zum Bauch befreit von innerem Wind(Unruhe, Magengrummeln) und das Vegetativum,
  • die tiefe Vorbeuge ist ein Ritual des Loslassens, Dankens und Abschließens mit dem Tagesgeschehen,
  • das Kind lässt Dankbarkeit, Demut und Ruhe einkehren.

Achten Sie, wenn Sie Ihre Yogapraxis am Abend ausführen darauf, dass alle Asanas ruhig und mit langem Ausatmen durchgeführt werden.

Schließen Sie Ihre Yogapraxis mit der Luna-Atmung(ohne Verharren im Atem), welche besonders die Yin-Seite stimuliert und den Körper etwas kühlt und beruhigt.

Ich wünsche gutes Gelingen!

Liebe trägt uns durch Raum und Zeit- nimm die Liebe mit zu dem, was Du tust oder zum Ort, wohin Du gehst!

Die Niere und die Wirbelsäule

Unsere Wirbelsäule bzw. der Rücken melden sich oft im ungünstigen Moment- Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder einfach nur ein dumpfes Gefühl im Rücken- die Ursachen sind sehr vielfältig:

  • muskuläre Dysbalancen- bei fast allen Betroffenen, da sich oft zu wenig gezielt bewegt wird;
  • rheumatische Erkrankungen
  • Osteoporose
  • Fehlbildungen der Wirbelsäule wie Skoliosen…
  • angeborene Schwäche- gemäß TCM oft eine Essenzschwäche der Nieren- sowohl mit Blick auf das Yang, als auch auf das Yin

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Beschwerden zu Leibe zu rücken:

  • Leben Sie ein bewegtes Leben, behalten Sie Flexibilität- Sport ist gut und wichtig- aber es muss immer auch ein Ausgleichsport dazu kommen z.B. Yoga- es gibt hervorragende Übungen, die die Wirbelsäule flexibel und gesund erhalten- siehe Beitragsbild(eine der acht Wirbelsäulenbewegungen)
  • Gehen Sie zu Einzelstunden bei einem Trainer Ihres Vertrauens, der bitte möglichst eine sporttherapeutische oder therapeutische Ausbildung besitzt- so können gezielt Übungen für Sie persönlich gefunden werden.
  • Gehen Sie regelmäßig zum TCM-Praktiker- Akupunktur sorgt für einen Ausgleich, behandelt bestehende Dysbalancen und reguliert das Yang und Yin der Nieren- ein besonderer Punkt dabei ist Niere 1- der Anfangspunkt des Nierenmeridians…

Sowohl der Hauptmeridian, das Meridianpaar Niere und Blase, wie auch der Tendinomuskuläre Nierenmeridian beeinflussen die Wirbelsäule und den Rücken- der Nierenhauptmeridian beginnt direkt unter unseren Füßen an Niere 1- YongQuan- die sprudelnde Quelle:

  • Er ist als einziger Punkt an der Fußsohle der am tiefsten gelegene Punkt aller Meridiane- er führt als Holzpunkt und „Kind“-Punkt das Unverwurzelte zu seinem Ursprung zurück.
  • Das Holz- Leber und Galle- sorgen für das Yang, steigt dieses unkontrolliert auf, kommt es es zu Erkrankungen im oberen Körperbereich, aber auch generell im Bereich der Organe, die bspw. eine wesentliche Wirkung auf unsere Knochen haben; steigt es zu wenig auf, können wir unseren Rücken nicht aufrichten 😉
  • Niere 1 findet entsprechend Einsatz bei allen Erkrankungen mit Bweußtseinstrübung, er beruhigt den Geist und rettet das Yang… aber eben auch zusätzlich bei “ einem krummen Rücken“ oder zu wenig Substanz/ Struktur…
  • Wenn das Qi zu Niere 1 gelenkt wird, dann wird damit das untere Energiefeld gestärkt und gleichzeitig die Wurzel verankert- in Verbindung z.B. mit BaiHui(DuMai20) gibt das eine Aufrichtung in der Wirbelsäule- unserer Achse.
  • Somit kann eine Akupunktur/ Moxabehandlung als Begleitbehandlung bei Wirbelsäuölenbeschwerden an Niere 1 plus geeignete Punkte sehr sinnvoll sein.
  • Die Niere kontrolliert alles, was knöcherne oder gefügte Substanz im Körper ist- laut chinesischer Medizin gehört die Wirbelsäule, bestehend aus Wirbelknochen und Bandscheiben, zum Element Wasser. Ebenso gehören das Gehirn, die Knochen, Geschlechtsorgane, Hormone, Haar, die Zähne und die Ohren(Niere öffnet sich über die Ohren) ebenfalls dazu. Eine Disharmonie der genannten Körperteile (Blockade, Schmerz, Schwächegefühl) gibt dem  Therapeuten einen Hinweis , wie und wo mit der Therapie ganzheitlich anzusetzen ist. Gerade beim Element Wasser geht es gemäß TCM um eine der wichtigsten Elemente, denn dieses kann im Gegensatz zu den anderen Elementen – Holz, Feuer, Erde, Metall – schwer mit Energie aufzufüllen sein und sollte stets geschützt werden.
  • Übrigens- die gleichen Ursachen, die aus der Sicht der chinesischen Medizin für Rückenschmerzen sorgen, können auch Migräne, Nackenverspannungen, Stress, chronische Verdauungsprobleme und sogar Menstruationsbeschwerden auslösen. Daher kann eine Behandlung nach den Prinzipien der traditionellen chinesischen Medizin in manchen Fällen auch gleich mehrere scheinbar nicht zusammenhängende Beschwerdebilder lindern.
  • Gerade bei Frauen sind oft Rückenschmerzen zu Zeiten der monatlichen Blutung präsent- das weist auf eine Dysharmonie zwischen Nieren Yang- Yin und Essenz hin- dort setzt die TCM an.
  • Niere 1 sorgt für Struktur und Rückgrat im Sinne und übertragenen Sinne des Wortes- siehe unten.

Warten Sie nicht zu lange- Akupunktur und andere Formen der TCM können hilfreich bei Beschwerden sein(kein Heilversprechen).

“ Eine Wirbelsäule hat jeder Mensch, ein Rückgrat nur sehr wenige“- für mich unbekannter Verfasser- aber sehr treffend

Ein Bergtee voller Magie…

…ist der griechische Bergtee- eine Eisenkraut- Art(Sideritis scardica).

Traditionell wird er in Griechenland bereits seit 2000 Jahren nicht nur wegen seiner sanft anregenden und stimmungsaufhellenden Wirkung von Bauern und Hirten zur Entspannung nach getaner Arbeit getrunken. Er ist dort seit jeher ein beliebtes und altbewährtes Hausmittel:

  • Das Kraut enthält unter anderem ätherische Öle (Myristicin, Menthol, Thymol, Carvacrol), Flavonoide, Palmitinsäure und Caryophyllene.
  • Da der griechische Bergtee auch antiviral/ antibakteriell wirkendende Stoffe enthält, ist auch eine Anwendung gegen Erkältung mit entzündungshemmender und antioxidativer Wirkung möglich. Ebenso konnten stressmindernde und leistungssteigernde Stoffe nachgewiesen werden.
  • Der Tee/ das Kräutlein wirkt auf das WeiQi(Immunsystem), auf Shen(Herz-Qi), beruhigt aufschäumendes Magen-Qi(krampflösend) und besänftigt das Leber-Qi.

  • Erfahrungen zeigen, dass das griechische Eisenkraut gezielt dazu eingesetzt werden kann, um Körper und Seele bei Schlafstörungen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Auch bei Angststörungen wird eine günstige Wirkung beobachtet. Der griechische Bergtee nimmt unter den Hoffnungsträgern zur Behandlung psychischer Leiden wie z.B. Burn out, Stress und Erschöpfung eine herausragende Stellung ein- ohne die gefürchteten Nebenwirkungen von chemischen Medikamenten. Verständlicherweise, denn die Erklärung könnte folgendes liefern: Bei der Entstehung von Angst- und anderen psychischen Erkrankungen spielt eine Störung der verschiedenen Botenstoffsysteme eine entscheidende Rolle. Vor allem der Serotonon-Noradrenalin-Austausch zwischen den Nervenzellen steht im Focus. Das griechische Eisenkraut besitzt die notwendigen Eigenschaften, ausgeglichen sowohl anregend als auch  aus gleichend auf das Serotonin-Botenstoffsystem zu wirken, ohne dabei bednkliche und/oder unerwünschte Nebenwirkungen mit sich zu bringen.

Es gibt zwei Möglichkeiten der Zubereitung:

  • Traditionell wird Wasser in einem Topf langsam zum Kochen gebracht. Pro Liter Wasser werden zirka 3 g Bergtee in das Wasser gegeben und abgedeckt 10 Minuten im leicht sprudelnden Wasser schwimmend mit aufgekocht – so machen es die Griechen. Dabei gehen die Inhaltsstoffe in der Wasser über. Der Bergtee lässt sich auch ein zweites Mal mit etwas weniger Wasser gut aufkochen.
  • Einfacher ist es, wenn man einen Zweig Bergtee, oder die zerkleinerte Pflanze in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießt und zugedeckt etwa 10 Minuten ziehen lässt. Gibt man nach Erreichen der Trinktemperatur noch etwas Honig und einen Spritzer Zitrone dazu, ist der Tee gerade im Sommer ein wunderbares Getränk gegen die Hitze 😉

Lassen Sie sich den Tee schmecken- übrigens ist er sehr gut am Neujahrsmorgen, da er die Leber besänftigt 😉  😉

Leben im Rhythmus…

der chinesischen Medizin? Wachen Sie oft zur selben Zeit in der Nacht auf? Oder haben bestimmte Zipperlein und Beschwerden immer zur gleichen Zeit? Dann schauen wir in den nächsten Wochen genauer auf die „Chinesische Organuhr“ .

Alle 2 Stunden ist ein anderer Meridian bzw. ein anderes Organ aktiv, welches dann seine „Hochzeit“ besitzt. Aber nicht nur eine besonders hohe Leistungsbereitschaft tritt in dieser Phase auf, der Meridian/ das Organ ist auch instabiler und anfälliger gegenüber Reizen und Einflüssen. In der Therapie machen wir es uns zum Nutzen, denn die therapeutischen Maßnahmen wie Akupunktur oder die Kräuter wirken besonders gut!

Die Organuhr stellt  eine Hilfe in der Diagnostik dar und bietet Möglichkeiten der Optimierung in der Therapie.

Wir befinden und jetzt gerade im Holzelement, dem sind die Organe Leber und Gallenblase(Zeit von 23:00 Uhr bis 01:00 Uhr) zugeordnet- die „Hoch“zeit der Leber befindet sich in der  Nacht von 01:00- 03:00 Uhr, dafür hat der Dünndarmmeridian jetzt seine Ruhephase. Sie ist unser größtes Entgiftungsorgan. Ist ihre Funktion beeinträchtigt und kann sie ihrer Aufgabe nicht ungestört nachkommen, kann es zu Schlafstörungen, Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen, Migräneattacken… geben. Die Leber ist mit den Emotionen Zorn und Wut assoziiert. In der aufgeführten Zeit gibt es viele Notrufe(Hypertone Krisen) und auch die Polizeieinsätze häufen sich nicht selten in dieser Zeitspanne.

Quelle “ Die Organuhr“ Prof. TCM Li Wu

Noch einige Fakten mehr:

  • Kreislauf und Durchblutung laufen im Sparmodus,
  • das Leber-Qi soll sich entspannen, der Blutdruck sollte absinken, besonders die Dysatole sollte jetzt recht niedrig sein,
  • das Xue(Blut) wird gleichmäßig im ganzen Körper verteilt, alles optimal versorgt,
  • die Haut regeneriert sich,
  • das Unfallrisiko steigt, da zwischen 01:00 Uhr und 02:00 Uhr der absolute Leistungstiefpunkt erreicht ist- Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen lassen sehr stark nach,
  • Tiefschlafphase heißt Erholung- wachen Sie zu dieser Zeit auf, ist Ihre Lebr „verärgert“- lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, was los ist!

Schon gespannt, wie es weiter geht? Dann schauen Sie in dre nächsten Woche wieder rein- da betrachten wir die „Hoch“zeit des Lungenmeridians- es bleibt spannend!

 

Die Funktion des Herzens in der CM

Das Herz ist der Kaiser im Körper- es gehört zur Wandlungsphase Feuer und kontrolliert den Kreislauf des Blutes und anderer Körperflüssigkeiten (z.B. Lymphe, Schweiß, Speichel, Tränen). Im Herz sitzen die Freude und Shen- die himmlische, konstellierende Kraft. Eine gesunde Ernährung und ein kräftiges Herz stärken  Shen. Depressionen, Konzentrations- und Schlafstörungen oder mangelnde Lebensfreude sind Anzeichen für geschwächten Shen. Das Herz und dieser Funktionskreis sind also:

Herrscher des Xue(Blut)
Kontrollierender der Gefäße
Spiegel sind das Gesicht und die Augen
Sitz des Shen als himmlische Kraft
Öffner über die Zunge- “ Man trägt das Herz auf der Zunge“
Kontrolleur der Körperflüssigkeiten, besonders vom Schweiß

Der Funktionskreis des Herzens entspricht dem höchsten Yang, dem Tai Yang. Wenn man in der alten Literatur liest, dann sind alle Funktionskreise mit Beamten in einem idealen Staat vergleichbar- das Herz entspricht dem Regenten- er entspricht dem Sitz des Geistes Shen. Er ist die  Instanz der Koordination- alle Befehle gehen von ihm aus. Der Funktionskreis Herz repräsentiert die gesamte Dynamik. Das Herz symbolisiert die ausgeglichene Heiterkeit, ist es in Dysbalance erscheint eher die Begierde und die übertriebene, gekünstelte Fröhlichkeit oder das Gegenteil, die Depression.
An kosmischen Entsprechungen sind zu nennen der Sommer, der Mittag, die feuchte Sommerhitze.
Aus der Funktion der Koordination entsteht die Fähigkeit zu zielgerichtetem Handeln, selbstbewusstem Auftreten, klarem und vernetztem Denken/ Argumentieren. Das Herz stellt unsere Persönlichkeit dar bzw. mit diesem Funktionskreis wird sie ausgebildet. Ist meine Gesamtpersönlichkeit intakt ist, ist der Funktionskreis des Herzens intakt und umgekehrt.

Der Funktionskreis des Herzens ist verbunden mit dem Funktionskreis des Dünndarms, eine Verbindung besteht ebenfalls zum Funktionskreis des Perikards, Herz ist Yin, die beiden anderen stellen eher das Yang dar. Physiologisch zum ausgleich Gegensteuerung dient derFunktionskreis der Niere- jedoch die Niere ist unser kleines Herz.

Bitterkeit im Leben und im Geschmack stellen einen Herzbezug dar-die Eigenschaft des Bitteren ist die Hemmung einer zu starken Aktivität. Bitteres ist in der Lage Feuchtigkeit zu trocknen, wichtig für die chinesische Arzneimitteltherapie.

Wärme/ Hitze entspricht dem Funktionskreis des Herzens und dieses Temperaturverhalten beeinflußt das Herz am stärksten. Allerdings nicht direkkt, sondern indirekt über das Pericard- als Schützer und Leibwächter des Kaisers(siehe Teerezept)!

Ursachen für Dysbalancen:

Herz-Blut-Mangel: Shen kann durch extreme Emotionen(Freude, zuviel „Spaß“… also auch positive) gestört werden. Dann entsteht Hitze und das Herzblut „verbrennt und verdickt“.

Zuviel Aufregung, Stress, Unruhe schwächen das Herzblut- ebenso chronischen Zeitdruck – die Hetzerei von einem Termin zum nächsten bringt das Herz ungesund in Aufruhr. Ein weiterer Aspekt, der das Herzblut angreift, sind chronische Krankheiten. Auch das Falsche zur flaschen Zeit oder ständig konsumiert ist eine Ursache:

  • häufiges scharfes Essen
  • viel Alkohol,Kaffee, schwarzer Tee und Rauchen
  • zu wenig bzw. nährstoffarmes und denaturiertes Essen
  • zu viel Fleisch in Form von Frittiertem, Gepöckeltem, scharf Gebratenem

Symptome für den Herz-Blutmangel sind:

  • starkes Herzklopfen mit Aussetzern
  • Schreckhaftigkeit
  • Ängstlichkeit
  • Einschlafstörung
  • Träume, die Unruhe bringen
  • Schwindel und Müdigkeit/ Erschöpfung

Bei einem lange anhaltenden Herz-Blut-Mangel wird das Yin angegriffen, die Nieren können das Herz nicht mehr versorgen und der Körper „rutscht“ in einen Herz-Yin-Mangel:

  • Herzrasen
  • Durchschlafstörungen
  • Nachtschweiß
  • Hitzewallungen
  • Panikattacken
  • rote Wangen bei blasser Haut
  • starke innere Unruhe

Ist das Yin des Herzens bereits geschädigt, dann ist es zwingend notwendig, alles Belastende zu meiden, da ein Yin-Mangel tief im Körper verankert ist und nur sehr langsam abgebaut werden kann!

Es gibt viele Nahrungsmittel, die das Herz unterstützen: Weizen(siehe Tee), Cashewkerne, Eigelb, Endiviensalat, Hafer, Trockenfrüchte besonders Maulbeeren und Goji, Melone(kühlt aber sehr stark) Bohnen besonders Mungbohnen, rotes Rübengemüse und auch ein leichter Rotwein.

Tee für ein ruhiges Herz und einen kühlen Kopf zur Nacht: 2 EL Weizenkörner und einen halben  Liter Wasser etwa 20 Minuten köcheln, nachmittags und abends trinken-  kühlt das Herz bei zuviel Herz-Feuer, beruhigt den Geist und stärkt das Nieren-Yin(die Niere wird auch als kleines Herz bezeichnet).

Trinken Sie diesen Tee mehrere Wochen lang. Er wirkt sehr mild und erst nach längerer Anwendung.

Haben Sie ein ruhiges Herz, einen kühlen Verstand und eine harmonische Freude in dieser Zeit!

Schäfchen zählen…

oder Hopfen trinken…nein, nicht in Form von Bier, auch wenn dies- als Leichtbier- bei diesen heißen Tagen manchmal auch in Ordnung ist. Heute geht es um Hopfen als Heilpflanze- altbekannt und schon zu Zeiten der ehrwürdigen Hildegard von Bingen ein Multitalent. Gerade jetzt, wo die Nächte heiß sind und wir unter Umständen nicht zur Ruhe kommen, kann Hopfen sehr hilfreich sein. Aber der Reihe nach:

  • Hopfen wirkt durch seine Inhaltsstoffe Hopfenbitterstoff, Humulon, Humulen, Lupulon, Lupulin, ätherisches Öl, Gerbsäure, Harze, Campesterol, Stigmasterol, Beta-Sitosterol, Eugenol, Farnesol und Isovalerinsäure antibakteriell, beruhigend, blutreinigend, entzündungshemmend, schmerzstillend aber auch in entsprechenden Dosierungen tonisierend(etwa in einem Leichtbier;)- schmerzstillend auch durch seine Verwandschaft zum Hanf.
  • Schon seit dem Altertum findet diese in jedem Garten zu ziehende Heilpflanze allein oder in Kombination mit anderen Heilpflanzen ihre Anwendung bei Fieber, nervösem Magen, Magenkrämpfen, Darmkrämpfen,Verstopfung,
    Blasenproblemen, nervöse Herzbeschwerden, Herzklopen und nervöser Unruhe, bei Schlafstörungen, Migräne, Ängsten, Wechseljahresbeschwerden, Menstruationsstörungen, Haarausfall, Wunden und Furunkeln. Nach der Entbindung fördert Hopfen den Milchfluss.

Hopfen in meinem Garten im Juli

Hopfen in meinem Garten im Juli

Für einen heilsamen Schlaf und Nerventee nehmen Sie folgende Rezeptur:

Trinken Sie den Tee abends, eine halbe Stunde vor der gewünschten Einschlafzeit, oder auch wenn Sie sehr unruhig sind und entspannen möchten- ganz in Ruhe und mit kleinen Schlucken…

  • ein Teelöffel Melissenblätter, ein Teelöffel Hopfenzapfen, ein Teelöffel Mädesüßblüten und einen Teelöffel Baldrianwurzel
  • Für den Tee die Zutaten leicht mörsern, einen Esslöffel mit 300ml Wasser ca. 10-15 Minuten sieden lassen, abseihen…maximal 3 Tassen zum Abend hin oder bei Unruhe trinken

Hopfen als Phyto-Östrogen gegen Wechseljahrsbeschwerden

Hopfen enthält dem Östrogen ähnliche Phytohormone. In der Anfangsphase der Wechseljahre besteht jedoch eher ein Progesteron-Mangel und dadurch ein relativer Östrogen-Überschuss. Daher ist in dieser Phase der Hopfen eher ungeeignet, um die beginnenden Wechseljahresbeschwerden zu lindern. Stattdessen sollten eher  Mönchspfeffer, Schafgarbe oder Frauenmantel eingesetzt werden- lassen Sie sich bei mir beraten. Auch außerhalb des Wechsels, bei einem Östrogenmangel, kann der Hopfentee getrunken werden. Allerdings kann ein Zuviel zu einem starken Unterbauch („Bierbauch“) führen, deshalb sollten Sie bei Neigung zu einem Bauchansatz Hopfen sehr sparsam einsetzen.

Aber nicht nur als Heilpflanze nutze ich den Hopfen, sehr dekorativ rankt er seit mehr als 10 Jahren an meiner Pergola und erfreut uns im Herbst mit seinen Zapfen, die eine tolle Deko darstellen.

 

Die Lebendigkeit des Herzens

Der Sommer und die Hitze sind in der CM dem Feuerelement zugeordnet, der wichtigste Meridian ist der Herz- Funktionskreis. Er steht für eine ausgeglichene Freude und einen klaren Geist. Es ist die Zeit, in der das höchsten Yang regiert. Es zieht uns nach draußen in die Natur, alles ist voller Kraft und Feuer.

Die Yang-Aspekte von Mensch und Natur, Aktivität und Kraft sind dem Feuerelement zugeordnet. Das Hauptorgan des Feuerelements ist das Herz-Xi: ist xi gesund, dann sind wir emotional ausgeglichen, geistig klar, voller Offenheit und haben eine beschwingte Leichtigkeit mit einem feinen Sinn für Humor. Ganz einfach- wir fühlen uns dem Leben und mit allem verbunden und lieben uns genau so wie wir sind. Es ist wie ein Strahlen von Innen heraus- Geben ist selbstverständlich und voller Freude im Gegenzug auch das Annehmen.
Feuer hat eine unwahrscheinliche Vielfalt:

  • Es kann gemütlich flackern und wohltuend wärmen- so wie an einem Sommerabend ein gemütliches Lagerfeuer in geselliger Runde- es wärmt Körper und Seele.
  • Es kann aber auch gefährlich werden und alles verbrennen- Waldbrände, starke Sonnenhitze und der folgende Sonnenbrand bringen zuviel an Feuer in die Gesellschaft.
  • Der Wandel vom Gleichgewicht zum Übermaß oder Mangel kann oft blitzschnell gehen. Menschen mit einer starken Feuerenergie reißen andere mit, können Fröhlichkeit verbreiten, neigen oft aber zu starken Schwankungen im Gemüt. „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“- Schneller Begeisterung folgt oft eine Leere und tiefe Enttäuschung.
  • In unserer heutigen Zeit besteht leider eine Tendenz zur Überaktivierung des „Feuers“- von allem zuviel- Schnelligkeit,  moderne Medien mit zu starker Stimulanz für die Sinne- Genussmittel wie Kaffee, Nikotin, Alkohol oder zu heiße Nahrungsmittel stimulieren den Körper über- ein Auflodern der Energie und dann das Zusammenfallen…

Da Herz als Kaiser unseres Körpers:
Das Feuerelement beinhaltet mehrere „Organe“ gemäß der CM-  als Yin-Organe Herz und Pericard(Herzbeutel), als Yang-Organe Dünndarm und Sanjiao(Dreifacherwärmer). Das Herz ist der Kaiser- er regiert den Körper- alle anderen Organe des Feuers schützen- Pericard schützt das Herz als „Leibgarde“,  der Dünndarm sortiert- trennt das Wichtige vom Unwichtigen, wie ein guter Privatsekretär, der Sanjiao ist der Bevollmächtigte für die drei Wärmezentren im Körper- er regelt unsere physischen und psychosozialen Schutzmechanismen.
Die wichtigste Funktion beinhaltet das Herz mit Shen- unserem „Bewusstsein“. die konstellierende Kraft Shen entspricht einer uns eigenen Intuition, diese spontan und voller Vertrauen Körper und Geist regiert, lenkt und ausgleicht. Shen spiegelt sich in den Augen- ist Shen gesund, dann haben die Augen Glanz und alles ist voller Klarheit- die Auffassung und Konzentration, ein gutes Gedächtnis, emotionale Stabilität und Stärke, wir freuen uns und haben Freude am Leben und können voller Ruhe schlafen.
Herz- oder Feurschwäche erkennen wir, wenn sich Unruhe einstellt und das warum dazu unklar bleibt. Oft liegen die Wurzeln in der Kinder- und Jugendzeit- vielleicht haben wir das Gefühl von Trennung und Ausgrenzung in der Familie oder Gesellschaft erfahren. Kinder von überbesorgten Eltern erfahren nie eine Auseinandersetzung und können somit nicht lernen- ein intuitives Vertrauen wird untergraben… Wenn wir dieses Urvertrauen als Kind nicht erfahren haben, neigen wir bei Herausforderungen, in schwierigen Lebenssituationen oder bei Veränderungen schneller zu Unruhe und Ängsten. Durch diese Ängste wird unsere Feuer- Energie noch mehr geschwächt. Uns Menschen ist diese unterschwellige Unruhe unangenehm- wer nie gelernt hat sich mit Negativem auseinander zusetzen, der verdrängt- bis es nicht mehr geht…
Aber auch die Erfahrung Liebe nur als Gegenleistung zu bekommen, schwächt Shen- Liebe ist keine Bezahlung!!
Körperliche Symptome für eine Schwäche im Shen und im Feuer sind: blasse Haut, Kurzatmigkeit, Appetitmangel, Konzentrationsstörungen und vermehrtes Schwitzen, bei Fortschreiten dann kann es zu Herzklopfen, Schwindel, totaler Erschöpfung, Schlafstörungen und Depressionen kommen. Die moderne Diagnose „Burn out“ ist ein typisches Beispiel(siehe Beitrag“Wenn das Wochenende…“)
Harmonisierung in Eigenregie

  • Bei schlechtem Schlaf, Herzklopfen, innerer Unruhe und Übelkeit hilft es, den Punkt Perikard 6 (auch innere Pforte genannt) zu halten. Dieser liegt drei Finger über der mittleren Handgelenksfalte, zwischen den beiden Sehnen. Er harmonisiert die inneren Organe und beruhigt den Geist.
  • Unruhe und andere schwächende Gefühle immer wieder bewusst machen- ansonsten verdrängen wir diese Gefühle in den Körper, was dann irgendwann zu den oben beschriebenen Symptomen der Herzenergie-Schwäche führen kann. Sehr hilfreich ist es, sich die eigenen Überzeugungen bewusst zu machen, die unsere Herzenergie schwächen- diese annehmen( ggf. mit Untersatützung), um sie dann aus dem Leben wieder zu verbannen.
  • Sehr einfach ist folgende Übung: Cremen Sie sich nach einer Dusche oder einem Bad hingebungsvoll und voller Liebe ein- ein duftendes Öl oder eine weiche Creme und tun Sie es so, als wenn Sie einem geliebten Menschen Gutes tun wollen!
  • Tanzen, Spielen und Lachen-Lebensfreude- stärken das Herz- gemeinsam mit der Familie oder Freunden bringt es doppelte Freude.
  • Die Kerze zum Essen oder in abendlicher Runde bringt uns dem Feuerelement näher- diese Rituale zeigen uns die Sinnlichkeit und den wärmenden Aspekt für die Seele.
  • In der Ernährung stärken alle bitteren Lebensmittel wie Mandeln, Rucola, Artischocken, Löwenzahn als Salat und/ oder Tee die Herzenergie. Kaffee als Genussmittel ist ein sehr starkes stimulierendes Getränk, deshalb achten Sie auf Klasse und nicht Masse!
  • Sollte ich ein Problem mit meinem „Herzfeuer“ erkennen, reicht oft schon eine Supervision oder ein einfühlsames Gespräch- das bringt neue Gedanken in mein Leben und dadurch können dann schon kleine Anregungen für Veränderungen im Alltagsverhalten gegeben werden, welche krankmachende Gewohnheiten abändern. Gespräche bringen starre und oft frustrierende Gewohnheiten in Bewegung, brechen diese regelrecht auf.
  • Durch Akupunktur und Tuina sowie spezielle, individuell gemischte Tees können die Symptome und die zugrundeliegende emotionale Struktur direkt und ursächlich behandelt werden. Alte Verletzungen- mental und physisch- haben Zeit auszuheilen und wir können neue Entscheidungen für ein erfüllteres und zufriedeneres Leben treffen
  • Tee zur Stärkung: Zur Stärkung wird ein Tee aus je einem halben Teelöffel Weißdornblüten, Herzgespann und Arnicablüten mit 250ml heißem Wasser aufgegossen und mittags getrunken(Herzzeit ist von 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr)- etwa für 15- 20 Tage- dann zeigen die Kräuter ihre wunderbare Wirkung.Gesundheitstipp 39
  • Tee zur Beruhigung: je einen halben Teelöffel der Blüten von Lavendel, Johanniskraut und Rose, dazu Melissenkraut- alles gut mischen, mit 250 ml abgekochtem, heißen Wasser(nicht kochendem) übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und genießen- 2 Tassen zum Abend sollten für 15 Tage getrunken werden, dann zieht Ruhe in’s Gemüt.

Bleiben Sie im gesunden Herzfeuer!

Passion heißt Berufung…

…die Passionsblume ist berufen, uns in der Gesundung zu unterstützen. Die wunderbar blühende Kletterpflanze kommt aus den wärmeren Regionen Amerikas und gehört zu den Heilpflanzen der amerikanischen Ureinwohnern, den Indianern. Passiflora incarnata ist nicht nur eine Augenweide ob der ca. 300 verschiedenen Blütenformen und Blütenfarben, sondern sie unterstützt mit:

  • Flavonoiden, Vitexin, Cumarin, Umbelliferon, Maltol, Harmin, Passiflorine, Stigmasterol, Sitosterol, Luteolin, Kaempferol bei unterschiedlichen Beschwerden und hilft bei…
  • Ängsten, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Herzneurosen, Durchblutungsstörungen, Nervosität, Reizdarm, Reizmagen, Schlafstörungen und Wechseljahresbeschwerden. Auch bei Juckreiz aus unterschiedlichen Gründen ist die Passionsblume einsetzbar(siehe unten).
    Ängsten durch die adstringierende, angstlösende, beruhigende, krampflösende und schweisstreibende Wirkung.
  • Die Anwendung des gesamten oberirdischen Krauts einschließlich der Blüten erfolgt als Tee oder Tinktur.
  • Tee gegen Juckreiz: je 20 Gramm Sternanis, Ehrenpreis und Johanniskraut, dazu 15 Gramm Kamillenblüten, je 10 Gramm Hauhechelwurzel- und Passionsblumenkraut und 5 Gramm Kornblumenblüten werden gut miteinander vermischt ggf. gemahlen- das Mahlen oder auch Mörsern setzt die ätherischen Öle besser frei- ein Esslöffel der Mischung wird ca. 10 bis 15 Minuten mit 300ml Wasser zum Sieden gebracht, dann durch einen feinen Filter abseihen und das 3-4/ Tag trinken- man kann den Tee auch abkühlen lassen und die Haut damit betupfen(nicht auf offene Stellen). Die Anwendung sollte nur bis zum Abklingen der Beschwerden erfolgen.
  • Eine Art der Passionsblume ist die Maracuja- vielen von Ihnen als wohlschmeckende Frucht bekannt. Besonders im Sommer lässt sich daraus ein wohlschmeckender Erfrischungstrunk bereiten- Wasser und Maracuja geben der Haut und unserem Inneren einen Frischekick.

Maracujadrink

Maracujadrink

Weiden Sie Ihre Augen an dieser herrlichen und heilsamen Pflanze- ach ja, ein Sud aus Passionsblume hilft gegen Augenringe ;)- vor dem nächsten Date einfach als Kompresse auflegen und die Augen strahlen!

Wenn es im Ohr piepst und rauscht, dann…

sind die Ursachen sehr vielfältig- die allgemeine Diagnose lautet Tinnitus. Je älter wir werden, um so mehr schwindet die Nierenessenz SHEN JING, die Grundlage unseres Organismus gemäß der CM. “ Die Niere öffnet sich über die Ohren“- somit können Symptome des Schwindes von Jing Tinnitus, Hörprobleme und/oder Taubheit sein. Ursachen sind:

  • Essenzmangel, das reine Yang kann nicht aufsteigen und die Ohren ernähren,
  • Stagnation der Lebensenergie und unkontrolliertes Aufsteigen des Leber- Yang, hervorgerufen durch Stress und Zorn,
  • Milz- Qi Mangel, welcher zur Entstehung von Schleim- Hitze führt- die Meridiane werden „verstopft“, das führt zu Ohrenproblemen,
  • Stagnation von Blut, das Blut kann damit die Ohren nicht mehr ernähren- Konsequenz Gehörprobleme

Wenn wir diese grobe Einteilung verfeinern, erhalten wir zehn tiefgreifende Ursachen für das Piepsen im Ohr:

  • schwindendes Yin der Nieren- Ohrengeräusche oder Taubheit mit allmählichem Anstieg, schwaches Geräusch in den Ohren, Schwindel oder taumeliges Gefühl, Schmerzen im Lendenbereich, Schwächegefühl, schlechtes Gedächtnis, nächtliches Schwitzen, nächtliche Trockenheit im Mund, Schmerzen in den Knochen, Verstopfung, dunkler Harn, bei Männern nächtlicher Samenerguss, vorzeitige Ejakulation, Unfruchtbarkeit bei Frauen und auch Männern, Benommenheit, Depressionen, Ängstlichkeit, die Zunge erscheint oft rot oder stärker rot als sonst und oft ohne Belag.
  • schwindendes Yang der Nieren- Ohrengeräusche oder Taubheit auch wieder mit allmählichem Anstieg, schwaches Maschinengeräusch in den Ohren, Taumel, Schmerzen im Lendenbereich, Ermüdung, kalte und schwache Knie, Gefühl der Kälte im unteren Rückenteil, Gefühl des Frierens, Schwäche der unteren Extremitäten, leuchtend weiße Haut, Benommenheit, häufiges Wasser lassen von klarem Harn, nächtliches Wasser lassen, Apathie, Ödeme an den unteren Extremitäten, häufig dünnerer Stuhl, Depressionen, Impotenz, bei Männern reduzierte Libido, kühles und/oder dünnflüssiges Sperma, niedrige Anzahl von Spermien, vorzeitige Ejakulation, Impotenz, Unfruchtbarkeit bei Frauen, die Zunge zeigt sich blass und feucht.
  • unkontrolliertes aufsteigendes Yang der Leber– die Zunge zeigt einen gelben und klebriger Belag – kann sich aber stark verändern: aufgrund des Mangels an Blut der Leber  ist die Zunge eher blass , durch den Mangel an Leber- yin ist die Zunge mäßig rot an den Seiten und ohne Belag zusätzlich mit Hitze an den 5 Herzen(Sternum, Hand- und Fußflächen) und/oder Unruhe, Erschöpfung und Schlafstörungen, bei stagnierendem Leber-Qi als Ursache ist die Zunge normal oder mäßig rot an den Seiten, oft leicht bläulich und hat ggf. gestaute Unterzungenvenen- Unruhe, Gereiztheit und andere Merkmale sind weiter möglich,
  • Feuer in der Leber – führt zu Ohrengeräuschen oder Taubheit mit plötzlichem, starken Anstieg der Geräusche, hoher Schall in den Ohren (wie Grillen), vom Stress abhängiger Tinnitus, Kopfschmerzen, Taumel- Gefühl, Gereiztheit, Neigung zu Wutausbrüchen, rotes Gesicht, u. U. blutunterlaufene Augen, Durst, bitteren Mundgeschmack, Verstopfung, dunkler Harn, Schlaflosigkeit, häufiges Träumen, die Zunge zeigt sich rot mit noch röteren Seiten oder geschwollen mit klebrigem gelbem Belag.
  • Heißer Schleim in der Leber– Taubheit, die Ohrengeräusche haben wieder einen akut plötzlichen Anstieg, auch wieder dieses extrem hohe Grillengeräusch, schwankende und wechselnde Taubheit/ mal besser, mal schlechter, Durst,bitteren Mundgeschmack, rotes Gesicht, Gefühl der Beklemmung, des Drucks und der Fülle auf der Brust, Schleim im Hals, in der Nase oder auf der Brust, Katarrh, die Zunge zeigt sich wie oben bereits beschrieben- rot mit noch röteren Seiten und/ oder geschwollen mit klebrigem gelbem Belag.
  • Mangel an Herz- und Nieren- Yin – Ohrengeräusche oder Taubheit mit allmählichem Anstieg, niedriger ton/ leicht schallend in den Ohren, Taumel, Schlaflosigkeit, Ängstlichkeit, Herzklopfen, nächtliches Schwitzen an den 5 Flächen- s.oben-, Zunge: rot und ohne Belag ggf. rissig- wie ein trockenes Flussbett
  • Mangel an Herz- und Leber- Blut– Ohrengeräusche oder Taubheit mit allmählichem Anstieg, niedriger Ton/ leicht schallend in den Ohren, Taumel, schlechtes Gedächtnis, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Ängstlichkeit, matt blasse Haut, die Zunge ist blass mit besonders blassen Rändern,
  • Mangel an Lungen- und Herz- Qi– Ohrengeräusche oder Taubheit mit allmählichem Anstieg, niedrigerTon/ leicht schallend in den Ohren, Herzklopfen, Depressionen, Kurzatmigkeit, die Zunge zeigt sich blass, der Körper mit insgesamt blasse Haut, blasse Lippen und wenig Energie,
  • Angriff durch Hitze im Shao-Yang – plötzliche Ohrengeräusche oder Taubheit (Innenohrentzündung mit Schwindel und Störung des Gleichgewichtsapparats), sehr hohes Grillengeräusch, Wechsel von Frösteln und Fieber, Ohrenschmerzen, Nystagmus, Übelkeit oder Erbrechen, Kopfschmerzen, versteifter Nacken, Halsschmerzen, Brennen in den Augen, leichtes Schwitzen, Fieber, Windunverträglichkeit, die Zunge zeigt sich rot im vorderen Bereich oder an den Seiten, manchmal auch unruhig/ zittrig,
  • Blut-Stagnation– führt zu Taubheit und einem Blockade- Gefühl in den Ohren, sehr hohes Zirpen, dunkles Gesicht, dunkle Augenränder mit teilweise dunklen „Tränensäcken“, das Ohrensekret ist ggf. mit geronnenem alten Blut versetzt, die Zunge zeigt sich violett/ bläulich-rot mit leicht violetten/ bläulichen Unterzungenvenen und ggf. klebrigem Belag

Nicht immer sind die Ursachen eindeutig, oft mischen sich die Zeichen bzw. wechseln sich ab. Häufig habe ich Ohrgeräusche im Zusammenhang mit Hypertonie oder Stress beobachtet, auch in den Wechseljahren ist ein vermehrter Auftritt von Ohrgeräuschen festzustellen. Sind die Ohrgeräusche erst kurz ein Symptom, dann ist die Prognose zur Behandlung recht gut, ebenfalls bei Qi-Stagnation, schwieriger wird es, wenn noch andere tief sitzende Dysbalancen vorhanden sind oder der Betroffene ständigem Stress ausgesetzt ist. Auch Ohrgeräusche auf Grund von Feuchtigkeit/ Schleim, welche häufig auf sehr lange anhaltende Ernährungsfehler zurück zuführen sind, können schwer behandelbar sein. Einen Teil können Sie selbst dazu beitragen, dass die „Geister“ in Ihren Ohren wieder verschwinden- geeignete Ernährung ohne Weißmehl, Zucker, Fertigprodukte und zu viele Genussmittel, ausreichend Bewegung und Stressbewältigung, ausreichende Erholungsphasen führen oft zu einer Milderung, dazu kommen dann Kräutermedizin, Qi gong- Übungen und die Akupunktur- dann könnte man sagen: „…die Geister, die ich rief, werde ich wieder los“

Wasser- Quelle der Energie….

Gesundheitstipp 72

Gesundheitstipp 69

und unseres Mutes. Wir befinden uns jetzt im „Großen Yin“ des Jahres und damit im Wasserelement.

Dieses wird durch die Meridiane Blase und Niere repräsentiert.  Aus der Nierenenergie entspringt die Kraft aller anderen Organe. Wasser hat die Eigenschaft kraftvoll zu fließen und immer den Weg nach „unten“ zu nehmen- der Fluß entspringt einer Quelle und diese fließt abwärts zum Meer oder See. Es speichert Nährstoffe und Temperatur. Die Niere in der CM: Das yin der Niere ist unsere Ursprungsenergie, die Essenz, welche uns von den Eltern gegeben wird, das yang der Niere bildet die Grundlage der Wärme und der Aktivität des ganzen Körpers. Dem Wasserelemet zugeordnet sind Angst, der Mut und die Willenskraft.

Der Naturkreislauf spiegelt sich 1:1 in unserem Körper, in unserem Leben wieder- jedes Organ hat bestimmte Hochphasen mit größerer Aktivität und bestimmte Ruhephasen. Der Winter ist die Zeit des Wasserelements. Im Winter ist es Zeit,  die Energie zu bewahren und damit zu haushalten, sich zu besinnen und zurück zu ziehen.
Wie die Tiere sollten auch wir Menschen an Rückzug, Einkehr und Ruhe denken. Wenn wir im Winter weiter wie im Sommer spät ins Bett gehen, früh aufstehen und mit vielen Aktivitäten unterwegs sind, besteht die Gefahr, dass wir uns schnell verausgaben und krank werden. Ab dem 40. Lebensjahr ist diese Einkehr besonders wichtig, denn unsere Nierenessenz schwindet, auch wenn wir uns noch nicht älter fühlen und nach neuesten Aussagen die 40er die neuen 30iger sind 😉

1.Stress und Angst gehen an die Nieren
Was die Nierenenergie besonders schwächt, ist zuviel Stress, wenig Schlaf und ein unregelmäßiger Lebensstil. Auch Dauerlärm, zu leichte Kleidung, schlechte Ernährung und der exessive Konsum von Genußmitteln, Nikotin und ggf. anderen „Drogen“ schaden der Nierenenergie. Neben diesen äußeren Einflüssen sind es aber vor allem bewusste oder unbewusste Ängste, die die Nieren schwächen. Menschen mit schwacher Essenz haben wenig Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten, haben ständig Ängste unbestimmter Art. Sie haben Angst, „nicht gut genug zu sein“ und verfangen sich zu hohen Ansprüchen, rigiden Regeln und Verpflichtungen.

Im Klassiker der CM-„Der gelbe Kaiser“ Huang di- heißt es:

„Die drei Monde des Winters sind die Zeit der Sammlung und Bewahrung…Nun ist von Nutzen: Früh zu Bett und spät sich zu erheben,mit der Sonne aufzustehen,die Gefühle innen zu hütenund Ruhe zu bewahren.“ 

Existenzängste können sich mit dem Gefühl, den Boden zu verlieren, mischen und manch einer glaubt, dem Leben einfach nicht mehr gewachsen zu sein. Manchmal kommen solche Gedanken, aber beim Gesunden setzen diese sich nicht fest. Menschen mit schwacher Nierenenergie neigen jedoch dazu, diese tief verwurzelten Ängste mit Überaktivität und übertriebenem Ehrgeiz zu überspielen und sich dadurch noch mehr zu verausgaben. Das führt irgendwann zu einer totalen Erschöpfung bis hin zum Burnout und Depressionen.

2. Anzeichen einer Nierenschwäche
In dieser Phase zeigen sich häufig die ersten körperlichen Symptome: Bei einem Nieren Yang-Mangel sind dies fast typisch kalte Hände und Füße, zu häufiges Wasserlassen, Kälte und Schmerzen im unteren Rücken. Menschen mit einem Nieren Yin-Mangel zeigen sich mit Erschöpfung und extreme Müdigkeit, Schlaf- und Denkstörungen, Tinnitus, und/oder Potenz- und Libidostörungen. Fast immer finden sich auch Haarausfall, schlechte Zähne und Knochenprobleme.
Schwere chronische Krankheiten der Organe Niere und Blase können sich ausprägen- Blasenentzündungen, Nierenerkrankungen…

Die Blase wiederum besitzt die wichtige Aufgabe, die verbrauchten Flüssigkeiten des Körpers auszuscheiden.Sie ist der Verwalter unser täglich benötigten „Basis“- Energie. Haben wir davon zu wenig, kann dies zu Rückenschmerzen führen. eine kräftige Blase steht für Anpassungsfähigkeit und Willensstärke – stehen wir „gerade und fest“ und sind wir „biegsam und anpassungsfähig“?

3. Was tun sprach Zeus:- Selbsthilfe für das Wasserelemt

  • Wichtig ist ein regelmäßigen Tagesablauf mit ausgewogenen Aktivitäts- und Ruhephasen. Auch ein langer, erholsamer Schlaf und lange gekochte Hühnersuppen mit speziellen Kräutern und Gemüsesorten stärken die Nieren.
  • Besonders im Winter sind abendliche warme Fußbäder mit einer zerkleinerten Ingwerknolle (circa 15 Minuten bei 50 Grad Celsius) empfehlenswert- aber nur bei Kältegfühl.
  • Bei Rückenschmerzen, denen eine Nierenschwäche zugrunde liegt, kann neben Akupunktur und Akupressur auch eine spezielle Wärmebehandlung des Blasenmeridians mit Chinesischem Moxakraut helfen. Gleichsam stärkend ist die Nierenmassage mit Weinrautencreme nach Hildegard von Bingen.
  • Kindern sollte von Beginn an viel Grundvertrauen und Geborgenheit gegeben werden, damit sich Angstmuster gar nicht erst so leicht entwickeln können.

Menschen mit einer starken Nierenenergie handeln aus ihrer inneren Kraft und besitzen Selbstvertrauen. Sie haben einen starken Willen ohne starrsinnig zu sein und stellen sich den Herausvorderungen des Lebens und des eigenen Weges. Gleichzeitig übernehmen sie Verantwortung für sich und andere ohne in die eigene Überforderung zu gehen- sie kennen und respektieren die eigenen Grenzen.

Nehmen Sie sich Zeit für Ruhe und Geborgenheit: „Im Winter hält die Natur einen Schönheits- und Gesundheitsschlaf“ unbekannt

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“ Nur wer die Rose liebt…“

…so sang einmal die Gruppe Renft…. und wirklich, auch in der chinesischen Kräutermedizin und als Hausmittel wird die Rose als wichtiges Heilkraut angesehen.

Der Steckbrief:

  • Die medizinische Rose- Rosa centifolia, Rosa gallica oder Qiángwéi- wirkt adstringierend, blutreinigend, blutstillend und nervenstärkend durch die Inhaltsstoffe Gerbsäure, Geraniol und Saponine. Sie blüht auch in unseren Gärten- zauberhaft von Juni bis in den Herbst. Heilkräftig sind die Blütenblätte- sie werden im Juni und August geerntet. Die Blütenblätter der Rose werden gesammelt, wenn sie gerade frisch aufgeblüht sind und im Schatten zügig getrocknet. Möglich ist es auch, die Knospen der Rosenblüten zu ernten und zu trocknen. Im Herbst dann bilden sich die leuchtend roten Hagebutten, welche sehr viel Vitamin C enthalten. Aus China wurde von Konfuzius schon etwa 500 Jahre v. Chr. von königlichen Rosengärten berichtet, diese wahrhaft königliche Pflanze stammt ja aus Kleinasien und kam über Persien nach Europa und die westliche Welt.
  • In der CM verwenden wir das Rosenöl und die Rosenblätter- das Öl wirkt entspannend, z. B. für einen Wickel zur Förderung des Schlafs bei Schlafstörungen, die Blätter wirken ebenfalls beruhigend, krampflösend und Blut reinigend.
  • Die Rose findet Anwendungen in Rezepturen bei Heuschnupfen, Lungenschwäche, Mundentzündungen, Verdauungsbeschwerden, Lebererkrankungen und Schwäche der Leberfunktion, Herzbeschwerden und daraus resultierenden Shen- Störungen, Ohnmacht, Schwindel, Kopfschmerzen, Melancholie, Schmerzen von Auge, Ohr und Zähnen, gynäkologischen Beschwerden, leichten Verbrennungen, schwer heilenden Wunden und auch bei Erysipel.
  • Rosentee wirkt sehr entspannend- nicht nur bei Menstruationsbeschwerden, sondern auch zum Schlafen und bei Stress.
  • Noch etwas kulinarisches- Rosenblätter können wunderbar für Süßspeisen zum Einsatz kommen oder stellen Sie ein Rosensorbet selbst her.

Als Abschluss gebe ich Ihnen heute den wunderbaren Liedtext mit auf den Weg- geschrieben von Klaus Demmler, gespielt von der Gruppe Renft:

“ Wer die Rose ehrt, wer die Rose ehrt
Der ehrt heutzutage auch den Dorn
Der zur Rose noch dazu gehört
Noch so lang, so lang man sie bedroht

Einmal wirft sie ihn ab…

Wer die Liebe, wer die Liebe ehrt
Der ehrt heutzutage auch den Haß
Der zur Liebe noch dazu gehört
Noch so lang, noch so lang man sie bedroht

Einmal wirft sie ihn ab…

Das wird sein, wenn’s sein wird
Und Mensch ehrt den Menschen“

Kleine Früchte- große Wirkung

In der chinesischen Kräutermedizin werden komplette Pflanzen oder die Pflanzenteile für Mixturen genommen- so auch kleine Früchte wie die Schisandra- Beere oder Wu wei zi.

Der Steckbrief:

  • Wu wei zi- Schisandra chinensis fructus oder eben Schisandra- Beere gehört zu den adstringierenden und stabilisierenden Kräutern. Sie wird auch der “ Fünf- Geschmäcker- Samen“ genannt- eben weil sich bei Genuß alle fünf Geschmäcker entfalten.
  • Die Hauptwirkung dieser kleinen, leicht sauer- süß- salzig- bitter- scharf schmeckenden Früchte liegt in der Stabilisierung des Lungen Qi- damit kommen die Früchte häufig bei Mischungen gegen Husten, Kurzatmigkeit und Keuchatmung zum Einsatz. Gleichzeitig stärken sie das Lungen- und Nieren- Qi und halten die Essenz Jing zurück.
  • Schisandra gehört in jede Frauenmedizin für Frauen jenseits der 40. Sie stärken das Ying der Nieren und wirken sehr gut in Rezepturen, die bei Wechseljahresbeschwerden zusammen gestellt werden. Gleichzeitig beruhigen sie Shen(den Geist) und wirken im Zusammenhang mit anderen Kräutern positiv auf den Schlaf und die Schlafqualität.
  • Wu wei zi- …ist von warmer Qualität, hat einen sauren Geschmack, beeinflusst vor allem die Meridiane Lunge, Niere und Herz. In der Dosierung bis 3 Gramm/ Rezeptur wirkt Schisandra als Einflussmittel z. B. bei chronischem Husten, bis 9 Gramm/ Rezeptur wirkt es als Tonikum.
  • „Die Dosis macht das Gift“- Schisandra ist nicht giftig, aber eine Überdosierung führt zu Unruhe, Schlafstörungen und ggf. Dyspnoe.
  • Bei richtiger Handhabung kann „Frau ab 40“ die kleinen Beeren als Tonicum einsetzen, morgens drei bis vier der kleinen Säuerlinge in die Morgenmahlzeit( ein Congee aus Reis, Birne, Hagebuttenmark, Birnendicksaft, Berberitzen- und Schisandrafrüchten) geben und damit in den Tag starten- das baut die Essenz auf, stabilisiert allgemein Qi und treibt unnötige Feuchtigkeit aus dem Körper.
  • Einsatz- in Rezepturen gegen Husten, Dyspnoe, vaginalen Ausfluss, frühmorgendlichen Durchfall, übermäßiges Schwitzen mit Durst und trockenem Rachen nach Fieber, Diabetes mellitus Type II, Schlafstörungen…gegen Altersschwäche, Leberschwäche und bei Lustlosigkeit von Frau und Mann.

Schisandra wächst in unseren Breiten, sie ist eine Kletterpflanze, die im Mai bis Juli blüht und dann die Früchte ausbildet. Man kann sie problemlos im Garten anpflanzen, der Boden sollte nur regelmäßig gelockert werden oder durchlässig sein. Ich besitze diese Pflanze seit 8 Jahren in meinem Garten, sie rankt an der Pergola und wird von Jahr zu Jahr kräftiger.

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Wu wei zi- eine tolle Frucht der Natur für unsere Gesundheit.

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